Wasseramsel

Amsel

Die Wasseramsel (Cinclus cinclus) gehört zur Familie der Wasseramseln. Dieser Singvogel ist den Sperlingsvögeln zugeordnet und wird auch als Eurasische Wasseramsel bezeichnet.

Aussehen der Wasseramsel

Wasseramseln werden zirka achtzehn Zentimeter groß

Das Gefieder der Oberseite hat eine dunkelbraune Färbung.

Kehle und Brust sind weiß. Der Bauch hat eine rotbraune Färbung.

Füße und Zehen haben eine schwärzliche Farbe, wobei die hellen und langen Krallen auffallen.

Besonderheit

Die Wasseramsel kann in fließenden Gewässern tauchen und ist somit der einzige Singvogel, der diese Fähigkeit besitzt. Somit kann sie nach kleinen Wassertieren und Insektenlarven tauchen.

Aussehen Jungvögel

Bei den Jungvögeln ist das Gefieder der Oberseite grau und der Bauch ist gebändert.

Merkmale Männchen und Weibchen

Brombeeren

Stimme

Der Ruf hört sich wie ein scharfes „zitt“ oder ein raues „schrätt schrätt“ an.

Der Gesang erklingt hell und besteht aus klirrenden und pfeifenden Tönen.

Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet verläuft über Westeuropa bis in den Nordwesten Afrikas. Ebenso kommt der Vogel am Baikalsee und im Westen Chinas vor.

Die Wasseramsel kommt in Deutschland in den Mittelgebirgen und in den Alpen vor. Im Tiefland Norddeutschlands fehlt sie weitgehend.

Es gibt dreizehn anerkannte Unterarten:

  • Cinclus cinclus cinclus ist die Nominatform, die im Nordwesten Russlands, im Baltikum und in Skandinavien vertreten ist.
  • Cinclus cinclus gularis kommt im Westen Englands, im Osten Schottlands, in Wales und auf Orkney vor. Bei dieser Unterart ist die Oberseite heller und Flanken sowie der Bauch haben eine graue Farbe.
  • Cinclus cinclus hibernicus ist im Westen Schottlands, in Irland und auf den Hebriden vertreten.
  • Cinclus cinclus aquaticus kommt im Osten Spaniens und Frankreichs sowie von Belgien über Mitteleuropa bis Polen und von Sizilien bis Griechenland vor.
  • Cinclus cinclus minor sind im Gebirge Nordafrikas verbreitet. Die Art hat einen deutlich längeren Schnabel.
  • Cinclus cinclus caucasicus ist vom Osten der Türkei bis zum Norden Irans verbreitet. Diese Unterart hat ein deutlich dunkleres Gefieder und kann eine dunkle, fast schwarze Bauchseite aufweisen. Auch fehlt das Brustband.
  • Cinclus cinclus rufiventris ist im Gebirge vom Libanon beheimatet und weist eine kleinere Körpgergröße vor.
  • Cinclus cinclus persicus ist im Süden von Zagros vertreten und hat blassere Farben.
  • Cinclus cinclus leucogaster ist vom Norden Afghanistans bis zum Stanowogebirge verbreitet und kommt in drei Farbvarianten vor.
  • Cinclus cinclus uralensis kommt im Uralgebirge vor. Das Gefieder ist brauner und blasser als das der Nominatform.
  • Cinclus cinclus przewalski ist im Westen Chinas, in Bhutan und im Südosten Tibets vertreten.
  • Cinclus cinclus cashmeriensis kommt im Westen des Himalayas vor.

Lebensraum

Wasseramseln leben an Bächen und Flüssen, die schnell fließen. Auch in Gärten lassen sie sich nieder, wenn sich diese in der Nähe eines fließenden Gewässers befinden. Der Untergrund des Gewässers muss kiesig oder steinig sein und das Ufer muss zumindest teilweise bebuscht sein.

Der Vogel besiedelt keine Fließgewässer, die im dichten Wald verlaufen oder bei denen eine dichte Vegetation fehlt.

Zugverhalten

Die Wasseramsel ist ein Standvogel. Das Brutgewässer wird nur verlassen, wenn dieses zufriert. Dann ziehen sie flussabwärts.

Populationen in Kaukasien, Nordrussland und Skandinavien ziehen zum Überwintern in südlich gelegene Gebiete.

Nahrung

Die Wasseramsel ernährt sich von Wasserinsekten und deren Larven sowie von kleinen Wassertieren wie Schnecken, Flohkrebse, Wasserkäfer und andere.

Nestlinge werden mit Eintagsfliegenlarven und Köcherfliegenlarven gefüttert.

Balzverhalten und Paarbildung

In der Regel führen Wasseramseln monogame Saisonehen. Da diese Vögel sehr brutortstreu sind, kommen Wiederverpaarungen häufig vor. Manchmal bleiben Partnerschaften auch lebenslang erhalten.

Das Männchen umtänzelt oder umschwimmt das Weibchen und lässt dabei seinen Gesang und tiefklingende Rufe hören. Dabei zeigt es seine helle Brust, knickst dauernd und zuckt mit den Flügeln.

Das Männchen verfolgt das Weibchen, wenn dieses auffliegt. Zur Balz gehören auch Imponierflüge, die in Imponiertauchen übergehen: Klatschend stürzt sich das Männchen ins Wasser.

Fängt das Weibchen an aktiv zu werden, umtänzelt es das Männchen, wobei es mit den Flügeln zittert und knickst. Das Männchen bietet dem Weibchen Futter an. Die Paarbildung ist dann abgeschlossen, wenn das Futter angenommen wird.

Nestbau und Gelege

Das Nest ist kugelförmig und wird direkt am Wasser errichtet. Dort findet es Schutz in Höhlungen. Es wird aus Moos gebaut und hat an der Seite seinen Eingang. Am Nestbau sind Männchen und Weibchen beteiligt. Das einmal errichtete Nest wird oft über mehrere Jahre genutzt.

Ein Gelege umfasst vier bis sechs Eier in weißer Farbe.

Eier der xxx

xxxeier

Amselnest mit Eiern / Amselgelege,
von Martin Rosenlehner, CC BY-SA 4.0

Gelege

Brutverhalten

Die Bebrütung wird ausschließlich vom Weibchen übernommen, sobald das vorletzte Ei abgelegt wurde. Das Männchen bleibt während der Bebrütung in Nestnähe. Das Weibchen geht selbst auf Nahrungssuche, wird aber auch zwischendurch vom Männchen gefüttert.

Nach ungefähr sechzehn Tagen schlüpfen die Küken, die das Weibchen in den ersten Tagen hudert. Zunächst versorgt das Männchen die Nestlinge mit Nahrung und später wird die Fütterung von beiden Elternteilen durchgeführt.

Sind die jungen Vögel rund 24 Tage alt, verlassen sie das Nest. Die Eltern betreuen ihre Jungvögel noch etwa zwei Wochen lang.

Wasseramseln brüten zwei Mal jährlich.

Lebenserwartung

Man geht von einem Durchschnittsalter von zwei Jahren aus.