Stockente

Amsel

Die Stockente (Anas platyrhynchos) gehört zur Familie der Entenvögel, zur Unterfamilie Anatinae und zum Tribus Schwimmenten. Sie ist den Gänsevögeln zugeordnet. In der Vergangenheit wurde sie auch Märzente oder Wildente genannt. Als Wildente wird die Stockente auch heute noch bezeichnet und zwar von Jägern und in der Gastronomie: Bei einem Wildentengericht handelt es sich in der Regel um ein Stockentengericht.

Die Bezeichnung „Stockente“ geht auf ungewöhnliche Brutplätze zurück, die aber eher selten genutzt werden: Einige Nester wurden auf Stock gesetzte Weiden errichtet. Der altgriechische Name „platyrhynchos“ heißt „Breitschnabel“.

Aussehen der Stockente

Stockenten werden zwischen 55 und 60 Zentimeter groß.

Im Schlichtkleid sind Männchen und Weibchen nur an der Schnabelfarbe erkennbar: Der Schnabel des Erpels ist gelb, der des Weibchens braun. Das Gefieder ist bei beiden Geschlechtern braun gesprenkelt. Während des Fluges werden die weißen Umrandungen der blauen Flügelspiegel erkennbar.

Im Prachtkleid lässt sich der Erpel sehr gut vom Weibchen unterscheiden.

Besonderheit

Rund zehntausend Deckfedern und Daunen schützen die Stockente vor Kälte und Nässe. Die Daunen werden von den Deckfedern eingeschlossen und zwischen den Daunen befindet sich Luft. Das Fettpolster unter der Haut und diese umschlossene Luftschicht sorgen dafür, dass die Körperwärme erhalten bleibt und die Ente nicht auskühlen kann.

Aussehen Jungvögel

Im Jugendkleid sehen Stockenten den adulten Weibchen ähnlich. Die Konturfedern an den Bauchseiten sind dunkler.

Merkmale Männchen und Weibchen

Im Prachtkleid ist das Gefieder der Erpel ist an Bauch und Rücken grau. Die Oberseite ist bräunlich und die Unterschwanz- und Oberschwanzdecken sind schwarz. Das Kopfgefieder hat einen grünen metallischen Glanz. Der Schnabel ist grüngelb. Hals und Brust sind dunkelbraun und Erpel haben einen weißen Halsring. An der Schwanzspitze befinden sich sogenannte Erpellocken: aufgerollte schwarze Federn.

Das Gefieder der Weibchen ist braun gescheckt. Auch der Kopf ist braun und an den Seiten verläuft eine dunkle Augenbinde. Der Schnabel ist orange.

Bei beiden Geschlechtern befindet sich am Flügelhinterrand ein blaues Feld.

Bastardisierte Stockenten

Stockenten verpaaren sich oftmals mit Hausenten, von denen die Stockenten abstammen. Auch in der Zucht der Hausenten werden Stockenten zwecks Blutauffrischung genutzt. Ebenso werden neue Schläge mit Stockenten gezüchtet.

Häufig sind fehlgefärbte Individuen in den Populationen der Städte vorzufinden. Diese bastardisierten Stockenten haben oftmals ein dunkles Gefieder, häufig rein braune, dunkelgrüne oder schwarze Individuen. Bastardisierungen mit weißen Hausenten sind meistens am weißen Latz auf der Brust erkennbar.

Diese fehlgefärbten Enten werden häufig abgeschossen, damit eine weitere Bastardisierung reduziert werden kann.

Stimme

Der Ruf der Erpel klingt heiser („räb räb räb“). Die Weibchen quaken ein lautes „waak wak wak“.

Vorkommen

Stockenten sind in ganz Europa verbreitet und sind die am häufigsten vorkommende Entenart. Zudem kommen sie in Asien, Nordafrika, Australien, Neuseeland und in Nordamerika vor.

Es gibt drei anerkannte Unterarten:

  • Anas platyrhynchos platyrhynchos (Stockente)
  • Anas platyrhynchos diazi (Mexikanische Ente)
  • Anas platyrhynchos conboschas (Grönland-Stockente)

Lebensraum

Stockenten bewohnen Gewässer verschiedenster Arten. Sie sind auf kleinen Tümpeln bis zu großen Seen anzutreffen. Am Meer nutzen sie die flachen Zonen. Stockenten leben in naturnahen Gebieten und ebenso in Städten.

Zugverhalten

Die Stockente sind je nach Verbreitungsgebiet Standvögel oder Zugvögel. Die Populationen im Norden und Osten Europas ziehen für die Überwinterung nach Mitteleuropa oder in den Westen oder Südwesten Europas. Die Populationen im Süden und Westen Europas sind Standvögel.

Nahrung

Stockenten sind Allesfresser und fressen alles, was sie bequem erreichen und verdauen können. Überwiegend ernähren sie sich von pflanzlichen Stoffen wie Früchte, Samen und grüne Land- und Wasserpflanzen. Sie fressen aber ebenso Larven, Weichtiere, Kaulquappen, kleine Frösche, Laich, kleine Krebse, Schnecken und Würmer. Daneben fressen sie im Herbst auch Nüsse und Eicheln sowie Kartoffeln. In Parks werden Enten häufig mit Küchenabfällen und Brot gefüttert. Auch das nehmen die Stockenten gerne an. Salzliebende Pflanzen lassen sie allerdings links liegen.

Zwecks Nahrungssuche gründeln die Stockenten: Sie tauchen mit dem Kopf unter Wasser und halten den Bürzel senkrecht aus dem Wasser. Auf diese Weise wird der Gewässerboden nach Nahrung abgesucht. Sie beißen Pflanzenteile mit dem Schnabel. Die Hornleisten des Schnabels sorgen dafür, dass das aufgenommene Wasser wieder nach außen gedrückt wird. Die Nahrung bleibt dabei im Schnabel hängen.

Balzverhalten und Paarbildung

Die Verpaarung der Standvögel beginnt meistens schon im Herbst. Die Zugvögel verpaaren sich in der Regel im Frühling. In der Paarungszeit fallen Stockenten häufig durch ein sehr unruhiges Verhalten auf. Dies hängt damit zusammen, dass es bei den meisten Populationen wesentlich mehr Männchen als Weibchen gibt.

Zur Balzzeit erfolgt zunächst eine Gesellschaftsbalz der Erpel, die aber kein Vorspiel der Begattung darstellt, sondern der Bildung von Gruppen artgleicher Tiere dient. Dies erleichtert die Paarbildung. Für diese Gemeinschaftsbalz wird das Gefieder der Körperseite und des Bauches aufgeplustert und die Flügel leicht angehoben. Die Kopffedern werden gesträubt und dann schütteln die Erpel kräftig ihre Schwanzfedern. Anschließend ziehen sie ihren Kopf tief ein und schnellen ihn nach oben. Diese Bewegungsmuster werden mehrmals wiederholt.

Der Gesellschaftsbalz der Erpel folgt eine lockere Verpaarung der Stockenten. Dabei reihen sich mehrere Erpel hinter den Weibchen ein. Auch Reihflüge gehören zur Balz, bei denen ein Weibchen von mehreren Erpeln verfolgt wird.

Das Balzrepertoire ist zwar recht umfangreich, aber aufgrund des Wettkampfes um die wenigen Weibchen werden die typischen Balzrituale meistens nicht gezeigt. Oft wird ein Weibchen von mehreren Erpeln begattet, wobei vorher nicht die üblichen Balzrituale stattfanden. Auch kommt es immer wieder vor, dass Weibchen ertränkt werden, weil die Erpel übereifrig waren.

Nestbau und Gelege

Das Nest wird auf dem Boden gebaut. In Städten errichten Stockenten ihre Nester jedoch oftmals an kuriosen Plätzen, beispielsweise auf Dächern oder in Pflanzkübeln. Wie Beobachtungen zeigten, passen Stockenten ihre Nistplatzwahl den Bedingungen der Umgebung an.

Sobald das Nest gebaut ist und die Brut beginnt, wird das Weibchen vom Erpel verlassen.

Ein Gelege umfasst sieben bis elf Eier, die grünlich gefärbt sind.

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Amselnest mit Eiern / Amselgelege,
von Martin Rosenlehner, CC BY-SA 4.0

Gelege

Brutverhalten

Die Brutzeit dauert zwischen 25 und 28 Tagen. Die Küken sind Nestflüchter und verlassen nur wenige Stunden nach dem Schlüpfen das Nest. Sie folgen in ihren ersten Lebensstunden demjenigen, den die Küken zuerst erblickt haben, also in der Regel der Mutter. Die Jungen können direkt schwimmen. Flügge werden sie im Alter von acht Wochen. Die jungen Enten bleiben aber noch weitere 50 bis 60 Tage bei der Mutter.

Lebenserwartung

Brombeeren