Schleiereule

Amsel

Schleiereulen (Tyto alba) gehören zur Familie der Schleiereulen und zur Ordnung der Eulen. Die Bestände der Schleiereule hängen zum einen vom Angebot der Mäuse und zum anderen von der Härte des Winters ab. Aufgrund der unterschiedlichen Gefiederfärbungen wird in vielen Unterarten unterteilt.

Aussehen der Schleiereule

Die Schleiereule ist zwischen 33 und 39 Zentimeter groß und weist eine Flügelspannweite zwischen 85 und 95 Zentimeter auf.

Auffällig sind der große Kopf und der herzförmige, weiße Gesichtsschleier. Die schwarzen Augen wirken eher klein.

Die Oberseite hat eine goldbraune Färbung, die mit grauen Farbtönen durchmischt ist.

Die Unterflügel sind sehr hell. Die Schleiereule hat lange Flügel, lange Beine und eher kurze Schwanzfedern.

Bauch und Brust sind hell, wobei die Färbung an Bauch und Brust unterschiedlich ist: Sie kann weiß, sandfarben bis goldbraun sein. Ebenso können sich an Brust und Bauch dunkle Tupfen befinden oder das Gefieder ist an diesen Körperstellen nicht mit Tupfen versehen.

Besonderheit

Brombeeren

Aussehen Jungvögel

Bestäubung

Merkmale Männchen und Weibchen

In der Regel sind die Männchen etwas heller gefärbt und etwas kleiner als die Weibchen.

Stimme

Während der Brutzeit sind Laute zu hören, die schnarchend und kreischend klingen.

Der Gesang des Männchens klingt heiser und wie ein vibrierendes Fauchen.

Vorkommen

Schleiereulen sind in vielen Ländern der Welt verbreitet. In Mitteleuropa kommen sie besonders im Tiefland vor und dort in Siedlungsbereichen mit wenigen Bäumen.

In Wüsten, tropischen Regenwäldern, in der Tundra und in großen Teilen von Asien kommt die Schleiereule gar nicht vor.

Beschrieben werden mehr als dreißig Unterarten, wobei je nach Autor die Anzahl der Unterarten unterschiedlich ausfällt.

Die hier aufgelistete Gliederung der Unterarten stammen von Schneider und Eck sowie von König:

  • Tyto alba alba – ist die Mediterrane Schleiereule, die im Süden und Westen Europas und im Norden Afrikas vorkommt. Bei diesen Eulen ist die Brust weiß und gelegentlich dunkel gesprenkelt.
  • Tyto alba guttata – ist die Mitteleuropäische Schleiereule, die in Mitteleuropa und im Südosten Europas verbreitet ist. Der Bauch hat eine gelblich-braune Färbung und der Schleier ist leicht dunkler gefärbt.
  • Tyto alba ernesti – ist die Sardinisch-Korsische Schleiereule, die auf Korsika und Sardinien vorkommt. Ihre Unterseite ist weiß und das Obergefieder hell. Der Gesichtsschleier und die Unterseiten der Flügel sind weiß. Vor den Augen befindet sich ein Fleck in rostroter Farbe.
  • Tyto alba affinis – ist die Afrikanische Schleiereule, die – außer in der Sahara – überall in Afrika verbreitet ist. Die Läufe und Zehen sind wenig befiedert und lang. Die Unterseite hat eine rostgelbe Färbung. Das Gefieder der Weibchen ist hauptsächlich ockergelb gefärbt. Die Männchen sind überwiegend weiß. An den Körperseiten und am Obergefieder befinden s ich pfeilförmige oder tropfenförmige Punkte und Linien in dunkelbrauner Farbe.
  • Tyto alba erlangeri – ist die Arabische Schleiereule, die im Iran, Irak, auf Zypern und auf der arabischen Halbinsel vorkommt. Die Unterseite ist weiß und manchmal schwarzbraun gepunktet. Die Schwanzfedern haben Binden in aschgrauer Farbe und eine graumarmorierte Endbinde.
  • Tyto alba schmitzi – ist die Madeira Schleiereule, die auf Madeira vorkommt. Die Unterseite ist rahmfarben oder gelblich-weiß gefärbt und weist eine grobe Fleckung auf. Die Färbung des Kopfes ist rostrot und der Schleier weiß. Das sehr helle Obergefieder gleicht dem Gefieder der mediterranen Schleiereulen und ist grob weiß und schwarz gefleckt.
  • Tyto alba hypermetra – ist die Madagaskar Schleiereule, die auf Madagaskar, auf dem Aldabra-Atoll und auf den Komoren verbreitet ist. Sie hat zwar die gleiche Färbung wie die auf dem Festland vorkommende Art, aber sie ist größer.
  • Tyto alba gracilirostris – ist die Kanaren Schleiereule, die auf den Kanaren vorkommt. Sie ist kleiner und ihr Schnabel ist sehr schlank. Ihre Unterseite hat eine rostgelbe Färbung und eine grobe Fleckung. Die helle Oberseite ist mit einer pfeilspitzenförmigen Zeichnung versehen.
  • Tyto alba dedorta – ist die Kap Verde Schleiereule, die auf den Inseln Sao Vicente und Santiago vorkommt. Die Färbung von Bauch und Schleier ist dunkelgelb. Auch die Oberseite ist dunkel und ist mit großen Flecken versehen, die weiß und schwarz sind. An den Schwanzfedern befindet sich eine scharfe Bänderung.
  • Tyto alba stertens – ist die Indische Schleiereule, die in Vorderindien, Nord-Myanmar, Assam und auf Sri Lanka verbreitet ist. Ihre Oberseite hat eine blasse graue und braungelbe Färbung und schwarz und weiß gepunktet. Auch die weiße bis braungelbe Unterseite ist gepunktet.
  • Tyto alba thomensis – ist die Sao Tomé Schleiereule, die auf Sao Tomé vorkommt. Ihre Oberseite ist dunkel und grau bis schwärzlich gefärbt sowie weiß und schwarz gefleckt. Der Schleier hat eine braune Färbung. Die goldbraune Unterseite weist teilweise eine Fleckung auf.
  • Tyto alba javanica – ist die Javanische Schleiereule, die in Indonesien und Südostasien beheimatet ist. Das Gefieder ist ähnlich gefärbt wie das der Indischen Schleiereule. Insgesamt ist sie aber dunkler und kräftiger gefleckt.
  • Tyto alba kuehni – ist die Kisar Schleiereule, die ausschließlich auf der Insel Kisar vorkommt. Die Färbung ähnelt der der Indischen Schleiereule. Die Oberseite ist jedoch ockergelb gefärbt und mit schwarzen breiten Punkten versehen. Die Unterseite hat eine bräunliche Färbung und eine Querbänderung.
  • Tyto alba deroepstorffi – ist die Andamanen Schleiereule, die auf den Andamanen lebt. Die Zehen sind kräftig und ausgeprägt. Auf der grauen Oberseite befinden sich große Flecken von rostbrauner Farbe. Die Unterseite hat einen hellen ockerfarbenen Ton und ist dunkelbraun gepunktet.
  • Tyto alba everetti – ist die Sawu Schleiereule, die auf der Insel Sawu vorkommt. Sie ist etwas kleiner als die Kisar Schleiereule. Die Zehen sind nicht so ausgeprägt und der Schnabel ist schlanker.
  • Tyto alba sumbaensis – ist die Sumba Schleiereule, die auf der Insel Sumba lebt. Ihre Unterseite ist weiß und die Schwanzfedern sind weißlich.
  • Tyto alba delicatula – ist die Australische Schleiereule, die überall in Australien vorkommt. Zudem lebt sie auf manchen vorgelagerten Inseln sowie auf Tasmanien. Ihre Unterseite ist weiß und die graue Oberseite ist bräunlich getönt.
  • Tyto alba meeki – ist die Neuguinea Schleiereule, die den Norden und Westen Neuguineas besiedelt. Ihre Unterseite ist weiß oder silbrig weiß. Schwanz und Obergefieder sind sehr hell gefärbt.
  • Tyto alba crassirostris – ist die Boang Schleiereule, die auf der Insel Boang lebt. Sie gleicht der Australischen Schleiereule, wobei der Schnabel kräftiger und die Fänge stärker sind. Das Gefieder ist leicht dunkler gefärbt.
  • Tyto alba interposita – ist die Santa Cruz Schleiereule, die auf den Inseln von Santa Cruz sowie auf den Neuen Hebriden und auf den Banks-Inseln vorkommt. Die Färbung des Gefieders ist überwiegend von orangeockeren Tönen geprägt.
  • Tyto alba lulu – ist die Samoa Schleiereule, die auf Samoa, Fidschi, Tonga, den neuen Hebriden, Neukaledonien und auf den Loyalitätsinseln verbreitet ist. Ihre Gefiederfärbung gleicht der der Australischen Schleiereule. Die Samoa Schleiereule ist kleiner und die Rückenfedern haben schwarze Spitzen mit einem weißen Zentrum.
  • Tyto alba guatemalae – ist die Guatemala Schleiereule, die im Westen Guatemala, in Panama, Westnicaragua und in San Salvador lebt. Die Zeichnung ähnelt der der Nordamerikanischen Schleiereule, aber insgesamt ist sie dunkler gefärbt.
  • Tyto alba pratincola – ist die Nordamerikanische Schleiereule, die im Norden Mexikos und im Süden der USA verkommt. Sie ist sehr groß und weist eine Flügellänge von 370 Milimetern auf und ist ingesamt 430 Millimeter lang. Ihre Oberseite hat eine orange Färbung und manchmal sind Grautöne beigemischt. Die schwachorange Unterseite hat eine auffällige Zeichnung von braunen Spitzen.
  • Tyto alba furcata – ist die Amerikanische Schleiereule, die auf den Inseln in der Karibik vorkommt. Ihre Oberseite ist blassorange gefärbt und ansonsten ist sie fast komplett weiß. Der Schwanz hat manchmal eine Querbänderung und die Unterseite kann gefleckt sein.
  • Tyto alba glaucops – ist die Hispanola Schleiereule, die auf der Ile de la Tortue und im Osten Haitis vorkommt. Ihre Hauptfärbung ist weiß, wobei die Unterseite mit einer zickzacklinienförmigen Zeichnung versehen ist. Das Gesicht ist grau.
  • Tyto alba insularis – ist die Kleine Antillen Schleiereule, die auf den Kleinen Antillen lebt. Die dunkel gefärbte Eule ist klein und hat auf der Unterseite Flecken, die augenförmig sind. Auf der Oberseite befindet sich eine weiße Kritzelung.
  • Tyto alba lucyana – ist die Bahamas Schleiereule, die auf den Bahamas vorkommt. An den Federspitzen befinden sich Punkte in grauschwarzem Farbton. Ansonsten gleicht sie der Nordamerikanischen Schleiereule.
  • Tyto alba nigrescens – ist die Dominika Schleiereule, die auf Dominica lebt. Sie gleicht der Kleinen Antillen Schleiereule. Ihr fehlen allerdings die augenförmigen Flecken.
  • Tyto alba punctatissima – ist die Galapagos Schleiereule, die auf der Insel Santa Cruz vorkommt. Die Färbung gleicht der von der Dominika Schleiereule. Sie ist die kleinste Schleiereule und hat eine dunkle mattbraune Färbung mit einer weißen Fleckung.
  • Tyto alba barbei – ist die Curacao Schleiereule, die auf Curacao lebt. Ihre Unterseite ist reinweiß und grob gefleckt. Ansonsten gleicht sie den Schleiereulen Europas.
  • Tyto alba contempta – ist die Peruanische Schleiereule, die in Peru, Kolumbien, Venezuela und Ecuador verbreitet ist. Ihre Oberseite hat eine dunkelgraue bis braune Färbung und ist blassgrau gefleckt. Die rostbraune Unterseite hat eine Zeichnung aus kreuzartigen braunen Flecken. Der Schleier ist blassbraun gefärbt.
  • Tyto alba tuidara – ist die Brasilianische Schleiereule, die in Brasilien vorkommt und vom Amazonasgebiet bis in den Süden Patagoniens verbreitet ist. Sie gleich der Mitteleuropäischen Schleiereule, wobei ihre Beine länger sind.
  • Tyto alba subandeana – ist die Kolumbianische Schleiereule, die in Kolumbien und in Ecuador lebt. Sie gleicht der Peruanischen Schleiereule, wobei die Zeichnung auf der Unterseite nicht so auffällig ist.
  • Tyto alba hauchecornei - ist die Chilenische Schleiereule, die in Chile lebt. Sie gleicht den anderen Formen Südamerikas.
  • Tyto alba hellmayri – ist die Guayana Schleiereule, die in Guyana, Französisch-Guyana, in Nordbrasilien und in Suriname vorkommt. Ihre Färbung ist hell. Die weiße Unterseite ist schwarz gesprenkelt. Es gibt auch Individuen, die eine rostgelbe Unterseite aufweisen.

Lebensraum

Schleiereulen besiedeln in Mitteleuropa häufig Dorfränder. Ansonsten ziehen sie halboffene Landschaften vor, beispielsweise Baumsteppen, Halbwüsten und Savannen.

Zugverhalten

Schleiereulen sind Standvögel.

Nahrung

Die Nahrung besteht überwiegend aus Feldmäusen. Daneben frisst die Schleiereule auch große Insekten, Frösche, kleine Vögel und kleine Säugetiere.

Balzverhalten und Paarbildung

Das Nahrungsangebot bestimmt, wann die Balz beginnt. Sollte es nur wenige Feldmäuse geben, lässt der Großteil der Schleiereulen die Brut ausfallen. In Jahren mit hohem Aufkommen an Feldmäusen werden oft drei Bruten großgezogen. Die Balzzeit umfasst Balzflüge und Revierrufe.

Nestbau und Gelege

In natürlicher Umgebung nutzt die Schleiereule Höhlen zum Brüten. In Mitteleuropa wird das Nest oftmals in Dachstühlen, in Scheunen, in Kirchtürmen oder in anderen Gebäuden angelegt. Man kann ihnen auch spezielle Nistkästen anbieten, die zudem gleichzeitig vor Mardern schützen.

Ein Gelege besteht aus zwei bis zehn Eier in weißer Farbe.

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Amselnest mit Eiern / Amselgelege,
von Martin Rosenlehner, CC BY-SA 4.0

Gelege

Brutverhalten

Die Bebrütung wird vom Weibchen alleine durchgeführt. Die Brutzeit beträgt dreißig Tage. Auch das Hudern wird vom Weibchen alleine übernommen. Das Männchen versorgt die Brut mit Nahrung, bis das zuletzt geschlüpfte Küken etwa drei Wochen alt ist. Im Alter von zwei Monaten sind die Jungvögel flügge.

Die Jagdtechnik wird bereits ab dem 31. Lebenstag trainiert. Morgens und abends laufen die jungen Schleiereulen am Brutplatz umher und üben die sogenannten Mäuselsprünge. Der Aktivitätsdrang nimmt stetig zu. Sind sie ungefähr 44 Tage alt, üben sie weite Flattersprünge. Die jungen Vögel erkunden dann auch schon den Lebensraum in direkter Umgebung des Brutplatzes und verlassen auch schon für Stunden den Nistort.

In einem schneereichen Winter verhungern viele Schleiereulen, da sie an die Mäuse unter geschlossenen Schneedecken nicht herankommen.

Lebenserwartung

Schleiereulen können zwischen fünfzehn und zwanzig Jahre alt werden.