Wendehals

Amsel

Der wissenschaftliche Name des Wendeshalses lautet Jynx torquilla. Er gehört zur Familie der Spechte und zur Unterfamilie der Wendehälse.

Der Bestand des Wendehalses hat stark abgenommen, weil es immer weniger alte Obstbäume und Ameisen gibt. Dennoch gehört der Wendehals nicht zu den gefährdeten Arten.

Aussehen der Wendehals

Wendehälse werden rund siebzehn Zentimeter groß und etwa fünfzig Gramm schwer.

Das Borkenmuster des Gefieders eignet sich hervorragend zur Tarnung. Hält sich der Wendehals am Baum auf, ist er kaum zu erkennen. Die Zeichnungen an der Unterseite sind nur bei guten Lichtverhältnissen zu sehen. Auch für das Erkennen der isabellfarbenen Kehle muss das Licht gut sein.

Ein dunkelbraunes Band verläuft über den Rücken bis zum Oberkopf und grenzt sich stark von der graubraunen Farbe des übrigen Gefieders ab.

Der Schnabel des Wendehalses ist recht kurz.

Besonderheit

Bei Gefahr – und ebenso während der Balzzeit - versucht der Wendehals Drohgebärden von Schlangen zu imitieren, indem er seinen Hals streckt, den Kopf hin und her wendet und dabei ein zischendes Geräusch von sich gibt. Von diesen Kopfbewegungen her leitet sich auch sein Name ab.

Aussehen Jungvögel

Das Gefieder der jungen Wendehälse ist überwiegend mit matten Brauntönen versehen. Zudem ist die Kehle fast weißlich gefärbt. Am Bauchgefieder können die Zeichnungen noch nicht gut erkannt werden.

Merkmale Männchen und Weibchen

Es gibt keine deutlichen Unterscheidungsmerkmale zwischen den Geschlechtern. Bei den Weibchen ist lediglich die Färbung matter.

Stimme

Eine Rufreihe besteht aus bis zu fünfzehn Tönen, die sich dünn und quäkend anhören. Diese Rufe sind in der Balz- und Brutzeit sowie bei der Fütterung zu vernehmen. Ansonsten sind Wendehälse nicht besonders auffällig.

Bei Bedrohung geben sie einen schlangenähnlichen Zischlaut von sich. Ansonsten trommeln und klopfen sie leise bei der Brutablösung.

Vorkommen

Der Wendehals kommt auf der iberischen Halbinsel, in Frankreich, in Schottland, in Fennoskandien und in anderen Gebieten Europas vor. Zudem ist er in Nordwestafrika und in Teilen Asiens verbreitet.

Seit 2016 unterscheidet man vier Unterarten:

  • Jynx torquilla torquilla kommt in Europa und Asien vor und zieht zum Überwintern nach Südspanien, Ostasien, auf die Balearen oder in den südlichen Teil des Himalayas.
  • Jynx torquilla mauretanica hat eine blassere Unterseite
  • Jynx torquilla tschusii ist auf Korsika, Sardinien, Sizilien, im Süden Italiens und an der östlichen Adriaküste verbreitet. Die Zeichnung dieser Unterart ist kontrastreicher und die Färbung dunkler, als die der Nominatform.
  • Jynx torquilla himalayana kommt im Nordwesten des Hymalayas vor.

Lebensraum

Der Wendehals besiedelt lichte Laubwälder, Feldgehölze, Obstgärten, Alleen, Friedhöfe, Gärten und Parks. Wichtig für ihn sind alte Laub- oder Obstbäume.

Diese Vögel bevorzugen also halboffene oder offene Landschaften und meiden geschlossene Wälder sowie Hochgebirge, Wüsten und Steppen ohne Baumbestand.

Der Wendehals braucht bestimmte Ameisenarten. Auch braucht er Baumhöhlen oder Spechthöhlen für die Brutzeit.

Zugverhalten

Der Wendehals ist ein Zugvogel, der für die Überwinterung in die tropischen Gebiete von Zentral- und Westafrika zieht. Lediglich die Populationen, die auf Korsika, Zypern, Sizilien und Sardinien vorkommen, sind entweder Kurzstreckenzieher oder Standvögel.

Nahrung

Bei der Nahrungssuche hält sich der Wendehals meistens am Boden auf. Dort hackt er Ameisenhaufen auf und holt mit seiner klebrigen Zunge Puppen und Larven heraus. Daneben frisst er auch andere, kleine Insekten.

Am Brutgebiet müssen bestimmte Ameisenarten vorkommen. Der Wendehals frisst vor allem Wegameisen, Wiesenameisen und Rasenameisen. Dabei frisst er überwiegend die Puppen und Larven, nimmt aber auch Ameisen zu sich.

Der Wendehals sammelt manchmal auch Plastik, Alufolie, Metallteile und andere glänzenden Gegenstände auf und füttert damit sehr wahrscheinlich die Jungvögel. So wurden in Mägen toter Nestlinge solche Gegenstände entdeckt.

Es kommt vor, dass der Wendehals Bruthöhlen von anderen Vögeln überfällt und zerstört. Meistens handelt es sich dabei um Bruthöhlen der Fliegenschnäpper oder Meisen. Es ist nicht klar, ob der Wendehals die Nestlinge und Eier dieser Vögel frisst.

Balzverhalten und Paarbildung

Wendehälse führen monogame Saisonehen, wobei die Paarbindung direkt erlischt, sobald die Jungvögel flügge geworden sind. Manchmal wird sich für die zweite Brut mit einem anderen Partner verbunden. Da Wendehälse sehr brutorttreu sind, kommt es jedoch auch zu Wiederverpaarungen.

Die Balz umfasst Verfolgungsflüge, auffällige Rufreihen und das Zeigen von Bruthöhlen.

Nestbau und Gelege

Der Wendehals brütet in Baumhöhlen, wobei er selbst keine Höhlen errichten kann. Deshalb nutzt er bestehende Spechthöhlen oder natürliche Baumhöhlen. Gelegentlich nimmt er auch Nistkästen an.

Häufig besetzt der Wendehals Bruthöhlen, in denen sich bereits andere Vögel niedergelassen haben. Die Elternvögel sowie deren Eier oder Brut werden kurzerhand entfernt. Dabei handelt es sich meistens um andere Wendehälse oder um Blutspechte oder Buntspechte.

Ein Gelege besteht aus sechs bis zehn weißen Eiern.

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Amselnest mit Eiern / Amselgelege,
von Martin Rosenlehner, CC BY-SA 4.0

Gelege

Brutverhalten

Das Weibchen legt jeden Tag ein Ei ab und wärmt die Eier zunächst alleine. Sobald das letzte Ei abgelegt wurde, beginnt die feste Bebrütung, die von beiden Elternteilen übernommen wird.

Auch die Versorgung der Nestlinge wird von Männchen und Weibchen durchgeführt. Nach rund zwanzig Tagen werden die Jungvögel flügge. Sie werden noch maximal vierzehn Tage von den Eltern versorgt.

Lebenserwartung

Brombeeren