Mauersegler

Amsel

Mauersegler tragen den wissenschaftlichen Namen Apus apus. Während Schwalben ihre Flügel während des Fluges am Körper anlegen, bleiben die Flügel dieses rasanten Fliegers immer ausgebreitet. Sie können beim Sturzflug über 200 km/h schnell fliegen.

Der zur Familie der Segler und zur Ordnung der Seglervögel gehörende Vogel könnte zwar mit einer Schwalbe verwechselt werden, doch es besteht keine Verwandtschaft zwischen diesen beiden Arten.

Aussehen der Mauersegler

Der Mauersegler erreicht eine Größe von etwa sechzehn Zentimeter und sieht einer Schwalbe ähnlich. Das Körpergewicht liegt im Durchschnitt bei vierzig Gramm. Je nach Ernährungszustand variiert das Gewicht sehr stark.

Das Gefieder des Mauerseglers hat eine einfarbige schwarzbraune Tönung. Der Schwanz ist gegabelt und die Flügel sind schmal und sichelförmig. Nur an der Kehle befindet sich ein weißlicher Fleck.

Die Augen wirken groß und das Gesicht rundlich. Der leicht nach unten gebogene Schnabel ist schwarz und klein.

Besonderheit

Mauersegler halten sich fast ständig in der Luft auf. Selbst zum Paaren und zum Schlafen befinden sie sich in der Luft. So verbringen sie fast pausenlos zehn Monate im Jahr in der Luft. Nur während der Brutzeit wird dieses Leben in der Luft unterbrochen.

Aussehen Jungvögel

Das Gefieder der jungen Vögel hat eine dunklere Färbung und glänzt weniger. Der Kehlfleck ist größer und hat ein reineres Weiß. Zudem sind die Federn weiß gesäumt.

Merkmale Männchen und Weibchen

Brombeeren

Stimme

Die langgezogenen Flugrufe sind sehr charakteristisch und haben einen rauen, schrillen Klang („srrieh“). Die Rufe liegen allgemein in einem hohen Frequenzbereich.

Am Brutplatz kann man am besten Männchen und Weibchen unterscheiden, denn dort ist das Duettieren zu vernehmen. Der Ruf des Männchens klingt tiefer als das des Weibchens.

Vorkommen

In Europa kommt der Mauersegler in fast allen Gebieten vor. Nur in Nordskandinavien, Island, in Nordschottland und auf den Färöer Inseln fehlt der Mauersegler.

Lebensraum

Mauersegler bevorzugen Dörfer und Städte und siedeln sich eher selten in Wäldern an. In diesen Lebensräumen sind genügend Brutplätze zu finden, denn Mauersegler bauen ihre Nester unter Dächern und in Hohlräumen an Mauern und Gebäuden.

Ursprünglich hat der Mauersegler in Felsen gebrütet und vereinzelt brütet er in Bäumen.

Zugverhalten

Die in Mitteleuropa vorkommenden Brutvögel ziehen zur Überwinterung in tropische Gebiete Afrikas.

Nahrung

Mauersegler ernähren sich ausschließlich von fliegenden, kleinen Insekten, die im Flug erbeutet werden. Nur selten liest der Mauersegler Spinnen oder Insekten von Dächern o.ä. ab.

Auch beim Trinken bleiben die Mauersegler in der Luft und gleiten im schnellen Flug über die Wasseroberfläche, um im Flug Wasser aufzunehmen.

Balzverhalten und Paarbildung

Die Geschlechtsreife tritt bei Mauerseglern erst mit zwei Jahren ein. Einjährige kehren zwar vom Überwinterungsgebiet wieder ins Brutrevier zurück, pflanzen sich aber noch nicht fort.

In der Regel führen Mauersegler eine monogame Ehe, die viele Jahre lang anhält. Es kommen aber auch monogame Saisonehen vor.

Bei der Flugbalz wird das Weibchen vom Männchen verfolgt und überfallmäßig will das Männchen das Weibchen erreichen. Dieser Balzflug hat auf die anderen Mauersegler einen animierenden Effekt, sodass recht bald weitere Vögel daran teilnehmen oder mit der Jagd eines anderen Vogels beginnen.

Paarbildungen finden aber auch am Nistplatz oder in der Bruthöhle statt. Die Kopulation erfolgt entweder in der Bruthöhle oder in der Luft.

Nestbau und Gelege

Mauersegler brüten in Kolonien und bauen ihre Nester unter Dächern oder in Mauernischen. Das Nest sieht wie eine flache Schale aus, die in der Mitte eine Vertiefung aufweist. Das Paar baut gemeinsam das Nest, wobei das Nest meistens für mehrere Brutperioden genutzt wird und lediglich jedes Jahr erneut eingespeichelt und ergänzt wird.

Als Nistmaterial dienen Federn, Haare, Fasern, Samen, Blätter, Halme und ebenso kleine Papier- oder Textilstücke. Das Nest erhält einen Überzug von klebrigem Speichel, der schnell erhärtet.

Manchmal übernehmen Mauersegler gewaltsam Nester von anderen Höhlenbrütern und überbauen diese – selbst wenn sich bereits Eier oder Nestlinge darin befinden.

Ein Gelege besteht aus zwei bis drei länglich elliptischen Eiern von weißer Farbe. Manchmal wird auch nur ein Ei abgelegt.

Eier der xxx

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Amselnest mit Eiern / Amselgelege,
von Martin Rosenlehner, CC BY-SA 4.0

Gelege

Brutverhalten

Die Bebrütung wird von beiden Elternteilen übernommen. Im Durchschnitt beträgt die Brutzeit neunzehn Tage, das jedoch von der Witterung abhängt. So kann die Bebrütung auch bis zu 27 Tage andauern. Die Eier sind resistent gegen Auskühlung. Diese Eigenschaft ist wichtig, wenn witterungsbedingt eine Brutpause eingelegt wird.

Auch die Nestlingszeit ist von der Witterung abhängig. So bleiben die Jungvögel im Durchschnitt vierzig Tage im Nest. Diese Zeit kann aber von 38 Tagen bis 56 Tagen variieren.

Die Küken werden von beiden Elternteilen in den ersten zwei bis sieben Tagen fast durchgehend gehudert. Ist die Witterung günstig, wird danach nur noch in der Nacht gehudert.

Beide Eltern gehen auf Nahrungssuche und sammeln die Nahrung im Kehlsack. Die oft noch lebenden Insekten werden mittels Speichel zu einem kugelförmigen Ballen geformt, der die Größe einer Haselnuss hat. Dieser Nahrungsballen wird anfangs für die Nestlinge zerteilt und später komplett an die Jungvögel übergeben.

Sollten aufgrund einer längeren Schlechtwetterperiode keine Insekten in der Luft vorkommen, fliegt der Mauersegler mehrere hundert Kilometer weiter, um dort Nahrung zu suchen. Nach einigen Tagen kommt er ins Brutrevier zurück. Die jungen Vögel können diese Zeit überleben, indem sie die Körpertemperatur senken. In diesem Energiesparmodus können sie ein bis zwei Wochen mit diesem Nahrungsmangel zurechtkommen.

Die jungen Vögel hopsen im Alter flatternd in der Brutnische herum, wenn sie zwei bis drei Wochen alt sind. Ab einem Alter von rund einem Monat beginnen sie erste Flugbewegungen durchzuführen, indem sie ihren Körper mit ausgestreckten Flügeln anheben, sodass die Füße keinen Bodenkontakt mehr haben. In dieser Haltung bleiben sie für mehr als zehn Sekunden.

Eine weitere Besonderheit: Die Jungvögel können in den ersten drei Wochen ein Gewicht von sechzig Gramm erreichen. Bevor sie das Nest verlassen, hören sie auf zu betteln und reduzieren ihr Gewicht auf zirka vierzig Gramm – dies ist das optimale Fluggewicht.

Das Ausfliegen aus dem Nest dauert oftmals viele Stunden. Die Jungvögel bleiben am Flugloch und strecken immer wieder den Kopf hinaus, wobei sie den Schwanz ausbreiten und die Flügel spreizen. Meistens fliegen sie am Abend aus. Die Eltern der flügge werdenden Jungvögel sind beim Ausfliegen nicht anwesend. Fand die Brut spät statt, können sie sich schon auf dem Zug befinden, während die Jungvögel ausfliegen.

Sobald die jungen Vögel das Nest verlassen haben, sind sie selbstständig und bleiben bereits in der Nacht in der Luft.

Lebenserwartung

Die Lebenserwartung von Mauerseglern ist sehr hoch und im Durchschnitt erreichen sie ein Alter von zehn Jahren oder mehr.