Grünspecht

Amsel

Grünspechte (Picus viridis) gehören zur Familie der Spechte und zur Unterfamilie der Echten Spechte. Im Volksmund bezeichnet man den Grünspecht auch als Erdspecht oder Grasspecht.

In den Niederlanden und in Deutschland steht der Grünspecht auf der Vorwarnliste der gefährdeten Arten. Der Bestandsrückgang ist darauf zurückzuführen, dass die geeigneten Lebensräume immer weniger werden. Da weiträumig Grünland in Ackerland umgewandelt wurde und Biozide in der Landwirtschaft verstärkt eingesetzt werden, ist auch der Bestand an Wiesenameisen zurückgegangen – die Nahrungsquelle des Grünspechtes.

In Deutschland wurde der Grünspecht 2014 vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern und vom Naturschutzbund zum Vogel des Jahres ernannt.

Aussehen der Grünspecht

Der Grünspecht ist ungefähr 32 Zentimeter groß.

Sein Gefieder hat eine moosgrüne Farbe. Im starken Kontrast dazu fällt die schwarze Augenmaske auf. Ebenso auffällig ist die rote und leuchtende Scheitelkappe.

Der Nacken hat einen helleren Grünton, als das restliche Gefieder. Der Hinterrücken weist eine gelblich grüne Färbung vor.

Besonderheit

Für die Nahrungssuche halten sich Grünspechte fast ausschließlich am Boden auf. Sie graben sich im Winter auch durch Schnee hindurch, um an Ameisennester zu gelangen.

Aussehen Jungvögel

Das Gefieder der jungen Grünspechte ist insgesamt matter. Die Unterseite sowie der Hals und die Kopfseiten haben eine weißliche Färbung und dunkle Flecken. Die rote Kopffärbung ist noch unscheinbar und meistens grau gefleckt. Auf der Oberseite und den Flügeln sind weiße Flecken erkennbar.

Merkmale Männchen und Weibchen

Die Geschlechtsunterschiede sind nur sehr gering: Männchen haben einen roten Wangenfleck, der schwarz umrandet ist. Dieser Wangenfleck ist bei den Weibchen schwarz.

Stimme

Der Ruf von Männchen und Weibchen zwecks Reviermarkierung klingt so, als würden sie schallend und langanhaltend lachen („kjükjükjükjü“).

Beim Landen ist häufig ein scharf klingender Ruf zu vernehmen („kjäck“).

Der Grünspecht trommelt im Gegensatz zu anderen Spechten eher selten. Das Trommeln ist leise und besteht aus unregelmäßigen Trommelwirbeln.

Vorkommen

Grünspechte sind fast im gesamten europäischen Raum und in Vorderasien verbreitet.

Lebensraum

Der Grünspecht besiedelt Mischwälder, Laubwälder, Feldgehölze und ebenso Gärten, Parks und Alleen, in denen alte Bäume stehen. Vorzugsweise lebt der Grünspecht auf halboffenen Landschaften. In ausgedehnten Waldgebieten lässt er sich nur auf größeren Lichtungen und an Waldwiesen nieder.

Zugverhalten

Grünspechte sind Standvögel, die sehr standorttreu sind. Wenn er Wanderungen unternimmt, dann lediglich kurze Strecken.

Nahrung

Die Hauptnahrungsquellen sind Ameisen und deren Puppen. Daneben frisst der Grünspecht auch Insekten, Schnecken, Würmer und Früchte. Nur selten hackt er an Bäumen nach Nahrung. Fast ausschließlich geht er auf den Boden nach Nahrungssuche. Er hat sich auf Ameisen spezialisiert, die im Boden leben. Mit seiner zehn Zentimeter langen Zunge kann der Grünspecht Ameisen aus den Gängen holen. Am verhornten Ende der Zunge befinden sich Widerhaken.

Balzverhalten und Paarbildung

Es wird davon ausgegangen, dass Grünspechte meistens Saisonehen führen, wobei nicht auszuschließen ist, dass Paare mehrere Jahre zusammenbleiben. Ab Dezember fängt die Balzzeit an, die von den Männchen mit Kontaktrufen eingeleitet wird.

Nestbau und Gelege

Meistens wird die eigene Überwinterungshöhle oder die Höhlen anderer Spechte als Nisthöhlen genutzt. Nur wenn sie keine verlassenen Höhlen finden, fertigen sie Bruthöhlen an. Die Bruthöhle wird in morsches Holz gehackt. Stellt der Grünspecht während des Höhlenbaus fest, dass das Holz zu hart ist, sucht er nach anderen Brutplätzen. Die angefangene Höhle wird mit den Jahren faulen und oft wird sie später zur Bruthöhle ausgearbeitet.

Ein Gelege umfasst fünf bis acht Eier in reinweißer Farbe.

Eier der xxx

xxxeier

Amselnest mit Eiern / Amselgelege,
von Martin Rosenlehner, CC BY-SA 4.0

Gelege

Brutverhalten

Die Brutzeit dauert zwischen vierzehn und siebzehn Tage. Haben die jungen Vögel ein Alter von 23 bis 27 Tagen erreicht, verlassen sie die Bruthöhle.

Lebenserwartung

Brombeeren