Höckerschwan

Amsel

Der Höckerschwan (Cygnus olor) gehört zur Familie der Entenvögel, zur Unterfamilie der Gänse und zur Gattung der Schwäne. Er ist den Gänsevögeln zugeordnet.

In der Vergangenheit wurde der Schwan bejagt, sodass er vor etwa hundert Jahren aus vielen europäischen Teilen verschwand. Durch verwilderte Parkvögel nahmen die Bestände wieder zu und die Brutgebiete wurden wiederbesiedelt. In Deutschland werden sie heute noch gejagt und jährlich werden einige tausend Schwäne geschossen. Fressfeinde haben die Schwäne in Mitteleuropa lediglich wenige. Die Höckerschwäne sind in der Brutzeit äußerst territorial, sodass dies zur Bestandsregulierung beiträgt. Zudem sind in strengen Wintern immer Verluste zu verzeichnen, da die Schwäne dann die Nahrung unter dem Eis oder Schnee nicht erreichen können.

Aussehen der Höckerschwäne

Höckerschwäne erreichen eine Länge zwischen 1,45 Meter und 1,60 Meter (mit ausgestrecktem Hals). Die Flügelspannweite beträgt rund zwei Meter.

Das Gefieder ist schneeweiß. Über dem orangeroten Schnabel befindet sich ein fleischiger Höcker in schwarzer Farbe.

Einmal jährlich kommen Höckerschwäne in die Mauser. Dann können sie sechs bis acht Wochen lang nicht fliegen.

Besonderheit

Höckerschwäne zählen weltweit zu den schwersten flugfähigen Vögeln. Die Männchen erreichen ein Gewicht zwischen 10,6 und 13,5 Kilogramm. Die Weibchen werden in der Regel maximal zehn Kilogramm schwer. Bevor sie abheben, benötigen Höckerschwäne eine lange Anlaufphase. Sie laufen flügelschlagend über das Wasser und sobald sie abgehoben haben, wird der Flügelschlag kraftvoller und langsamer. Sie wirken im Flug schwerfällig und können auch nur langsam an Höhe gewinnen. Beim Flug ist ein rhythmisches, pfeifendes Geräusch hörbar, das durch die Schwingen entsteht.

Aussehen Jungvögel

Die jungen Schwäne haben noch keinen Höcker und ein graubraunes Gefieder. Auch der Schnabel ist noch nicht orangerote, sondern hat eine graue Farbe.

Immutabilis

Es gibt eine Farbmorphe, die kein Melanin aufweist. Diese Farbmorphen werden „Polnischer Schwan“ oder immutabilis genannt. Die Küken und jungen Vögel erscheinen weiß. Bis zur Geschlechtsreife sind ihre Beine und Füße pinkfarben bis gelb. Die Beine der adulten Farbmorphen sind hellgrau bis fleischfarben.

Diese Variante tritt bei Weibchen öfter auf als bei Männchen. Auf diese weißen Jungvögel oder Küken reagieren die adulten Schwäne aggressiver und vertreiben sie früher aus ihrem Revier als die „normalen“ graubraun gefärbten Jungschwäne. Somit ist die Mortalitätsrate dieser Farbmorphen höher. „Polnische Schwäne“ erreichen aber früher ihre Geschlechtsreife.

Merkmale Männchen und Weibchen

Es gibt keine auffälligen Geschlechtsunterschiede. Männchen sind etwas größer als die Weibchen und werden schwerer. Der Schnabelhöcker ist bei den Männchen in der Brutzeit stärker ausgebildet.

Stimme

Höckerschwäne sind in der Regel stumm. Lediglich während der Brutzeit lassen sie schnarchende Leute hören. Fühlen sie sich bedroht, fauchen sie laut und aggressiv.

Vorkommen

Ursprünglich kamen Höckerschwäne lediglich im Osten und Norden Europas vor. Vielerorts wurden sie dann als Parkvögel eingebürgert. Heute sind sie in fast allen europäischen Gebieten vertreten, wobei die Brutpopulationen Westeuropas auf ausgesetzte und verwilderte Ziervögel zurück geht.

Im asiatischen Raum ist er von Kleinasien bis zum Norden Chinas verbreitet.

Lebensraum

Höckerschwäne bewohnen Seen, Parkweiher, Fischteiche sowie langsam fließende Flüssen und Küstenlagunen.

Zugverhalten

Höckerschwäne aus dem Norden ziehen zum Überwintern in den Süden. Die Populationen Mitteleuropas sind Standvögel.

Nahrung

Die Nahrung besteht überwiegend aus Ufer- und Wasserpflanzen. In Parks lebende Schwäne fressen auch Brot. Daneben ernährt er sich auch von Wasserasseln, Schnecken, Muscheln und anderen Kleintieren, die sich an den Wasserpflanzen befinden. Der Höckerschwan geht auch an Land auf Nahrungssuche. Vor allem im Winter frisst er Rapsblätter und Gras auf Feldern und Wiesen.

Balzverhalten und Paarbildung

Höckerschwäne führen monogame Dauerehen, die ein Leben lang halten. Im Alter von drei bis vier Jahren pflanzen sie sich erstmals fort. Die Kopulation findet an Land statt.

Nestbau und Gelege

Als Nest werden große Mengen Uferpflanzen und Schilf angehäuft. Diese voluminösen Nesthügel werden meistens in Wassernähe errichtet. Die Nistmulde bekommt eine eher dünne Polsterung aus Daunen.

Ein Gelege umfasst fünf bis sieben Eier, die graugrün bis bräunlich gefärbt sind.

Eier der xxx

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Amselnest mit Eiern / Amselgelege,
von Martin Rosenlehner, CC BY-SA 4.0

Gelege

Brutverhalten

Die Bebrütung wird vom Weibchen alleine durchgeführt. Die Männchen verteidigen während der Brutzeit das Territorium und das äußerst aggressiv.

Nach 35 bis 38 Tagen schlüpfen die Küken, die Nestflüchter sind. Sie werden bis zu fünf Monaten von ihren Eltern versorgt und betreut. Manchmal werden die Dunenküken auf dem Rücken des Weibchens getragen. Im Alter zwischen 120 und 150 Tagen sind die jungen Schwäne flügge.

Lebenserwartung

Die Lebenserwartung von Höckerschwänen liegt zwischen 16 und 20 Jahren. Allerdings ist die Mortalitätsrate der Küken und jungen Vögeln hoch, die in den ersten Lebensjahren weiter anhält. Zudem gehen bis zu 49 Prozent der Gelege verloren und das oftmals aufgrund menschlichen Vandalismus.