Kleiber

Amsel

Der Kleiber ist ein Sperlingsvogel, der zur Familie der Kleiber gehört. Sein wissenschaftlicher Name lautet Sitta europaea. Aufgrund seiner Lebensart und seines Aussehens nennt man den Kleiber auch Spechtmeise. Er sieht den Meisen ähnlich und kann an Baumstämmen entlang klettern – allerdings noch besser als Spechte. Es handelt sich um einen agilen und flinken Singvogel, von dem in Europa drei Unterarten vorkommen.

Aussehen der Kleiber

Die Körperlänge des Kleibers beläuft sich zwischen 12 und 14 Zentimeter. Durch den gedrungenen Körper wirkt sein Kopf groß, wogegen Schwanz und Hals kurz sind. Am Kopf fallen die weißen Wangen und der schwarze Augenstreifen auf. Sein spitzer und langer Schnabel hat eine graue Farbe. Das Gefieder auf der Oberseite weist eine blaugraue Färbung auf. Die Farbe der Unterseite des Kleibers hängt von der Unterart ab und ist entweder weiß, ockerfarbig oder rostrot. Die Oberschwanzdecken haben eine rotbraune Farbe und sind weiß befleckt. Die Beine des Kleibers haben eine orange-gelbe Farbe.

Es gibt im europäischen Raum drei Unterarten des Kleibers, deren Aussehen teilweise Unterschiede aufweisen:

  • In Fennoskandinavien ist der Sitta europaea europaea verbreitet, dessen Rumpfseiten eine rostbeige Farbe haben. Eine weißliche Färbung haben Stirn, Bauch und Brust.
  • In Mitteleuropa kommt der Sitta europaea caesia vor, mit einer beigen Unterseite und bei den männlichen Kleibern sind die Flanken auffällig rotbraun gefärbt.
  • In Sibirien, in Ostrussland und manchmal auch in Finnland lebt der Sitta europaea asiatica. Diese Kleiber haben eine helle, blaugraue Oberseite und eine weiße Unterseite. Eine weiße Färbung zeigt sich auch oberhalb der Augenstreifen und an der Stirn. Zudem ist der Sitta europaea asiatica kleiner als die anderen Kleiberarten und er hat einen dünneren Schnabel.

Besonderheit

Der Kleiber kann genauso wie Spechte oder Baumläufer an Baumstämmen entlang klettern. Aber: Der Kleiber ist der einzige heimische Vogel, der kopfüber am Baumstamm laufen kann. Er stützt sich auch nicht – wie Baumläufer und Spechte – mit seinem Schwanz ab, sondern krallt sich mit einem Fuß an der Rinde fest.

Der Kleiber wurde 2006 vom Naturschutzbund Deutschland und von BirdLife Österreich zum Vogel des Jahres erklärt.

Aussehen Jungvögel

Bestäubung

Merkmale Männchen und Weibchen

Brombeeren

Stimme

Bei den Kleibern singt nur das Männchen. Der Reviergesang klingt wie ein „wi wi wi“ und ist relativ laut. Das Repertoire ist umfangreich. Zum Beispiel hört man ein spitzes, scharfes „zit“, wenn der Kleiber auf Nahrungssuche ist. Ist er erregt, ertönt ein lauter und kräftig klingender Warnruf („twett“), der schnell und mehrmals gerufen wird.

Vorkommen

Der Kleiber ist in Europa, in Teilen Asiens und ebenso an der pazifischen Küste vorzufinden. Da er sehr an Wälder gebunden ist, kommt er auf den Nordseeinseln Deutschlands so gut wie gar nicht vor. Ebenso fehlt der Kleiber in Nord-Norwegen, Finnland, Schweden, Island, Irland und Schottland.

Lebensraum

Der Lebensraum des Kleibers erstreckt sich auf Misch- und Laubwälder, in denen ein hoher Bestand an Altholz mit rauen Rinden besteht. Dabei werden lichte, strukturierte Wälder bevorzugt. Falls Gärten und Parks ebenso Altholzbestände aufweisen, lässt sich der Kleiber auch dort nieder.

Zugverhalten

Kleiber sind äußerst standorttreue Vögel.

Nahrung

Der Kleiber ernährt sich hauptsächlich von Insekten und deren Larven und Eier. Nüsse, Beeren und Samen erweitern im Herbst den Speiseplan. Erbeutet der Kleiber größere Tierchen, klemmt er sie in eine Spalte der Baumrinde. Dann klettert er über die Spalte und beginnt kopfunter hängend kleine Bissen abzumeißeln, wozu er seinen Schnabel verwendet. Auf ähnliche Art und Weise knackt der Kleiber Eicheln und Nüsse, die er ebenfalls in die Rindenspalten klemmt.

Balzverhalten und Paarbildung

Brombeeren

Nestbau und Gelege

Der Kleiber fängt im März an, sein Nest zu bauen, doch bereit im späten Herbst wird nach möglichen Bruthöhlen Ausschau gehalten. In der Regel nutzen die Paare jedoch jahrelang dieselbe Höhle. Im Februar wird dann die Höhle gereinigt.

Meistens übernimmt das Weibchen die Aufgabe des Nestbaus, das zwischen zwei und vier Wochen andauert. Die Polsterung im Innern der Bruthöhle besteht vorwiegend aus Holzspänen und kleinen Rindenstücken.

Der Kleiber verklebt den Höhleneingang mit Lehm. Diese Fähigkeit führte auch zur Namensgebung dieses Vogels. Dies hat den Zweck, größere Vögel sowie Mardern die Möglichkeit zu nehmen, in die Bruthöhle eindringen zu können.

Das Gelege besteht aus fünf bis neun Eiern. Diese haben eine milchig-weiße Färbung und sind rostrot befleckt.

Eier der xxx

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Amselnest mit Eiern / Amselgelege,
von Martin Rosenlehner, CC BY-SA 4.0

Gelege

Brutverhalten

Die Brutzeit verläuft von April bis Mai. Die Eier werden vierzehn bis achtzehn Tage lang bebrütet. Die Nestlinge bleiben ungefähr 24 Tage im Nest, bevor sie flügge werden.

Lebenserwartung

Kleiber können neun Jahre alt werden.