Schwanzmeise

Amsel

Die wissenschaftliche Bezeichnung für die Schwanzmeise lautet Aegithalos caudatus. Dieser Sperlingsvogel ist Teil der Schwanzmeisenfamilie. Markant sind zum einen der lange Schwanz der Meise und zum anderen das kunstvoll gestaltete Nest.

Aussehen der Schwanzmeise

Der Name dieser Meisenart lässt auf das sichtbare Merkmal schließen: Ihr sechs bis zehn Zentimeter langer Schwanz macht es der Schwanzmeise möglich, sich auf den Spitzen der feinen Zweige entlang zu hangeln, denn mittels Schwanz kann sie sich bestens in Balance halten.

Es handelt sich um eine eher kleine Meise mit einer Körperlänge zwischen 13 und 16 Zentimetern. Im Verhältnis ihrer Größe wirkt der Schwanz auffällig lang. Der Körper der Schwanzmeise hat eine rundliche Form und ihr Schnabel ist mit einer Länge von etwa sieben Millimetern recht kurz. Die Flügellänge beträgt sieben Zentimeter und eine Schwanzmeise wird zwischen sieben und zehn Gramm schwer.

Im Norden Deutschlands sind ab und zu Schwanzmeisen zu sehen, deren Kopf rein weiß sind. Diese sind eine Unterart des Nord-Ostens. Generell variieren die Kopfzeichnungen je nach Unterart. In Süd- und Westeuropa haben die Schwanzmeisen einen dunklen Kopf.

Das übrige Gefieder ist rosa, weiß und schwarz gefärbt, wobei Weibchen und Männchen gleich aussehen.

Besonderheit

Schwanzmeisen zeigen ein äußerst ausgeprägtes Sozialverhalten. Sie leben außerhalb der Brutzeit in Schwärmen von bis zu dreißig Vögeln, die sehr stark zusammenhalten. So geht ein Trupp auch gemeinsam auf die Nahrungssuche.

Im Winter bilden sich kleine Schlafgesellschaften, wobei die Schwanzmeisen sich eng aneinander schmiegen, sodass sie gegen Kälte widerstandsfähiger sind.

Auch beim Brutverhalten zeigen sich Schwanzmeisen sehr sozial: War eine Brut eines Paares erfolglos, sind die adulten Vögel anderen Paaren behilflich und beteiligen sich an der Aufzucht der Nestlinge.

Aussehen Jungvögel

Bei den Jungvögeln der Unterart Aegithalos caudatus europaeus ist der Kopf schwarzbraun gefärbt. Die Oberseite hat eine braune Farbe und die Schultern weise keine rosa Färbung vor.

Merkmale Männchen und Weibchen

Brombeeren

Stimme

Die Laute und Rufe der Schwanzmeisen unterscheiden sich deutlich von den Stimmen anderer Meisenarten. Bei kurzer Distanz hört sich die Lautäußerung stimmlos, kurz und scharf an. Dieser Laut klingt wie „prrt prrt prrt“. Fliegen die Trupps weitere Strecken und müssen sie stimmlich eine größere Distanz überwinden, ist ein dreisilbiger Laut zu vernehmen. Schnarrend, zwitschernd hört sich der Ruf an, wenn ein Schwarm einfliegt, abfliegt oder wenn die Schwanzmeise erregt ist.

Zur Paarungszeit im Frühling klingen die Laute in hoher Frequenz und hören sich an wie ein „si-si-si“. Dieser Gesang kann mit den Lauten von Kleiber und Baumläufer verwechselt werden.

Vorkommen

Die Schwanzmeise kommt in fast allen europäischen Ländern vor. Lediglich auf Island, Kreta, Sardinien, auf den Balearen, im Norden Fennoskandiens sowie auf den nördlichen Inseln Schottlands ist dieser Sperlingsvogel nicht vertreten.

Lebensraum

Schwanzmeisen leben vorzugsweise in Laub- und Mischwäldern und besiedeln gerne feuchte Gebiete sowie Landschaften mit vielen Hecken und Büschen. Zudem wählen sie Habitate, in denen sich dichtes Unterholz sowie Dornsträucher, Koniferen oder dicht gewachsene Sträucher befinden, denn darin bauen sie ihre Nester.

Ebenso bewohnen Schwanzmeisen verwilderte Gärten oder Parks und Grünanlagen mit Biotop-Charakter.

Zugverhalten

Schwanzmeisen gehören in West- und Mitteleuropa zu den Standvögeln oder Strichvögeln. Nur selten gibt es dort Zerstreuungswanderungen, bei denen aber meistens Strecken von maximal hundert Kilometer zurückgelegt werden.

Schwanzmeisen im Norden und Osten Europas sind Invasionsvögel: Ist die Population in einem Gebiet hoch und tritt ein Mangel an Nahrung auf, geben die Vögel ihr Revier auf und fliegen oft weitere Strecken, um ein neues Gebiet zu bewohnen.

Nahrung

Den größten Teil der Nahrung machen Insekten und Eier sowie Larven von Insekten und Gliederfüßer aus. Schwanzmeisen bevorzugen dabei sehr kleine Insekten, beispielsweise Schildläuse oder Blattläuse.

Sämereien, kleine Beeren, Knospen und andere pflanzliche Nahrung wird meistens nur als Ergänzungsfutter im Winter gegessen.

Für die Nahrungssuche begeben sich Schwanzmeisen auf die äußersten Enden von Zweigen und hierbei zeigt sich dann auch die Bedeutung der Schwanzlänge. Damit können sich die Vögel ausbalancieren. Kommt man in den Genuss, Schwanzmeisen beim Hüpfen und Hangeln an Zweigen zu beobachten, sieht man echte Artisten.

Für die Nahrungssuche verbringt ein Trupp die Hälfte und im Winter sogar mitunter mehr als neunzig Prozent des Tages.

Balzverhalten und Paarbildung

Haben Schwanzmeisen das erste Lebensjahr vollendet, sind sie geschlechtsreif. Es wird davon ausgegangen, dass diese Vögel eine monogame Saisonehe führen.

Ab Mitte Januar beginnen die Revierbildung und damit auch die Balzzeit. Ist die Witterung ungünstig, fängt diese Zeit erst im März an. Nun verlassen immer mehr Paare ihre Gruppe. Jedes Paar besetzt innerhalb ihres Gebietes ein Brutrevier. Zu Beginn wird dieses Revier zwar bereits verteidigt, aber Vögel der eigenen Gruppe werden noch geduldet. Sobald aber das Nest fertig gebaut ist, werden Eindringlinge heftig verscheucht.

Die Reviergründung geht von der Schwarmzugehörigkeit der männlichen Schwanzmeise aus. Weibchen, die noch unverpaart sind, wechseln manchmal zu anderen Schwärmen. In der Regel verpaaren sich Schwanzmeisen innerhalb einer Gruppe. Die Paare setzen sich vom Schwarm ab und schlafen auch nicht mehr innerhalb des Schwarms.

Zur Paarungszeit löst sich also der Schwarm auf. Ist jedoch die Witterung noch zu kalt kann es passieren, dass sich die Gruppe wieder verbindet oder sich kleinere Gruppen lediglich für die kalten Nächte zwecks Schlafgesellschaften zusammentun.

Beim Balzen wirkt der Flug des Männchens schmetterlingsartig und es fliegt dabei plötzlich bis zu Höhen von sechs Meter hoch, um dann wieder senkrecht in die Tiefe zu gleiten.

Nestbau und Gelege

Bei der Wahl des geeigneten Nistplatzes sieht man Männchen und Weibchen auffällig herumfliegen, wobei sie Nistmaterial mit sich tragen. Dabei wird das Weibchen auf passende Nistplätze hingewiesen. Dann wartet es auf das Weibchen, singt dabei und zittert mit den Flügeln und oftmals hält es eine Feder oder etwas anderes Auffälliges im Schnabel. Die Entscheidung für den Nistplatz liegt beim Weibchen. Hat es sich für einen Platz entschieden, legt sie an diesem Ort ein Stück Moos oder ein anderes Stück Nistmaterial ab.

Des Nest der Schwanzmeise sieht sehr kunstvoll aus: Es ist ein großes, kugelförmiges Nest, das aus Flechten, Pflanzenwolle, Tierhaaren und Moos gestaltet wird. Das Nest befindet sich in der Regel hoch oben in einem Gebüsch oder in Rankpflanzen oder Hecken und manchmal wird es auch am Boden gebaut. Nur selten wird in Nistkästen oder in Höhlen gebrütet. Die Nestöffnung zeigt zur Sonnenseite hin.

Das Nest wird von Männchen und Weibchen gebaut und für dieses kunstvolle Nest werden häufig dreißig Tage oder mehr gebraucht.

Ist das Nest fertiggestellt dauert es einen Tag bis sieben Tage, bis die Eiablage beginnt. Meistens besteht ein Gelege aus acht bis zwölf Eiern. In Ausnahmefällen umfasst das Gelege bis zu sechszehn Eier oder auch nur sechs Eier.

Die Eier haben eine rundovale Form mit einem leicht zugespitzten Ende. Der eher matte Untergrund hat eine weiße bis gelbweiße Farbe, der mit feinen grauen oder gelbgrauen Sprenkeln versehen ist.

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Amselnest mit Eiern / Amselgelege,
von Martin Rosenlehner, CC BY-SA 4.0

Gelege

Brutverhalten

Die Bebrütung des Geleges übernimmt das Weibchen, das vom Männchen mit Nahrung versorgt wird. Nach zwölf bis achtzehn Tagen schlüpfen die Küken.

Die Nahrung der Nestlinge besteht ebenfalls aus Insekten und Gliederfüßern, doch werden größere Tierchen gefüttert, beispielsweise Schmetterlingsraupen.

Wie weiter oben bereits beschrieben werden die Nestlinge meistens nicht nur von den Eltern aufgezogen und gefüttert. Oftmals helfen andere Schwanzmeisen bei der Aufzucht mit. Häufig handelt es sich bei diesen Helfern um Paare, deren Bruterfolg ausblieb. Allerdings hilft dann nur ein Teil des Paares mit. Ansonsten wurde noch nicht eindeutig erforscht, welche Vögel bei der Aufzucht helfen.

Die jungen Vögel bleiben bis zu achtzehn Tagen im Nest und werden anschließend weitere zwei Wochen von ihren Eltern und den Aufzuchthelfern versorgt.

Lebenserwartung

Brombeeren