Elster

Amsel

Die Elster (Pica pica) gehört zur Familie der Rabenvögel und zur Gattung der Echten Elstern. Sie ist den Sperlingsvögeln zu geordnet und zählt zu den Singvögeln.

Aussehen der Elster

Die Körperlänge der Elster beträgt rund 45 Zentimeter.

Das Gefieder ist kontrastreich schwarz-weiß gefärbt. Der lange Schwanz ist schwarz und die schwarzen Flügel haben einen intensiven blauen Metallschimmer. Brust und Kopf sind schwarz und der Bauch ist weiß. Im Flug sieht man, dass die Handschwingen weiß sind.

Besonderheit

Brombeeren

Aussehen Jungvögel

Bestäubung

Merkmale Männchen und Weibchen

Brombeeren

Stimme

Der Warnruf klingt rau und laut („schacka schack schak“).

Das Männchen singt eher verhaltend schwatzend. Manchmal enthält dieser leise Plaudergesang hohe Pfeiftöne und weiches Trillern. Einige Elstern flechten auch Imitationen anderer Tiere ein.

Vorkommen

Elstern kommen im gesamten europäischen Raum vor. Außerdem sind sie im Norden Afrikas und in Asien verbreitet.

Es gibt folgende Unterarten:

  • Die Nominatform ist Pica pica pica
  • Pica pica germanica ist von Thüringen bis Niederlausitz verbreitet. Sie wird von den meisten Ornithologen der Nominatform zugeordnet. Im Vergleich zur Nominatform sind die Flügel kürzer und die Vögel sind kleiner.
  • Pica pica galliae kommt in Rheinlandpfalz, in Belgien und in Frankreich vor. Der untere Rücken ist dunkler gefärbt.
  • Pica pica mauritanica ist in Tunesien, Algerien und Marokko verbreitet. Einige Forscher ordnen diese Form als eigene Art ein. Diese Elstern sind dunkler und kleiner, als die anderen Unterarten. Die Flügel haben einen dunkelgrünen und purpurnen Glanz. Der Bürzel ist schwarz gefärbt. Zudem befindet sich ein blauer, nackter Hautfleckt hinter den Augen.
  • Pica pica melanotos kommt auf der Iberischen Halbinsel vor. Der untere Rücken ist schwarz und manchmal wird ein Bürzelband angedeutet.
  • Pica pica fennorum ist im Nordosten Skandinaviens, in Finnland und im Norden Russlands verbreitet. Die Flügel sind länger als die der Nominatform. Der Bürzel hat eine hellgraue Färbung.
  • Pica pica bactriana kommt an der Wolga, am Don, im Osten der Ukraine, am Asowschen Meer, im Nordkaukasus sowie im Westen Turkestans, in Transkaspien und in Transkaukasien vor. Zudem ist sie in der Kirgisensteppe, in Belutschistan, in Afghanistan und in Semipalatinsk verbreitet. Das Gefieder ist insgesamt heller als das der Nominatform. An den Flügeln befindet sich ein Saum und die inneren Armschwingen glänzen intensiv grünlich. Der Schwanz ist bronzefarben.
  • Pica pica hemileucoptera kommt im Altai, in Mittelsibieren, im Sajanggebirge, im Nordwesten der Mongolei, im Osten Turkestans sowie im Westen Tian-Schans und in Talas-Alatau vor. Die Armschwingen sind grüner als die von Pica pica bactriana. Der Schwanz hat einen gelblichen und grünlichen Glanz.
  • Pica pica asirensis kommt im Asir-Gebirge vor, wird aber von einigen Forschern als eigene Art angesehen. Der Rücken ist schwarz und die Armschwingen sind dunkelblau. Die Spitzen der inneren Federn haben eine grünliche Färbung.
  • Pica pica leucoptera kommt am Süden des Baikalsees sowie im Nordwesten der Mandschurei und im Nordosten der Mongolei vor. Diese Unterart hat mehr weiße Partien in den Schwingen. Der untere Rücken ist weiß.
  • Pica pica kamtschatica ist in Kamtschatka und im Anadyrgebiet verbreitet. Diese Unterart hat das hellste Gefieder, mit intensiv schillernden Grünanteilen. Die Innenfahnen der Handschwingen sind weiß und auf der ersten Armschwinge ist ein großer weißer Fleck sichtbar.
  • Pica pica jankowskii kommt im Osten der Mandschurei, in Sidemi und im Süden Ussuriens vor. Der Schwanz ist grün gefärbt und hat bläulich irisierende Töne.
  • Pica pica sericea ist im Amurgebiet, in Ussuriland sowie in Korea, im Osten Chinas, im Norden Ningxias, in Gansu, Taiwan, Hainan und Annam verbreitet. Im Vergleich zur Nominatform ist der Schwanz kürzer. Schwanz und Flügel schillern violett-purpur. Der untere Rücken ist grau gefärbt. Anhand DNA-Untersuchungen zeigten sich große Unterschiede zu den Formen Eurasiens. Es könnte also sein, dass Pica pica sericea eine eigene Art ist.
  • Pica pica bottanensis kommt im Osttibet, in Sikkim und Bhutan vor. Sie ist die größte Unterart. Der Schwanz ist relativ kurz und der untere Rücken schwarz.
  • Pica pica japonica kommt in Japan im Norden der Ariakibucht und in Kyushu vor. Flügeldecken und Armschwingen schillern violettblau. Diese Unterart hat einen dicken und kurzen Schnabel.

Lebensraum

Elstern leben auf offenen Landschaften, wo Hecken und Feldgehölze vorkommen. Ebenso sind sie auf Friedhöfen und in Parks und Gärten anzutreffen, wenn dort hohe Bäume stehen. Dann findet man sie auch in Großstädten vor.

Zugverhalten

Elstern sind Standvögel. Die Populationen in Skandinavien sind Strichvögel.

Nahrung

Die Nahrung besteht aus Schnecken, großen Insekten, Würmern, Jungvögeln und Eiern. Sie fressen auch Samen, Früchte sowie Abfälle und Aas.

Balzverhalten und Paarbildung

Elstern führen monogame Ehen, die lebenslang halten. Die Paare trennen sich nur dann, wenn mehre Bruten erfolglos blieben. Sollte ein Partner sterben, wird dieser durch eine einjährige Elster ersetzt.

Das Männchen nähert sich zur Balz dem Weibchen, wobei es das Gefieder spreizt. Meistens wird dabei der Kopf nach oben oder nach vorne gestreckt. Manchmal lässt das Männchen seinen leisen Gesang hören.

Ebenso kann das Männchen ein anderes Balzverhalten zeigen: Es senkt den Kopf und hebt die geschlossenen Flügel schräg ab. Dabei fächert es mit den Flügelfedern und schlägt den Schwanz ruckartig hoch und runter oder hin und her. Ebenso zeigt das Weibchen Balzverhalten und es gibt zudem Paarflüge während der Balz.

Die Paarung wird vom Weibchen durch Betteln eingeleitet: Es nimmt eine geduckte oder aufrechte Haltung ein, winkelt die Flügel an und streckt sie zitternd ab. Dabei lässt es Bettelrufe in hoher Frequenz hören und sperrt zudem den Schnabel auf. Die Paarungsbereitschaft zeigt das Weibchen an, indem es sich gestreckt und in geduckter Haltung auf den Boden legt und mit den Flügeln zittert.

Nestbau und Gelege

Das Nest wird aus Reisig gebaut und bekommt eine haubenförmige Überdachung. Elstern bauen ihre Nester in den Baumkronen oder in dichten Dornbüschen sowie in dornigen Hecken.

Eltern bauen kugelförmige Nester. Dazu wird zunächst ein Außenbau angefertigt, der aus trockenen Zweigen errichtet wird, die nach außen abstehen. Für den Unterbau wird feine Erde und feiner Reisig verwendet. Dann wird die Nistmulde gebaut, für die feine Wurzeln genutzt werden. Zum Schluss bekommen die Nester in der Regel einen Überbau, der haubenartig aussieht und aus sperrigen Zweigen gebaut wird. Diese Überdachung ist ein Schutz gegen Greifvögel und Krähen. Wenn dieser Überbau fehlt, ist das Paar entweder noch unerfahren im Nestbau oder es fehlte das passende Material.

Das Nest wird vom Paar gemeinsam gebaut, wozu es ungefähr vierzig Tage benötigt.

Ein Gelege besteht aus vier bis sieben Eiern, die bläulich bis grünlich gefärbt sind.

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Amselnest mit Eiern / Amselgelege,
von Martin Rosenlehner, CC BY-SA 4.0

Gelege

Brutverhalten

Die Bebrütung führt das Weibchen durch, das vom Männchen mit Nahrung versorgt wird. Zudem ist das Männchen für die Verteidigung des Reviers zuständig.

Die Küken schlüpfen nach 17 bis 22 Tagen. Das Weibchen hudert die Jungvögel in den ersten elf bis zwölf Tagen. Das Männchen füttert die jungen Vögel aus dem Kropf. Nach dem Hudern füttern beide Elternteile aus dem Kropf.

Im Alter von 24 bis 30 Tagen wird das Nest zum ersten Mal von den Jungvögeln verlassen. Sie klettern ein und aus und auf dem Dach sowie auf Zweigen umher. Die Fütterung durch die Eltern findet jedoch weiterhin im Nest statt.

Sind die Jungvögel zirka 45 Tage alt, suchen sie eigenständig Nahrung am Boden. Sie sind jedoch weitere sechs bis acht Wochen von ihren Eltern abhängig. Im Laufe der Zeit unternehmen die jungen Vögel eigenständig Ausflüge im näheren Umkreis des Nestes. Sie kommen aber immer wieder ins elterliche Revier zurück.

Die jungen Elstern schließen sich mit nichtbrütenden Artgenossen zusammen, sobald ihre Eigenständigkeit beginnt.

Lebenserwartung

Die Lebenserwartung der Elster liegt bei 16 Jahren. Aufgrund der natürlichen Feinde liegt das Durchschnittsalter jedoch bei 2 ½ Jahren.