Sumpfmeise

Amsel

Die Sumpfmeise ist auch unter dem Namen „Nonnenmeise“ bekannt (Poecile palustris). Sie gehört zu den Singvögeln und zur Familie der Meisen. Vom Aussehen her wird sie oftmals mit der Weidenmeise verwechselt, doch die Gesänge und Rufe dieser beiden Arten sind sehr unterschiedlich.

Aussehen der Sumpfmeise

Das Aussehen beider Geschlechter ist gleich.

  • Die Sumpfmeise ist zwischen 11,5cm und 13cm groß.
  • Ihr schwarzer Schnabel ist an den Kanten aufgehellt.
  • Die Kopfkappe ist glänzend schwarz und verläuft von der Stirn über den Scheitel bis zum Nacken. Dagegen wirken die Ohrdecken und Wangen mit ihrer weißen Färbung sehr kontrastreich.
  • Die Seiten des Halses sind von braun-weißer Farbe und Kehlmitte sowie Kinn sind von schwarzer Farbe gekennzeichnet. Die Federn an Kehlmitte und Kinn können mit weißen Spitzen versehen sein.
  • Die Oberseite der Sumpfmeise hat eine braungraue Farbe. Der Bürzel weist meistens ein helleres Beige vor.
  • Die Unterseite ist schmutzigweiß gefärbt und zu den Unterschwanzdecken und Flanken hin von einer fahlen, beigen Farbe geprägt.
  • Arm- und Handschwingen weisen eine dunkle, braungraue Farbe vor. Die Außenfahnen sind braun gesäumt und der Rand der Innenfahnen ist weiß.
  • Unterflügeldecken und Achselfedern sind weiß und leicht beige gefärbt.
  • Die dunkelbraunen Steuerfedern sind olivbraun umsäumt.
  • Füße und Beine der Sumpfmeise sind von blaugrauer Farbe.

Besonderheit

Brombeeren

Aussehen Jungvögel

Die Kopfkappe der Jungvögel ist an ihrer matt schwarzen Farbe erkennbar. Der Kehlkopf ist noch braunschwarz gefärbt. Die Oberseite hat eine graue und die Unterseite eine weiße Farbe.

Merkmale Männchen und Weibchen

Brombeeren

Stimme

Charakteristisch für die Sumpfmeise ist der markante, scharfe Ruf, der wie „pistjü“ klingt. Auch der aufgeregte Laut „zij dädädac“ ist typisch diesen Singvogel. Der erst genannte Ruf wird überwiegend von Männchen als Reviergesang genutzt.

Ansonsten ist das stimmliche Repertoire sehr umfangreich, wobei vom menschlichen Gehör lediglich sechs oder sieben Lautäußerungen unterschieden werden kann. Man konnte jedoch mittels Sonagramm rundvierzig Lautvarianten feststellen.

Vorkommen

Der Verbreitungsbereich der Sumpfmeise befindet sich in den gemäßigten Zonen der paläarktischen Region, wobei eine Lücke von rund 2000km vom Ural bis Westsibirien besteht.

Lebensraum

Der Name dieses Singvogels könnte darauf schließen lassen, dass er Sümpfe als Lebensraum nutzt. Dem ist jedoch nicht so, denn die bevorzugten Lebensräume der Sumpfmeisen sind Laubwälder oder Mischwälder mit hohem Anteil an Laubgehölzen. Die von Sumpfmeisen bewohnten Wälder weisen große Bestände an Altholz, lichtem Unterwuchs sowie Totholz vor. Wenn diese Meisenart Gärten oder Parks bewohnt, sind auch dort alte Baumbestände vorzufinden. Nur selten leben Sumpfmeisen in reinen Nadelwäldern. Die Siedlungsdichte ist in feuchten Waldgebieten zwar höher, doch meiden Sumpfmeisen zu nasse Wälder. Auch zu trockene Wälder werden von dieser Meisenart nicht bewohnt.

Im mediterranen Raum sind Sumpfmeisen in Wäldern mit hohem Bestand an Kastanien, Buchen oder Eichen zu finden. In Südsibirien kommen Sumpfmeisen in Nadelwäldern so gut wie gar nicht vor. Dort nutzen sie Weiden-, Birken- oder Pappelwälder, die nahe an Flüssen liegen.

Zugverhalten

Sumpfmeisen sind Standvögel mit einer hohen Treue zum Revier. Lediglich im Osten Asiens sowie in Russland treten manchmal lokale Wanderungen im Frühling und im Herbst auf.

Nahrung

Die Ernährung sieht je nach Jahreszeit unterschiedlich aus:

  • Im Frühling und Sommer sind Spinnentiere und Insekten die Hauptbestandteile der Nahrung
  • Im Herbst und Winter werden vor allem Sämereien gefressen

Die Sumpfmeise geht auf niedriger bis mittlerer Höhe in Sträuchern und in Bäumen auf Nahrungssuche. Wenn der Herbst beginnt, suchen sie auch auf dem Boden nach Sämereien. Diese Vögel legen Nahrungsvorräte an. Dazu nutzen sie Rindenspalten, Flechten, Moos sowie dicht wachsende Pflanzen, um tote Insekten oder Samen zu verstecken. Um genügend Vorräte sammeln zu können, fliegen die Sumpfmeisen teilweise Strecken bis zu achtzig Kilometer. Innerhalb eines Tages verstecken die kleinen Vögel hunderte von Samen.

Balzverhalten und Paarbildung

Mit ungefähr einem Jahr sind Sumpfmeisen geschlechtsreif. Bei dieser Meisenart bleiben Paare oftmals jahrelang zusammen. Eine monogame Dauerbeziehung wird jedoch erst geführt, wenn der männlichen Sumpfmeise eine Revierbesetzung gelungen ist. Bei den jungen Paaren kommt es somit zunächst zu einer temporären Paarbindung.

Beim Balzen zeigt sich das typische Flügelzittern. Beide Partner singen abwechselnd ihren Balzgesang, der in hohen Frequenzen ertönt, bis sich das Weibchen flügelzitternd dem Männchen nähert. Die männliche Sumpfmeise fliegt letztlich für die Kopulation zum Weibchen, wobei die Flugbewegungen an die der Schmetterlinge erinnern.

Bevor das erste Ei abgelegt wird, beginnt das Balzfüttern: Das Weibchen wird vom Männchen gefüttert.

Nestbau und Gelege

Ab dem späten Herbst fängt das Sumpfmeisenpaar an, einen geeigneten Nistplatz zu suchen. Diese Suche wird im März noch intensiver betrieben. Sumpfmeisen nutzen entweder Höhlen, die bereits vorhanden sind (z.B. Spechthöhlen oder Weidenmeisenhöhlen) oder sie erweitern Hohlräume, die sich in morschem Holz befinden. Nistkästen werden zwar angenommen, aber nur dann, wenn keine für Sumpfmeisen geeigneten Höhlen in der Natur zur Verfügung stehen.

Welche Höhle letztlich als Nistplatz ausgewählt wird, entscheidet das Weibchen. Sie baut auch das Nest und erweitert die Nisthöhle.

Die Nisthöhlen haben eine Tiefe von rund zwanzig Zentimeter. Das Nest sieht napfartig aus und wird mit Moos ausgelegt. Dann wird es mit Pflanzenfasern und Tierhaaren ausgepolstert. Zum Schluss wird in die Mitte eine Mulde zum Nisten gedrückt. Der gesamte Nestbau dauert zwischen fünf und acht Tagen.

In der Regel werden sieben bis neun Eier gelegt, die einen altweißen Untergrund und rostbraune oder rostrote Flecken aufweisen.

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Amselnest mit Eiern / Amselgelege,
von Martin Rosenlehner, CC BY-SA 4.0

Gelege

Brutverhalten

Nachdem das letzte Ei abgelegt wurde, fängt die Brutzeit an, die etwa dreizehn Tage andauert.

Beide Elternteile füttern ihre Jungen. Das Hudern der Nestlinge übernimmt jedoch ausschließlich das Weibchen.

Die Jungvögel werden nach rund zwanzig Tagen flügge und verlassen das Nest. Danach sind sie aber noch nicht komplett auf sich alleine gestellt, denn die Eltern betreuen ihre Jungen noch sieben bis vierzehn Tage. Anschließend wandern die Jungvögel vom Brutrevier ab. Sie bleiben allerdings im nahen Umfeld.

Lebenserwartung

Brombeeren