Entlaubung und Flecken an Schefflera: "nur" Spinnmilben?

    • Entlaubung und Flecken an Schefflera: "nur" Spinnmilben?

      Hallo,

      meine lange Jahre wunderschöne Schefflera ist nach dem Umzug im Sommer immer kränker geworden und hat nun kaum noch Blätter (angefangen hatte es aber wahrscheinlich schon vorher).
      Die Frage ist, ob es ('nur') Spinnmilben sind, oder (auch noch) ein Pilz oder etwas anderes.

      Die Vorgeschichte:


      In der neuen Wohnung stand sie im Bad direkt am Fenster (im Sommer fast durchgehend offen) und ist auch anfangs wunderschön gewachsen, hat dann nach und nach aber immer mehr Blätter verloren, tendenziell von unten nach oben.

      In der Pflanzenabteilung eines Baumarkts (Blätter mitgenommen) wurde mir von einem Mitarbeiter gesagt, dass es sich vermutlich um einen Pilz handle und ich die Pflanze mal weniger gießen solle.

      Sie stand im Bad ja schon tendeziell feucht, gegossen habe ich sie allerdings nur 1 x pro Woche, auch im Sommer (seit eh und je, ging immer sehr gut).

      Wegen dem Pilzverdacht habe ich sie aus dem Bad in ein anderes Zimmer gestellt und (noch) etwas weniger gegossen, die Blätter fielen aber weiter aus, bis wirklich fast gar keine mehr übrig waren (s. 1. Foto).

      Bei einem erneuten Besuch im selben Baumarkt sagte mir eine der dortigen Expertinnen für Pflanzenkrankheiten, es handle sich um Spinnmilben, und empfahl mir ein Sprühprodukt mit reinem Weißöl (da Spinnmilben bereits gegen so gut wie alle Chemikalien resistent seien).

      Damit habe ich die Pflanze eingesprüht, und zumindest hat sie seither die paar wenigen Blätter, die ihr noch geblieben sind, behalten.


      Mein jetziges Hauptproblem/die Frage:


      Die Pflanze treibt jetzt wieder neu aus - allerdings sind (und bleiben) die neuen Blätter sehr klein, haben über und über rötlich-braune Flecken und sehen allgemein nicht besonders gesund aus.

      Die Frage, ob das nun noch eine (Nach-)Wirkung von den Spinnmilben ist - oder womöglich zusätzlich noch ein Pilz oder etwas anders - konnten mir die Mitarbeiter_innen besagter Pflanzenabteilung nicht abschließend beantworten (die offenbar kompetenteste war erneut nicht da).

      Ein Blatt soll jetzt eingeschickt werden; es kann aber Wochen dauern, bis ich das Ergebnis bekomme.

      --> Kann mir jemand sagen, woher die rot-braunen Flecken (s. die unteren Fotos) am wahrscheinlichsten kommen? (der Glanz der Blätter kommt vom Besprühen mit dem Öl)

      Beste Grüße,
      cattac
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    • Re: Entlaubung und Flecken an Schefflera: "nur" Spinnmilben?

      cattac schrieb:


      Bei einem erneuten Besuch im selben Baumarkt sagte mir eine der dortigen Expertinnen für Pflanzenkrankheiten, es handle sich um Spinnmilben, und empfahl mir ein Sprühprodukt mit reinem Weißöl (da Spinnmilben bereits gegen so gut wie alle Chemikalien resistent seien).

      --> Kann mir jemand sagen, woher die rot-braunen Flecken (s. die unteren Fotos) am wahrscheinlichsten kommen? (der Glanz der Blätter kommt vom Besprühen mit dem Öl)


      Hallo cattac,
      ein Foto vom alten Blatt schaut mir wirklich sehr verdächtig nach Spinnmilben aus. Einen Pilzbefall kann ich nirgends erkennen. Allerdings hätte ich bei der Weissfärbung des alten Blattes zusätzlich auf Minierfliegen getippt. Das kommt mir wie Fraßgänge vor und die folgende Gewebezerstörung.

      Meines Wissens gibt es keine Resistenzen bei Spinnmilben. Die können mit gewöhnlichen Mitteln bekämpft werden. Also alles an Präparaten gegen beissende und saugende Insekten.

      Wann hast Du die Schefflera umgetopft? Sprich, wie lange sitzt die schon in ihrer alten Erde? Mir scheint der blasse Neutrieb als eine Mangelversorgung an Nährstoffen. Keine Chlorophyllbildung, mickriger Neuaustrieb und überhaupt. War die Dosierung korrekt? Wie oft ist gespritzt worden?

      Eine Schefflera ist eine leicht zu haltende Pflanze. Der momentane Zustand ist sehr bedenklich. Nur ein Befall an Spinnmilben schafft das nicht. Da spielen mit Sicherheit noch andere Faktoren mit. Womit ich keine Schadorganismen meine, sondern psysiologische Bedingungen.
    • Re: Entlaubung und Flecken an Schefflera: "nur" Spinnmilben?

      Besten Dank für Deine schnelle und ausführliche Antwort, Kuerzlich!

      kuerzlich schrieb:


      Der momentane Zustand ist sehr bedenklich.

      Das ist wohl nicht zu bestreiten. ;)

      Ehrlich gesagt hatte ich noch nie derartige Probleme mit einer Pflanze (ohne erkennbaren, 'großen' Grund) und bin wirklich sehr ratlos. (Ich hatte immer schon eine Menge Pflanzen und bisher einen ziemlich 'grünen Daumen'.) Jahrelang ging's der Pflanze auch prächtig.

      Gespritzt habe ich bisher zwei Mal (im Abstand von einer Woche). Die neuen Triebe sahen allerdings schon vorher so aus, weshalb ich nicht denke, dass es damit etwas zu tun hat.

      Ich denke auch, dass das wohl mehrere Sachen sind. Dass es extremer Nährstoffmangel ist/war, denke ich allerdings nicht. Sie war schon länger in dem Topf gewesen, aber auch nicht ewig (viele Pflanzen sind bei mir wesentlich länger im gleichen Topf 'glücklich'). In den letzten Monaten hat sie auch regelmäßig Dünger bekommen (wie alle anderen Pflanzen eben auch).
      Was ich besonders auffällig fand - und warum ich nicht denke, dass es was mit (erheblichem) Nährstoffmangel zu tun hat - ist, dass sie oben sehr lange kräftig weitergewachsen ist und wunderschöne, gesunde Blätter gemacht hat; auch noch, als sie im unteren Bereich schon über die Hälfte ihrer ursprünglichen Blätter verloren hatte.
      (Da sich das so von unten nach oben zu entwickeln schien, wollte ich vor ein paar Wochen wenigstens die (noch gesunde) Spitze retten und habe sie abgeschnitten und in ein Glas mit Wasser gestellt. Dieser Spitze geht es bis jetzt sehr gut und sie wächst sogar weiter (wenn auch langsam) - und die neuen Blätter sehen sehr gesund aus, obwohl im Wasser ja so gut wie keine Nährstoffe sind.)

      Habe die Pflanze heute interesse- und sicherheitshalber mal umgetopft, und an den Wurzeln sah alles gut aus.

      An zwei der älteren Blättern sind mir dabei allerdings auch noch ca. 1 mm große, kleine flache bräunliche 'Plättchen' an den Blattunterseiten aufgefallen - s. Bilder (das 1. Fot ist leider recht unscharf geworden, dort sind jedoch mehr zu sehen. Auf dem 2. Foto ist eins links oben und ein zweites rechts im mittleren Bereich an der Hauptblattader zu erkennen (das weißliche sind, glaube ich, Rückstände vom Spritzen in Kombi mit dem Blitzlicht; das sieht 'in echt' nicht so aus).
      Sind das Schildläuse?

      Gruß,
      cattac
    • Re: Entlaubung und Flecken an Schefflera: "nur" Spinnmilben?

      cattac schrieb:


      Besten Dank für Deine schnelle und ausführliche Antwort, Kuerzlich!

      Habe die Pflanze heute interesse- und sicherheitshalber mal umgetopft, und an den Wurzeln sah alles gut aus.


      Gerne doch, cattac ;)

      Ok, die Wurzeln sind also in Ordnung. Das ist zwar schön, hilft uns aber auch nicht weiter :)

      Fangen wir also wieder von vorne an. Ist am ursprünglichen Standort im Bad irgendwann irgendwas von Bedeutung passiert? Baumaßnahmen, Chemie im Einsatz? Ich könnte mir Gase oder Dämpfe als Ursache vorstellen. Chlor ist so ein fieses Gift für Pflanzen.
      Das wäre auch eine Erklärung für den Blattfall von unten nach oben. In Richtung Sprosspitze verringert sich die Konzentration und verursacht dort dann den mickrigen Zuwachs.

      Heftiger Blattfall kann bei massivem Spinnmilbenbefall auftreten. Allerdings gibts da keinen Unterschied zwischen alten Blättern und jungen. Den Viechern ist das egal.

      Deinen Schilderungen nach wirds wohl tatsächlich nix mit dem Dünger zu tun haben.

      Berichte doch bitte über die Entwicklung nach dem Umtopfen und ob die weissen Triebe sich wieder grün färben. Nebenbei, ich würde vorbeugend die alte Erde aus den Wurzeln waschen. Für den Fall, dass die Träger von Schadstoffen wäre.

      Ah ja, Schildläuse. Das können auch Verkorkungen sein. Kratz das mit dem Nagel ab. Mehr Tortur würd ich grade nicht veranstalten.