Gimpel

Amsel

Der Gimpel (Pyrrhula pyrrhula) wird aus als Dompfaff bezeichnet. Gimpel gehören zur Familie der Finken, zur Unterfamilie der Stieglitzartigen und sind den Sperlingsvögeln zugeordnet.

Aussehen der Gimpel

Gimpel wirken leicht plump und erreichen eine Körperlänge von etwa 16 Zentimetern und ein Gewicht von rund 26 Gramm.

Die Kopfplatte sowie das Kinn sind schwarz. Der kegelförmige, dicke Schnabel ist ebenfalls schwarz. Die schwarzen Flügel sind mit einer weißen Binde versehen. Der Schwanz ist schwarz und der Bürzel weiß.

Ansonsten sind Männchen und Weibchen deutlich unterschiedlich gefärbt.

Besonderheit

Brombeeren

Aussehen Jungvögel

Das Gefieder der jungen Gimpel sieht dem der Weibchen ähnlich und hat eine bräunliche Färbung. Der Kopf der Jungvögel ist noch hell und bekommt erst nach der Jugendmauser seine schwarze Farbe.

Merkmale Männchen und Weibchen

Der Rücken der Männchen hat eine blaugraue Färbung. Unterbauch, Flügelbinden, Bürzel und Unterschwanz haben eine weiße Farbe. Der Oberbauch sowie die Brust und die Flanken haben eine leuchtend rosenrote Färbung.

Der Rücken der Weibchen hat eine braungraue Färbung. Unterseite sowie Flanken und Brust sind hell graubraun gefärbt und der Farbton geht leicht ins Rötliche.

Stimme

Der Ruf des Gimpels klingt wie ein weiches „jüp“ oder „djü“.

Der Gesang ist leise und hört sich wie ein zwitscherndes Geplauder an. Dazwischen sind immer wieder Töne zu vernehmen, die gequetscht klingen.

Vorkommen

Gimpel kommen in Europa, Ostasien, Vorderasien, Sibirien und Japan vor.

Lebensraum

Gimpel besiedeln Misch- und Nadelwälder, aber sind auch in Gärten und Parks anzutreffen. Zudem bewohnen sie Feldgehölze und Hecken. Vorzugsweise hält sich der Gimpel dort auf, wo Fichten stehen.

Zugverhalten

Gimpel sind Strich- oder Standvögel, wobei die meisten Populationen des Nordens in den Süden zum Überwintern ziehen.

Nahrung

Die Nahrung des Gimpels besteht aus Baumsamen, Knospen, Beeren und Kräutern. Während der Brutzeit werden auch Insekten gefressen und mit diesen ebenfalls die Brut gefüttert.

Balzverhalten und Paarbildung

Gimpel führen monogame Brutehen. Für die Paarbildung ist ein Ritual bedeutsam: Treffen Weibchen und Männchen aufeinander, fliegt das Weibchen auf das Männchen zu. Dabei plustert es sein Bauchgefieder drohend auf und ruft mit aufgerissenem Schnabel ein heiseres „Chuäh“.

Männliche Gimpel greifen instinktiv keine Weibchen an. Auf diesen drohenden Anflug reagiert das Männchen, indem es entweder wegfliegt oder es zeigt Imponierverhalten. Sollte das Männchen kein Imponierverhalten zeigen und einfach sitzen bleiben, wird es vom Weibchen mit lauten Rufen angegriffen. Wenn das Männchen nicht rechtzeitig wegfliegt, kann es dabei schwere Verletzungen erleiden, die sogar tödlich sein können.

Sollte der männliche Gimpel am Weibchen interessiert sein, weicht es zunächst vorsichtig mit einigen Schritten zurück. Dann bläht es sein Bauchgefieder auf und versucht die Distanz zum Weibchen zu verkürzen, indem es dem Weibchen den Schwanz zuwendet. Dabei nimmt das Männchen einen Halm in den Schnabel. Wenn das Weibchen daraufhin seine feindselige Aggression einstellt und das Männchen beim Weibchen angelangt ist, berührt das Männchen kurz den Schnabel des Weibchens und übergibt dem Weibchen den Halm, wendet sich dann aber rasch ab und hüpft ein Stück seitlich weg. Wenn das Weibchen den Halm annimmt, beginnt das Ritual des Schnäbelns.

Kommt es daraufhin zur Paarbildung, beginnt das Weibchen mit infantilem Verhalten zu betteln: Es nimmt eine geduckte Körperhaltung ein und zittert mit den Flügeln. Daraufhin richtet sich das Männchen auf und füttert das Weibchen aus seinem Kropf. Damit ist die Dominanz des männlichen Parts gesichert.

Nestbau und Gelege

Für die Suche nach einem geeigneten Nistplatz fliegt das Paar gemeinsam umher. Das Männchen zeigt dem Weibchen Niststellen. Das Weibchen entscheidet dann, welcher Nistplatz gewählt wird.

Das lockere Nest wird aus Moos und Zweigen gebaut und im dichten Gebüsch oder auf Nadelbäumen errichtet. Für den Nestbau ist das Weibchen alleine zuständig.

Ein Gelege besteht aus vier bis sechs Eiern, die hellblau gefärbt und dunkel gefleckt sind.

Eier der xxx

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Amselnest mit Eiern / Amselgelege,
von Martin Rosenlehner, CC BY-SA 4.0

Gelege

Brutverhalten

Sobald das letzte Ei abgelegt wurde, fängt das Weibchen mit der Bebrütung an. Das Männchen versorgt das Weibchen während dieser Zeit mit Nahrung. Nach ungefähr zwei Wochen schlüpfen die Küken, die nun sechs Tage lang vom Weibchen gehudert werden. Das Männchen versorgt das Weibchen weiterhin mit Nahrung. Sie übergibt die Nahrung aus dem Kropf an die Nestlinge.

Ab dem achten Lebenstag der Jungvögel begeben sich beide Elternteile auf Nahrungssuche und füttern gemeinsam ihre Brut. Meistens verlassen die Jungvögel ihr Nest, wenn sie sechzehn Tage alt sind.

Sie werden weiterhin von den Eltern bis zum 24. Lebenstag mit Nahrung versorgt. Dann können die jungen Gimpel selbst Nahrung aufnehmen. Komplett selbstständig sind sie dann vom 35. Lebenstag an.

Gimpel brüten zwei Mal jährlich.

Lebenserwartung

Gimpel können ein Alter von sechs bis acht Jahren erreichen. Im Durchschnitt werden sie jedoch lediglich drei Jahre alt.