Turmfalke

Amsel

Turmfalken (Falco tinnunculus) gehören zur Familie und zur Ordnung der Falkenartigen und zur Unterfamilie der Eigentlichen Falken. Dieser Vogel ist gut zu erkennen, wenn er im Rüttelflug nach Beute Ausschau hält.

Aussehen der Turmfalke

Bei Turmfalken gibt es deutliche Unterscheidungsmerkmale der Geschlechter. Beide Geschlechter haben einen langen, abgerundeten Schwanz mit schwarzen breiten Endbinden. Die Beine haben eine gelbe Farbe und die Krallen sind schwarz.

Besonderheit

Brombeeren

Aussehen Jungvögel

Bei den Jungvögeln ist die Oberseite wie bei den Weibchen rotbraun und schwarz gebändert.

Merkmale Männchen und Weibchen

Bei männlichen Turmfalken sind Schwanz und Kopf hellgrau gefärbt. Der Kopf ist grau und die Oberseite rotbraun mit kleinen schwarzen Flecken, die teilweise rautenförmig sind. Die Unterseite hat einen hellen cremefarbenen Ton mit sehr leichten braunen Streifen oder Flecken. Unterflügeldecken und Unterbauch haben eine weißliche Färbung.

Die Oberseite ist bei den Weibchen rotbraun gefärbt und deutlich schwarz gebändert. Der Kopf ist rotbraun und die Unterseite dunkler als die der Männchen. Zudem ist die Fleckung der Unterseite stärker.

Die Körperlänge der Weibchen beträgt 39 Zentimeter und die der Männchen 33 Zentimeter.

Stimme

Der helle Ruf klingt wie ein „kikiki“ oder „ti ti ti“. Der lateinische Artenname heißt übersetzt „schellend“ oder „klingend“ und deutet auf den typischen Ruf hin.

Der Ruf am Brutplatz hört sich wimmernd an („wriih“).

Vorkommen

Turmfalken kommen im gesamten mitteleuropäischen Raum sowie in Afrika und Asien vor. Es gibt folgende Unterarten:

  • Die Nominatform Falco tinnunculus tinnunculus kommt in der gesamten Paläarktis vor.
  • Falco tinnunculus canariensis ist auf Madeira und den Kanarischen Inseln verbreitet, wobei im Osten der Kanarischen Inseln Falco tinnunculus dacotiae vorkommt.
  • Falco tinnunculus alexandria kommt auf den Kapverdischen Inseln vor und dort im südlichen Teil. Im Norden lebt die Unterart Falco tinnunculus neglectus. Die Färbung dieser Unterarten ist kräftiger.
  • Falco tinnunculus interstinctus ist im Himalaya, in Assam, Burma, Korea, Japan und China verbreitet.
  • Falco tinnunculus rupicolaeformis kommt in Ägypten, Nordsudan und auf der Arabischen Halbinsel vor.
  • Falco tinnunculus objurgatus kommt auf Sri Lanka und in Süd- und Westindien vor.
  • Falco tinnunculus rufescens ist in den Savannen Afrikas und in Äthiopien verbreitet.
  • Falco tinnunculus archeri ist an der Küste Kenias und in Somalia verbreitet.
  • Das Verbreitungsgebiet von Falco tinnunculus rupicolus verläuft von Angola bis Kapland und Tansania.

Lebensraum

In großen Waldgebieten sowie in baumlosen Steppen kommt der Turmfalke nicht vor. Ansonsten ist der Turmfalke in sehr verschiedenen Lebensräumen anzutreffen. Im mitteleuropäischen Raum besiedelt er Waldränder und Feldgehölze. Zum Jagen braucht er freie Flächen.

Es gibt aber auch Turmfalken, die in Stadtlandschaften leben und dort auf Kirchtürmen sowie in Nischen und Vorsprüngen von Gebäuden nisten. Für die Jagd müssen sie dann allerdings weitere Strecken zurücklegen.

Zugverhalten

Turmfalken sind entweder Standvögel oder Zug- oder Strichvögel. Zum Beispiel:

  • Brutpopulationen des Baltikums und Skandinaviens ziehen zur Überwinterung in den Süden Europas.
  • Turmfalken in Südschweden überwintern in Deutschland, Polen, Belgien oder im Norden Frankreichs.
  • Brutpopulationen in Zentralschweden ziehen zur Überwinterung nach Nordafrika oder Spanien.
  • Populationen, die in Deutschland, Belgien und in den Niederlanden brüten sind meistens Standvögel oder Strichvögel.

Nahrung

Turmfalken jagen immer auf offenen Flächen. Sie ernähren sich von Mäusen, kleinen Vögeln, Eidechsen und großen Insekten. Im Rüttelflug suchen sie den Boden nach Beute ab.

Balzverhalten und Paarbildung

Während der Balz vollführt das Männchen Balzflüge, bei denen es ruckartig mit den Flügeln schlägt, sich halb um die Längsachse dreht und in schnellem Tempo nach unten gleitet. Dabei lässt es erregte Rufe erklingen.

Ist das Weibchen paarungsbereit, lässt es sich in der Nähe des Männchens nieder und ruft einen dem Bettelruf der Jungvögel ähnlichen Laut.

Nestbau und Gelege

Das Nest wird in Feldgehölzen oder in Felswänden, an Kirchtürmen oder in Steinbrüchen gebaut. Turmfalken nutzen aber auch alte Krähen- oder Elsternester.

Ein Gelege umfasst drei bis sechs ockergelbe bis braune Eier, die stark gefleckt sind.

Eier der xxx

xxxeier

Amselnest mit Eiern / Amselgelege,
von Martin Rosenlehner, CC BY-SA 4.0

Gelege

Brutverhalten

Die Bebrütung wird überwiegend vom Weibchen durchgeführt. Nach 27 bis 29 Tagen schlüpfen die Küken, die vom Weibchen fast dauerhaft gehudert werden. In den ersten Tagen verlässt das Weibchen immer nur kurzzeitig das Nest, damit es Nahrung vom Männchen übernehmen kann.

Ab Beginn der dritten Lebenswoche werden die Jungvögel nicht mehr gehudert. Jetzt werden die jungen Turmfalken von beiden Elternteilen mit Nahrung versorgt. Sind die Jungvögel älter, bekommen sie Nahrung von den Eltern hingelegt und müssen dann selbst fressen. Besteht ein Nahrungsmangel, überleben meistens nur die starken Jungvögel. Die Schwächeren haben nur eine geringe Chance genügend Nahrung zu erhalten und somit sterben sie noch am Nistplatz.

Lebenserwartung

Turmfalken können bis zu achtzehn Jahre alt werden.