Eichelhäher

Amsel
Eichelhäher (Garrulus glandarius) gehören zur Familie der Rabenvögel und zur Ordnung der Sperlingsvögel.

Aussehen der Eichelhäher

Der Eichelhäher ist ungefähr 35 Zentimeter groß.

Sein Gefieder ist überwiegend in einem blassen Rotbraun-Ton gefärbt. Auffällig sind die hellblau-schwarzen Flügeldecken und der schwarze Bartstreifen.

An der Stirn und am Scheiten befinden sich weiße Partien mit verlängerten, schwarz gestreiften Federn, die aufgestellt werden können.

Die Federn am Nacken, an den hinteren Ohrdecken und an den Halsseiten haben eine rötlich beige bis fuchsrote Färbung.

Die Unterseite ist heller als die Oberseite. Die Bauchmitte sowie die Unterschwanzdecken und der hintere Rücken sind weiß.

Im Flug fallen die weißen Flügelfelder und der weiße Bürzel deutlich auf.

Besonderheit

Brombeeren

Aussehen Jungvögel

Das Gefieder der jungen Vögel ist leicht dunkler und die Unterseite hat einen rötlichen Farbton. Die Haube hat noch keine kräftige Streifung.

Merkmale Männchen und Weibchen

Brombeeren

Stimme

Der Warnruf klingt rätschend und laut („schrräh“).

Der Gesang hört sich schwätzend an und umfasst miauende und schnalzende Laute.

Eichelhäher imitieren den Ruf des Mäusebussards. Er ahmt aber auch noch andere Vogelstimmen nach und imitiert ebenso Geräusche.

Vorkommen

Eichelhäher kommt in Europa, Nordafrika, im Nahen Ost und von Asien bis Indochina vor.

Es gibt ungefähr siebzig Unterarten, wobei 34 Unterarten anerkannt sind. Die Unterarten sind in Subspeziesgruppen unterteilt:

  • Zur glandarius-Gruppe gehören elf Unterarten, darunter die Nominatform. Das Verbreitungsgebiet dieser Unterarten verläuft von Europa bis zum Mittelmeer und bis zum Ural. Das Gefieder hat eine rötlich graubraune Färbung und der Oberkopf ist gestrichelt.
  • Die cervicalis-Gruppe umfasst drei Unterarten, die im Nordwesten Afrikas vorkommen. Nacken und Oberkopf sind schwarz, rotbraun oder weinrot gefärbt und der Rücken hat eine graue Farbe.
  • Zur atricapillus-Gruppe gehören fünf Unterarten, die in Kleinasien, an der Krim, in einigen Teilen im Kaukasus und am östlichen Rand des Mittelmeeres vorkommen. Der Oberkopf ist schwarz und hat eine verlängerte Haube. Die Stirn ist weiß und Rücken und Nacken haben eine einheitliche Färbung.
  • Die hyrcanus-Gruppe besteht lediglich aus der gleichnamigen Unterart, die am Elbursgebirge vorkommt. Haube und Stirn haben eine schwarze Färbung, wobei die Haube rötlich gerändert ist.
  • Zur brandtii-Gruppe gehören drei Unterarten, die vom Norden Russlands bis zum Norden Japans verbreitet sind. Der Kopf hat eine rotbraune oder fuchsrote Farbe, wobei der Oberkopf gestrichelt ist. Die Oberseite ist ansonsten gräulich gefärbt.
  • Die bsipecularis-Gruppe umfasst sechs Unterarten, deren Verbreitungsgebiet vom Himalaya bis China verläuft. Rücken und Kopf haben eine einheitliche Färbung und der Oberkopf weist keine Strichelung auf. Auf den Armschwingen befinden sich keine weißen Spiegel, sondern eine Sperberung in blau-schwarzer Farbe
  • Die leucotis-Gruppe besteht nur aus der gleichnamigen Unterart, die in Myanmar, Südchina, Indochina und Thailand vorkommt. Der Flügelspiegel ist doppelt und blau-schwarz-weiß gefärbt und die Haube ist schwarz.
  • Zur japonicus-Gruppe gehören vier Unterarten, die in Japan vorkommen – ausgenommen Hokkaido. Der schwarze Bartstreif ist mit schwarzen Zügeln verbunden. Haube und Oberkopf sind schwarz und haben eine weiße Randung. An den äußeren Armschwingen sind die Außenfahnen ausgedehnt weiß gefärbt.

Lebensraum

Der Lebensraum des Eichelhähers ist der Misch- und Laubwald. Er kommt aber auch in Gärten und Parks mit alten Baumbeständen vor und zudem besiedelt er Nadelwälder.

Er mag lichte Bestände mit einer hohen Strauchschicht oder einen reichen unteren Baumschicht. Auch strukturreiche Wälder bewohnt der Eichelhäher gerne. Selten besiedelt er monotone Wälder.

In den Mittelmeergebieten sowie in Kleinasien zieht der Eichelhäher Trockenwälder, bewaldete Hänge, Bergwälder, Olivenhaine und Pinienwälder vor.

Zugverhalten

Die Eichelhäher in Süd- und Westeuropa sind Standvögel. Die Populationen von Mitteleuropa sowie von Ost- und Nordeuropa sind Teilzieher.

Nahrung

Die Ernährung besteht aus Insekten und anderen Kleinsttierchen sowie aus Früchten und Sämereien. Der Eichelhäher sammelt im Herbst Eicheln und legt sich einen Vorrat an, indem er die Eicheln im Boden vergräbt oder in Rindenspalten versteckt. Daneben frisst er Haselnüsse, Bucheckern und ebenso Eier und Nestlinge. Eichelhäher erbeuten auch kleine Säugetiere und Reptilien. Manchmal frisst er Aas.

Obwohl das Nahrungsspektrum sehr umfangreich ist, überprüft der Eichelhäher vor dem Verzehr, ob die Nahrung seinen Geschmacksnerv trifft. Dazu nutzt er seine Zunge und weist behaarte Insekten und klebrige Nahrung wieder zurück.

Balzverhalten und Paarbildung

Eichelhäher führen monogame Saisonehen und brüten einmal jährlich. Die meisten Eichelhäher brüten erst in ihrem zweiten Lebensjahr, obwohl sie schon mit einem Jahr geschlechtsreif sind.

In Mitteleuropa halten sich die Eichelhäher ganzjährig in ihrem Revier auf. Dabei legen sie Grenzen nur grob fest.

Im Frühjahr kommt es zu Versammlungen, die aus bis zu fünfzig Vögeln bestehen können. Man geht davon aus, dass diese Versammlungen der Partnerfindung dienen, denn oftmals schließen diese Versammlungen mit Verpaarungen ab.

Nestbau und Gelege

Das Männchen entscheidet, wo genistet wird. Das Nest wird in dichtem Gezweig der Bäume oder der Sträucher gebaut.

Manchmal werden alte Nester von Elstern, Mäusebussarden oder anderen Vögeln übernommen. Eher selten werden Nistkästen angenommen.

Das Nest wird vom Paar gemeinsam gebaut, wozu frische Reiser und Zweige verwendet werden. Für die Innenschicht werden feine Laubbaumzweige genutzt und die Nistmulde bekommt eine Auskleidung aus Fasern, Stängeln und Gräsern. Der Boden der Mulde wird mit Rinde, feinen Wurzeln, Blättern und Moos belegt. Der Muldenrand erhält eine Polsterung aus Fäden, Haaren und Federn.

Ein Gelege besteht aus vier bis sechs Eiern, die blaugrün bis olivbraun gefärbt und braun gefleckt sind.

Eier der xxx

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Amselnest mit Eiern / Amselgelege,
von Martin Rosenlehner, CC BY-SA 4.0

Gelege

Brutverhalten

Die Bebrütung beginnt mit der Ablage des dritten oder vierten Eies. Nach ungefähr sechzehn Tagen schlüpfen die Küken.

Die Nestlinge bleiben zwischen 20 und 22 Tage im Nest und werden anschließend noch drei bis vier Wochen außerhalb des Nestes mit Nahrung versorgt.

Lebenserwartung

Die Lebenserwartung von Eichelhähern liegt bei siebzehn Jahren.