Pirol

Amsel

Pirole (Oriolus oriolus) sind Singvögel, die zur Familie der Pirole und zur Ordnung der Sperlingsvögel gehören. Der kontrastreich gefiederte Pirol ist recht schwer zu beobachten, denn er hält sich fast ständig in Baumkronen auf. Sein melodisch klingender Flötengesang lässt aber seine Anwesenheit erkennen.

Aussehen der Pirol

Ein Pirol wird ungefähr 24 Zentimeter groß und hat einen schlanken Körperbau. Weibchen erreichen ein Gewicht von rund 71 Gramm und die Männchen sind bis zu dreißig Gramm leichter.

Das Gefieder der Männchen hat eine sonnengelbe Farbe, bei dem die schwarzen Flügel im Kontrast stehen. Auf den Flügeldecken befindet sich ein gelber Fleck. Vom Schnabel bis zum Auge verläuft ein schwarzes Band.

Die älteren Weibchen sind kaum von den Männchen zu unterscheiden. Junge Weibchen haben allerdings eine andere Gefiederfärbung.

Besonderheit

Allgemein sind die Bestände in Europa stabil. In Deutschland gehört der Pirol zur besonders geschützten Art und steht auf der Vorwarnliste der Roten Liste. Als stark gefährdet gilt der Pirol in Nordrhein-Westfalen. Auch in der Schweiz steht dieser Vogel auf der Roten Liste.

Aussehen Jungvögel

Jungvögel sind gelbgrün gefärbt und bei den Männchen bildet sich die sonnengelbe Färbung erst im Alter von drei Jahren.

Merkmale Männchen und Weibchen

Bei jungen Weibchen hat das Gefieder eine gelbgrüne Farbe. Das Zügelband der Weibchen, das vom Schnabel bis zum Auge verläuft, hat eine graue Farbe und ist weniger deutlich ausgeprägt. Die Brust und der Bauch sind hell gesprenkelt und der Unterbauch hat eine gelbliche Färbung. Mit dieser Gefiederfärbung sind die jungen Weibchen während der Brutzeitgut getarnt. Mit zunehmendem Alter sind die Färbungen des Gefieders nur eingeschränkt von denen der über drei Jahre alten Männchen zu unterscheiden.

Stimme

Der Ruf des Pirols gleich dem rauen Ruf des Eichelhähers („krrrää“). Der Warnruf klingt aggressiv und erinnert an den Ruf eines Spechts („djick jick“).

Der Gesang des Männchens hört sich im Frühling sehr melodisch an und besteht aus Flötentönen, die wie ein „dedüalüo“ klingen. Auch die erwachsenen Weibchen singen, allerdings nicht so perfekt wie die Männchen.

Vorkommen

In Europa kommen Pirole als Brutvögel fast in allen Gebieten vor. Da der Pirol im Tiefland brütet, kommt er in Gebirgen eher selten vor. In der Schweiz gab es jedoch schon Nester, die in einer Höhenlage von über 1100 Meter gefunden wurden.

Lebensraum

Pirole bevorzugen Auwälder und Laubwälder und sind auch in Gärten oder Parks mit alten und hohen Bäumen anzutreffen. Er hält sich hauptsächlich in den Kronen von höheren Bäumen auf.

Zugverhalten

Pirole sind Zugvögel, die zum Überwintern in tropische Gebiete Afrikas abwandern.

Nahrung

Die Hauptnahrungsquelle des Pirols besteht aus großen Insekten, Raupen, Spinnen und Larven. Zudem fressen diese Vögel auch Früchte und Beeren.

Balzverhalten und Paarbildung

Pirole werden mit zwei Jahren geschlechtsreif. Oft verpaaren sich Männchen erst mit der vollen Ausfärbung des Gefieders, also im dritten Jahr.

Die Männchen kehren zuerst aus ihrem Überwinterungsgebiet zurück und etwa vierzehn Tage später folgen die Weibchen. Die Männchen besetzen direkt ein Brutrevier. Mit ihrem Gesang locken sie Weibchen an, markieren aber gleichzeitig auch ihr Revier.

Pirole verhalten sich in der Paarungszeit und Brutzeit sehr territorial. So kommt es oftmals zu Kämpfen mit Eichelhähern und Elstern, aber auch mit Artgenossen. Der Erfolg der Brut wird durch dieses aggressive Verhalten deutlich erhöht.

Nestbau und Gelege

Sobald sich ein Paar gebildet hat, fängt das Weibchen mit dem Nestbau an. Das kunstvoll gewobene Nest ist napfartig und wird frei hängend an einer Astgabel im oberen Bereich eines Baumes errichtet. Als Nistmaterial dienen starke Fasern sowie Halme und Blätter. Für die Polsterung werden Flechten, Tierhaare und Moose verwendet. Für die Fertigstellung des Nestes werden bis zu zwölf Tage benötigt.

Ein Gelege umfasst drei bis fünf Eier, die eine rosa oder weißliche Farbe und dunkelbraune Flecken aufweisen.

Eier der xxx

xxxeier

Amselnest mit Eiern / Amselgelege,
von Martin Rosenlehner, CC BY-SA 4.0

Gelege

Brutverhalten

Die Eier werden im Abstand von einem Tag gelegt. Schon das erste Ei wird gewärmt und zwar von beiden Elternteilen. Nach ungefähr zwei Wochen schlüpfen die Küken im Abstand von einem Tag bis zwei Tagen. In der ersten Woche werden die Nestlinge von beiden Elternteilen gehudert.

Auch die Versorgung mit Nahrung wird von Männchen und Weibchen übernommen. Im Alter von etwa drei Lebenswochen verlassen die Jungvögel das Nest, werden aber noch weitere ein bis zwei Wochen von den Eltern mit Nahrung versorgt.

Bei der Aufzucht der Jungen helfen manchmal die Jungvögel des Vorjahres. Mit der Aufgabe des Bruthelfers können erste Erfahrungen für die eigene Brut- und Paarungszeit gesammelt werden.

Lebenserwartung

Die Lebenserwartung der Pirole liegt bei fünf bis sechs Jahren.