Dohle

Amsel

Dohle

Dohlen (Corvus monedula) gehören zur Familie der Rabenvögel und zur Gattung der Raben und Krähen. Sie sind den Sperlingsvögeln zugeordnet. Dohlen führen monogame Ehen, die ein Leben lang halten.

Die Elsterdohle Ostasiens (Corvus dauuricus) ist die Schwesterart der Corvus monedula.

Weltweit gesehen ist der Bestand der Dohlen nicht gefährdet. In manchen europäischen Regionen sind die Bestände allerdings rückläufig, da ein Mangel an Nistplätzen besteht.

Aussehen der Dohle

Die Dohle wird zirka 33 Zentimeter groß. Das Gefieder dieses großen Krähenvogels ist fast vollständig dunkelgrau bis schwarz gefärbt. Lediglich die Augen und der Nacken sind hellgrau.

Besonderheit

Brombeeren

Aussehen Jungvögel

Das Gefieder der Jungvögel ist matter und glänzt weniger.

Merkmale Männchen und Weibchen

Brombeeren

Stimme

Der bekannteste Ruf klingt schallend und wird wiederholt gerufen („kjack“). Droht Gefahr, ertönt ein hoher Ruf („jüp“). Im Gesamten sind Dohlen sehr ruffreudig und besitzen ein umfangreiches Lautrepertoire. Die Rufe klingen je nach Situation unterschiedlich, oftmals aber hoch und abgehackt.

Der Gesang hört sich schwätzend an und umfasst knackende und miauende Töne. Er umfasst mehrere Rufe, wobei einzelne Rufe stärker betont werden.

Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet der Dohlen verläuft vom Baikalsee über Europa bis zum Atlasgebirge in Nordafrika.

Es gibt heute vier anerkannte Unterarten, wobei eine Abgrenzung der Unterarten problematisch ist. Es gibt fließende Übergänge und Abweichungen der Gefiedermuster.

  • Corvus monedula monedula ist die Nominatform, die in Skandinavien vorkommt. Die Vögel haben ein verhältnismäßig helles Gefieder und in der Regel einen deutlichen Halsring.
  • Corvus monedula cirtensis besiedelt die algerische Provinz Constantine. Diese Dohlen haben ein einheitlich schiefergraues und helles Gefieder.
  • Corvus monedula spermologus kommt in Westeuropa vor. Das Verbreitungsgebiet verläuft von Dänemark über den Westen Deutschlands und Frankreich bis zur Iberischen Halbinsel und Marokko. Die Dohlen haben ein eher dunkles Gefieder und keinen Nackenring.
  • Corvus monedula soemmeringi ist in Osteuropa verbreitet und zwar von Finnland über den Osten Deutschlands bis nach Griechenland und Asien. Diese Dohlen haben ein helles Gefieder und einen ausgeprägten Halsring.

Lebensraum

Dohlen besiedeln lichte Laubwälder sowie Parks, in denen sie Spechthöhlen vorfinden können. Sie sind ebenfalls in der Nähe von alten Ruinen, Burgen oder Kirchen anzutreffen. Für die Dohlen ist es wichtig, dass sie genügend Nistplätze zur Verfügung haben. Zudem müssen Flächen vorhanden sein, auf denen sie nach Nahrung suchen können. Dohlen bevorzugen offene und weiträumige Habitate mit einer niedrigen Vegetation sowie alten, großen Bäumen. Wenn sie Wälder besiedeln, dann lediglich die Randzonen.

Dohlen sind zwar relativ tolerant gegenüber Temperaturen, doch extreme Kälte und Hitze meiden sie. So sind die Vögel vorwiegend im Tiefland anzutreffen. Allerdings finden sich auch Populationen, die außerhalb der Brutzeit in Höhenlagen bis 3500 Meter leben.

Zugverhalten

In Deutschland sind die Dohlen Jahresvögel. Im Winter kommen Populationen aus dem Osten dazu.

In anderen Gebieten ist die Dohle ein Mittelstreckenzieher und die Populationen Nordafrikas sind wiederum Standvögel.

Nahrung

Hauptnahrungsquellen der Dohlen sind Schnecken, Insekten, Würmer, Jungvögel, Mäuse und Früchte. Zudem fressen sie Abfälle und manchmal auch Aas. Ganzjährig frisst sie Pflanzensamen.

Manche Populationen, die in Städten leben, ernähren sich größtenteils von Eiern der Türkentaube.

Für die Nahrungssuche begibt sich die Dohle meistens auf den Boden. Dort liest sie die Nahrung vom Boden ab oder dreht Steine oder ähnliches um, damit sie an die Insekten gelangen kann. Früchte werden von den Ästen gepflückt und fliegende Insekten werden springend gefangen.

Dohlen setzen sich außerdem auf Weidetiere und suchen im Fell nach Parasiten. Die Haare von Schafen dienen als Nistmaterial.

Dohlen verstecken zwar auch – wie alle Rabenvögel – überschüssige Nahrung, jedoch im Vergleich zu anderen Corviden machen sie das selten.

Balzverhalten und Paarbildung

Dohlen werden in der Regel mit zwei Jahren geschlechtsreif. Sie führen monogame Ehen, die lebenslang halten. Bei noch frischen und noch instabilen Paarbindungen kommt es aber oft vor, dass sich innerhalb des ersten halben Jahres neuverpaart wird.

Nestbau und Gelege

Wenn der Winter zu Ende geht, beginnt die Suche nach geeigneten Nistplätzen. Hat das Paar einen Platz entdeckt, wird dieser sehr energisch verteidigt.

Dohlen brüten in Kolonien und bauen Reisignester in Baumhöhlen. Auch nutzen sie Mauernischen oder Felsspalten, um dort ihr Nest zu errichten. Gerne übernehmen sie alte Schwarzspechthöhlen zum Nisten. Weiterhin werden Schornsteine, hohle Konstruktionen aus Metall oder verlassene Bauten von Kaninchen als Nistplatz verwendet. Bietet man ihnen große Nistkästen an, werden auch diese gerne angenommen.

Zunächst wird ein Unterbau angelegt. Dazu dienen Zweige, die etwa fingerdick und bis dreißig Zentimeter lang sind. Häufige werfen die Dohlen diese Zweige einfach in die Nisthöhle, bis sich eine Art Plattform bildet. Anschließend wird die Nistmulde gepolstert. Dafür werden weiche Materialien wie Moos, Tierhaare, Dung oder auch Papier verwendet. Das Nest wird vom Dohlenpaar gemeinsam gebaut und manchmal helfen dabei einjährige Dohlen. Sie verlassen das Nest mit Beginn der Eiablage.

Ein Gelege umfasst vier bis sechs Eier, die hellblau gefärbt und schwärzlich gefleckt sind.

Eier der xxx

xxxeier

Amselnest mit Eiern / Amselgelege,
von Martin Rosenlehner, CC BY-SA 4.0

Gelege

Brutverhalten

Die Bebrütung wird vom Weibchen übernommen. Das Männchen füttert während der zwischen 16 und 20 Tage andauernden Brutzeit sein Weibchen.

Wann die jungen Dohlen ihr Nest verlassen, hängt von der Gelegegröße und vom Nahrungsangebot ab. So verlassen manche Jungvögel nach 28 Tagen das Nest und andere erst im Alter von 41 Tagen.

Die ausgeflogenen jungen Vögel werden weitere fünf Wochen von ihren Eltern versorgt.

Lebenserwartung

Wie Dokumentationen belegen, können Dohlen 20 Jahre alt werden. Allerdings haben die flüggen Jungvögel eine sehr hohe Sterblichkeitsrate, da sie oft Beute von Habicht, Steinmarder, Baummarder oder Wanderfalke werden. So sterben zwischen 30 und 56 Prozent der Jungvögel in ihrem ersten Lebensjahr. Nach dem ersten Lebensjahr liegt die durchschnittliche Lebenserwartung bei zwei bis drei Jahren. Nur selten erreichen sie ein Alter von 13 Jahren oder mehr.