Wurzelfäule bei Impatiens und winzige Nacktschnecken

    • Wurzelfäule bei Impatiens und winzige Nacktschnecken

      Bitte winkt nicht gleich ab, solche Fragen seien schon oft gestellt worden. Wenn Ihr sie vollständig gelesen habt, werden Ihr feststellen, dass es diese Fragen ganz bestimmt noch nicht gegeben hat. -

      1. Frage:
      Früher hatte ich stets viele Impatiens/Fleißige Lieschen im Garten. An manchen Stellen kamen sie sogar wild. An manchen Abenden war es seltsam, das leise "Knallen" zu hören, mit dem die Samenkapseln aufsprangen (Springkraut). Man konnte auch einfach einen Trieb in den Boden stecken und schon wuchs er an. Im Herbst waren dann die Stengel mehr als daumendick - einfach unverwüstlich. Man konnte sogar so einen Stock eintopfen und ins Zimmer stellen.
      Vor einigen Jahren war es urplötzlich aus damit. Die kleinen Pflänzchen ließen die Blätter fallen und gingen ein. Zugleich las ich im Schwäbischen Tagblatt, dass die Gärtner in Tübingen, die viele Fleißige Lieschen gepflanzt hatten, vor demselben Problem standen. Weil sie nicht wussten, was da los war, nannten sie es die "Amerikanische Krankheit" (wie man das ja oft macht, wenn man etwas nicht einordnen kann). Bis jetzt habe ich noch nichts darüber erfahren, ob die Gärtner jetzt schlauer sind. Jedenfalls habe ich seither kein einziges Fleißiges Lieschen mehr in Tübingen und Umgebung gesehen. Dabei gibt es die Dinger massenweise zu kaufen. Aber auch gefüllte oder Edellieschen befällt die Krankheit.
      Ein wenig hilft die "Aliette" von Bayer gegen Wurzelfäule. Das hat aber zwei gravierende Nachteile: a) Wenn die Pflanze schon Symtome zeigt, ist es bereits zu spät. Und geschwächte Pflanzen kriegt man nicht durch. b) Das Mittel ist nicht billig. Habe ich mehrere Pflanzen, geht das gehörig ins Geld.
      Der Gedanke liegt natürlich nahe, dass die Pflanzen zu nass stehen. Das ist es aber nicht. Ich habe durchweg versucht, die Pflanzen trockener zu halten. So merkwürdig es klingt: Das macht viel Arbeit. Denn das Fleißige Lieschen mag keine Trockenheit; also habe ich dafür gesorgt, dass die Erde stets nur ganz,ganz leicht feucht war. Das nützte gar nichts.
      Tatsächlich kann man annehmen, dass der Erreger beim Transport eingeschleppt worden ist, sich nun massenhaft im Boden ausbreitet und auch im Winter nicht abstirbt. Man könnte natürlich mit dem Bagger die Erde austauschen. Dabei ist aber fraglich, ob man alle Keime erwischt und nicht wieder welche von den Nachbargärten einwandern. Der Aufwand wäre mir nun wirklich zu hoch, obwohl ich großen Aufwand mit meinem Kompost betreibe. Dass der Keim in der Erde sitzt, merke ich auch daran, dass die Pflänzchen, die ich im Haus unter Folie großziehe und die in neuer Blumenerde stehen, durchaus prächtig gedeihen, obwohl die Erde in dem Kasten mehr als feucht und die Luftfeutigkeit sehr hoch (meist um die 90%) ist. Nur: Kaum sind sie im Garten (sogar noch im Topf) natürlich vorsichtig und allmählich gewöhnend, gehen sie ein. Die Keime sind allgegenwärtig.
      Meine Frage: Gibt es nicht ein anderes Mittel, um die Wurzelfäule zu bekämpfen?

      2. Frage:
      Letztes Jahr wunderte ich mich, dass meine Tagetes abgefressen waren, obwohl ich keine Schnecken sehen konnte und auch Schneckenkorn gestreut hatte. Dann entdeckte ich, dass unter den Blättern kleine weiße, auch ins Bräunliche changierende, Schneckchen saßen, etwa 1 - 1,5 cm lang. Diese kleinen Dinger kümmerte das Schneckenkorn überhaupt nicht. In der Wut warf ich sie auch mal in den Teich, aber da krochen sie einfach wieder heraus. Sie ersaufen also nicht. Bier nützt demnach auch nichts. Für Kälte sind sie nahezu unempfindlich, ich habe schon welche nahe dem Nullpunkt erwischt. Das Dumme ist, dass sie sich nicht wie andere Schnecken Tags unter Steinen oder Brettern oder Erdspalten verkriechen, sondern einfach unter den Blättern bleiben. Man müsste also jedes Blatt umdrehen, um sie zu finden, und auch dann übersieht man sie sehr leicht. Ein Schneckenzaun kommt nicht in Frage, weil meine Blumen sehr dicht stehen.
      Offenbar hatte ich im Herbst nicht aufgepasst und einige mit den Begonien ins Haus und unter die Folie eingeschleppt. Dort machten sie sich über die Gerbera, die da eigentlich gedeihen wollten her. Beim Landratsamt riet man mir, einige Nematoden (stimmt die Bezeichnung? Also Nützlinge - Fadenwürmer oder so etwas Ahnliches) in Ammerbuch zu besorgen, fügten aber gleich hinzu, dass das nur unter Glas etwas bringe. Dann passierte etwas ganz Komisches: die Schneckchen hielten es irgendwie nicht mehr aus und krochen heraus. Ich sah es an den Schleimspuren auf dem Teppichboden, die mitsamt den vertrockneten Dingern sich jedoch zum Glück leicht entfernen ließen.
      A propos Schleim an den Fingern: Der geht nur mit der Spezialpaste für Automechaniker weg. Mit Seife erreicht man gar nichts. Das erklärt sicher auch z.T., warum Schneckenkorn nicht wirkt: Es riecht deutlich nach Seife.
      Im neuen Jahr sind sie noch vor den anderen "normalen" Schnecken da und ärgern mich mit einer neuen Variante: Sie sind nicht mehr nur weiß, sondern auch braun und schwarz, aber sehr klein und die schwarzen sehr schmal.