Kleinspecht

Amsel

Der Kleinspecht heißt mit wissenschaftlichem Namen Dendrocopos minor und gehört zur Familie der Spechte. Aufgrund seiner Größe – zwischen vierzehn und fünfzehn Zentimeter – ist der Kleinspecht der kleinste Specht in Europa. Es gibt elf Unterarten vom Kleinspecht. Der tagaktive Vogel baut Schlafhöhlen zum Übernachten. In diesen Schlafhöhlen verbringt er auch seine Mittagsruhe an Tagen, wenn starker Regen vorherrscht.

Aussehen der Kleinspecht

Der Kleinspecht fällt durch sein schwarz-weißes Gefieder auf, welches typisch für Buntspechte ist.

  • Die Flügel verfügen über eine starke Bänderung
  • Die Oberseite und die Rückenmitte hat eine weiße Färbung, wobei der Rücken schwarz und leiterartig gebändert ist
  • Die Unterseite hat eine weißliche Färbung und die Brust einen Gelbton
  • Der Körper wirkt kompakt und rundlich
  • Hals und Schwanz sind relativ kurz
  • Das Gesicht ist weiß bis cremegelb, das von einem schwarzen Bartstreif, Wangenstreif und Zügel umsäumt wird
  • Die Stirn hat eine weiße Färbung
  • Der schiefergraue Schnabel hat eine Länge von achtzehn Millimeter

Besonderheit

Brombeeren

Aussehen Jungvögel

Bestäubung

Merkmale Männchen und Weibchen

Die männlichen Kleinspechte haben eine rote Scheitelkappe, die bei den Weibchen eine schwarze Färbung aufweist.

Stimme

Die Stimme klingt sehr hell und die Rufe wie ein „ki ki ki ki“. Diese Rufreihen lassen die Kleinspechte zwar das ganze Jahr ertönen, aber im Frühling ist es noch häufiger wahrzunehmen. Meistens sind zwei schnell aufeinander folgende Trommelwirbel zu hören. Der Kontaktruf ist kurz und klingt wie „Tjak“.

Vorkommen

Der Kleinspecht ist in Mitteleuropa, Nordeuropa, Frankreich, Portugal, Spanien, Nordafrika sowie in Wales, England, Irland und Schottland verbreitet. Auch in Nordkorea, in der Mandschurei, im Kaukasus und in Nord-Iran kommt der Kleinspecht vor.

Lebensraum

Kleinspechte bevorzugen Misch- und Laubwälder sowie Parks, Obstgärten und Auen mit altem Baumbestand. Sie lassen sich besonders gerne in Wäldern mit hohem Bestand an Erlen, Weiden, Pappeln oder anderen weichholzigen Bäumen nieder.

Zugverhalten

Je nach Verbreitungsgebiet gehört der Kleinspecht zu den Zugvögeln, Strichvögeln oder Standvögeln. Populationen des Nordens ziehen für die Überwinterung in den Süden. Zum Beispiel ziehen Kleinspechte von Norwegen oder Schweden vor dem Winter nach Norddeutschland oder Jütland.

Nahrung

Kleinspechte ernähren sich während der warmen Jahreszeit vorwiegend von Insekten, die Bäume bewohnen. Zum Beispiel gehören Käfer, Käferlarven, Schnecken, Nachtfalter und Nachtfalterlarven sowie Blattläuse zu den Nahrungsquellen. Ebenso werden Ameisen gefressen und für die Aufzucht der Jungen verwendet, die Bäume bewohnen.

Im Herbst und Winter fressen sie in erster Linie Larven, die sich unter der Baumrinde aufhalten sowie Borkenkäfer, Rüsselkäfer und Bockkäfer.

Pflanzen sind ein sehr geringer Bestandteil der Nahrung. Im Frühling gehören ab und zu Baumsäfte zur Nahrungsquelle der Kleinspechte. Manchmal fressen sie Beeren oder reife Früchte.

Kleinspechte begeben sich auf äußere und oftmals dünne Äste in den Kronen der Bäume auf Nahrungssuche. Nur selten suchen sie den Stamm nach Nahrung ab. Dabei suchen sie Blätter und Zweige mit schnellen Bewegungen nach Insekten, Käfern und Larven ab oder stochern in grobborkigen Rinden nach Beute. Sucht der Kleinspecht an den Blattunterseiten nach Nahrung, hängt er sich kopfunter an dünne Zweige oder an einen Baumstamm. Muss Nahrung aufgehackt werden, wird sie in eine Spalte geklemmt.

Balzverhalten und Paarbildung

Mit Ende des ersten Lebensjahres sind Kleinspechte geschlechtsreif. Meistens führen die Kleinspechte nur eine Saisonehe, doch kommt es häufig vor, dass Brutpaare sich erneut verpaaren. Auch wird oftmals ein loser Kontakt zum Paarungspartner in der Winterzeit gepflegt. Manchmal kommt Polygnie vor und selten wird kooperativ gebrütet.

Ab Dezember werden längere Rufreihen sowie Trommelaktivitäten intensiver. Im Spätwinter reagieren die weiblichen Kleinspechte mit Annährungen und antworten ebenfalls mit Trommelaktivitäten. Die männlichen Kleinspechte zeigen daraufhin Schauflüge. Oftmals fliegen die Männchen dabei zu einer Bruthöhle und weisen auf diese mit offenen Schwingen und Klopfen hin. Die Anpaarung ist dann vollzogen, wenn das Weibchen dem Männchen mit zitternden und hängenden Flügen zur Bruthöhle folgt und an diese Höhle hackt. Zur Kopulation kommt es von März bis April, die immer nahe der Bruthöhle erfolgt.

Nestbau und Gelege

Am liebsten bauen Kleinspechte ihre Nisthöhlen in morschen und abgebrochenen Stämmen von Laubbäumen. Ebenso nutzen sie Seitenäste, in denen sie ihre Höhlen zimmern, wobei dann der Eingang an der Unterseite der Äste angelegt wird.

Am Nestbau sind Männchen und Weibchen beteiligt, wobei das Weibchen den größeren Teil erledigt. Für den Bau der Höhle werden ungefähr vierzehn Tage benötigt. Das Innere der Höhle fasst ein Volumen von rund einem Liter.

In Mitteleuropa fängt die Eiablage Mitte April an. Ein Gelege besteht aus vier bis sechs reinweißen Eiern, die im Tagesabstand gelegt werden.

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Amselnest mit Eiern / Amselgelege,
von Martin Rosenlehner, CC BY-SA 4.0

Gelege

Brutverhalten

Die Bebrütung beginnt mit dem vorletzten gelegten Ei. Beim Brüten wechseln sich Weibchen und Männchen ab, wobei das Männchen nachts auf den Eiern sitzt.

Die Jungen schlüpfen nach ungefähr elf Tagen. Die Fütterung und das Hudern werden ebenfalls von beiden Elternteilen übernommen.

Etwa zwanzig Tage lang bleiben die Jungvögel im Nest. Ab dem vierzehnten Lebenstag wird die Nahrung am Einflugloch übergeben. Die Eltern versuchen dann ihre Jungen auch immer wieder zum Ausfliegen zu ermutigen, indem sie nahe der Nisthöhle mit Futter im Schnabel landen.

Die Eltern betreuen ihre Jungen noch weitere vierzehn Tage nachdem die Jungvögel die Nisthöhle verlassen haben.

Lebenserwartung

Die Lebenserwartung kann bis zu zehn Jahren betragen. So wurde beispielsweise ein beringter Kleinspecht in Schweden gefunden, der mindestens zehn Jahre alt war.