Waldohreule

Amsel

Waldohreulen (Asio otus) gehören zur Familie der Eigentlichen Eulen und werden den Eulen zugeordnet. Zudem zählen sie zur Gattung der Ohreulen.

Aussehen der Waldohreule

Die Waldohreule erreicht eine Körperlänge zwischen 35 und 37 Zentimeter. Sie ist somit in etwa so groß wie der Waldkauz, aber hat einen schlankeren Körperbau.

Ihr Gefieder ist rindenfarben und durch diese Färbung ist sie auf Bäumen sehr gut getarnt. Das Gefieder ist schwarzbraun gefleckt und gestrichelt.

Auffällig sind die langen Federohren und die orangefarbenen Augen. Der Gesichtsschleier ist scharf umgrenzt. In der Mitte des Gesichts befindet sich eine Stirnbefiederung, die hervorsteht.

Die Armschwingen und Handschwingen haben eine dunkle Querbänderung.

Besonderheit

Brombeeren

Aussehen Jungvögel

Die Jungvögel haben bereits kleine Federohren.

Merkmale Männchen und Weibchen

Die Grundfärbung der Weibchen ist leicht dunkler und die überwiegenden Farbtöne sind rostbraun.

Stimme

Der Reviergesang umfasst monoton gereihte Rufe, die leise vorgetragen werden („huh“). Die Antwort-Rufe der Weibchen sind ebenfalls monoton und klingen wie „uijo“ oder „üüiü“. Das Weibchen ruft auch Bettelrufe während der Balz („chwää“). Übergibt das Männchen dem Weibchen als Balzritual Beute, ist ein kräftiger Ruf zu vernehmen („chrööj“ oder „chwü“).

Zwecks Abwehr von Feinden wird Schnabelknappen eingesetzt oder es wird ein Laut von sich gegeben, der sich nach Fauchen anhört. Der Alarmruf klingt kläffend, bellend oder miauend.

Ästlinge fiepen nachts mitunter stundenlang.

Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet verläuft von Irland und Großbritannien über Eurasien bis nach China, zur Mongolei sowie bis Sachalin und Japan. Im Norden sind die Waldohreulen im Bereich des borealen Nadelwaldes verbreitet. Auf dem afrikanischen Kontinent kommt sie in Äthiopiens Bergwäldern und im Atlasgebirge vor. Zudem werden die Kanaren, die Azoren, der Süden Kanadas und der mittlere und nördliche Bereich der Vereinigten Staaten besiedelt.

Man unterscheidet folgende Unterarten:

  • Die Nominatform Asio otus otus kommt in Mitteleuropa vor.
  • Die kleinere Unterart Asio otus canariensis kommt auf den Kanarischen Inseln vor.
  • In Nordamerika sind die Unterarten Asio otus tuftsi und Asio otus wilsonianus verbreitet.
  • Im Osten Afrikas kommt die Unterart Asio otus abyssinsicus vor. Sie gilt jedoch von einigen Autoren als eigenständige Art.

Lebensraum

Waldohreulen bevorzugen offenes Gelände, auf dem sich kleine Baumgruppen befinden. Ebenso leben sie in lichten Wäldern und Feldgehölzen. Geschlossene Wälder werden von der Waldohreule gemieden. Wenn sie Wälder bewohnen, gibt es dort genügend freie Flächen, auf denen sie jagen können.

Diese Eulen sind außerdem am Stadtrand anzutreffen, vor allem in Randbereichen mit angrenzenden landwirtschaftlich genutzten Flächen.

Im Winter ruhen die Eulen auch manchmal am Tage in Bäumen in Gärten und Parks – selbst in der Stadt sind die gelegentlich in Parks und Gärten zu beobachten. An diesen Tagesschlafplätzen versammeln sich häufig mehrere Waldohreulen. Unter diesen Plätzen findet man ausgewürgte Reste von verzehrten Mäusen vor.

Zugverhalten

In Deutschland sind Waldohreulen Standvögel. Populationen aus dem Norden ziehen für die Überwinterung in südwestliche Regionen.

Nahrung

Die Hauptnahrungsquellen der Waldohreule sind Mäuse sowie kleine Vögel.

Balzverhalten und Paarbildung

Zur Balzzeit wird das Revier mit Rufen und Balzflügen markiert. Bei diesen Flügen klatscht die Eule ihre Flügel unter dem Körper zusammen.

Während der Phase der Anpaarung wird im Wechsel gerufen.

Das Männchen weist auf mögliche Nistplätze hin. Dabei hebt es seine Flügel in V-Form an und lässt sich auf den Nistplatz gleiten. Dann lockt das Männchen mit leisen Rufen und beugt sich in steifer Haltung dem Weibchen entgegen. Es stellt die Federohren auf, hebt die Flügen über den Rücken an und nimmt eine Buckelhaltung ein. Ist das Weibchen paarungswillig, fliegt es zum Männchen und nimmt eine flach geduckte Haltung ein.

Nestbau und Gelege

Waldohreulen legen ihre Eier in alte Nester von Greifvögeln, Krähen oder Elstern.

Ein Gelege umfasst drei bis acht weiße Eier. Die Gelegegröße hängt mit dem Angebot an Mäusen zusammen.

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Amselnest mit Eiern / Amselgelege,
von Martin Rosenlehner, CC BY-SA 4.0

Gelege

Brutverhalten

Die Bebrütung übernimmt das Weibchen. Während der Brutzeit wird das Weibchen vom Männchen mit Nahrung versorgt.

Nach ungefähr 27 Tagen schlüpfen die Küken und werden in den ersten Tagen gehudert. Das Männchen bringt weiterhin Nahrung an. Die Beute wird vom Weibchen in Stücke geteilt und den jungen Vögeln gefüttert.

Wenn die Jungvögel etwa zwei Wochen alt sind, bleibt das Weibchen am Rand der Nistmulde oder in der Nähe des Nestes sitzen. Das Weibchen beteiligt sich an der Beutejagd, sobald die jungen Eulen das Nest verlassen haben und sich in den Baumkronen aufhalten.

Die jungen Eulen können mit zehn Wochen bereits eigenständig Mäuse erbeuten. Sie werden aber bis zur elften Lebenswoche von ihren Eltern mit Nahrung versorgt.

Lebenserwartung

Waldohreulen können 28 Jahre alt werden, wobei nur jede zweite Jungeule das erste Lebensjahr überlebt.