Kormoran

Amsel

Der Kormoran (Phalacrocorax carbo) gehört zur Familie der Kormorane und zur Ordnung der Ruderfüßer. Der Bestand im Binnenland Mitteleuropas stand kurz vor der Ausrottung. Momentan kann eine Erholung der Bestände dieser geselligen Vögel verzeichnet werden. Im Jahre 2010 wurde der Kormoran in Österreich und Deutschland zum Vogel des Jahres ernannt. Der Name Kormoran leitet sich aus der lateinischen Bezeichnung „corvus marinus“ und des altfranzösischen Namens „corp mareng“ ab, das mit „Wasserrabe“ oder „Meerrabe“ übersetzt werden kann.

Aussehen der Kormorane

Der Kormoran wird zwischen 80 und 100 Zentimeter groß. Die Flügelspannweite beträgt 130 bis 160 Zentimeter. Kennzeichnend ist der krumme Hals.

Das Gefieder ist schillernd schwarz gefärbt. Im Prachtkleid haben die Vögel ein weißes Gesicht und einen weißen Bauchfleck. Am Hinterkopf trägt der Kormoran einen Schopf aus abstehenden Federn. Vom Schnabelgrund aus verläuft ein gelber und federloser Hautbereich mit einem weißen Rand.

Im Schlichtkleid ist der Schopf lediglich angedeutet und die weißen Partien am Unterbauch, am Hals und am Scheitel fehlen.

Besonderheit

Kormorane sind sehr gesellige Vögel, die sich abends an Schlafplätzen versammeln und auch gemeinschaftlich auf Fischsuche gehen.

Der Kormoran kann sein Gefieder nicht einfetten. Somit kann er zwar wesentlich besser tauchen als andere Wasservögel, aber er muss sein Gefieder anschließend trocknen. Dafür setzt er sich auf einen Baum oder ans Ufer und breitet seine Flügel aus, sodass sie von der Luft getrocknet werden.

Wenn der Kormoran schwimmt, liegt er tief im Wasser und hält seinen Kopf und den Schnabel schräg nach oben.

Aussehen Jungvögel

Junge Kormorane haben einen hellen Bauch und eine braune Färbung an Oberseite und Hals.

Merkmale Männchen und Weibchen

Brombeeren

Stimme

Der Ruf klingt rau und krächzend („kra o“ oder „chro chro chro“) und ist nur dann zu hören, wenn die Kormorane sich in den Kolonien befinden. Außerhalb der Brutplätze rufen Kormorane nur selten.

Vorkommen

Der Kormoran ist in vielen Bereichen Europas, Afrikas und Asiens verbreitet. Zudem kommt er an der Ostküste von Nordamerika, in Grönland, Neuseeland und Australien vor.

Es gibt sechs anerkannte Unterarten, wobei zwei dieser Unterarten auch eigenständige Arten darstellen könnten:

  • Phalacrocorax carbo carbo ist die Nominatform, deren Verbreitungsgebiet von Ostkanada bis Grönland, Island und bis Norwegen und den Britischen Inseln verläuft.
  • Phalacrocorax carbo hanedae kommt in Japan vor.
  • Phalacrocorax carbo sinensis ist von Südeuropa und Mitteleuropa bis China und Indien vertreten. Diese Unterart ist kleiner und die Färbung des Gefieders grünlich.
  • Phalacrocorax carbo marrocanus ist im Nordwesten Afrikas verbreitet.
  • Phalacrocorax carbo novaehollandiae kommt auf den Chatham-Inseln, in Neuseeland, Tasmanien und Australien vor. Oft wird diese Unterart in zwei weitere Unterarten unterteilt und ebenso ist es möglich, dass novaehollandiae eine eigenständige Art darstellt.
  • Phalacrocorax carbo lucidus wird auch Weißbrustkormoran genannt, da die weiße Partie oftmals bis zum Bauch ausgebreitet ist. Ebenso tritt lucidus als dunkle Morphe auf. Diese in Ostafrika und im Küstenbereich von West- und Südafrika vorkommende Art könnte eventuell eine eigenständige Art sein.

Lebensraum

Kormorane besiedeln Meeresküsten und auch Flüsse und Seen.

Zugverhalten

Kormorane sind entweder Standvögel oder Mittelstreckenzieher.

Die Kormorane von Großbritannien und Irland ziehen beispielsweise zum Überwintern in den Süden, maximal bis in den Norden Portugals.

Damit sie Kraft sparen können, formatieren sich die Trupps keilförmig, sodass jeder Kormoran im Windschatten des Vordermanns fliegt.

Nahrung

Die Nahrung besteht überwiegend aus Fischen, die tauchend erbeutet werden: Der Kormoran packt die Fische mit dem Schnabel hinter den Kiemen. Eher zufällig erbeutet der Vogel auch andere Tiere, beispielsweise Garnelen oder Krabben.

Es werden die Fische gejagt, die häufig und leicht verfügbar sind. Dadurch ändert sich die Nahrung je nach Jahreszeit und ist auch von den Bedingungen des Lebensraumes abhängig.

Balzverhalten und Paarbildung

Die meisten Kormorane brüten erstmalig, wenn sie ihr drittes oder viertes Lebensjahr erreicht haben. Die Paare führen monogame Saisonehen.

Nestbau und Gelege

Kormorane brüten an Seen in Gehölzen und an der Meeresküste auf Klippen. Sie brüten in großen Kolonien. In Mitteleuropa bauen sie ihre Nester in Bäumen und oft in Nachbarschaft zu Reihern.

Das Nest wird von Männchen und Weibchen gemeinsam errichtet. Als Nistmaterial werden Äste geholt, die im Wasser lagen oder die Kormorane brechen die Äste ab. Die Nistmulde erhält eine Polsterung aus Seetang oder anderem weichen Material.

Ein Gelege besteht aus drei bis vier Eiern, die hellblau gefärbt sind und einen weißen, kalkigen Überzug haben.

Eier der xxx

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Amselnest mit Eiern / Amselgelege,
von Martin Rosenlehner, CC BY-SA 4.0

Gelege

Brutverhalten

Die Bebrütung wird von beiden Elternteilen übernommen. Nach 23 bis 30 Tagen schlüpfen die Küken, die rund fünfzig Tage im Nest bleiben. Die Eltern würgen Fisch hoch und füttern auf diese Weise ihre Jungen. Nachdem die Jungvögel das Nest verlassen haben, werden sie etwa 12 Wochen von ihren Eltern versorgt. Die volle Flugfähigkeit erreichen sie ab dem 60. Lebenstag.

Lebenserwartung

Kormorane können über 20 Jahre alt werden, wobei dies eher der Ausnahmefall darstellt.