Blausterne pflegen

Blausterne Scilla

Blausterne

Scilla
Foto: Nova
Lizenz: GFDL 

Deutscher Name: Blaustern, Szilla
Name: Scilla
Familie: Hyacinthaceae

Die grazilen Pflanzen der Gattung Scilla (Blausterne) werden gerne wegen ihrer hübschen Blüten und der glänzenden, grünen Blätter gepflegt. Die in Wohnungen gepflegten Blausterne sind winterharte Pflanzen die auch strengen Frost vertragen.

In Innenräumen blühen die Blausterne nur im ersten Jahr, deshalb gelten sie als einjährige Zimmerpflanzen. Nach der Blüte pflanzt man die Blausterne ins Freiland, im Herbst ziehen die Pflanzen dann ein und erscheinen erst im darauffolgenden Frühling erneut.

Die Zwiebeln der Blausterne haben einen Durchmesser von mehr als 1 cm und sie sind meist von einer dünnen, papierartigen Schale umhüllt. Diese Schale kann glänzend und fast durchsichtig sein, so dass die grün oder cremefarben gefärbte Zwiebel durchscheint. Bei einigen Sorten können die Schalen aber auch undurchsichtig, dunkelpurpurrot oder braun mit einem purpurfarbenen Schimmer sein.

Die Blätter aller Blausterne Arten sind grundständig, stiellos, lanzettlich riemenformig, länglich oder fast eiförmig und etwa 12 bis 15 cm lang. Aus der Mitte der Blumenzwiebel wachsen zwischen den Blättern drei oder vier Blütenstengel mit mehreren nickenden, glockenförmigen Blüten.

Steckbrief / Beschreibung

Scilla hispanica gehört zu den spätblühenden Art. Die Blätter der Pflanze sind breit, spitz-lanzettlich und in Rosetten angeordnet. Die rundlichen, glockenförmigen Blüten dieser Blausterne bilden sich an einem bis zu etwa 30 cm langen Schaft in pyramidenförmigen Trauben. Die Einzelblüte ist glockenförmig, herabhängend und kann ganz verschieden gefärbt sein. Die Grundfarbe ist meist hellblau, es gibt aber auch Scilla hispanica mit weißen und rosa gefärbten Blüten. Die Blütezeit der Blausterne liegt zwischen Mai und Juni.

Scilla siberica, ist ebenfalls eine winterharte Scilla Art mit breit lanzettlichen, im oberen Bereich schmaler werdenden, hellgrün gefärbten und ca. 15 cm langen Blättern. Die kräftig blauen Blüten werden im zeitigen Frühjahr ausgebildet und haben einen Durchmesser von etwa 2 cm. Die Blüten bilden sich meist in kleinen 3er Gruppen an der Spitze der 10 bis 12 cm langen Stengel. Die Zwiebel der Scilla siberica ist kugelig eiförmig und weiß mit einer dunkelviolett gefärbten Schale. Im Freiland liebt die Scilla sibirica den lichten Schatten und die Pflanze vermehrt sich sehr rasch durch den den ausfallenden Samen. Scilla siberica gilt als standfest und dauerhaft.

Standort / Licht

Die Zwiebeln der der im Herbst gelegten winterharten Blausterne müssen in den ersten zehn bis zwölf Wochen, in denen sich die Wurzeln und Triebe ausbilden, in Dunkelheit aufgestellt werden. Sobald die Blütenknospen der Blausterne im späten Winter auszutreiben beginnen, gewöhnt man die Pflanzen allmählich, innerhalb von 8 bis 10 Tagen, an das Licht. Der direkten Sonne sollten sie aber möglichst nicht ausgesetzt werden.

Pflanzen bleiben nur gesund und vital, wenn ihre Lichtbedürfnisse erfüllt werden. Kenntnisse über die Lichtstärke, angegeben in Lux, geben Auskunft ob der Standort hell genug ist. Pflanzen mit geringem Lichtbedarf benötigen immer noch mindestens 500 bis 600 Lux. Zimmerpflanzen für sehr helle Standorte brauchen 1600 Lux und mehr.

Himmelsrichtung, Jahreszeit, Verglasung und vor der Wohnung stehende Bäume und Büsche reduzieren die Lichtstärke schnell um 30 bis 70%. Bereits 2 bis 3 Meter hinter einem hellen Fenster kann es bereits zu dunkel für die meisten Topfpflanzen sein. Auch zu viel Licht ist für zahlreiche Zimmerpflanzen schlecht, es muss abgeschattet werden oder man ändert den Standort.

Lichtmangel Symptome

  • Lange, helle zum Licht wachsende Triebe, weiter Blattabstand und bleiches, aufgehelltes Laub
  • Schlaffer, nicht stabiler Wuchs
  • Dünne, blassgrüne, durchscheinende Blätter
  • deutlich zu kleine Blätter, weiche Triebe

Sicherheit über die Lichtstärke erhält man nur mit einem Luxmeter. Dieses zur Standartaurüstung eines Pflanzenliebhabers nützliche Hilfsmittel finden Sie hier:

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Lesetipp: So findet man den richtigen Standort
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Gießen / Wässern

Während der Zeit, in der die winterharten Zwiebeln im Dunkeln ihre Wurzeln ausbilden, prüft man im Abstand von 10 bis 14 Tagen, ob die Erde noch feucht genug ist. Es wird gerade so viel nachgegossen, dass die Erde nicht austrocknet. Sobald dann die Blütenknospen erscheinen, wässert man die Scilla bis zum Ende der Blütezeit reichlich.

Wann, wie viel und wie oft gegossen wird kann nicht generell beantwortet werden. Das sorgt, besonders bei unerfahrenen Pflanzenfreunden für Unsicherheit. Man sollte es sich aber auch nicht zu schwer machen.

Grundsatz beim Gießen

Wenn man sich nicht sicher ist, sollte man lieber etwas weniger als zu viel Gießen. Die wenigsten Zimmerpflanzen gehen an Trockenheit ein, meistens werden sie zu Tode gewässert.

Weshalb wird zu viel gewässert ?

Wenn eine Pflanze schlapp aussieht, greifen viele Hobbygärtner zuerst zur Gießkanne. Dies ist der mit Abstand häufigste Pflegefehler. Bei schlaffen Pflanzen sollte man nicht wässern ohne die Erde zu prüfen, denn sehr oft ist nicht der Wassermangel an einer siechenden Pflanzen schuld.

Zum Prüfen des Feuchtigkeitsgehalts fühlt man zuerst mit einem Finger oder dem Handrücken ob sich das Substrat feucht anfühlt. Besteht weiterhin Unsicherheit, so zerreibt man einige Erdkrümel zwischen den Fingern. Feuchte oder trockene Erde kann man so gut unterscheiden. Vor und nach dem Gießen sollten Sie das Pflanzgefäß kurz anheben, so bekommen sie ein Gefühl für das Gewicht und recht schnell auch für den Feuchtigkeitsgehalt des Topfballens.

Große Pflanzgefäße erfordern einen Feuchtigkeitsmesser. Damit kann man in der Topfmitte schnell und zuverlässig die Feuchtigkeit ermitteln. Das Messgerät ist preiswert zu erstehen und er gehört zu jeder Grundausrüstung eines Pflanzenliebhabers.

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Weshalb sterben Pflanzen bei zu viel Wasser?

Eine schlapp aussehende Pflanze kann oft kein Wasser aufnehmen, weil sie bereits über einen längeren Zeitraum hin zu stark vernässt war. Dadurch ist zu wenig Sauerstoff in der Erde und die Wurzeln werden faulig. Die zerstörten Wurzeln können kein Wasser mehr aufnehmen und die Pflanze wird schlapp. Ein Zeichen von Wassermangel, aber nicht durch zu wenig Gießen sondern wegen der verfaulten Wurzeln. Jetzt hilft nur noch schnelles Austopfen der Pflanze, alle Wurzeln von der vernässten Erde säubern, abgestorbene und verfaulte, schwarze Wurzeln abzupfen und abschneiden. Dann wird die Pflanze in frische Erde eingetopft und bis zur Bildung neuer Wurzeln, etwa 1 bis 2 Monate sparsam gegossen. Mit etwas Glück erholt sich die Pflanze.

So verhindert man das Wurzelsterben

Gießen Sie nie vorbeugend oder auf Verdacht. Erst die Erde auf Feuchtigkeit kontrollieren, dann Gießen. Alles nach dem Wässern im Untersetzer oder Übertopf stehenbleibende Wasser muss spätestens nach 5 Minuten abgegossen werden. Falls man dies verpasst, können empfindlichere Pflanzen bereits nach 10 Minuten nicht wieder gut zu machende Wurzelschäden erleiden.

Was tun bei Ballentrockenheit ?

Wenn der Ballen mal völlig abgetrocknet ist, reicht einfaches Gießen, besonders bei kleineren Pflanzgefäßen, nicht aus. Der gesamte Topf muss solange vollständig bis zu Erdoberfläche in Wasser getaucht werden, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Lassen Sie aber das Gefäß nicht länger als 3 bis 4 Minuten im Wasser stehen. Danach muss überschüssiges Wasser vollständig abtropfen und man stellt die Pflanze wieder an ihren alten Platz zurück.

Lesetipp: Pflanzen reichlich, mäßig, sparsam gießen & der richtige Zeitpunkt zum Wässern
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Temperatur

Die eingetopften Zwiebeln der Blausterne sollen fast den gesamten Winter bei Temperaturen unter 10 °C gehalten werden. Sobald sich die Blütenknospen ausbilden, vertragen die Pflanzen auch Temperaturen bis zu 15 °C. Die winterharten Scilla blühen zwar auch bei Temperaturen über 15 °C, doch höher Temperaturen verkürzen die Blütezeit der Pflanzen.

Lesetipp: Informatives über Temperatur, Zugluft, Heizkörper und Kälteschock
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Vermehren der Pflanze

Die Blausterne werden in Wohnungskultur nicht vermehrt. Wer einen Blaustern in den Garten pflanzt, wird rasch feststellen, dass sich die Pflanze durch selbstgebildeten Samen schnell vermehren. Sagt ihnen der Standort im Garten zu, werden sie sich dort rasch weiterverbreiten.

Lesetipp: So vermehrt man Zimmerpflanzen erfolgreich
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Erde / Substrat

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Man verwendet für die Pflege der Blausterne eine Komposterde. Auch herkömmliche Gartenerde ist geeignet.

Umtopfen

Blausternzwiebeln werden im zeitigen Herbst zu mehreren in ein Pflanzgefäß knapp unter die Erdoberfläche gelegt. Man legt die Blumenzwiebeln so dicht nebeneinander, dass sie sich gerade noch nicht berühren und feuchtet die Erde dann an, ohne sie zu vernässen. Danach stellt man das Pflanzgefäß an einen kühlen, dunklen Platz. Sollte man keinen kühlen Keller oder ähnliches zur Verfügung haben, wickelt man die eingetopften Zwiebeln in einen Plastikbeutel ein und stellt sie auf eine schattige Fensterbank oder einen Balkon. Ein dunkler, kühler Standort ist zunächst notwendig, damit die Zwiebeln Wurzeln bekommen, bevor die oberirdischen Organe der Blausterne austreiben.

Lesetipp: Umtopfen der Zimmerpflanzen - Theorie & Praxis
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Düngen / Nährstoffbedarf

Blausterne brauchen nicht gedüngt zu werden.

Schädlinge, Pflegefehler & Hinweise

Die Blausterne werden gerne von Blattälchen befallen. Hin und wieder sollte man die Blausterne sorgfältig auf einen Befall mit diesen Nematoden / Fadenwürmern kontrollieren.

Hier können Sie Schadbilder und Symptome an ihrer Pflanze bestimmen und Gegenmaßnahmen ergreifen.

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Bilder der Blausterne

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Blausterne Scilla siberica

Blausterne

Scilla siberica
Foto: Algirdas
Lizenz: Public Domain

Blausterne cilla Zwiebeln

Scilla siberica alba

 Pflanzenzwiebeln
Foto: Mariluna
Lizenz: Public Domain