Echter Koriander
(Coriandrum sativum)

Der botanische Name des Echten Korianders lautet Coriandrum sativum. Die als Heilkraut und Gewürz verwendete Pflanze gehört zur Familie der Doldenblütler und zur Gattung Coriandrum. Die Pflanze wird zwischen dreißig und siebzig Zentimeter hoch. Aus den spindelförmigen Wurzeln wachsen gerillte Stiele, die sich im oberen Bereich verzweigen. Koriander blüht von Juni bis Juli mit Blütendolden von einer weißen bis rosa Farbe. In der Blütezeit werden Bienen vom Koriander angezogen.

Currykraut, Helichrysum italicum

Systematik

Euasteriden II
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Koriander (Coriandrum)
Wissenschaftl. Name: Coriandrum sativum L.
Wuchshöhe: je nach Standort und Sorte 30 bis 90 cm
Verwendung: Gewürz, Küchenkraut, Heilpflanze
Schwierigkeit Anbau & Pflege: leicht

Die genaue Herkunft des Korianders ist nicht bekannt. Vermutlich stammt die Pflanze ursprünglich aus dem Mittelmeergebiet. Koriander wurde bereit 5000 vor Christi verwendet und in Nordeuropa stellte man im fünfzehnten Jahrhundert Parfum aus dieser Pflanze her. Koriander dient heute größtenteils zur Verarbeitung eines Currypulvers.

In der Küche Europas werden vor allem die Samen verwendet. In Asien, Südamerika und Portugal nutzt man ebenfalls das Kraut, welches der glattblättrigen Petersilie ähnelt. Zudem ist Koriander ein bekanntes Heilkraut.

Koriander Arten / Sorten

Zur Gattung Coriandrum gehören nur zwei Sorten: Der Echte Koriander sowie die in Vorderasien vorkommende Sorte Coriandrum tordylium. Fälschlicherweise wird der vietnamesische Koriander oftmals dieser Gattung zugeordnet. Diese Pflanze hat zwar ein ähnliches Aroma, aber ist nicht mit Coriandrum verwandt. Die botanische Bezeichnung des vietnamesischen Korianders macht die nicht-verwandtschaftlichen Verhältnisse deutlich: Persica odoratum – ein Knöterichgewächs.

Da Koriander angebaut und kultiviert wird, gibt es verschiedene Züchtungen, beispielsweise:

  • eine Universalsorte, die schnell wächst und den Namen Caribe trägt
  • ein Blattkoriander mit starkem Aroma, der sich Cilantro nennt
  • eine aus Russland stammende Züchtung des Namens Jantar, die süßlich schmeckt
  • oder die Sorte „Thüringer“, die vor allem für das Klima Mitteleuropas geeignet ist

Koriander / Inhaltsstoffe

Im Koriander sind hauptsächlich die ätherischen Öle Kampfer, Pinen und Linalool sowie Caritinoide, Phytosterole, Flavonoide und Zucker enthalten.

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Koriander ist im Trend und somit sind oftmals Korianderpflanzen im Handel erhältlich. Allerdings werden die Pflanzen häufig hochgezüchtet und dies macht sich an der Qualität bemerkbar. Mindere Qualität ist unter anderem an vergilbten Blättern, Instabilität der Pflanzen oder an einer hellgrünen Farbe der Pflanzen zu erkennen.

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Koriander Anbau im Garten

Der einjährige Echte Koriander ist eine robuste und recht anspruchslose Pflanze, deren Kultivierung als einfach bezeichnet werden kann. Lediglich der Boden sollte hin und wieder aufgelockert und vom Unkraut befreit werden. Als Nachbarn sollte man keine Pflanze wählen, die auch zur Familie der Doldenblütler gehört.

Standort

Koriander kann einen halbschattigen oder sonnigen Standort bekommen, der die Pflanze vor Wind schützt. Das Aroma entwickelt sich jedoch in der Sonne besser als im Halbschatten.

Substrat

Der Boden sollte locker und nährstoffreich sein. Idealerweise mischt man etwas Kalk unter.

Gießen

Im Freiland sollte die Erde feucht gehalten werden, wenn Jungpflanzen im Beet stehen. Schon größere Pflanzen bekommen nur bei längerer Hitzeperiode Wasser.

Düngen

Rund drei Monate nach der Aussaat kann etwas Kompost in die Erde eingearbeitet werden. Auch pelletierter organischer Dünger kann gegeben werden, denn er ermöglicht eine stetige und langsame Abgabe der Nährstoffe. Je Pflanze sollte aber nicht mehr als ein Teelöffel dieses Düngers gegeben werden.

Überwintern

Da es sich bei Koriander um eine einjährige Pflanze handelt, kann er nicht überwintert werden.

Koriander vermehren

Koriander kann als einjähriges Kraut lediglich durch Aussaat vermehrt werden.

Aussaat

Mit der Aussaat im Freiland kann Ende März – Anfang April begonnen werden. Wichtig ist, dass die Zeit des Boden- und Nachtfrosts zu Ende ist. Der Reihenabstand sollte etwa dreißig Zentimeter betragen. Koriander ist ein Dunkelkeimer und der Samen wird deshalb etwa zwei Zentimeter tief in die Erde gedrückt und mit etwas Erde bedeckt. Nach zwei bis drei Wochen zeigen sich die ersten Keimlinge. Die jungen Pflanzen müssen gut gewässert werden, da sie sonst unter Trockenstress leiden. Die Folge davon wäre, dass die Triebe zu früh in die Höhe schießen.

Koriander im Topf / Kübel

Für die Kultivierung von Koriander im Topf eignet sich Kräutererde sehr gut. Der ph-Wert sollte mehr als 6 betragen. Liegt er darunter, mischt man Kalk unter die Erde.

Im Topf erhält Koriander mehr Wasser, als bei der Kultivierung im Beet. Die Erde darf dennoch nicht zu feucht werden. Am besten steckt man den Zeigefinger in die Erde: Es sollte stets eine leichte Feuchtigkeit zu fühlen sein. Bei zu hoher Feuchtigkeit wird Koriander anfällig für Krankheiten. Um Fäulnis vorzubeugen, wir die Pflanze direkt an der Wurzel gegossen. Koriander im Topf wird mit Kräuterdünger gedüngt.

Probleme / Schädlinge / Krankheiten

Eine häufig auftretende Krankheit ist der Doldenbrand, die durch einen Pilz verursacht wird. Dies tritt vor allem bei feuchtem Wetter auf. Da es noch kein Mittel gegen diese auch als Doldenwelke bezeichnete Krankheit gibt, müssen die befallen Pflanzen entfernt werden. Damit eine Infizierung verhindert werden kann, wird im Folgejahr ein neuer Standort gewählt. Auch Mehltau kommt beim Koriander vor, der ebenfalls in der Regel bei warmen, schwülen Wetter auftritt.

Hier können Sie Schadbilder und Symptome an ihrer Pflanze bestimmen und Gegenmaßnahmen ergreifen.

Der richtige Schnitt von Koriander

Würde man Koriander nicht schneiden, könnten bereits im Juni keine Blätter mehr geerntet werden. Um die Blüte hinauszuzögern, sollte die Pflanze bis Juli regelmäßig geschnitten werden. Dazu werden komplette Triebe direkt über den Boden abgeschnitten und alle Triebspitzen, die schon Blüten oder Knospen haben, werden ebenfalls herausgeschnitten.

Möchte man Korianderkörner ernten, sollte der Schnitt ab Juli beendet werden. Somit blüht sie etwa Ende Juli und es entwickeln sich ab August viele Früchte. Die Blätter können dann jedoch nicht mehr geerntet werden, da sie nach Blüte sehr bitter schmecken.

Die Früchte mit den Samen sollten rechtzeitig abgeschnitten werden, da es ansonsten zu einer unkontrollierten Samenverteilung kommt. Sobald die Samenstände eine hellbraune Farbe vorweisen, können sie abgeschnitten werden.

Ernte des Korianders

Die Ernte des Samens findet statt, wenn die Samenstände eine hellbraune Färbung zeigen. Diese werden an einem trockenen und sonnigen Ort ausgebreitet, damit sie nachreifen können. Ausgereift sind die Samen, wenn sie dunkelbraun geworden sind. Dann können sie in ein luftdichtes und dunkles Gefäß gefüllt und als Gewürz verwendet werden.

Die Blätter müssen vor der Blütezeit geerntet werden, denn anschließend wird der Geschmack sehr bitter. Die Blätter können einzeln abgepflückt werden oder man schneidet bodennah einen ganzen Trieb ab.

Konservieren des Korianders

Die Samen werden getrocknet und können dann in ein Gefäß gefüllt und aufbewahrt werden (siehe Beschreibung Ernte des Korianders). Aber auch die Blätter des Korianders können getrocknet oder eingefroren werden. Das Aroma ist allerdings bei frischem Kraut wesentlich intensiver, als bei getrocknetem Kraut.

Koriander trocknen

Zum Trocknen werden von den frischen Zweigen die Stielenden abgeschnitten. Nun werden immer mehrere Zweige zusammengebunden und kopfüber an einen warmen und zugluftfreien Platz aufgehängt. Die Bündel sollten aber nicht in der Sonne hängen, da das Kraut verblassen würde. Die Trockenzeit beträgt etwa zwei Wochen. Der trockene Koriander wird nun in einen luftdichten und verschließbaren Behälter gefüllt.

Koriander einfrieren

Die frisch abgeschnittenen Zweige werden zunächst abgewaschen und in ein Küchensieb zum Abtropfen gelegt. Bevor das Kraut eingefroren wird, sollte es noch einmal mit einem Küchenpapier abgetupft werden. Es können die ganzen Zweige eingefroren werden oder man schneidet die Blätter von den Zweigen ab. Anschließend breitet man die Blätter auf ein Backblech aus und schiebt dies in das Gefrierfach. Nach etwa einer halben Stunde sind die Blätter soweit angefroren, dass sie nun in einen Gefrierbeutel gepackt und wieder in das Gefrierfach gelegt werden können. Auf diese Weise vorbereitet, klebt der Koriander nicht zu einer Masse zusammen und die Blätter können einzeln für die spätere Verwendung in der Küche den Beuteln entnommen werden.

Eine weitere Option ist die Herstellung von Koriander-Eiswürfel. Dafür werden die Blätter klein gehackt und in die Fächer eines Eiswürfelbehälters gefüllt. Die Fächer füllt man nun mit Wasser auf und stellt den Behälter in das Gefrierfach. Die Koriander-Eiswürfel können später in Eintöpfen oder Suppen mitkochen oder man lässt sie auftauen und tupft die Korianderstücke mit Küchenpapier ab, um sie für andere Gerichte zu verwenden.

Koriander Verwendung in der Küche

Viele indische Gerichte werden mit Koriandersamen gewürzt, während die Blätter eher in der Küche Vietnams und Thailands benutzt werden. Koriander schmeckt pikant und etwas bitter und der Nachgeschmack ist süßlich. Als Europäer muss man sich an diesen besonderen Geschmack oft erst gewöhnen.

Werden frische Blätter zum Kochen verwendet, fügt man diese dem Gericht erst kurz vor Ende der Kochzeit zu. Würde man die Blätter mitkochen, verflüchtigt sich zu viel des Aromas. Dasselbe gilt für getrockneten Koriander, der schon durch das Trocknen wesentlich an Geschmack verloren hat.

Korianderblätter passen zu thailändischen Reisnudelspeisen, Suppen, Glasnudelsalat, Fischgerichten, Geflügel und Meeresfrüchten. Mit den Blättern können ebenso Gerichte mit Kichererbsen oder Linsen verfeinert werden. Viele arabische Gerichte finden mit Koriander die richtige Würze.

Koriandersamen werden immer mitgebraten oder mitgekocht. Die Samen werden entweder im Ganzen dem Gericht zugefügt oder man mahlt die Samen mit einer Pfeffermühle. Komplette Samen nutzt man auch für Marinaden oder zum Einlegen von Gurken oder Wurzelgemüse.

Wildgerichte, Hühnerfleisch, Rindfleisch, Chiligerichte, Bohnengerichte und Reisegerichte können mit Koriandersamen gewürzt werden. Backt man selbst Brot, kann dem Teig gemahlener Samen beigefügt werden. Wird zusätzlich Kümmel in den Brotteig eingearbeitet, erhält das Brot einen Geschmack, der an den Orient denken lässt.

Koriander Tee

Koriander-Tee fördert die Verdauung und regt den Appetit an. Für die Zubereitung des Tees können sowohl Samen als auch die getrockneten Blätter verwendet werden.

Bei der Zubereitung mit den Blättern werden für eine Tasse etwa zwei Teelöffel benötigt. Die Blätter werden mit kochendem Wasser übergossen. Nach zehn Minuten wird der Tee abgeseiht.

Für die Zubereitung mit Samen werden die Samen mit einem Mörser zerstoßen. Für eine Tasse Tee benötigt man zwei Teelöffel des zerstoßenen Samens, die man mit einer Tasse Wasser zum Kochen bringt. Der Topf wird vom Herd genommen, wenn das Wasser kocht. Nach zehn Minuten wird der Tee abgeseiht.

Täglich können bis zu drei Tassen Tee getrunken werden. Kräutertee sollte stets maximal sechs Wochen getrunken werden. Danach muss man eine Pause einlegen. Dies ist auch bei Koriander-Tee der Fall.

Koriander Verwendung als Heilkraut

In der Naturheilkunde wird Koriander eher selten genutzt, obwohl die Pflanze verdauungsfördernd, appetitanregend, krampflösend, antibakteriell, carminativ, schweißtreibend, entwässernd und fungizid wirkt. Hauptsächlich wird Koriander bei Völlegefühl und Verdauungsproblemen eingesetzt. Weitere Anwendungsbereiche sind Husten, Blähungen, Mundgeruch, Appetitlosigkeit, Menstruationsschmerzen, Reizmagen, Magenkrämpfe und Reizdarm.

Äußerlich angewendet hilft Koriander bei geschwollenen Gelenken, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen und Rheuma. Die ayurvedische Heilmedizin nutzt Koriander bei der Behandlung von beispielsweise Magenschmerzen, Durchblutungsstörungen, lokalen Schwellungen, Lymphknotenschwellungen und Kopfschmerzen.

Aus zerstoßenem Koriandersamen und Honig kann ein Hustensirup hergestellt werden. Dazu mischt man einfach die Samen unter den Honig und hat somit ein natürliches Hustenmittel zur Verfügung.

Lesen Sie hier: Koriander als Heilpflanze

Rezepte mit Koriander als Heilpflanze finden Sie hier:

Blähung, Krämpfe, Müdigkeit, Schmerz, Verdauung, Wechseljahre