Kanadagans

Amsel

Die Kanadagans (Branta canadensis) gehört zur Familie der Entenvögel, zur Unterfamilie der Gänse, zum Tribus Echte Gänse und zur Gattung der Meergänse. Sie ist den Gänsevögeln zugeordnet. Die Kanadagans wurde im europäischen Raum angesiedelt und kommt in Deutschland als Brutvogel sit den siebziger Jahren vor.

Aussehen der Kanadagans

Kanadagänse werden zwischen 90 und 110 Zentimeter groß. Die Flügelspannweite beläuft sich auf 160 bis 175 Zentimeter. Das Gefieder ist auf der Oberseite braun gefärbt und die Unterseite ist etwas heller. Kopf und Hals sind schwarz und an den Wangen befindet sich ein großer weißer Fleck.

Besonderheit

Brombeeren

Aussehen Jungvögel

Das Jugendkleid sieht dem Gefieder der adulten Gänse sehr ähnlich. Allerdings haben die Federn an Schultern und Rücken noch eine stärkere Rundung und sind breiter gesäumt. Die Bauchseiten haben eine verwaschene braungraue Färbung.

Merkmale Männchen und Weibchen

Brombeeren

Stimme

Der Flugruf klingt nasal trompetend („ga hong“). Ansonsten ist ein kurzer Laut hörbar („honk“). Währends des Zuges hört man die Gänse nachts rege rufen. Diese Rufen dienen dem Wiederfinden der Familienmitglieder.

Vorkommen

Die Kanadagans stammt ursprünglich aus Nordamerika. In Mitteleuropa wurde sie als Ziervogel eingebürgert und das zunächst vor mehr als dreihundert Jahren in England. Später – im zwanzigsten Jahrhundert – wurden Kanadagänse zuerst in Schweden und dann auch in andere Länder ausgesetzt.

Allgemein üblich wird in sieben Unterarten unterschieden. Branta hutchinsii (Zwergkanadagans) ist mittlerweile eine eigenständige Art und wurde vorher als Unterart der Kanadagans angesehen.

Je westlicher das Verbreitungsgebiet in Nordamerika liegt, desto dunkler ist die Körperfärbung der Unterarten. Je südlicher das Verbreitungsgebiet liegt, desto größer sind die Unterarten.

  • Die Nominatform Branta canadensis canadensis wird in Deutschland auch Atlantische Kanadagans genannt. Die Federsäume sind sehr hell. Das Brustgefieder ist ebenfalls hell und wird zum Hals hin stetig heller. Das Gefieder wird zu den Flanken hin immer gelblich brauner. Schwanz, Bürzel und Rücken haben eine schwarze Farbe. Afterregion und Oberschwanzdecke sind weiß. Die Nominatform kommt als Brutvogel auf Labrador, Nova Scotia, Anticosti und Neudfundland vor. Im Westen verläuft das Verbreitungsgebiet bis Ungava.
  • Branta canadensis moffitti (Moffitts Kanadagans) ist einer der großen Unterarten. Der Rumpf ist im Vergleich zur Nominatform heller und der Körper wird untersetzter. Schnabel und Beine sind kürzer als die der anderen Unterarten. Das Brutgebiet verläuft von British Columbia über Washington, Oregon, Nordost-Kalifornien, Nord-Nevada, Utah bis Montana und Wyoming.
  • Branta canadensis interior (Todds Kanadagans) hat eine dunklere Gefiederfärbung als die Nominatform. Die Brust ist mittelgrau und wird zum Hals hin taubengrau. Sie kommt als Brutvogel an der Hudson Bay von Quebec bis Manitoba vor. Ebenso brütet diese Unterart auf den Inseln der James Bay und der Hudson Bay.
  • Branta canadensis parvipes (Kleine Kanadagans) ist kleiner als die Moffits Kanadagans, aber ähnelt ihr von der Färbung her. Ihr Verbreitungsgebiet verläuft vom Westen Kanadas bis zur Hudson Bay.
  • Branta canadensis maxima (Riesenkanadagans) ist die größte Unterart, deren Gefieder heller gefärbt ist, als das der Nominatform. Im Verhältnis zum Rumpf ist der Hals sehr lang. An den Stirnseiten befinden sich häufig helle Federn. Laut Hanson unterscheiden sich Stimme und Verhalten von den anderen Unterarten. Sie brüten in der Prärie Nordamerikas. Zudem kommt die Riesenkanadagans in Michigan, Indiana, Illinois, Wisconsin, Saskatchewan, Alberta und im Südwesten Ontarios vor.
  • Branta canadensis occidentalis (Dunkle Kanadagans) hat einen dunklen Rumpf. Im Vergleich zu den anderen Unterarten ist ihr Hals dünner und der Körperbau schlanker. Sie kommt als Brutvogel an der Küste von Südalaska vor.
  • Branta canadensis fulva (Vancouver Kanadagans) brütet an Nordamerikas Nordwestküste.

Lebensraum

Kanadagänse sind auf Gewässern verschiedenster Art anzutreffen, beispielsweise auf Dorfteichen, Parkweihern, Kiesgruben und Seen. Die Gewässer müssen mindestens ein Meter tief sein. Außerdem muss an das Gewässer ein Gebiet angrenzen, das sich zum Weiden und zum ungestörten Brüten eignet.

Zugverhalten

Populationen im Süden sind oftmals Teilzieher oder Standvögel. Die im Norden vorkommenden Kanadagänse ziehen zur Überwinterung in südliche Gebiete.

Nahrung

Die Nahrung umfasst Kräuter, Gräser, Sämereien, Wurzeln sowie Wasserpflanzen. In Parks werden sie häufig mit Brot gefüttert. Zudem fressen sie Wasserpflanzen, wobei sie ihren Hals und Kopf tief unter Wasser tauchen und den Körper horizontal auf die Wasseroberfläche legen. Um tiefer unter Wasser zu gelangen, heben die den Hinterkörper hoch, sodass sie sich in einer Art Kopfstand befinden. Auf diese Weise können sie Wasserpflanzen erreichen, die sich 75 Zentimeter tief unter Wasser befinden.

Balzverhalten und Paarbildung

Die Balz wird von den Männchen eingeleitet: Sie schwimmen auf das ausgesuchte Weibchen zu und biegen dabei den Hals stark nach unten. Die Schnabelspitze berührt dabei die Brust. Die Weibchen weisen anfangs noch die Paarungsversuche der Männchen ab. Dennoch verteidigen die Ganter ihr ausgewähltes Weibchen bereits gegen andere männliche Artgenossen. Konnte ein Konkurrent erfolgreich vertrieben werden, zeigt der Ganter ein triumphierendes Verhalten und schwimmt seitlich neben „seinem“ Weibchen. Zu diesem Triumphverhalten gehört auch ein lauter Ruf. Ist das Weibchen am Ganter interessiert, stimmt es in dieses Rufen ein.

Nach diesem gemeinschaftlichen Triumphverhalten reagiert das Weibchen auf das Balzverhalten des Männchens: Sie biegt nun ebenfalls ihren Hals so stark, dass die Schnabelspitze die Brust berührt.

In Parkanlagen paaren sich relativ oft Kanadagänse mit Graugänsen. Diese Mischlinge zeigen Merkmale von beiden Elternteilen.

Nestbau und Gelege

Das flache große Nest wird in Sträuchern am Ufer versteckt errichtet. Der Nistplatz wird vom Weibchen ausgesucht. Bei dem Nes handelt es sich um eine Erdmulde. Sie grenzt sich durch wenige Pflanzenteile von der Umgebung ab und erhält eine Polsterung aus Daunen.

Ein Gelege besteht aus fünf bis sechs Eiern, die gelblich weiß gefärbt sind.

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Amselnest mit Eiern / Amselgelege,
von Martin Rosenlehner, CC BY-SA 4.0

Gelege

Brutverhalten

Die Bebrütung wird vom Weibchen alleine durchgeführt. Die Brutzeit dauert ungefähr 28 Tage. Die Jungen werden mit 60 bis 70 Tagen flugfähig.

Gelege und Gössel werden vom Ganter aggressiv verteidigt. Er greift auch Artgenossen an, die sich auf etwa dreißig Meter nähern. Graugänse hingegen können sich bis auf fünfzehn Meter nähern.

Die jungen Kanadagänse bleiben meistens solange bei ihren Eltern, bis die nächste Brut beginnt. Häufig sind sie auch über diesen Zeitpunkt hinweg mit ihren Eltern zusammen.

Lebenserwartung

Wie hoch die Lebenserwartung freilebender Kanadagänse ist, konnte noch nicht eindeutig erwiesen werden. Man geht davon aus, dass sie in Ausnahmefälle zwölf Jahre oder älter werden. Eine Gans, die in Gefangenschaft lebte, wurde 33 Jahre alt.