Fasan

Amsel

Der Fasan (Phasianus colchicus) gehört zur Familie der Fasanenartigen und zur Gattung der Edelfasane. Er ist den Hühnervögeln zugeordnet.

In Europa wurde der Fasan zu Jagdzwecken eingeführt. Die Bestände können in der Regel nur stabil gehalten werden, wenn Aussetzungen und Hegemaßnahmen durchgeführt werden. In Deutschland sowie in anderen europäischen Ländern leben heute meistens Mischformen unterschiedlicher Unterarten.

Aussehen der Fasan

Männliche Fasane erreichen eine Größe von bis zu 90 Zentimeter. Die Weibchen sind kleiner.

Das Aussehen von Hahn und Henne ist sehr unterschiedlich.

Besonderheit

Brombeeren

Aussehen Jungvögel

Junge Fasane haben ein ähnlich gefärbtes Gefieder wie adulte Hennen. Die Oberseite hat eine schwarzbraune Färbung, wobei die Säume hellbraun sind. Zudem ist die Oberseite mit hellen Schaftstrichen versehen. Hals und Kopf haben auf der Oberseite einen dunkelbraunen Ton. Die Flügel sind fast genauso gefärbt wie die der adulten Vögel, jedoch ist die Zeichnung verwaschen.

Merkmale Männchen und Weibchen

Der Schwanz des Hahns ist lang und spitz auslaufend. Das Gefieder ist kupferrot gefärbt und hat eine schwarze Bänderung. Der Kopf hat eine schillernde dunkelgrüne und blaue Färbung und rote Hautlappen. Einige Hähne haben einen weißen Halsring.

Der Schwanz der Henne ist kürzer. Das Gefieder hat eine hellbraune Färbung und eine dunkle Fleckung.

Mischformen der eingebürgerten Fasane

Die eingebürgerten Fasane sind heute meistens Mischformen unterschiedlicher Unterarten. Diese Fasane werden als „Jagdfasane“ bezeichnet. Es werden zwei Typen unterschieden:

  • Der Böhmische Kupferfasan (colchius-Typ) sieht der Nominatform sehr ähnlich
  • Der Chinesische Reisfasan (torquatus-Typ) hat einen weißen Halsring, der manchmal zum Nacken hin oder zur Brust hin offen ist. Der Scheitel ist meistens heller und häufig besitzt dieser Typ einen weißen Brauenstrich, der dunkel gesäumt ist. Der Vorderrücken hat eine bräunliche bis goldene Färbung. Oberschwanzdecken und Bürzel sind blau bis grüngrau gefärbt. An der Vorderbrust befinden sich kupferrote Federn, die einen relativ starken Einschnitt an der Spitze aufweisen. An den Flanken befinden sich helle Federn und die hintere Brust ist strohgelb bis golden gefärbt. Die helloliven Steuerfedern haben breite Querbinden und einen violettroten Rand. Der Farbton der Oberflügeldecken ist blaugrau. Die Hennen haben eine helle Gefiederfärbung als die Hennen des colchicus-Typ. DieFedersäume sind ebenfalls hell und an Kehle und Kinn fehlt häufig die schwarze Zeichnung.

Fasanenzucht und Mutationen

Bei der Zucht von Fasanen kam es immer wieder zu Mutationen. Manche dieser Mutationen wurden als Rassen herausgezüchtet und andere traten in Populationen auf, die freileben.

Die am häufigsten vorkommende Mutation ist der tenebrosus-Typ, der in Norfolk im neunzehnten Jahrhundert entstand. Diese melanistische Form setzte sich in Amerika und England seit den dreißiger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts durch. Die Hähne haben eine metallisch grün gefärbte Oberseite und der Unterbauch sowie die Flügeldecken haben einen dunklen Braunton. Der Schwanz ist goldbraun gefärbt und weist eine schwarze Bänderung sowie bronzefarbene Säume auf. Die Seiten des Körpers und der Brust sind purpurglänzend dunkelblau gefärbt. Die Hennen des tenebrosus-Typs haben ein rußschwarzes Gefieder.

Der sogenannte Isabellfasan ist eine weitere Mutation. Bei den Hähnen sind die ansonsten rotbraunen und kupferfarbenen Bereiche blass isabellfarben.

Andere Mutationen sind beispielsweise der Gescheckte Jagdfasan und der fast pigmentlose Weiße Jagdfasan.

Stimme

Der Revierruf des Hahns klingt blökend („köökock“) und der Alarmruf heiser und krächzend. Der Alarmruf der Henne hört sich wie ein scharfer Laut an („zik zik“).

Dem Revierruf folgt meistens ein Flügelschlagen, das ebenfalls deutlich vernehmbar ist.

Vorkommen

Der Fasan stammt ursprünglich aus Südostasien. In Europa wurde er als Jagdwild eingeführt. Da der Bestand vom Fasan alleine nicht gehalten werden kann, werden auch heute noch in Europa jährlich viele tausend Fasane für die Bejagung ausgesetzt.

Aufgrund des unterschiedlichen Aussehens der Hähne wird in fünf Gruppen und in mehr als dreißig Unterarten unterschieden:

torquatus-Gruppe

Die der torquatus-Gruppe zugehörigen Unterarten kommen überwiegend in China vor. Der Bürzel hat eine grünliche oder eine blaugraue Färbung. Die Oberflügeldecken sind blaugrau gefärbt. Der Schwanz weist eine gelbliche bis olivbraune Färbung und eine breite schwarze Bänderung auf. Der helle Brauenstreifen sowie der weiße Halsring sind deutlich ausgeprägt, wobei der Halsring bei strauchi schmal ist und die Brauenstreifen bei sohokhotensis fehlen.

  • Phasianus colchicus pallasi kommt im Südosten Sibiriens und im Nordosten Chinas vor
  • Phasianus colchicus kiangsuensis ist im Nordosten Chinas und im Südosten der Mongolei vertreten
  • Phasianus colchicus karpowi kommt im Süden der Mandschurei, im Norden Hebeis, in Korea und auf Hokkaido vor
  • Phasianus colchicus edzinensis ist in den Oasen der Gobi vertreten und kommt auch im Norden von Gansu vor
  • Phasianus colchicus alaschanicus kommt im Norden Chinas sowie in Zentralchina vor
  • Phasianus colchicus satscheuensis ist in den äußersten westlichen Gebieten von Gansu und in Dunhuang vertreten
  • Phasianus colchicus takatsukasae kommt in Nord-Vietnam und in Guangxi vor
  • Phasianus colchicus torquatus ist von Shandong in Ostchina bis zur Grenze Vietnams verbreitet
  • Phasianus colchicus formosanau kommt in Taiwan vor
  • Phasianus colchicus strauchi ist im Süden von Shaanxi und in Gansu vertreten
  • Phasianus colchicus sohokhotensis kommt in der Soho-Khoto-Oase sowie im Osten von Gansu und wahrscheinlich auch im Quilian-Gebirge vor
  • Phasianus colchicus suehschanensis ist im Nordwesten von Sichuan verbreitet
  • Phasianus colchicus vlangallii kommt in Qinghai und im Qaidam-Becken vor
  • Phasianus colchicus elegans ist im Westen von Sichuan verbreitet
  • Phasianus colchicus hagenbecki kommt in der West-Mongolei vor
  • Phasianus colchicus rothschildi ist im Osten von Yunnan und im Norden Vietnams vertreten
  • Phasianus colchicus decollatus ist im mittleren China verbreitet

mongolicus-Gruppe

Die zwei Unterarten dieser Gruppe sind im Westen des Altai verbreitet:

  • Phasianus colchicus mongolicus kommt vom Südosten Kasachstans bis nach Xinjiang vor
  • Phasianus colchicus turcestanicus ist im Flusstal des Syrdarja und in Kasachstan verbreitet

Der weiße Halsring ist vorne offen. Die Oberseite grünglänzende kupferrote Färbung. Die Oberflügeldecken sind weiß und der Bürzel rötlich.

tarimensis-Gruppe

Zu dieser Gruppe gehören zwei Unterarten:

  • Das Verbreitungsgebiet von Phasianus colchicus tarimensis verläuft vom Tarimbecken bis Lop Nur
  • Der Verbreitungsbereich von Phasianus colchicus shawii verläuft von Xinjiang durch das Tarimbecken bis zum Aksu und zum Oberlauf des Tarims

Bei diesen Fasanen sind die Brustfedern stark eingeschnitten. Die gelblichen Steuerfedern haben eine breite Bänderung. An der Bauchmitte verläuft ein grünglänzendes Band.

colchicus-Gruppe

  • Phasianus colchicus cholchicus kommt im Westen Georgiens, im Süden Armeniens, im Nordwesten Irans und im Nordosten Aserbaidschans vor
  • Phasianus colchicus persicus lebt im Kopet-Dag
  • Phasianus colchicus talischensis kommt am Südrand des Kaspischen Meeres vor

Das Gefieder hat eine purpurne Färbung. Bei dieser Gruppe fehlt der Halsring. Der Bürzel hat eine rotbraune und die Oberflügeldecken eine gelbbraune Färbung. Der Schwanz ist rötlich gefärbt und hat eine schmale Bänderung.

principalis-Gruppe

  • Phasianus colchicus principalis kommt am Kopet-Dag, in den Flusstälern des Kushkas, Murgabs und Tejens, im Iran und in Afghanistan vor
  • Phasianus colchicus septentrionalis lebt an der nordwestlichen Küste des Kaspischen Meeres und in den Flussniederungen von Kuma, Terek und Kuban
  • Phasianus colchicus zerafschanicus kommt im Tal des Serafschan vor
  • Phasianus colchicus chrysomelas lebt am Unterlauf des Amudarja
  • Phasianus colchicus bergii kommt auf den Inseln im Aralsee vor
  • Phasianus colchicus zarudnyi bewohnt die Täler des Amudarja
  • Phasianus colchicus bianchii kommt am Amudarja vor und ist von Turkmenistan über Usbekistan bis Tadschikistan und Afghanistan verbreitet

Die Unterarten dieser Gruppe haben nur einen angedeuteten oder gar keinen Halsring. Das Gefieder der Oberseite ist rötlich gefärbt. Die Oberflügeldecken sind weiß und der Bürzel ist rotbraun getönt. Der Schwanz ist rötlich gefärbt und hat eine schmale Bänderung.

Lebensraum

Fasane besiedeln vorzugsweise Kulturlandschaften mit Feldern, die an Auwälder grenzen. Nachts schlafen diese Vögel auf Bäumen oder Büschen.

Wichtigste Voraussetzungen für die Lebensräume sind:

  • genügend Deckung
  • offene Flächen
  • ganzjährig ausreichendes Nahrungsangebot
  • Trinkwasser

Zugverhalten

Der Fasan ist ein Standvogel. Lediglich bei den Unterarten mongolicus, pallasi und turcestanicus gibt es Abwanderungen, wobei die Vögel größere Strecken ziehen.

Nahrung

Die Nahrung besteht aus grünen Pflanzenteilen, Samen, Getreide, Feldfrüchten und Beeren. Der überwiegende Anteil der Ernährung besteht aus pflanzlicher Kost. Die Jungvögel werden jedoch in ihren ersten vier Lebenswochen hauptsächlich mit Insekten gefüttert.

Für die Verdauung werden Gastrolithen (kleine Kiesel), Schneckenhäuser oder kleine Knochen gefressen. Die Weibchen schlucken während der Fortpflanzungszeit häufig kalkhaltige Kiesel.

Die Nahrung wird hauptsächlich am Boden gesucht. Die Fasane scharren dafür in der Erde oder graben mit dem Schnabel. Will der Fasan kleine Lebewesen erbeuten, nimmt er eine geduckte Haltung ein und pirscht sich an.

Balzverhalten und Paarbildung

Ein Hahn hält sich während der Brutzeit ein Harem, das aus mehreren Hennen besteht. Mit Rufen lockt er die Weibchen in sein Revier.

Die im Winter gebildeten Gesellschaften der Weibchen werden etwa zeitgleich mit der Revierbildung der Hähne aufgelöst. Die Weibchen streifen somit durch Gebiete, die bereits von Hähnen besetzt sind. Die Hähne umwerben die Hennen, indem sie das Rückengefieder sträuben, den Schwanz fächern und die roten Gesichtsbereiche schwellen an. Die Flügel werden abgesenkt und die Hähne wenden den Hennen die Seite zu. Dabei lassen sie zischende Geräusche hören und vibrieren mit den Schwanzfedern.

Nach dieser Anpaarung gesellt sich das Weibchen zum Harem. Die Hennen werden vom Hahn auf ihren Streifzügen begleitet. Der Hahn lässt dabei ständig glucksende Laute ertönen.

Wenn alle Hennen des Harems brüten, gibt der Hahn sein Revier auf.

Nestbau und Gelege

Das Nest wird auf dem Boden in der Vegetation versteckt gebaut. Die Henne scharrt eine flache Mulde und kleidet diese eher spärlich mit Reisern, Wurzeln und Halmen aus.

Ein Gelege umfasst acht bis zwölf Eier, die olivbraun gefärbt sind.

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Amselnest mit Eiern / Amselgelege,
von Martin Rosenlehner, CC BY-SA 4.0

Gelege

Brutverhalten

Die Bebrütung wird vom Weibchen alleine übernommen. Die Brutzeit dauert rund 23 Tage.

Die Küken bleiben nur wenige Stunden im Nest. Sobald sie trocken sind, verlassen sie das Nest und folgen der Henne. In ihrer Nähe suchen sie bereits eigenständig nach Nahrung.

Die Jungvögel können zwar im Alter von zwei Wochen bereits ein bisschen fliegen, aber sie werden noch rund drei Monate betreut. Die Henne zeigt ihren Jungen Futterquellen und verteidigt sie gegen Feinde.

Lebenserwartung

Anhand Ringfunde geht man davon aus, dass freilebende Fasan etwa sieben Jahre alt werden können. Im ersten Lebensjahr liegt die Sterblichkeitsrate jedoch bei mehr als achtzig Prozent.