Wintergoldhähnchen

Amsel

Der wissenschaftliche Name des Wintergoldhähnchens lautet Regulus regulus. Dieser Singvogel gehört zur Familie der Goldhähnchen und zur Ordnung der Sperlingsvögel.

So wie auch das Sommergoldhähnchen ist das Wintergoldhähnchen ein sehr aktiver Vogel, der scheinbar pausenlos im Geäst der Nadelbäume rumturnt, um dort seine Nahrung aufzupicken.

Aussehen der Wintergoldhähnchen

Wintergoldhähnchen und seine Verwandten- die Sommergoldhähnchen - sind die kleinsten europäischen Vögel. Das Gewicht des Wintergoldhähnchens beträgt fünf Gramm.

Die Länge des Wintergoldhähnchens beträgt rund neun Zentimeter. Das Gefieder der Oberseite hat eine fahle olivgrüne bis gelbgrüne und die Unterseite eine grauweiße bis graugrüne Färbung. Hand- und Armdecken sind olivbraun und die Schwungfedern haben eine bräunliche Farbe.

Der Scheitelstreifen beider Geschlechter ist seitlich mit kleinen schwarzen Federn eingerahmt.

Das Wintergoldhähnchen hat im Gegensatz zum Sommergoldhähnchen keinen schwarzen Augenstreifen und auch der weiße Streifen über den Augen fehlt. Die Nasenlöcher sind durch Borstenfedern nicht zu sehen.

Besonderheit

Brombeeren

Aussehen Jungvögel

Bestäubung

Merkmale Männchen und Weibchen

Beim Weibchen hat der Scheitelstreifen eine gelb-schwarze Färbung. Der Scheitelstreifen des Männchens ist in der Regel mit einigen Federn von oranger Farbe versehen.

Stimme

Die Stimme des Wintergoldhähnchens klingt dünn und hoch und hört sich wie ein „si si si“ an. Der Reviergesang ist sehr leise und besteht aus Strophen in hoher Frequenz, die auf- und abschwingen, wobei das Ende sehr betont wird. Die hohen Töne sind vom menschlichen Ohr kaum wahrnehmbar.

Der Reviergesang wird nur von den männlichen Wintergoldhähnchen gesungen. Beide Geschlechter singen jedoch den melodiösen Plaudergesang und das fast kontinuierlich. Während der Reviergesang erlernt werden muss, ist der Plaudergesang angeboren. Die jungen Männchen lernen ab ihrem zehnten Lebenstag den Reviergesang, den sie bis zum Verlassen des Nestes beherrschen.

Vorkommen

Wintergoldhähnchen sind in Europa sehr verbreitet. Zudem brüten diese Vögel in Japan, Zentralasien, Mittelasien, im Südwesten Sibiriens und in Vorderasien. Da Wintergoldhähnchen stark an Fichten gebunden sind, kommt dieser Vogel in vielen spanischen und osteuropäischen Gebieten nicht vor.

Lebensraum

Wintergoldhähnchen bewohnen vor allem Fichtenwälder. Befinden sich in Parks, Gärten und auf Friedhöfen Nadelbäume, trifft man diesen Vogel auch dort an.

Zugverhalten

Wintergoldhähnchen gehören zu den Teilziehern. In Mitteleuropa bleiben sie als Standvogel in ihren Brutgebieten. Vor Wintereinbruch werden die Brutgebiete von den Populationen im hohen Norden verlassen. Zum Beispiel ziehen Wintergoldhähnchen von Finnland nach Nordfrankreich, Deutschland, Großbritannien, Belgien oder zu den Niederlanden. Manche ziehen auch nach Nordspanien, Südfrankreich oder Norditalien.

Die Brutgebiete werden ab August verlassen. Je nach Witterung beginnt der Wegzug auch erst im November oder Dezember. Ab März fliegen die Wintergoldhähnchen zurück in ihre Brutgebiete.

Nahrung

Die Nahrung besteht aus kleinsten Spinnen und Insekten, wobei sie Arten bevorzugen, die weichhäutig sind. Daneben fressen Wintergoldhähnchen auch Blattläuse, Blattflöhe, Netzflügler, Mücken und kleine Raupen.

Etwa neunzig Prozent der Aktivität am Tag besteht aus Nahrungssuche. Dafür werden Äste und Blattunterseiten abgesucht.

Balzverhalten und Paarbildung

Zum festen Bestandteil des Balzverhaltens gehört die Hetzkopulae: Das paarungswillige männliche Wintergoldhähnchen zeigt ein Imponierverhalten, wobei es sich aufplustert und die Scheitelfedern leicht abspreizt und das Weibchen entzieht sich diesen Paarungsversuchen indem es flüchtet. Manchmal löst auch das Weibchen diese Hetzkopulae ein. Dann fliegt es beispielsweise an einem Männchen dicht vorbei, von dem es nicht beachtet wurde.

Ist ein Weibchen paarungswillig, setzt es sich bewegungslos auf einen Zweig und spreizt leicht die Flügel ab.

Nur vom Männchen werden Schauflüge gezeigt, wobei es spiralförmig eng um Fichten herum fliegt. Dabei werden bevorzugt isoliert stehende Bäume umflogen, die sich an der Grenze des Reviernachbarn befinden.

Nestbau und Gelege

Das Wintergoldhähnchen baut sein Hängenest in Nadelbäumen und dort wird es zwischen Zweigen oder in Astgabeln befestigt. Das Nest wird vom Weibchen alleine gebaut. Als Baumaterial dienen unter anderem Spinnstoffe von Raupen und Spinnen. Das Nest erhält eine so gute Isolierung, dass sich das Weibchen während der Brutzeit für mehr als zwanzig Minuten vom Gelege entfernen kann. Die Eier bleiben warm und das unabhängig von der Witterung.

Ein Gelege besteht aus acht bis zehn gepunkteten Eiern von bräunlicher Färbung.

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Amselnest mit Eiern / Amselgelege,
von Martin Rosenlehner, CC BY-SA 4.0

Gelege

Brutverhalten

Wintergoldhähnchen brüten zwei Mal jährlich. Die Bebrütung wird ausschließlich vom Weibchen vorgenommen. Das Weibchen bleibt nur für kurze Zeit im Nest und verlässt nach rund zwanzig Minuten ihr Gelege um auf Nahrungssuche zu gehen. Nach rund zehn Minuten kommt es wieder zurück.

Von Brutbeginn an schlüpfen die Küken nach zirka fünfzehn Tagen. In der Regel sind alle jungen Vögel des Geleges nach zwei Tagen geschlüpft. Die Eltern tragen die Eierschalen direkt aus dem Nest und legen sie mit großer Distanz zum Nest ab. Auch der Kot der Jungvögel wird ab dem fünften Lebenstag der Nestlinge aus dem Nest transportiert. Bis zum fünften Lebenstag werden die Kotballen der Küken von den Eltern gefressen.

Die frisch geschlüpften Küken bekommen zuerst Springschwänze gefüttert und danach wird die Nahrung mit kleinen Spinnen und Raupen erweitert. Je älter die jungen Vögel werden, desto größer werden die Beutetiere. Der Nachwuchs bekommt auch kleinste Gehäuseschnecken für die Knochenbildung gefüttert.

Die Nestlinge vom ersten Gelege bekommen ihre Nahrung zum größten Teil vom Männchen. Das Weibchen hudert in den ersten Tagen sehr intensiv, aber dann fängt es bereits an, das Nest für die zweite Brut zu bauen. Die Nestlinge des zweiten Geleges werden dann von Männchen und Weibchen gleichermaßen gefüttert.

Lebenserwartung

Bei guten Bedingungen ist die Lebenserwartung der Wintergoldhähnchen vier Jahre. Allerdings sterben im Spätherbst und Winter viele dieser Vögel entweder aufgrund der Kälte oder eines Nahrungsmangels.