Teichhuhn

Amsel

Teichhühner (Gallinula chloropus) werden auch als Teichralle bezeichnet. Sie gehören zur Familie der Rallen, zur Gattung der Teichrallen und sind den Kranichvögeln zugeordnet.

Gallinula chloropus kann mit „grünfüßiges Hühnchen“ übersetzt werden und deutet auf die grüne Färbung der Beine hin.

Die Bestände sind in anderen europäischen Ländern stabil, aber in Deutschland steht das Teichhuhn seit 2006 auf der Vorwarnstufe der Roten Liste. Die Bestandsrückgänge sind in Deutschland erheblich.

Aussehen der Teichhuhn

Das Teichhuhn wird ungefähr 35 Zentimeter groß. Das Gefieder ist auf der Oberseite dunkel olivbraun gefärbt und die Unterseite ist grauschwarz. Die Flanken weisen eine weiße Streifung auf.

Im starken Kontrast dazu stehen der rote Schnabel mit der gelben Schnabelspitze und das rote Stirnschild. Der Unterschwanz ist weiß. Der Schwanz wird meisten steil aufrecht getragen.

Die Füße sind gelbgrün und die Zehen sehr lang.

Besonderheit

Teichhühner nicken beim Schwimmen dauernd mit dem Kopf und wippen mit dem steil nach oben getragenen Schwanz.

Aussehen Jungvögel

Die Küken haben zunächst ein schwarzes Gefieder und einen rot-blauen nackten Kopf.

Die jungen Teichhühner haben ein braunes Gefieder und der Schnabel ist olivgrün gefärbt.

Merkmale Männchen und Weibchen

Brombeeren

Stimme

Der Balzruf ist vor allem nachts zu hören und klingt wie ein „kreck kreck kreck“.

Ansonsten klingt der Ruf scharf („kirrek“ oder „kürrk“).

Vorkommen

Das Teichhuhn ist in Europa, Afrika, Asien, Nordamerika, Südamerika sowie auf Hawaii, Mauritius, Réunion, Madagaskar und auf den Seychellen verbreitet.

Es wird in verschieden hoher Anzahl an Unterarten unterschieden. Hier werden die gesicherten Unterarten sowie die zwei noch umstrittenen Inselformen:

  • Gallinula chloropus chloropus ist die Nominatform, deren Verbreitungsbereich von Großbritannien über die südlichen Gebiete Finnlands, Schwedens und Norwegens bis zum Westen Sibiriens verläuft. Zudem kommt sie in Turkestan, Kaschmir, Dsungarei, Tianshan, Kasachtan, Marokko, Algerien, Tunesien, Irak, Syrien, Libanon, Israel, Sinai, Libyen und im Nildelta vor.
  • Gallinula chloropus indica ist im Irak, auf der Arabischen Halbinsel, in Südtibet, in Ost- und Südchina, Japan, Taiwan, Indien, Hainandao, Birma sowie auf Sri Lanka und auf den Ryukyu-Inseln verbreitet.
  • Gallinula chloropus lozanoi kommt auf den Philippinen vor.
  • Gallinula chloropus orientalis bewohnt die Inseln von Java, Sumatra, Malakka, Bali, Sumbawa, Lombok, Sulawesi, Borneo, Kangean und Flores.
  • Gallinula chloropus guami kommt auf den Marianen vor.
  • Gallinula chloropus pyrrorhoa ist auf Mauritius, Réunion und Madagaskar verbreitet.
  • Gallinula chloropus meridionalis kommt in Afrika sowie auf Annobón und Sao Tomé vor.
  • Gallinula chloropus sandvicensis lebt auf Hawaii.
  • Gallinula chloropus cerceris bewohnt die Kleinen und Großen Antillen.
  • Gallinula chloropus cachinnans ist in Mittelamerika, Nordamerika, auf den Galapagosinseln sowie auf den Bermudainseln und den Bahamas verbreitet.
  • Gallinula chloropus pauxilla kommt in Nord- und Westkolumbien, Westecuador und an der Nordwestküste von Peru vor.
  • Gallinula chloropus garmani ist im Hochland von Peru, in Westbolivien, in Nordchile und im Nordwesten von Argentinien verbreitet.
  • Gallinula chloropus galeata bewohnt Nordargentinien, Uruguay, Paraguay, Ostbolivien, Brasilien, Nord-Venezuela, Guayana sowie Trinidad.
  • Gallinula chloropus correiana kommt auf Faial und Terceira vor
  • Gallinula chloropus barbadensis und Gallinula chloropus seychellarum bewohnen Barbados und die Seychellen. Allerdings stehen diese Unterarten noch in der Diskussion, da man sich nicht sicher ist, ob diese beiden Formen als Unterarten eingeordnet werden sollten.

Lebensraum

Teichhühner halten sich auf Teichen, Seen sowie auf langsam fließenden Flüssen auf. Wichtig ist ihnen eine üppige Ufervegetation. Ist diese vorhanden, sind sie auch auf Teichen und Seen in menschlichen Siedlungen und sogar in Städten anzutreffen.

Zugverhalten

Teichhühner in Mitteleuropa sind Standvögel. Sie wandern nur ab, wenn starker Frost vorherrscht. Die Populationen, die in Osteuropa und Nordeuropa brüten, ziehen zur Überwinterung in wärmere Regionen.

Nahrung

Die Nahrung besteht aus Wasserpflanzen, Sumpfpflanzen, Schnecken, Würmer, Insekten und Samen. Teichrallen suchen nicht nur im Wasser Nahrung, sondern gehen auch auf Weiden und Wiesen auf Nahrungssuche.

Balzverhalten und Paarbildung

Bei den Zugvögeln beginnt die Paarbildung bereit vor dem Zug. In der Regel sucht sich das Weibchen einen Partner aus. Dabei wird darauf geachtet, dass das Männchen gut genährt wirkt. Bei der Paarsuche kommt es zu heftigen Kämpfen zwischen den Weibchen. Die Siegerinnen können sich dann ein Männchen auswählen.

Die Paarbildung der Standvögel beginnt oftmals schon im Oktober. Diese Paare bleiben häufig mehrere Jahre zusammen.

Nähert sich ein Weibchen, schwimmt ihm das Männchen entgegen. Dabei nimmt das Männchen eine Imponierhaltung ein und pickt rhythmisch auf die Oberfläche des Wassers. Wenn sich das Weibchen abwendet, schwimmt das Männchen hinter dem Weibchen her. Das Weibchen schwimmt eine kurze Strecke, wendet dann wieder und führt ebenfalls dieses Scheinpicken durch.

Ist die Paarbildung abgeschlossen, wird die Individualdistanz der Beiden nicht mehr eingehalten. Dann ist auch eine gegenseitige Gefiederpflege zu erkennen.

Nestbau und Gelege

Das Nest wird in der Ufervegetation gebaut. Die Nistplätze werden vom Männchen ausgewählt, wobei es Plätze für das eigentliche auswählt und zudem weitere Plätze, die als Balzplattform oder Schlafplatz verwendet werden.

Meistens bauen die Paare zwei Brutnester und entscheiden sich erst danach, welches als Gelegenest genutzt wird. Das andere Nest wird oftmals als Rastplatz verwendet.

Das Nest wird vom Paar gemeinsam gebaut. In der Regel errichtet das Männchen das Fundament und die Nistmulde wird vom Weibchen gebaut. Meistens ist das Nest noch nicht fertig, wenn das erste Ei abgelegt wird. Oft wird noch während der Brutzeit am Nest gebaut. Viele Nester erhalten einen Baldachin, damit das Gelege vor Räubern geschützt liegt.

Weiterhin errichtet das Männchen Schlaf- und Ruhenester für die Jungen.

Ein Gelege besteht aus fünf bis zehn rahmweißen Eiern, die dunkelbraune Punkte aufweisen. Die Eier werden meistens abends gelegt.

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Amselnest mit Eiern / Amselgelege,
von Martin Rosenlehner, CC BY-SA 4.0

Gelege

Brutverhalten

Die Bebrütung wird von beiden Elternteilen durchgeführt, wobei die Männchen nachts brüten. Nach 19 bis 22 Tagen schlüpfen die Küken und bleiben ein bis die Tage im Nest. Sie können aber schon von ihrem ersten Lebenstag an schwimmen und ab dem fünften Tag sind sie tauchfähig.

Ab ihrem zehnten Lebenstag suchen sich die jungen Teichrallen schon selbst ihre Nahrung. Sie werden aber dennoch bis etwa zu ihrem 45. Lebenstag auch von ihren Eltern mit Nahrung versorgt. Zum Ruhen begeben sie sich auf die Schlafnester, die vom Vater gebaut wurden.

Lebenserwartung

Teichhühner können ein Alter von acht Jahren erreichen. Da jedoch viele Teichrallen durch Fressfeine sterben, erreichen nur wenige Vögel das dritte Lebensjahr.