Lorbeer, Laurus nobilis

Lorbeer
Anbau, Pflege, Ernte & Verwendung

Systematik

Lorbeer
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida) Magnoliids
Ordnung: Lorbeerartige (Laurales)
Familie: Lorbeergewächse (Lauraceae)
Gattung: Lorbeeren (Laurus)
Art: Echter Lorbeer
Wissenschaftl. Name: Laurus nobilis L.
Verwendung: Gewürz, Küchenkraut, Heilpflanze
Schwierigkeit Anbau & Pflege: leicht

Bild von Je Hyuk Lee, CC BY-SA 3.0

Der botanische Name des echten Lorbeers lautet Laurus nobilis. Der Lorbeer ist Teil der Familie der Lorbeergewächse und gehört zur Gattung der Lorbeeren (Laurus). Der Strauch oder der Lorbeerbaum kann zwanzig Meter hoch werden und ist immergrün. Die dunkelgrünen Blätter fühlen sich lederartig an und werden in der Küche zum Würzen genutzt. Als Heilmittel dienen sowohl die Blätter als auch die Früchte und Blüten.

Der Lorbeer stammt ursprünglich aus dem asiatischen Raum und kann im Beet angebaut und auch im Kübel kultiviert werden. Im Beet benötigt er jedoch einen Kälteschutz, da der Lorbeerbaum nur bedingt winterfest ist. Von April bis Mai blüht der Lorbeer mit grün-gelben Blüten.

Lorbeer Arten / Sorten

Zur Gattung Laurus (Lorbeeren) gehören die Arten Laurus nobilis, Laurus novocanariensis und Laurus azorica.

Der Kirschlorbeer wird oftmals mit dem Echten Lorbeer verwechselt. Kirschlorbeer ist kein Lorbeergewächs, sondern ein Rosengewächs und ist mit dem Lorbeerbaum gar nicht verwandt.

Andere Pflanzen werden zwar als Lorbeeren bezeichnet, sind aber ebenso keine Lorbeergewächse. Zu erkennen ist dies bereits am botanischen Namen. Beispiele sind Cinnamomum tamala (Indischer Lorbeer), Litsea glaucenscens (Mexikanischer Lorbeer), Pimenta recemosa (Westindischer Lorbeer) oder Umbellularia californica (Kalifornischer Lorbeer).

Lorbeer / Inhaltsstoffe

In den Blättern des Lorbeers sind ätherische Öle, fette Öle und Bitterstoffe enthalten.

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Kauft man in Gartencentern Lorbeer, sollte auf Gesundheit der Pflanzen geachtet werden: Flecken oder gelbe Blätter deuten auf Pilz- oder Virenkrankheiten hin. Zudem sollte die Pflanze möglichst buschig gewachsen sein und sich durch satte Farben auszeichnen.

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Lorbeer Anbau im Garten

Der Lorbeer ist eine recht pflegeleichte Pflanze, die jedoch im Winter vor Frost geschützt werden muss. Falls der Lorbeer als Topfpflanze im Haus oder Wintergarten überwintert hat und ins Beet umgepflanzt werden soll, sollte er vor dem Einpflanzen ein paar Tage im Topf an einen schattigen Platz gestellt werden. Somit gewöhnt sich die Pflanze an das Freiland und übersteht das Umpflanzen in der Regel gut.

Standort

Der echte Lorbeer benötigt einen sonnigen bis halbschattigen Platz. Zudem sollte der Standort windgeschützt sein.

Substrat

Ein ideales Substrat für den Lorbeer ist ein Torf-Sand-Gemisch. Wichtig sind eine durchlässige Erde und eine Drainage. Staunässe mag die Pflanze nicht und kann für die Pflanze bei Bodenfrost das sichere Ende bedeuten.

Gießen

Die Erde sollte stets leicht feucht gehalten werden. Da der Lorbeer ausgetrocknete Erde nicht verträgt, muss an sonnigen und heißen Tagen mehr gegossen werden.

Es wird durchdringend gegossen und dies weniger häufig. Kleine Wassermengen, die lediglich die Erde anfeuchten, reichen beim Lorbeer nicht aus.

Als Gießwasser eignet sich Regenwasser sehr gut. Dagegen tut dem Lorbeer kalkhaltiges Wasser auf Dauer nicht gut.

Düngen

Bei der Kultivierung im Beet muss in der Regel nicht gedüngt werden. Es ist möglich, im Frühling etwas Kompost und Kräutererde in die Erde unterzumischen.

Überwintern

Echter Lorbeer ist nur sehr bedingt winterfest. Im Beet kann er nur in Regionen mit milden Wintertemperaturen stehenbleiben. Temperaturen von unter minus fünf Grad verträgt der Lorbeer nicht.

In solchen Regionen mit eher mildem Winter muss trotzdem für einen Winterschutz gesorgt werden. Die Pflanze wird entweder mit einer Winterschutzhaube oder in Jute eingepackt. Der immergrüne Strauch oder Baum muss im Winter ab und zu gegossen werden, wobei darauf zu achten ist, dass er nicht zu viel Wasser bekommt.

Sollte man in einer Region wohnen, bei der im Winter die Temperaturen deutlich unter minus fünf Grad fallen, kann der Lorbeer nicht im Freien überwintern. Die Pflanze bekommt dann einen Standort im Keller, in der Garage, im unbeheizten Gewächshaus oder Treppenhaus. Die Temperatur sollte zirka fünf Grad betragen. Warme Überwinterungsplätze verträgt der Lorbeer genauso wenig wie Frost. Probleme / Schädlinge / Krankheiten Aufgrund der im Lorbeer enthaltenen ätherischen Öle, wird die Pflanze selten von Schädlingen befallen. Auch ist der Lorbeerbaum nicht anfällig für Krankheiten. Ein zu warmes Winterquartier schwächt den Lorbeer und macht ihn anfällig für Schädlinge wie Schildläuse oder Spinnmilben. Färben sich die Blätter gelb oder braun oder verliert der Lorbeerbaum sogar seine Blätter, deutet dies auf einen Wassermangel oder auf Staunässe hin.

Lorbeer vermehren

Der Lorbeer ist getrennt geschlechtlich, sodass eine Vermehrung mittels Samen aus nur einer Pflanze schwierig ist. Werden die Blüten des weiblichen Lorbeers von Insekten bestäubt, werden sich kleine Beeren bilden. In diesen Beeren befinden sich die Samen, die zur Aussaat im Frühling verwendet werden können. Auch im Handel sind Lorbeersamen erhältlich, wenn man den Lorbeer mittels Aussaat vermehren möchte. Allerdings wächst der Lorbeer, der aus Samen gezogen wurde, sehr langsam. Aus diesem Grund wird sich meistens für die Vermehrung mittels Stecklingen entschieden.

Aussaat

Lorbeer kann im Topf vorgezogen werden, wobei der beste Platz zur Anzucht der auf der Fensterbank ist. Die Samen werden in Wasser eingeweicht und das zirka zwei Tage lang. Als Substrat hat sich ein Gartenerde-Sand-Gemisch bewährt. Die eingeweichten Samen werden rund einen Zentimeter tief in die Erde gesteckt.

Nun stellt man die Töpfe oder die Anzuchtschale an einen hellen und warmen Platz – beispielsweise auf die Fensterbank. Die Erde wird feucht gehalten und nach etwa drei Wochen zeigen sich die ersten Keimlinge.

Stecklinge

Die Vermehrung mittels Stecklingen findet im Spätsommer statt. Man schneidet junge Triebe ab, die etwa fünfzehn Zentimeter lang sein sollten. Diese Stecklinge sollten lediglich leicht verholzt sein.

Im unteren Bereich der Stecklinge werden die Blätter entfernt und die Rinde abgeschabt. Die Spitzen der Triebe werden gekappt.

Die Stecklinge werden nun rund vier Zentimeter tief in die feuchte Erde gesteckt. Anschließend deckt man den Topf mit einer Folie ab. Die Folie wird zum Lüften alle paar Tage für ein bis zwei Stunden abgenommen.

Der Topf sollte einen hellen Standort bekommen, an dem Temperaturen zwischen zehn und zwanzig Grad vorherrschen. Die Stecklinge dürfen aber keine direkte Sonneneinstrahlung bekommen.

Die Wurzelbildung dauert beim Lorbeer recht lange und meist zeigt sich erst im kommenden Frühling an neuen Blättern oder Trieben, dass sich Wurzeln entwickelt haben.

Lorbeer im Topf / Kübel

Der Lorbeerbaum wächst sehr langsam und lässt sich somit sehr gut als Topfpflanze halten. Die Pflegerichtlinien sind dieselben wie bei der Kultivierung im Beet. Wichtig sind eine Drainage und Abzugslöcher im Topfboden, damit keine Staunässe entstehen kann.

Der Lorbeer sollte etwa alle drei Jahre umgetopft werden, wobei die Wurzeln etwas gekürzt werden. Das Umtopfen sollte im Frühling stattfinden. Ab Mai kann der Lorbeer wieder aus seinem Winterquartier auf die Terrasse oder auf den Balkon umziehen.

Wird der Lorbeer im Topf kultiviert, bekommt er entweder im Frühling einen Langzeitdünger oder alle zehn Tage eine Gabe Flüssigdünger. Im Winter wird jedoch nicht gedüngt. Bei der Topfhaltung muss zudem darauf geachtet werden, dass die Erde nicht austrocknet. Dies geschieht vor allem im Sommer schnell.

Probleme / Schädlinge / Krankheiten

Aufgrund der im Lorbeer enthaltenen ätherischen Öle, wird die Pflanze selten von Schädlingen befallen. Auch ist der Lorbeerbaum nicht anfällig für Krankheiten. Ein zu warmes Winterquartier schwächt den Lorbeer und macht ihn anfällig für Schädlinge wie Schildläuse oder Spinnmilben.

Färben sich die Blätter gelb oder braun oder verliert der Lorbeerbaum sogar seine Blätter, deutet dies auf einen Wassermangel oder auf Staunässe hin.

Hier können Sie Schadbilder und Symptome an ihrer Pflanze bestimmen und Gegenmaßnahmen ergreifen.

Der richtige Schnitt von Lorbeer

Ein regelmäßiger Schnitt ist beim Lorbeer nicht zwingend notwendig. Manche schneiden den Lorbeerbaum in Form. Dies sollte im Sommer passieren.

Ein Rückschnitt kann von November bis März gemacht werden, sollte der Lorbeerbaum zu hoch werden. Dabei werden stets die ganzen Triebe herausgeschnitten.

Ernte des Lorbeers

In erster Linie werden die Blätter für die Verwendung in der Küche geerntet. Dies kann ganzjährig geschehen.

Konservieren des Lorbeer s

Lorbeerblätter lassen sich sehr gut trocknen. Dabei geht zwar etwas an Geschmack verloren, aber dennoch sind getrocknete Lorbeerblätter sehr gut zum Würzen von Speisen geeignet. Zudem können die Blätter auch eingefroren werden.

Lorbeer trocknen

Zum Trocknen werden die Blätter auf ein Backblech verteilt, welches an einen luftigen, hellen und warmen Platz gestellt wird. Die Lorbeerblätter sollten aber nicht in der prallen Sonne trocknen.

Wird der Lorbeerbaum zurückgeschnitten bietet es sich an, die abgeschnittenen Triebe kopfüber an einen luftigen, hellen und warmen Platz zum Trocknen aufzuhängen.

Die getrockneten Lorbeerblätter werden in einen verschließbaren Behälter gelegt und sind rund zwei Jahre haltbar. Nach dieser Zeit ist die Würzkraft nicht mehr vorhanden.

Lorbeer einfrieren

Bei dieser Konservierungsmethode werden die kompletten Blätter eingefroren. Damit sich die einzelnen Blätter besser dem Gefrierbeutel entnehmen lassen, legt man sie zunächst auf ein Backblech und friert die Blätter vor. Die angefrorenen Lorbeerblätter werden dann vorsichtig in einen Gefrierbeutel gelegt.

Lorbeer Verwendung in der Küche

Die Lorbeerblätter können frisch oder getrocknet in der Küche verwendet werden. Lorbeer passt gut zu Rotkohl, Sauerkraut, Rindfleisch, Kalbfleisch, Wild, Ragout, Eintöpfe und Pasteten. Im Rheinland gehören Lorbeerblätter in den Sud, in den rheinischer Sauerbraten eingelegt wird.

Die Würzkraft von Lorbeerblättern ist sehr intensiv. Deshalb sollte sparsam damit umgegangen werden und die Blätter werden vor dem Servieren den Gerichten entnommen.

Lorbeer Tee

Lorbeer-Tee hilft gegen Verdauungsbeschwerden und gegen Bronchitis. Für eine Tasse Tee werden Lorbeerblätter zerkleinert und davon etwa ein Teelöffel mit kochendem Wasser übergossen. Vor dem Abseihen lässt man den Tee zehn Minuten ziehen. Von diesem Tee trinkt man morgens und abends jeweils eine Tasse.

Lorbeer Verwendung als Heilkraut

Lorbeer wird vor allem bei Hautauschlägen, Verdauungsproblemen, Blähungen, Appetitlosigkeit, Frauenbeschwerden, Muskelschmerzen, Zerrungen, Zahnschmerzen und rheumatischen Schmerzen angewendet. Lorbeer wirkt stärkend, harntreibend, antibakteriell, appetitanregend, schweißtreibend und schleimlösend.

In der alternativen Heilmedizin werden Blätter, Blüten und Früchte genutzt. Aus den Früchten lässt sich beispielsweise ein Öl für die äußere Anwendung herstellen.

Lesen Sie hier: Lorbeer als Heilpflanze

Rezepte mit Lorbeer als Heilpflanze finden Sie hier:

Alpdrücken, Asthenie, Desinfektion, Rheumatismus, Schlaflosigkeit, Schmerz, Verdauungsprobleme