Sprosser

Amsel

Der Sprosser heißt mit wissenschaftlichem Namen Luscinia luscinia. Dieser Singvogel gehört zur Familie der Fliegenschnäpper, zur Unterfamilie der Schmätzer und ist den Sperlingsvögeln zugeordnet. Das Verbreitungsgebiet des Sprossers grenzt an das seiner Schwesternart, der Nachtigall.

Aussehen der Sprosser

Die Nachtigall ist die Schwesternart des Sprossers und sie sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Nur ein geübtes Auge erkennt die wenigen Unterscheidungsmerkmale: Die Brust des Sprossers ist leicht gemustert und ist bräunlich gefleckt. An der Unterseite des beigen Schwanzes befinden sich schwache Querbinden.

Ansonsten ist die Oberseite beim Sprosser olivbraun oder rötlich gefärbt und die rötliche Färbung am Schwanz ist deutlich ausgeprägter. Der Sprosser ist insgesamt dunkler als die Nachtigall und die Färbung ist weniger intensiv.

Die Unterseite des Sprossers hat eine beige bis cremefarbene Färbung. Ein heller Rand umsäumt das Auge. Der Schnabel hat eine dunkle Braunfärbung und die Unterseite ist leicht heller.

Sprosser erreichen eine Körpergröße zwischen 16 und 17 Zentimeter und werden zwischen 22 und 27 Gramm schwer.

Besonderheit

Brombeeren

Aussehen Jungvögel

Im gefleckten Jugendkleid besteht eine Ähnlichkeit mit Rotkehlchen. Die Spitzen der Kopffedern haben eine beige bis ockerfarbene Färbung. Diese Federspitzen bilden tropfenartige Flecken und grenzen sich deutlich von den dunklen Federansätzen ab.

Bauch, Brust und die Unterseite des Kopfes haben einen beigen bis hellgrauen Farbton und besitzen ebenfalls eine schuppenförmige Fleckung. Das Gefieder des Rückens zeigt helle Ränder. Das übrige Gefieder hat dieselbe Färbung wie das der adulten Vögel.

Merkmale Männchen und Weibchen

Brombeeren

Stimme

In den Gesang werden schnurrende Motive eingebaut und wird im Vergleich zum Gesang der Nachtigall in tieferen Tönen und langsam vorgetragen. Auch der Sprosser ist nachts zu hören und ebenso singt er tagsüber.

Ist der Sprosser erregt, ruft er entweder im tiefen Ton ein „karrr“ oder im hellen Ton ein „hiiied“.

Vorkommen

Sprosser kommen in Nord- und Osteuropa vor. In Deutschland ist er nur in Schleswig-Holstein verbreitet.

Lebensraum

Am liebsten bewohnt der Sprosser feuchte Gebüsche und Wälder mit fruchtbarem Boden. Er ist aber auch in Gärten, Parks und Feldgehölzen anzutreffen. Zudem besiedelt er Gewässerufer, die einen reichhaltigen Bestand an Büschen und Bäumen aufweisen. Ebenso bewohnt er in Niedermoorgebieten die Gehölzinseln.

Zugverhalten

Sprosser sind Langstreckenzieher und fliegen zum Überwintern nach Ostafrika.

Nahrung

Der Sprosser ernährt sich von Spinnen, Insekten, Würmern und Schnecken. Im Herbst frisst er auch Beeren. Er geht auf den Boden oder in den unteren Bereich der Krautschicht auf Nahrungssuche.

Balzverhalten und Paarbildung

Sprosser führen monogame Saisonehen. Die Männchen treffen ungefähr zehn Tage vor den Weibchen in den Brutgebieten ein. Sobald die Weibchen aus dem Überwinterungsgebiet zurückgekehrt sind, beginnen die Männchen mit ihrem Reviergesang. Der Gesang dient den Weibchen als Orientierungshilfe, um zum Brutrevier zu finden.

Sobald ein Weibchen im Brutgebiet eintrifft, wird es von einem Männchen umworben. Dazu lässt das Männchen seinen Balzgesang hören und begleitet das Weibchen, wenn dies nach Nahrung sucht. Dann werden vom Männchen Zweige angeflogen und von dort aus weiter gebalzt. Es hebt rasch die Flügel an, fächert diese ständig auf, hebt den Schwanz an und legt ihn wieder zusammen.

Bei der Balz am Boden schreitet das Männchen förmlich mit etwas Abstand um das Weibchen herum und lässt dabei Flügel und Schwanz hängen. Das Männchen verfolgt und umfliegt das Weibchen, falls es sich entfernen will. War die Paarbildung erfolgreich, werden vom Männchen verschiedene Nistplätze aufgezeigt.

Der Balzgesang endet, sobald die Bindung des Paares enger wird. Dann sind Kontaktlaute zu vernehmen, die wie ein leises „tack“ klingen.

In den Überschneidungsbereichen der Verbreitungsgebiete von Nachtigall und Sprosser kommt es manchmal zur Verpaarung dieser beiden Vogelarten. Von diesen gemischten Nachkommen sind lediglich die Männchen fortpflanzungsfähig.

Nestbau und Gelege

Das Nest wird unter dichtes Gebüsch und auf dem Boden oder bodennah gebaut. Oftmals wird in der Nähe eines Gewässers gebrütet. Das Nest wird vom Weibchen errichtet. Für ein Nest, das am Boden gebaut wird, scharrt es zunächst eine Mulde aus.

Die äußere dünne Schicht besteht aus Zweigen und Halmen. Weiterhin wird Laub verwendet und die Polsterung wird aus Tierhaaren, feinen Wurzeln und dünnen Halmen gefertigt. Für den Nestbau benötigt das Weibchen in der Regel vier Tage.

Ein Gelege besteht aus vier bis sechs Eier, die eine gelbliche bis braune Färbung aufweisen.

Eier der xxx

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Amselnest mit Eiern / Amselgelege,
von Martin Rosenlehner, CC BY-SA 4.0

Gelege

Brutverhalten

Nachdem das vorletzte oder letzte Ei abgelegt wurde, beginnt das Weibchen mit der Bebrütung. Die Brutzeit dauert zwischen dreizehn und vierzehn Tage. Das Weibchen wird während der Bebrütung nicht vom Männchen mit Nahrung versorgt. Deshalb verlässt es für die Nahrungssuche das Nest für kurze Zeit. In diesen Brutpausen singt das Männchen den Reviergesang.

Auch das Hudern der Küken wird vom Weibchen übernommen und ebenso muss es sich selbst um Nahrung kümmern. Die Nestlinge werden am Anfang vom Männchen und danach von beiden Elternteilen gefüttert.

Sind die Jungvögel zehn bis zwölf Tage alt, verlassen sie das Nest und werden noch weitere vierzehn bis zwanzig Tage von den Eltern mit Nahrung versorgt.

Sprosser brüten einmal jährlich.

Lebenserwartung

Brombeeren