Kuckuck

Amsel

Der Kuckuck (Cuculus canorus) gehört zur Familie der Kuckucke und zur Ordnung der Kuckucksvögel. Dieser traubengroße Vogel legt seine Eier in die Nester von kleinen Singvögeln und lässt somit seine Nachkommen von Wirtsvögeln ausbrüten und großziehen. Sein Name leitet sich von der Lautsprache des Rufes der männlichen Kuckucke ab, der wie „gu kuh“ klingt.

Aussehen der Kuckuck

Der Kuckuck wird rund 33 Zentimeter groß. Männchen werden zwischen 110 und 140 Gramm schwer und Weibchen erreichen ein Gewicht zwischen 95 und 115 Gramm.

Die Oberseite hat eine graue Färbung und die Unterseite ist gebändert. Die Flügel sind schmal und spitz und der Schwanz ist etwa fünfzehn Zentimeter lang. Der Schwanz wird im Flug häufig etwas angehoben und gefächert.

Die Färbung des Gefieders sieht dem Gefieder eines Sperbers oder eine Turmfalken ähnlich. Die Wirtsvögel lassen sich aufgrund dieses Aussehens vom Nest vertreiben, sodass der Kuckuck sein Ei ins Nest ablegen kann.

Besonderheit

Er wurde im Jahre 2001 von der Schweiz und im Jahre 2008 von Österreich und Deutschland zum Vogel des Jahres ernannt.

In fast allen west- und mitteleuropäischen Ländern ist der Bestand rückläufig. In Deutschland steht der Kuckuck auf der Vorwarnliste der Roten Liste. Die Hauptursache für den Rückgang der Bestände liegt in der Zerstörung der geeigneten Lebensräume. Somit geht auch der Bestand an geeigneten Wirtsvögeln zurück. Zudem ist das Nahrungsangebot aufgrund des Einsatzes von Pestiziden knapp geworden.

Aussehen Jungvögel

Die jungen Kuckucke haben ein schiefergraues Gefieder, das teilweise einen rostbraunen Farbton aufweist. Zudem hat das gesamte Gefieder eine dunkle und dünne Querbänderung. Im Nacken befindet sich ein weißer Fleck.

Merkmale Männchen und Weibchen

Bei manchen Weibchen ist das Gefieder braun gefärbt. Bei grau gefärbten Weibchen ist die Brust gelblich oder rostbeige.

Stimme

Der bekannte Kuckuckruf ist der Reviergesang der Männchen, der manchmal dreisilbig vorgetragen wird. Der Ruf der Weibchen während der Brutzeit klingt trillernd.

Vorkommen

Der Kuckuck ist im gesamten Europa, in Asien und Nordafrika verbreitet.

Es gibt vier Unterarten:

  • Cuculus cuculus canorus ist die Nominatform, die von der nördlichen Paläarktis bis in den Osten Sibiriens vorkommt. Ebenso ist sie in Japan und Kamtschtka verbreitet.
  • Cuculus cuculus subtelephonus ist in Zentralasien verbreitet.
  • Cuculus cuculus bakeri kommt im Süden des Himalaya vor
  • Cuculus cuculus bangsii ist auf der Iberischen Halbinsel, im Norden Afrikas und auf den Balearen verbreitet.

Lebensraum

Die bevorzugten Lebensräume sind halboffene Landschaften mit einem abwechslungsreichen Gelände und einem großen Bestand an Singvögeln. Das können Biotope, Dünen, lichte Nadel- oder Laubwälder, aber auch Steppen und Hochmoore sein. Wichtig für den Kuckuck sind vereinzelte Bäume sowie Hecken und Sträucher, denn dort brüten kleine Singvögel, die er als Wirtsvögel nutzt. In dichten Wäldern kommt der Kuckuck nicht vor.

Zugverhalten

Der Kuckuck ist ein Zugvogel, der zum Überwintern in tropische Gebiete Afrikas zieht.

Nahrung

Die Hauptnahrungsquellen sind große Insekten und Raupen. Dabei frisst er auch die Raupen, die eine Warnfarbe aufweisen oder behaart sind. Zudem ernährt er sich von Käfern, Heuschrecken, Libellen, Fliegen, Hautflüglern, Wanzen, Spinnen, Regenwürmern, Schnecken sowie junge Kröten und Frösche.

Die Weibchen fressen auch die Eier auf, die im Nest des Wirtsvogels liegen.

Balzverhalten und Paarbildung

Der Kuckuck wird in seinem zweiten Lebensjahr geschlechtsreif. Es wird vermutet, dass Kuckucke eine monogame Ehe führen, die zumindest längere Zeit anhält. Bisher gibt es aber keine eindeutigen Belege für die Art der Paarbindungen.

Beide Geschlechter sind sehr territorial. Das Revier eines Männchens umfasst rund dreißig Hektar und überlappt sich mit den Revieren anderer Männchen. Beim Revier der Weibchen kommt es vor allem darauf an, dass genügend Nester von Wirtsvögeln zur Verfügung stehen. Außerdem müssen Bäume und Hecken vorhanden sein, die das Weibchen zum Ausspähen geeigneter Nester nutzt.

Die Reviere von den Weibchen überlappen sich ebenfalls. Das dominanteste Weibchen legt die meisten Eier. Wenn dieses Weibchen stirbt, übernimmt ein anderes Weibchen das Territorium.

Bei der Balz werden die Weibchen von den Männchen mit dem typischen Kuckucksruf angelockt. Die Pausen zwischen diesen Rufen werden kürzer, sobald sich das Weibchen nähert. Dann fängt das Männchen an mit dem Kopf zu nicken. Der Schwanz wird aufgefächert und das Männchen lässt seine gespreizten Flügel hängen. Rückt das Weibchen sehr nahe heran, führt das Männchen mit erhobenem Schwanz pendelnde Bewegungen durch.

Das Männchen verfolgt das Weibchen nun über eine längere Zeit. Manchmal nimmt das Männchen auch Raupen oder kleine Zweige auf, um sie dem Weibchen zu präsentieren. Diese Gaben lässt es vor dem Weibchen fallen oder legt die vor dem Weibchen ab.

Wenn das Weibchen seinen Vorderkörper neigt, signalisiert es damit die Bereitschaft zur Kopulation.

Nestbau und Gelege

Der Kuckuck legt jedes Jahr bis zu zwanzig Eiern einzeln in Nester von Singvögeln. Die Eier des Kuckucks sind dabei farblich an die Eier des Wirtsvogels angepasst.

Die Weibchen beobachten vorher die Nester der Wirtsvögel und überprüfen den Fortschritt der Eiablage. Sie legen bevorzugt in die Nester ein Ei ab, in denen schon ein Ei des Wirtsvogels liegt. Die Wirtsvögel entfernen nämlich Eier aus dem Nest, wenn sie noch nicht mit der Eiablage begonnen haben.

Das Weibchen legt zirka jeden zweiten Tag ein Ei in das Nest eines Wirtsvogels.

Der junge Kuckuck muss als Einzelvogel von den Pflegeeltern aufgezogen werden, denn ansonsten würde er nicht genügend Nahrung erhalten. Ist die Eiablage eines geeigneten Wirtsvogel bereits weit fortgeschritten, plündert das Kuckucksweibchen das Nest. Daraufhin legen die Wirtsvögel ein zweites Gelege an. Das Kuckucksweibchen hat dadurch mehr Nester für ihre Eiablage zur Verfügung.

Bevor das Kuckucksweibchen ihr Ei ins fremde Nest legt, bleibt es mit einer ungefähren Distanz von hundert Metern zum Nest des Wirtsvogels reglos und für bis zu 150 Minuten sitzen. Es passt den Moment ab, der für die Eiablage günstig ist. Das Ei wird dann in wenigen Sekunden abgelegt. Vorher nimmt es ein Ei des Wirtsvogels in den Schnabel und verlässt damit das Nest.

Aufzucht des Kuckucks

Das Ei im Nest des Singvogels wird dann von dem Wirtsvogel ausgebrütet und er zieht ebenfalls den jungen Kuckuck auf. Kuckucke schlüpfen nach ungefähr zwölf Tagen und somit in der Regel vor den Küken des Wirtsvogels. Der junge Kuckuck wirft kurz nachdem er geschlüpft ist die Eier des Wirtsvogels aus dem Nest.

Die Wirtsvögel schaffen so viel Nahrung herbei, wie aufgesperrte Schnäbel im Nest sind. Der junge Kuckuck imitiert die fehlenden Geschwister durch Rufe und bekommt dadurch mehr Futter. Sein großer Rachen führt zu einer enormen Reizwirkung, sodass sich manchmal weitere Vogelarten an der Fütterung beteiligen.

Wenn die Jungvögel für das Nest der Wirtsvögel zu groß geworden sind, füttern die Pflegeeltern außerhalb des Nestes weiter. Der Kuckuck wird im Alter von zwanzig Lebenstagen flügge. Er fliegt dann zu seinen Pflegeeltern, die ihn noch einige Wochen lang mit Nahrung versorgen.

Es sind zwischen fünfzig und hundert Vogelarten bekannt, die der Kuckuck als Wirtsvogel nutzt. Meistens handelt es sich um Bachstelzen und Teichrohrsänger.

Lebenserwartung

Brombeeren