Ringelblume, Calendula officinalis

Ringelblume
(Calendula officinalis)

Wissenschaftl. Name: Calendula officinalis L.
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Calenduleae
Gattung: Ringelblumen (Calendula)
Art: Ringelblume
Wuchshöhe: 30 bis 50 cm, manchmal bis 70 cm
Verwendung: Gewürz, Küchenkraut, Heilpflanze
Schwierigkeit Anbau & Pflege: leicht

Calendula officinalis ist die Ringelblume, die vor allem als Heilpflanze und als Gartenpflanze bekannt ist. In Deutschland wird sie auch gerne in Blumenkästen und Töpfen kultiviert. Ebenso dient sie als Schnittblume und verziert in der Vase den Wohnraum. Was oft nicht so bekannt ist: Die Ringelblume kann auch in der Küche verwendet werden.

Die Ringelblume zieht Schmetterlinge, Hummeln und Bienen an und vertreibt Schädlinge wie Schnecken. Letzteres wird gerne genutzt, um Gemüse vor Fadenwürmern und Schnecken zu schützen: Das Gemüsebeet erhält eine Umrandung aus Ringelblumen.

Außerdem nutzen Bauern auch heute noch die Ringelblume als Wettervorhersage: Ein sonniger Tag ist sicher, wenn sich früh morgens geöffnete Blüten zeigen. Sind die Blüten morgens geschlossen, wird es Regen geben.

Die Ringelblume gehört zur Familie der Korbblütler und zur Gattung der Ringelblumen. Die einjährige Pflanze wird bis zu fünfzig Zentimeter hoch und blüht von Juni bis Oktober mit leuchtend orangen oder gelben Blüten. Ihre Heimat kann nicht genau bestimmt werden. Vermutlich stammt die Ringelblume ursprünglich aus dem Mittelmeergebiet.

Bildnachweis: Ringelblume von Flominator lizenziert CC BY-SA 3.0

Ringelblume Arten / Sorten

Von der Wildform bestehen elf Sorten der Ringelblumen. In Europa werden verschiedene Züchtungen angeboten, wobei die meisten kultivierten Sorten folgende sind:

  • Calendula officinalis ist die begehrteste Ringelblumensorte, die auch Garten-Ringelblume genannt wird
  • Calendula arvensis ist die Ackerringelblume, die magere Erde bevorzugt Fiesta Gitana ist die Zwerg-Ringelblume, die sich besonders für die Bepflanzung von Blumenkästen eignet
  • Fiesta Gitana ist die Zwerg-Ringelblume, die sich besonders für die Bepflanzung von Blumenkästen eignet
  • Möchte man eine Ringelblume pflanzen, die später als Schnittblume dient, ist die Sorte Neon eine gute Wahl, die sich durch rote Spitzen auszeichnet
  • Gekräuselte Blütenblätter hat die Sorte Porcupine
  • Die Blüten der Sorte Chrysantha sind von zitronengelber Farbe und dicht gefüllt
  • Calendula Oranja verfügt über gefüllte und leuchtend orange Blüten
  • Eine Besonderheit ist die Sorte Touch of Red Buff: Ihre gefüllten Blüten sind von creme-roter Farbe
  • Die Wuchsform der Sorte Prince of Orange kann als kompakt beschrieben werden
  • Die Sorte Mädchenauge Cosmidium zeichnet sich durch gelbe Blüten mit braunen Augen aus

Ringelblume / Inhaltsstoffe

In den Ringelblumen sind folgende Inhaltsstoffe enthalten:

  • Ätherische Öle
  • Saponine
  • Flavonoide
  • Cumarine
  • Carotinoide
  • Bitterstoffe
  • Polysaccharide

Ringelblumen – Pflanzen kaufen oder bestellen

Möchte man im Handel Ringelblumenpflanzen kaufen, sollte darauf geachtet werden, dass sich kein Mehltau an der Pflanze befindet. Ebenso sollten sich über die angebotenen Sorten informiert werden, denn einige Züchtungen haben einen anderen Wasserbedarf oder die Sorte blüht zu anderen Zeiten.

Beim Kauf von Ringelblumensamen sind in der Regel die Sorten teurer, die bis Winterbeginn blühen.

Eine Alternative ist das Bestellen der Ringelblumen. Eine gute Auswahl finden Sie hier bei Amazon:

Gartenstecker

Ringelblumen Samen, ab ca. 1,3 Euro

Ringelblumen Blüten Tee, ab ca. 2,5 Euro

Ringelblumen Salbe, ab ca. 5 Euro

Bücher über Küchen- und Würzkräuter

Kräuter in Küche und Garten

Ringelblumen Anbau im Garten

Mit der Ringelblume lassen sich Blumenbeete bepflanzen. Aber auch Gemüsebeete profitieren von dieser Pflanze, da sie Schädlinge vertreibt. Zudem wird die Bodenqualität durch die Wurzeln der Ringelblume verbessert.

So wird das Wachstum von Erdbeeren, Feldsalat, Bohnen, Kohl, Kartoffeln, Erbsen, Gurken, Himbeeren, Gartenkresse und Bohnenkraut gefördert, wenn zur Nachbarschaft die Ringelblume gehört.

Sind Obstbäume, Paprika, Möhren, Koriander, Petersilie oder Kürbis die Nachbarn von Calendula officinalis, stärkt die Ringelblume die Widerstandskraft dieser Pflanzen.

Thymian und die Ringelblume mögen sich allerdings gar nicht. Befinden sich beide Pflanzen in einem Beet, ist das für Beide in der Regel der sichere Tod.

Pflege der Ringelblume

Standort

An den Standort hat die Ringelblume nur geringe Ansprüche. Sie entwickelt an einem sonnigen Platz mehr Blüten, als im Halbschatten.

Substrat

Auch wenn es um den Boden geht, ist die Ringelblume eher anspruchslos und gedeiht in nährstoffarmen, mageren Boden genauso gut, wie in humoser, nährstoffreicher Erde. Wichtig ist, dass Staunässe vermieden wird, denn das verträgt die Pflanze nicht.

Gießen

Gegossen wird die Ringelblume, wenn der Boden leicht angetrocknet ist. Die Erde sollte aber nicht austrocknen.

Düngen

Es reicht aus, wenn einmal monatlich mit einem Flüssigdünger gedüngt wird. Die Ringelblume braucht jedoch nicht unbedingt Dünger, da sie auch in magerer, nährstoffarmer Erde gedeiht. Zu viel Dünger kann sich negativ auf die Ringelblume auswirken.

Überwintern

Ringelblumen sind einjährige Pflanzen und können somit nicht überwintert werden. Die Pflanze ist aber winterfest und verträgt Temperaturen bis minus fünfzehn Grad.

Ringelblumen vermehren

Ringelblumen werden ausschließlich über Samen vermehrt. Die Samen befinden sich in den verwelkten Blüten. Somit hat man stets einen guten Vorrat für die nächste Aussaat. Die Samen werden trocken und kühl gelagert.

Die Ringelblumen würden sich auch selbst vermehren, ließe man ein paar verwelkte Blumen im Garten stehen.

Aussaat

Mit der Aussaat kann ab Mai begonnen werden und kann bis August erfolgen. Wichtig ist, dass die Frostperiode zu Ende ist. Die Ringelblume kann direkt ins Beet gesät oder im Topf vorgezogen werden.

Im Beet wird die Erde zunächst aufgelockert und geglättet. Nun zieht man drei Zentimeter tiefe Furchen. Die Samen werden etwa zwei Zentimeter tief in die Erde gedrückt und zudem mit etwas Erde bedeckt. Wichtig ist ein Pflanzabstand von mindestens zehn Zentimetern.

Das Beet wird nun gegossen, wobei darauf zu achten ist, dass die Samen nicht weggeschwemmt werden. Die ersten Keimlinge zeigen sich bereits nach zehn bis vierzehn Tagen.

Für die Aussaat im Topf kann Blumenerde mit Sand gemischt werden. Der Topf muss über Auslauflöcher im Boden verfügen, damit keine Staunässe entstehen kann. Bestenfalls legt man Tonscherben oder Kies auf den Topfboden und füllt dann erst das Blumenerde-Sandgemisch ein.

Zieht man die Ringelblumen im Gewächshaus oder in der Wohnung vor, kann schon im Januar ausgesät werden. Die Pflanzen können dann im Mai ins Beet umgepflanzt werden. Wird der Anzuchttopf mit einer Folie abgedeckt, muss diese immer mal wieder gelüftet werden, da sich sonst Pilze oder Schimmel bilden können.

Ringelblumen im Topf / Kübel

Für die Kultivierung im Topf oder in Blumenkästen kann normale Blumenerde benutzt werden. Wichtig ist, dass keine Staunässe entstehen kann. Deshalb sollte der Topf oder der Kasten über Abzugslöcher im Boden verfügen.

Bevor die Erde in das Gefäß gefüllt wird, legt man den Boden mit Tonscherben oder Kies aus. Somit können die Löcher des Topfbodens nicht mit Erde verstopfen.

Bei der Kultivierung von Ringelblumen im Topf gelten dieselben Pflegerichtlinien, wie für die Kultivierung im Beet.

Probleme / Schädlinge / Krankheiten

Die Ringelblume kann zwar Fadenwürmer und Schnecken von anderen Pflanzen fernhalten, wird jedoch selbst oft von Blattläusen und Mehltau befallen. Letzteres bildet sich besonders im Sommer, wenn dieser vorwiegend feucht und schwül verläuft. Ebenso wird die Entwicklung von Mehltau begünstigt, wenn die Ringelblumen zu dicht gepflanzt wurden.

Hier können Sie Schadbilder und Symptome an ihrer Pflanze bestimmen und Gegenmaßnahmen ergreifen.

Der richtige Schnitt der Ringelblume

Das Schneiden der Ringelblumen bezieht sich lediglich auf das Entfernen der welken Blüten. Möchte man die Blumen als Schnittblumen nutzen, sollte genügend Blattwerk stehenbleiben. Dann werden sich innerhalb weniger Wochen neue Stiele mit Blüten entwickeln.

Ernte der Ringelblumen

Für Heilzwecke werden die Blütenköpfe geerntet, die in geöffnetem Zustand abgeschnitten werden. Für die Verwendung in der Küche werden auch die Blätter genutzt, die man das ganze Jahr über ernten kann. Da ältere Blätter bitterer schmecken, zupft man jüngere Blätter ab.

Konservieren der Ringelblumen

Die Blüten der Ringelblume lassen sich gut trocknen und später in der Küche oder für Heilzwecke verwenden.

Ringelblume trocknen

Die frisch geernteten Blüten werden von Ungeziefer befreit und auf ein Tuch gelegt. Sehr gut geeignet ist auch ein Kuchengitter, auf welches die Blüten gelegt werden. Die Blüten sollten an einen dunklen und warmen Platz trocknen. Die trockenen Ringelblumenblüten werden in ein Schraubglas mit dunklem Glas gefüllt.

Ebenso können die Blütenblätter abgezupft werden und in einem Dörrautomat getrocknet werden. Dann sind die Blütenblätter bereits nach zwei Stunden trocken.

Ringelblume Verwendung in der Küche

Von Ringelblumen können Blütenblätter und Blätter in der Küche verwendet werden. Die Blätter schmecken würzig-pikant, wobei ältere Blätter und Blätter älterer Pflanzen einen bitteren Geschmack vorweisen. Mit den Blättern können beispielsweise Gemüsegerichte gewürzt werden.

Der Geschmack der Ringelblumenblüten ist fast neutral. Sie werden für Salate genutzt, damit das Auge mitessen kann. Mit den Blüten lassen sich Lebensmittel färben. Dies wurde bereits in der Antike gemacht, um Reis statt mit Safran mit den Blüten der Ringelblume zu färben. Auch das Färben von Ostereiern kann mit Ringelblumenblüten gemacht werden. Die Eier erhalten eine orange Farbe.

Ringelblumen Tee

Ringelblumen-Tee schmeckt mild-würzig und wirkt verdauungsfördernd und schmerzlindernd. Zudem hilft der Tee gegen Wechseljahresbeschwerden, Menstruationsschmerzen, Magenkrämpfe und Kopfschmerzen.

Da die Ringelblume entzündungshemmend wirkt, kann der Tee zum Gurgeln bei Heiserkeit, Halsschmerzen und Entzündungen im Rachen- und Mundbereich verwendet werden. Trinkt man vor dem Zubettgehen einen Tasse Ringelblumen-Tee, fördert dies den Schlaf.

Wer unter Sodbrennen leidet, kann zwischen den Mahlzeiten Ringelblumen-Tee trinken.

Für die Zubereitung des Tees werden trockene Blütenblätter mit heißem Wasser übergossen. Nachdem der Tee etwa acht Minuten gezogen ist, seiht man ihn ab. Für eine Tasse Tee werden etwa zwei Teelöffel getrocknete Blütenblätter der Ringelblume gebraucht.

Hinweis: Es sollten täglich maximal drei Tassen Ringelblumen-Tee getrunken werden.

Ringelblume Verwendung als Heilkraut

Als Heilpflanze ist die Ringelblume schon lange bekannt. Zum Beispiel behandelte Hildegard von Bingen mit dieser Pflanze Magen- und Darmbeschwerden und Matthioli, ein Arzt aus Italien, gab den Ratschlag, Zahnschmerzen mit pulverisierten Blüten der Ringelblume zu lindern.

Ringelblumen werden nicht nur in der alternativen Heilmedizin verwendet, sondern auch Schulmediziner nutzen dieses Heilkraut bei verschiedenen Erkrankungen und Beschwerden. Aus Ringelblumen werden Tees, Wickel, Kompressen, homöopathische Mittel und Salben hergestellt. Mit der Salbe lassen sich Geschwüre, Abszesse, Quetschungen und Verletzungen der Gelenke behandeln.

Ansonsten wird die Ringelblume für die Behandlung von Menstruationsbeschwerden, Windeldermatitis, Ekzemen, Hautentzündungen, trockener Haut, Pickeln, Schleimhautentzündungen, Gallenbeschwerden, Verdauungsproblemen, Bindehautentzündung und Brustdrüsenentzündung eingesetzt. Weiterhin wird die Heilpflanze zur Wundreinigung und -heilung angewendet.

wirkt antibakteriell (keimtötend), blutreinigend, entzündungshemmend, krampflösend, reguliert die Menstruation, fördert die Wundheilung, schweißtreibend

Lesen Sie hier: Ringelblumen als Heilpflanze

Rezepte mit Ringelblumen als Heilpflanze finden Sie hier:

Bluterguss, Frostbeule, Hautgeschwür, Haut, Insektenstich, Leber, Menstruationsbeschwerden, Quetschung, Verbrennung, Warze