Liebstöckel - Anbau, Pflege, Ernte & Verwendung

Laburnum anagyroides, Liebstöckel

Viele Menschen bezeichnen den Liebstöckel auch als Maggikraut, denn wenn man die Blätter des Krautes zwischen den Fingern zerreibt, nimmt man den würzigen Duft der bekannten Flüssigwürze wahr.

Liebstöckel ist eine mehrjährige Pflanze, die aus Südwesteuropa kommt. Doch der Doldenblütler kann auch im heimischen Garten wunderbar gedeihen, wo er schon seit vielen Jahrhunderten als Gewürz- und Heilpflanze angebaut wird. Die Pflanze ist sehr beliebt wegen ihrer appetitanregenden und auch harntreibenden und verdauungsfördernden Eigenschaften. Nach wie vor werden die Wirkstoffe des Liebstöckels als traditionelles Arzneimittel verwendet.

Selbst Anfänger können ohne große Probleme den Liebstöckel in ihrem Garten anbauen. Liebstöckel kann bei idealen Bedingungen eine Wuchshöhe von bis zu 2 Metern erreichen, weshalb er auch sehr oft als Sichtschutz in den Gärten Verwendung findet.

Liebstöckel / Inhaltsstoffe

Die Wurzel des Liebstöckels enthält etwa 0,4 – 1,7 % an ätherischen Ölen. Für den charakteristischen Geruch des Liebstöckels ist hierbei das Ligustilid verantwortlich. In der Wurzel findet man aber auch Cumarinderivate, Phenolcarbonsäuren und Furanocumarine.

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Liebstöckel wird sehr oft in Discountern in Töpfen angeboten.

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Liebstöckel Anbau im Garten

Den Liebstöckel findet man nahezu in jedem Kräutergarten, denn die Anforderungen, die die Pflanze stellt, sind recht minimal.

Pflege des Liebstöckel

Standort: Solange der Liebstöckel ausreichend und regelmäßig gegossen wird, macht ihm ein Platz mit einer dauerhaften Sonnenbestrahlung wenig aus. Im Halbschatten gedeiht der Liebstöckel deutlich besser und man sollte wenn möglich solch einen Platz für die Pflanze wählen.

Substrat: Obwohl der Liebstöckel sehr tolerant ist, was das Substrat angeht, so liebt er doch einen humusreichen und kalkhaltigen Boden. Der ideale ph-Wert des Bodens für Liebstöckel liegt bei 6 oder 7. Es gilt darauf zu achten, dass das Substrat durchlässig und auch tiefgründig ist, denn das Wurzelwerk kann einen enormen Umfang annehmen. Ist der Boden zu sandig, dann sollte man diesen mit etwas Lehm vermischen, damit das Wasser nicht zu schnell abfließen kann. Die Pflanze verträgt keine Staunässe.

Düngen: Da der Liebstöckel zu den Starkzehrern gehört, sollte er ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden. Das Erdreich rund um den Liebstöckel sollte gemulcht werden. Es ist ratsam, im Frühjahr und auch im Sommer jeweils eine größere Menge Kompost unter das Substrat zu mischen. Liebstöckel freut sich zudem über regelmäßige Gaben von Flüssigdüngern. Hat man den Liebstöckel in einem Topf in der Küche kultiviert, dann muss er alle 2 Wochen mit einem Dünger versorgt werden.

Überwintern: Der mehrjährige Liebstöckel kann ohne Probleme überwintern, denn der Wurzelballen hält auch über einen längeren Zeitraum Temperaturen von bis zu -25 Grad Celsius aus. Etwas kritischer wird es bei zweistelligen Minustemperaturen, wenn keine schützende Schneedecke vorhanden ist. Hier kann eine Schicht aus Laub, Kompost oder Reisig aber gute Dienste leisten. Kompost hat hier den Vorteil, dass er die Pflanze im Frühjahr gleich mit wichtigen Nährstoffen versorgt.

Hinweise: Eine Liebstöckelpflanze deckt den Bedarf einer Familie ausreichend ab. Plant man mehrere Pflanzen im Garten zu kultivieren, dann ist zwischen den Pflanzen ein Mindestabstand von 50 cm einzuhalten.

Vor dem Einpflanzen in die Gartenerde ist der Boden mit Humus anzureichern. Das Pflanzloch sollte ca. 1/3 größer als der Wurzelballen sein und die Wurzeln sollten komplett mit Erde bedeckt werden. In den ersten Tagen nach dem Einpflanzen ist der Liebstöckel ausreichend zu wässern, denn so fördert man das schnelle Anwachsen der Wurzeln.

Liebstöckel vermehren

Aussaat

Hierzu werden direkt nach der Reife im September die Samen geerntet. Eine Aussaat der Samen ist ganzjährig möglich, wobei die ideale Keimtemperatur bei ca. 20 Grad Celsius liegt. Die Samen werden nur leicht mit einer humusreichen Erde bedeckt und mäßig feucht gehalten. Das Saatgefäß kann auch mit einer Folie abgedeckt werden. Die Keimdauer des Liebstöckels liegt zwischen 10 und 56 Tagen. Haben die Keimlinge eine Höhe von ca. 15 cm erreicht, dann werden sie pikiert und am endgültigen Standort eingepflanzt.

Teilung des Wurzelstocks

Sehr gut kann man Liebstöckel auch durch eine Wurzelteilung vermehren. Der ideale Zeitpunkt dafür ist das Frühjahr vor dem Austrieb oder aber der Spätherbst vor dem ersten Frost. Sobald der Wurzelballen geteilt ist, wird er wie oben beschrieben wieder eingepflanzt.

Liebstöckel im Topf / Kübel

Möchte man den Liebstöckel in einem Topf kultivieren, dann sollte dieser ausreichend, (mindestens 20 bis 30 cm Durchmesser) groß sein. Im Topf sollten Tonscherben auf dem Boden verteilt werden, denn solch eine Drainage-Art verhindert die gefährliche Staunässe. Der Kübel sollte möglichst einen halbschattigen Platz im Freien bekommen.

Das Substrat sollte mit Humus und Lehm vermischt werden. Im Frühjahr muss das komplette Substrat ausgetauscht werden.

Die Pflanze ist regelmäßig zu gießen, dennoch ist Staunässe zu vermeiden.

Möglichst alle 14 Tage mit einem Flüssigdünger über das Gießwasser mit Nährstoffen versorgen.

Im Winter sollte der Kübel mit einem Vlies geschützt werden.

Probleme / Schädlinge / Krankheiten

Braune und welke Blätter sind oft ein Zeichen von Wassermangel. Hier ist es hilfreich, wenn man die Pflanze sofort mit einer ausreichenden Menge Wasser versorgt.

Thripse

Die Thripse ist verhältnismäßig selten bei Liebstöckel zu finden. Bei einem Befall saugen die Larven den Zellsaft der jungen Blätter aus, was zu einer Schädigung mit Absterben führt. Als hilfreiches Mittel haben sich hier natürliche Fressfeinde bewährt. Außerdem ist es auch hilfreich, die Pflanze regelmäßig kräftig mit einem Brennnessel- oder Knoblauchsud abzuduschen. Der Einsatz von chemischen Insektiziden ist umstritten, denn die Fransenflügler bei der Thripse haben Resistenzen gegen diese Mittel entwickelt.

Weichwanzen

Weichwanzen ernähren sich durch Stechen und Saugen ebenfalls von dem Pflanzensaft des Liebstöckels. Die Folge sind rötliche Verfärbungen und Verkrüppelungen der Blätter. Gegenmaßnahmen sind hier sehr schwierig, da das Schadbild nicht immer sofort erkannt wird. Chemische Mittel sind hier nicht angeraten, da sie für andere Insekten und Bienen gefährlich werden können.

Hier können Sie Schadbilder und Symptome an ihrer Pflanze bestimmen und Gegenmaßnahmen ergreifen.

Der richtige Schnitt von Liebstöckel

Im Winter stirbt der oberirdische Teil des Liebstöckels ab und im Frühjahr treibt er wieder frisch aus. Bereits innerhalb weniger Wochen kann er eine beachtliche Höhe erreichen, die man dann regelmäßig durch den Schnitt in Form halten sollte. Im Spätherbst oder im zeitigen Frühjahr sind alle alten Pflanzenteile zu entfernen. Mit einer scharfen Schere werden alle Nebenabtriebe entfernt, denn dies fördert den Austrieb der Haupttriebe. Wenn der Liebstöckel zu hoch wird, dann sollte er unbedingt zurückgeschnitten werden. Dies gilt auch, wenn man die Samenbildung vermeiden möchte. Auch sollten dann verwelkte Blüten immer sofort entfernt werden.

Ernte des Liebstöckels

Während der gesamten Wachstumszeit des Liebstöckel können die dunkelgrünen Blätter geerntet werden. Die Wurzeln des Liebstöckels finden ebenfalls Verwendung in der Küche.

Konservieren des Liebstöckels

Den herangewachsenen Liebstöckel am Ende einfach ungenutzt zu lassen wäre doch zu schade. Nun kann man sich Gedanken darüber machen, welche die optimale Konservierungsmethode ist: Trocknen, Einfrieren oder Einlegen?

Möchte man Liebstöckel in der Küche nicht frisch verwenden, dann kann er auch getrocknet werden. Übrigens kommt er auch getrocknet als Heilpflanze zum Einsatz. Getrocknet ist Liebstöckel lange haltbar, mit der Zeit verliert er jedoch Aroma.

Liebstöckel trocknen

Liebstöckel lässt sich, wie auch andere Küchenkräuter, ebenfalls gut trocknen. Dazu werden die ganzen Stängel zusammengebunden und kopfüber in einem luftigen und trockenen Raum aufgehängt. Nach dem Trocknen werden die Blätter gerebelt und in einem Schraubglas aufbewahrt. Der getrocknet Liebstöckel behält über mehrere Monate sein würziges Aroma.

Liebstöckel einfrieren

Liebstöckel lässt sich auch gut einfrieren. Die tiefgefrorenen Kräuter kommen dem frischen Würzkraut an Qualität und Geschmack am nächsten. Aroma, Vitamine und Farbe bleiben gut erhalten. Tiefgefrorene Kräuter halten sich bis zu einem Jahr.

Möchte man Liebstöckel einfrieren, dann wird er klein geschnitten. Die klein geschnittenen Blätter gibt man am Besten in eine Eiswürfelform, die man dann mit Wasser auffüllt, so hat man immer die richtige Portion griffbereit.

Liebstöckel Verwendung in der Küche

Die Blätter des Liebstöckels erinnern optisch an Staudensellerie. Wegen seines Aromas findet man Liebstöckel sehr oft in Suppen, Eintöpfen und bei Fleischgerichten. Der Samen des Liebstöckels kann als Aromageber in Käse oder in Brot und Brötchen verwendet werden.

Liebstöckel Tee

Die getrockneten Blätter und auch die Samen werden gerne als Teemischung verwendet. Dazu brüht man etwa 2 Teelöffel der Blätter oder Samen mit etwa 300 ml heißem Wasser auf und lässt dieses zugedeckt für mindestens 10 Minuten ziehen.

Liebstöckel Verwendung als Heilkraut

Liebstöckel hat sich sehr bei der Behandlung von Blasenentzündungen und Harnwegsinfektionen bewährt. Das Kraut wirkt hier nicht nur entzündungshemmend, sondern auch harntreibend. Menschen, die unter Nierenerkrankungen leiden sollten, sollten vor der Einnahme mit ihrem Arzt sprechen. Da die Wirkstoffe des Liebstöckels auch krampflösend wirken, hat sich die Pflanze auch sehr gut bei Menstruationsbeschwerden bewährt. Schwangere sollten aber auf die Einnahme verzichten, denn durch die durchblutungsfördernden Eigenschaften können vorzeitig Wehen ausgelöst werden. Gute Abhilfe schafft Liebstöckel auch bei Hautproblemen. Bei Ekzemen und Akne werden die betroffenen Stellen mit einer Tinktur behandelt. Immer öfter wird Liebstöckel von Ärzten auch bei Gicht und Rheuma eingesetzt.

Lesen Sie hier: Liebstöckel als Heilpflanze

Rezepte mit Liebstöckel als Heilpflanze finden Sie hier:

Blähung, Leber, Menstruationsbeschwerden, Migräne, Ödem