Elefantenfuß (Beaucarnea recurvata) verliert Blätter, schwach, harzt evtl. kappen?

    • Elefantenfuß (Beaucarnea recurvata) verliert Blätter, schwach, harzt evtl. kappen?

      Hallo zusammen,

      ich bin neu hier im Forum und benötige einmal eure erfahrenen fachlichen Rat.

      Wie die Überschrift schon vermuten lässt geht es um meinen ca. 25 Jahre
      alten Elefantenfuß der immer mehr und mehr abbaut. Er ist zurzeit 89 cm
      Groß und der Fuß hat einen Durchmesser von 20 cm.

      Ich versuche mal die Situation so ausführlich wie möglich zu beschreiben damit kaum offene Fragen zurückbleiben.

      Der Baum sah mal so aus wie viele andere Elefantenfüße auch, langer Stamm
      schöne Blätterkrone bis sich mal eine Katze am Stamm die Krallen gewetzt
      hat. Hierdurch hat der Stamm viele Einkerbungen einstecken müssen
      (welche noch heute als Narben erkennbar sind) was aber dazu führte, dass
      er an vielen Stellen ausgetrieben ist. Somit wurde aus dem Elefantenfuß
      über Monate nach dem Katzenvorfall ein richtig schöner Buschiger Baum.



      Vor ca. 2 Jahren hat sich dann eine weitere Katze an dem
      Baum zu schaffen gemacht und viele seiner Triebe wurden verspeist und
      somit zerstört. Ich hatte den Baum dann umgetopft in frische Torffreie
      Erde mit Sand und Bimskies. Der Topf war damals leider etwas zu Groß von
      mir gewählt und der erwartete Wachstumschub blieb aus. Aber immerhin
      hatte er da noch genügend Triebe. Das kommende Foto ist von Februar
      diesen Jahres. Hier war er bereits gut 2 Jahre in diesem Topf.



      Seitdem geht es eher Bergab mit dem Baum. Er treibt
      nicht mehr wirklich neu aus und das bisschen was noch da war, wuchs sehr
      sehr langsam nach. Ich habe dann im Frühjahr diesen Jahren den Baum
      erneut umgetopft und ihm ein selbstgemachtes Gemisch aus Torffreier
      Erde, Sand und Biemnskies/Lavalit fertig gemacht. Den Boden des Topfes
      habe ich zu 1/4 mit Seramis ausgestreut und dann erst mit restlicher
      Erde aufgefüllt. Wurzeln hatte der Baum genug und keine davon waren
      Matschig weich oder faulig.




      In den heißen Sommertagen sah der Baum von den Blättern
      her recht gut aus, schön saftig grün. Er steht an einem Südfenster mit
      viel Licht. Gegossen habe ich ihn maximal alle 1 ½ Wochen mit
      gefiltertem kalkarmen Wasser (ca. 400 – 500 ml) ohne Dünger (da die neue
      Erde ja genug Dünger im Depot hatte). Dann auf einmal lies er viele
      Blätter hängen die zügig braun wurden als wäre er übergossen worden oder
      als ob er ein Frostschaden erlitten hätte. Das war vor ca 1 1/2
      Monaten. Der aktuelle Topf hat allerdings, im Gegensatz zum alten weißen
      Topf, ein Ablauf und Untersetzer sowie eine Seramis Drainage.
      Ich habe dann vor ein paar wenigen Wochen ein kahlen Treibstamm abgesägt in
      der Hoffnung, dass er die Energie mehr in die übrigen Triebe jagt und
      die dadurch besser wachsen. Den übrigen Trieb habe ich mit wachs
      versiegelt.




      Nun ist es so, dass die meisten übrigen Triebe nach dem
      oben genannten Abschneiden sehr weich und runzelig wurden. Der Stamm und
      der Fuß sind hart, sprich nur die Triebe sind zur Zeit weich und
      runzelig....




      und ich bekomme langsam richtig Panik da er jetzt seit
      ein paar Tagen anfängt zu harzten. Es erscheinen viele kleine
      Harzpünktchen hauptsächlich am Fuß. Aber es sind auch ein paar entlang
      des Stammes zu finden. Ich habe ihn jetzt 1 ½ Wochen nicht mehr gegossen
      und die Erde ist auch auf tieferer Ebene weder nass noch feucht. Das
      Harzt ist mir das erstemal vor einer Woche aufgefallen.




      Was wäre hier nun das richtige weitere Vorgehen? Ich
      habe eigentlich vor den Baum zu kappen und zwar direkt unter den alten
      Trieben in der Hoffnung, dass er dort dann mit mehreren neuen Trieben
      wieder zur alten Form zurückkommen kann? Er hat noch einen neunen Trieb
      unten am Stamm bekommen, ich denke ein gutes Zeichen das er das könnte
      (neu austreiben).




      Wenn ich ihn unter den Trieben kappe würde ich auch
      schauen ob die Rinde direkt mit dem Stamm verbunden ist und auch noch
      grün, also gesund erscheint. Sollte dies nicht der Fall sein würde ich
      ihn solange mit einem sehr scharfen und gut gereinigten Messer
      zurückschneiden bis wieder der Gesunde Stamm zum Vorschein kommt. Obwohl
      er nur in der Wohnung steht würde ich dennoch ein Wundverschluss
      vornehmen wollen. Das plane ich allerdings erst für den kommenden
      Frühjahr. Jetzt im September stellt er sich langsam auf Winterruhe ein
      und ich denke das er da eh nicht neu austreiben würde bzw. das ganze ihn
      zusätzlich noch mehr stresst.
      Allerdings macht mir das austretende Harz im Moment Sorgen.


      Kappen würde ich Ihn an der roten Linie hier:




      Nun meine finale Frage an euch und ich wäre über
      jeglichen Rat dankbar. Ist das ein guter Plan? Soll ich so im Frühjahr
      vorgehen oder jetzt schon? Woher kommt das Hartz auf einmal, muss ich
      hier kurzfristig tätig werden, den die Stellen mehren sich? Den ganzen Umstand betreibe ich weil der
      Baum einen großen persönlichen, sentimentalen Wert für mich hat und ich
      ihn noch viele Jahre pflegen möchte.


      Schon mal vielen Dank für das lesen des Beitrages.


      Freundliche Grüße

      Samy
      Bilder
      • 2018-09-13 13_30_56-20180912-IMG_7970.jpg - Windows-Fotoanzeige.png

        970,97 kB, 602×904, 93 mal angesehen
    • Hallo,
      1. Punkt, ein Patient mit massiven gesundheitlichen Problemen geht man stabilisieren. Die vielen OP's haben vermutlich nix besser gemacht. Nur den Stress noch erhöht.
      2. Punkt, auch Pflanzen ohne großen Wasserbedarf brauchen Wasser. Ausreichend. Soll heissen, in der warmen Jahreszeit kann und sollte man ordentlich giessen (einmal vollmachen bitte) und dann alles abtrocknen lassen. Ständig nur in großen Abständen einen halben Liter zu geben, das ist entschieden zu wenig. Der Kamerad hat damit nie genug Wasser.
      3. Punkt, den Drang alles kurz und klein zu schneiden, nur weil es nicht will wie es soll, ist gerne der letzte Akt im Drama.

      Wir haben September, die Tage sind deutlich kürzer, das Licht wird weniger. Jetzt wird überhaupt nix irgendwie gekappt. Das bisschen vorhandene Grün ist die (spärliche) Lebensgrundlage für den Fuß.

      Mir ist der dunkle Ring am Stammanlauf aufgefallen (Holz oberhalb Niveau Pflanzerde). Ist dieser Bereich weich? Wenn nicht, alles gut.

      Den Elefantenfuß bitte weiterhin hell stellen, sollte er noch Wachstum zeigen, dezent düngen (kein volles Brett) und überhaupt mal ordentlich giessen. Weiters die Luftfeuchte nicht vergessen, es gibt sonst gerne Spinnmilben. Nicht hin und her schieben, lassen wo er ist und ordentlich pflegen.

      Und bitte nicht mehr mit dem Notfallset auftauchen, einfach die Fingerchen stillhalten :)
    • Danke für die schnelle Antwort....

      gut das mit dem kappen lass ich mal... die Blätter oben sind auch schon schlaffer geworden... ich dachte immer von evtl. zu viel wasser, da er aufgrund der wenigen Blätter die Menge nicht ordentlich verdunsten konnte und somit sich zu viel im Stamm angesammelt hatte...

      Des Weiteren habe ich in diesem Zusammenhang vermutet, dass der Stamm harzt weil er zu viel Wasser gespeichert hat? Aber das ist dann wohl eine falsche anahme gewesen?

      Aber gut zu wissen, dann bekommt er heute erstmal einen ordentlichen Schluck von mir...
    • Nein der Fuß ist nicht weich... hat die gleiche härte wie der restliche Stamm auch...

      Die Dunkle stelle kommt von damals (erstes Foto) da war er bis zu dieser Stelle unter der Erde eingegraben... seither hat er dort die dunklere Farbe...

      Ich wollte jetzt auch jeglichen zusätzlichen Sress vermeiden und nicht nochmal die Wurzel begutachten wenn es nicht unbedingt nötig ist. Wo wir uns glaub ich einig sind, bei der Menge die ich gegossen habe kann es wohl kaum Fäule sein die zu dem jetzigen Zustand geführt hat oder?

      Zunächst möchte ich das er stabilisiert wird... aber ein gedanken hab ich dennoch.

      Die Idee ihn im Frühjahr, kurz vor der Wachstumsphase, zu kappen besteht weiterhin... Im Moment bestehen die übrigen Blätter aus Trieben aus einem Trieb... nicht direkt aus den großen Stamm. Ich denke so kann er nicht wirklich kräftig wachsen oder nicht? Diese würden sich doch immer weiter in die Länge entwicklen bis sie eines Tages evtl. sogar zur Seite kippen weil sie zu hoch wachsen... solche Wachstumsentwicklungen sehe ich nämlich iun und wieder.
      Mit dem Kappen möchte ich erreichen das er oben wieder mit meheren Trieben austreibt und wieder eine kräftige Krone bekommt. Und ja nicht jetzt wegen angeschlagen und Ruhephase.... wenn dann im Frühjahr..
    • oha damit hätte ich jetzt nicht gerechnet... ok dann bleibt mir ja nichts anderes übrig als ihn nochmal raus zu holen und tiefer wieder einzusetzten, da er sichtlich immer weiter abbaut. in dem Zuge könnte ich den Zustand der Wurzeln nochmal betrachten und anhand dessen feststellen, ob er noch genug gesunde Wurzeln hat um wieder zu genesen.

      Eine letzte Frage noch.. wieviel sollte ich in diesem Zustand gießen? Wären 1 Liter ok oder weiterhin zu wenig? dann würde ich ihn jedesmal wieder gießen sobald die erde wieder durchgetrocknet ist was ja, je nach Wetter und temperatur, unterschiedlich lang dauern kann.
    • ich habe ihn vorhin neu eingetopft und so sieht er derzeit von unten aus.









      Machte schon ein sehr trockenen Eindruck aber nicht hoffnungslos....

      ich habe ihn dann tiefer wieder eingepflanzt





      aktuell steht er wieder an einem sehr sonnigen Platz, so bekommt er von oben bis unten sonne wenn sie scheint.




      Ich lasse ihn jetzt wieder in Ruhe und achte erstmal drauf das er ausreichend Wasser bekommt aber nie dauerfeucht steht. Ich warte bis die Erde leicht durchgetrocknet ist und gieße ihn dann wieder ordentlich das er auch wieder Wasser aufnehmen kann.
      Bilder
      • c0d058c2-58d7-4de2-af37-8fd84540badf.jpg

        91,11 kB, 756×1.344, 105 mal angesehen