Silbermöwe

Amsel

Die Silbermöwe (Larus argentatus) gehört zur Familie der Möwen, zur Gattung Larus und ist den Regenpfeiferartigen zugeordnet. Sie ist die Großmöwe, die am häufigsten im Norden und Westen Europas vorkommt. Im neunzehnten Jahrhundert wurde die Silbermöwe bejagt und zudem sammelte man die Eier ab. Dadurch kam es zu einem starken Rückgang der Bestände. Im zwanzigsten Jahrhundert konnten sich die Bestände wieder erholen. Die Silbermöwe ist eine nahe Verwandte der Mantelmöwe und der Mittelmeermöwe.

Aussehen der Silbermöwe

Silbermöwen erreichen eine Körpergröße zwischen 55 und 67 Zentimeter. Die Flügelspannweite beträgt 125 bis 155 Zentimeter.

Das Gefieder ist schneeweiß. Die Flügeldecken sind grau gefärbt und die Flügelspitzen sind schwarzweiß. Der Schwanz hat eine reinweiße Farbe. Die Augen sind gelblich gefärbt. Der Schnabel wirkt etwas klobig und erreicht eine Länge zwischen 44 und 65 Millimeter. Der

Im Prachtkleid ist der Kopf der Silbermöwe reinweiß. Der Schnabel ist gelb gefärbt und auf dem Unterschnabel befindet sich ein roter sogenannter Gonysfleck.

Im Winter ist das Kopfgefieder graubraun gestrichelt. Diese Strichelung verläuft häufig bis zur Vorderbrust oder bis zum Hals. Neben oder über dem Gonysfleck auf dem Schnabel ist nun ein wenig Schwarz zu sehen.

Besonderheit

Brombeeren

Aussehen Jungvögel

Jungvögel, die erst wenige Monate alt sind, haben eine mittelbraun gefärbte Oberseite mit einer dunkelbraunen Zeichnung. Die Schirmfedern weisen eine starke Musterung auf. Der gebänderte Schwanz hat eine dunkelbraune Endbinde. Der Schnabel ist fast ganz schwarz.

Bei einjährigen Silbermöwen sind die Oberseite und die Flügel teilweise grau gefärbt. Der Schnabel ist rosa und wird zur Spitze hin schwarz.

Im Alter von vier Jahren haben sie das Aussehen adulter Silbermöwen.

Merkmale Männchen und Weibchen

Die Geschlechter sind vom Gefieder her nicht zu unterscheiden. Weibchen sind kleiner als die Männchen und haben einen etwas kürzeren Schnabel und eine rundliche Stirn. Die Schnabelspitze der Männchen ist voluminöser und die Stirn flacher.

Stimme

Der Ruf besteht aus aneinander gereihten miaunden und jaulenden Lauten („kjau kjau“). Manchmal hört der Ruf sich auch juchzend an („kija kija kija kijau“).

Das Rufrepertoire der Silbermöwe ist sehr umfangreich. Zum Beispiel klingt der Alarmruf gackernd und tief („gä gä gä gäg“ oder „ha ha ha ha“).

Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet der Silbermöwe verläuft vom Weißen Meer zu den Küstenregionen Fennoskandiens über die Ostsee, die Nordsee, den Ärmelkanal und bis zur Atlantikküste in Frankreich, den Britischen Inseln und Island.

Es gibt zwei anerkannte Unterarten:

  • Larus argentatus argentatus ist von Fennoskandien und Dänemark bis zur Murmanküste verbreitet
  • Larus argentatus argenteus kommt auf den Färöer Inseln, auf den Britischen Inseln, in Island und von Westdeutschland bis zum Westen Frankreichs vor

Lebensraum

Silbermöwen leben an Meeresküsten und Seen in Küstennähe, manchmal auch an Flüssen und Seen im Binnenland. Im Winter trifft man sie häufig in Häfen an. Ebenso findet man sie auf Mülldeponien und an Schlachthöfen vor.

Zugverhalten

Silbermöwen sind in der Regel Standvögel oder Strichvögel. Nur die Populationen aus dem Norden ziehen zum Überwintern in südliche Gebiete. Andere Populationen bleiben in der Nähe des Brutreviers.

Nahrung

Die Nahrung setzt sich aus Fischen sowie anderen Meerestieren und Eiern, Küken, Abfällen und Aas zusammen. Hartschalige Tiere und Miesmuscheln lässt sie aus der Höhe auf einen harten Untergrund fallen, damit die Schale zerplatzt. In Feldern sucht die Silbermöwe nach Würmern.

Balzverhalten und Paarbildung

Silbermöwen werden erst zwischen ihrem dritten und siebten Lebensjahr geschlechtsreif. Sie führen monogame Saisonehen, wobei es aufgrund der hohen Partnertreue und Brutplatztreue häufig zu Wiederverpaarungen kommt. Somit führen viele Paare monogame Dauerehen.

Bei langjährigen Paaren erfolgt die Paarbildung oftmals bereits im Winter. Bei den Möwen, die das erste Mal brüten, sucht das Weibchen ein Männchen aus, das schon ein Territorium hat. Das Männchen reagiert auf die vorsichtige Annäherung des Weibchens zunächst mit Vertreibung oder Drohen. Das Weibchen zeigt daraufhin ein demütiges Verhalten, indem es eine Buckelhaltung einnimmt. Oft dauert es mehrere Tage, bis das Männchen eine andere Reaktion zeigt: Nun wird das Weibchen mit jauchzenden Rufen empfangen. Von diesem Zeitpunkt an erfolgen regelmäßige Kopulationen und Balzfütterungen.

Nestbau und Gelege

Silbermöwen bauen ihre Nester am Boden und das an möglichst unzugänglichen Plätzen wie Steilküsten oder Inseln. Es kommt aber auch vor, dass sie in Salzwiesen oder Dünengebieten nisten. Sie brüten meistens in Kolonien.

Bevor das eigentliche Nest gebaut wird, errichten die Silbermöwen Spielnester. Aus diesen einfachen Mulden entsteht dann häufig das Nest. Dazu werden Tang, Gras oder andere Pflanzenteile recht voluminös angehäuft. Findet die Silbermöwe kein Nistmaterial, erhält die Mulde lediglich einen Auskleidung mit Mauserfedern.

Ein Gelege umfasst zwei bis drei Eier, die grünlich gefärbt und dunkel gefleckt sind.

Eier der xxx

xxxeier

Amselnest mit Eiern / Amselgelege,
von Martin Rosenlehner, CC BY-SA 4.0

Gelege

Brutverhalten

Nach Ablage des ersten Eies beginnt die Bebrütung, die abwechselnd von beiden Partnern übernommen wird. Nach 25 bis 33 Tagen schlüpfen die Küken, die nach 35 bis 59 Tagen flügge sind. Danach werden sie aber noch weitere 19 bis 47 Tage von den Eltern mit Nahrung versorgt.

Lebenserwartung

Silbermöwen können ein Alter von zwanzig bis über dreißig Jahren erreichen.