Maranta Leuconeura bekommt braune und gelbe Blattstellen

    • Maranta Leuconeura bekommt braune und gelbe Blattstellen

      Hallihallo!
      Ich hab ein kleines Problemchen mit meiner Marante - sie gibt mir irgendwie "mixed signals": Auf der einen Seite wächst sie meiner Meinung nach recht gut (derzeit entwickelt sie glaube ich vier Blätter gleichzeitig und hat spontan auch eine Art komischen Spross gebildet, der wahrscheinlich zur Blüte wird).

      Auf der Anderen entwickeln viele Blätter ganz leichte, andere schon stärkere, braune und vertrocknete Spitzen. Und jetzt hab ich auch noch festgestellt, dass das Blatt mit der größten braunen Stelle auch noch von der entgegengesetzten Seite anfängt gelb zu werden!

      Ich weiß, das kann mehrere Gründe haben, ich hab versucht mich vor diesem Post schon zu informieren, aber bin mir jetzt speziell in meinem Fall nicht sicher, woran es genau liegen könnte...

      Ich poste mal ein Bild wo sie steht und von den Blättern, meine Luftfeuchtigkeit ist derzeit auf ca. 45% - ich versuche sie deshalb regelmäßig morgens mit abgekochtem Wasser zu besprühen (mit diesem Wasser gieße ich sie auch) und vor kurzem wurde sie umgetopft.

      Tut mir leid für den Roman - ich wollte so detailliert wie möglich sein :saint:
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    • Wo genau steht die Pflanze, Heizung, direkt an Fenster (welche Richtung)?
      Bei braunen Spitzen liegt es wirklich meist an der Luftfeuchtigkeit oder an direkter Sonne, das mögen die meisten nicht so wirklich. Hatte sie es vor dem umtopfen schon? Hat sich nach dem umtopfen. Die Lage verschlechtert? Gelbe Blätter könnten auch auf Staunässe hindeuten, wie giesst du sie denn?

      Liebe Grüße :clapping:
    • Das ist eine tropische Pflanze und in den Tropen ist es luftfeucht und bodenfeucht. Immer.

      Für den Anfang bitte entsprechend für Ballenfeuchte sorgen. Damit fängt das ganze Drama regelmäßig an. Sie dürfen nicht trocken stehen.

      Ist umgetopft worden, es muss durchdringend gegossen werden. Pflanzsubstrat beinhaltet Dünger und der will und muss verbraucht werden. Fehlt dann aber dazu das Wasser, die Salze wirken und führen zu Wurzelschäden und damit auch zu Blattschäden.

      Wasser aufbereiten: viele Pflanzen kennen und wollen kein kalkhaltiges Wasser. Sie schätzen Regenwasser. Ist das Im Haushalt nicht zu haben, so empfiehlt sich destilliertes Wasser. Bei hoher Härte 50:50 mischen, bei geringerer ein Drittel destilliertes Wasser und zwei Drittel aus der Leitung. Das bitte deutlich angewärmt. Wärme tut gut und sie verdunstet auch.

      Übertopf damit langsam auffüllen bis zum Rand. Der Topfballen steht dann unter Wasser und es blubbert. Hört es auf zu blubbern, dann ist alles feucht und die Wurzeln können sorgenfrei saugen.

      Das sollte der Giessrythmus sein und das auf Dauer. Wird es deutlich trockener, gleiche Prozedur und bitte das Extrem vermeiden, zu spät zu giessen. Eine gewisse Feuchte sollte immer da sein.

      Wegen der Sprüherei: es macht keinen Sinn, für ein paar Minuten feuchtes Laub zu produzieren. Das ist alles sofort wieder trocken und ändert nicht wirklich was.

      45% sind zu niedrig. Es gibt verschiedene Möglichkeiten höher zu kommen. Zimmerspringbrunnen, Nebler, heisses Wasser in der Nähe. Ganz nach Lust und Laune.
    • Vielen Dank kuerzlich, ich werde mal schauen, was ich im Sinne destilliertes Wasser bekommen kann.
      Was das Wässern angeht - ich bin da ziemlich aktiv am überprüfen, ob die Erde noch feucht ist oder nicht. Dafür benutze ich einen längeren Stab den ich bis unten in die Erde einstecke und dann hinterher abstreiche, um zu fühlen ob alles noch angefeuchtet ist. Ich habe immer den Eindruck, die Erde verliert nur immer sehr sehr langsam ihre Feuchtigkeit, deshalb stelle ich die Pflanze nur alle paar Wochen in warmes, abgekochtes Wasser. Gibt es da trotzdem eine regelmäßige Zeit in der ich es machen sollte, obwohl die Erde theoretisch noch feucht ist?


      Lekitz13 schrieb:

      Wo genau steht die Pflanze, Heizung, direkt an Fenster (welche Richtung)?
      Bei braunen Spitzen liegt es wirklich meist an der Luftfeuchtigkeit oder an direkter Sonne, das mögen die meisten nicht so wirklich. Hatte sie es vor dem umtopfen schon? Hat sich nach dem umtopfen. Die Lage verschlechtert? Gelbe Blätter könnten auch auf Staunässe hindeuten, wie giesst du sie denn?

      Liebe Grüße :clapping:
      Die Pflanze steht recht nah an einem Süd-Ost-Fenster, an das aber nicht soo viel Sonne kommt wie sich das von der Himmelsrichtung anhört! Ich hatte andere Beiträge zu so manchen Pflanzen gelesen und dann Bedenken gehabt, dass die Pflanze 2 Meter vom Fenster entfernt zu weit weg stehen würde (die nächstgelegene Möglichkeit zu "auf meinem Schreibtisch" wo ich die Pflanze höchstens 80 cm vom Fenster entfernt hinstellen kann)
      Vor dem Umtopfen ist mir nicht besonders viel aufgefallen...ich glaube das Blatt, was mir die meisten Sorgen bereitet hat vor dem Umtopfen schon ganz leicht angefangen an der Spitze vertrocknet auszusehen.
      Und in Sachen Staunässe...direkt nach dem Umtopfen hab ich den "Tip" bekommen, die PflanzeErde erstmal richtig gut und lange Wasser ziehen zu lassen und das habe ich dann auch getan. Als die Erde dann wirklich längere Zeit immernoch feucht war, habe ich mir schon sorgen gemacht, aber dann auch wirklich mit dem Gießen gewartet.

      Wirklich vielen vielen Dank euch beiden für eure richtig schnelle Antwort!
    • Hallo,
      ich bin neu hier und habe dieses Thema gerade beim googeln gefunden. Ich habe eine Maranta leuconeura (also die selbe Pflanze wie hier) und die verhält sich genau so, wie hier beschrieben.
      Sie wächst und sprießt, bildet ständig neue Blätter, hat schon mehrfach geblüht und ich konnte sogar schon Stecklinge davon bewurzeln/ziehen und hab nun eine zweite.

      Nun bekommt meine Marante aber seit kurzem auch braune Stellen. Es sieht exakt genau so aus wie auf den Fotos von lijamar.

      Meine Pflanze steht im Bad (Nordseite, Dachfenster) bei konstanten 22°C und wird automatisch bewässert, so dass die Erde stets ganz leicht feucht ist. Gelegentlich gibts etwas NPK 8/8/6, was den starken Wuchs sicherlich gefördert hat.

      @Lijamar, gibt es bei dir schon eine Lösung? Konntest du deine Pflanze retten?

      Ich tippe auf Magnesiummangel und habe ihr aus diesem Grunde mal etwas Patentkali (also Kalium/Magnesium Dünger) gegönnt. Mal sehen, ob das hilft.

      Viele Grüße und danke für Tips!
      Benni
    • bennisg schrieb:

      @Lijamar, gibt es bei dir schon eine Lösung? Konntest du deine Pflanze retten?
      Hey bennisg,
      das ist eine sehr gute Frage :)

      Ich bin mir nicht ganz sicher - einige Tage nach dem Post sind mir vermehrt Trauermücken in meinem Zimmer aufgefallen. Ich war mir also ziemlich sicher, dass die der große Übeltäter gewesen sind. Habe also Nematoden und Gelb-Sticker gekauft, die auch wirklich hilfreich waren, die Plage in den Griff zu bekommen.

      Aber irgendwie...ist das Problem davon nicht gelöst. Langsam sterben die untersten Blätter an der Marante ab. Bei zweien ist das jetzt schon passiert, das dritte ist gerade dabei. Kann aber auch an den sich derzeit entwickelnden Blütenstängeln liegen - ich beobachte mal weiter.

      Vorgestern wollte ich eine Kindel von meiner Sukkulente in eigene Erde einpflanzen und siehe da - unzählige Trauermücken in den verschlossenen Säcken. Es scheint mir also wirklich, dass die Insekten sehr wahrscheinlich aus meiner neuen Erde gekommen sind, mit denen ich meinen Pflanzen eigentlich etwas Gutes tun wollte :D

      Neben einigen absterbenden unteren Blättern, die quasi noch "alleinstehend" waren (also nicht Teil von Strängen die noch andere Blätter produzieren) kann ich dir aber vielleicht folgendes aufklären:
      Viele der braunen Stellen die meine Marante hat, kommen sehr wahrscheinlich von einem Sonnenbrand. Die vertrockneten Stellen haben sich nicht wirklich ausgebreitet (so wie ich das beurteilen kann) und zieren nur die Blätter, die bei mir am ehesten zu nah am Fenster gestanden haben. So ist zumindest meine Vermutung.
      Vielleicht liegt es bei dir also derzeit auch an einem sehr sonnigen Sommer? Wenn die Pflanze bewässert wird und auf die Blätter zufällig Wasser drauf kommt, würde ich als Laie jetzt mal darauf tippen, dass sie eventuell dadurch empflindlicher für Sonneneinstrahlung wird...aber sicher bin ich mir nicht.

      Sag' mir gerne Bescheid wenn du dein Problem gelöst hast! Vielleicht kann ich das dann auch mal bei mir probieren ;)

      Liebe Grüße und viel Glück!
    • Hi,
      also ich denke, die braunen Stellen
      haben nichts mit Trauermücken oder anderen Schädlingen zu tun. An meiner Marante sind absolut keine Schädlinge zu finden, ich habe gerade extra noch mal alles abgesucht. Ich vermute, mit den Trauermücken hast du einfach ein weiteres Problem.
      Konntest du die den ausrotten oder nur deutlich dezimieren? Mit radikalen Mitteln sollte man eine Zimmerpflanze ja durchaus auch wieder schädlingsfrei bekommen.

      An Sonnenbrand glaube ich auch nicht. Bei mir sind auch Blätter befallen, die ganz unten im Schatten zwischen zwei Blumentöpfen hängen. Außerdem scheint die Sonne hier nur selten rein und zusätzlich sind 95% der Glasscheibe mit Mattfolie zugeklebt (damit die Nachbarn nicht zuviel von meinem Astralkörper sehen müssen, während ich mich pflege). Hier kommt also echt nur diffuses Licht rein.

      Bewässerung scheidet hier auch aus:Ich nutze Blumat Tropfer, also eine Tröpfchenbewässerung, wo nur einzelne Tropfen direkt in die Blumenerde tropfen. Die Blätter bekommen da niemals etwas ab.

      Allerdings fällt mir gerade ein, dass ich die Marante neulich einmal ganz kurz abgeduscht hatte, um Staub zu entfernen. Ob das schädlich gewesen sein kann? Im Regenwald regnet es doch auch gelegentlich…

      Also ich vermute bei meiner (und deiner) noch den Kalium- und/oder Magnesiummangel. Ich werde jetzt mal weiter etwa wöchentlich mit geringer Dosierung zugießen und meine, nach etwa drei Wochen müsste es doch ein Ergebnis geben.

      Du hast deine aber mal mit neuer „guter“ Erde versorgt? Da sollte ja eigentlich alles drinnen sein, auch Ka/Mg. Hmmm.

      Wenn sich was tut, dann geb ich Bescheid!

      Grüße,
      Benni
    • bennisg schrieb:

      Ach komm, das ist vielleicht was, was hier interessiert:


      Ich habe bei meiner Marante mal ein Video in Zeitraffer gemacht. 48h in 1:45 Min zusammengefasst. Man kann wunderschön sehen, wie die nachts ihre Blätter hoch stellt.
      (Und den Standort siehst du da auch super…)
      Das ist ja echt super schön! Ich finde die Marante deshalb auch so schön, weil man sie wirklich aktiv "leben" sieht.
      Aber auf dem Video sehe ich jetzt gar nicht groß braune Stellen?
      Was meine Erde angeht - das habe ich erst vor kurzem festgestellt, dass die Erde vielleicht insgesamt einfach nicht gut ist. Aber außer den Trauerfliegen war es eigentlich komplett neue Erde, die sollte dann doch trotzdem mit allem Notwendigen versorgen...
      Meinst du, ich sollte sie trotzdem nochmal umtopfen?
      Ich gieße sie regelmäßig, aber auch nicht zu viel. Es kann bei mir ansonsten dann nur die Luftfeuchtigkeit sein, aber...das ist bei dir im Badezimmer ja wahrscheinlich auch nicht das Problem.
      Sag' Bescheid wenn deine Kalium/Magnesium-Journey abgeschlossen ist :)
    • Das Video ist etwa aus Februar, damals sah die Marante noch gut aus.
      Jetzt im Moment sieht sie quasi so wie deine aus.
      Es kommen aber schon neue Blätter und ich habe Hoffnung, dass es das mit dem Magnesium/Kalium ist. Bisher sehen die neuen Blätter, die sich gerade entrollen, ganz gut aus.

      Ich hatte meine auch mit neuer Erde versorgt und zwar mit frischem Kompost, den ich selber mache. Eigentlich sollte auch da alles drin sein, aber das hat es nicht gebracht. Trotzdem ist regelmäßiges Umtopfen sicherlich sinnvoll. Bei meinen anderen Pflanzen hilft das stets viel. Die alte Erde kommt mit sämtlichem Bioabfall auf den Kompost.

      Ich dünge aber dennoch mit diversen Spezialdüngern, um bisschen nachzuhelfen. Meist mit Erfolg.

      Luft: Naja, ich hab extra Abluft im Bad, mit dem Ziel, die Luftfeuchtigkeit dort niedrig zu halten. Dort lagern auch Handtücher und Bettwäsche usw. und das soll natürlich schön trocken bleiben. Die Luft ist in Summe auch eher trocken in meinem Bad.

      Der nächste Versuch wäre dann, die Marante mal unter Glas zu packen. Das schmälert dann allerdings den schönen Anblick. Mal sehen, ich hoffe auf Mg/K.
    • Also, ich denke, ich habs.
      Magnesium/Kalium schien nicht die Lösung zu sein. Mein nächster Verdacht war Eisenmangel. Daher habe ich etwa drei mal mit einer Lösung aus Eisensulfat (Ferrogranul 20) gegossen. Das ist unter den Eisendüngern das günstigste, was es gibt, dafür wirkt der etwas langsamer. Ich habe 10 bis 15 g/l angerührt und damit gegossen. Effektiv bekommt so ein kleines Blümchen ja nur so ca. 100 ml Wasser, wenn sie nicht grad total ausgetrocknet ist.

      Ich weiß nicht ob man es sieht, denn es gibt immer noch braune Stellen. Die alten Stellen werden wohl auch nicht mehr besser werden, aber entscheidend ist, dass die neuen Blätter nicht mehr braun werden.
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    • Als Erklärung hierzu :)

      Hat man kalkhaltiges Leitungswasser, so dreht sich mit der Zeit der pH-Wort im Wurzelbereich auf alkalisch. Das kommt vom erhöhten Kalziumanteil und genau der lagert Eisen (und nicht nur das an), womit Eisen wohl da ist, allerdings nicht verfügbar ist.

      Es gibt Böden, die sind vollgestopft mit Eisen, nur lässt es sich nicht aufnehmen. Soll das abgestellt werden, dann braucht es weiches Wasser.

      Deswegen hab ich ja auch geschrieben, nehmt destilliertes und mischt das mit dem Leitungswasser. Das ist eine günstige Möglichkeit, solche Blattschäden erst gar nicht entstehen zu lassen.
    • Unser Trinkwasser hier ist ziemlich weich. Das ist Talsperrentrinkwasser aus dem Bergischen Land, das beste was es gibt…

      Aber ich werde das mal weiter verfolgen.
      Ich hatte in der Vergangenheit auch schon an anderen Pflanzen Eisenmangel. Allerdings kann ich nicht alle meine Kübelpflanzen, Dachgarten mit Gemüse, Zimmerpflanzen alle mit dest. Wasser gießen. Das geht hier in Summe in die 100 bis 200 l pro Tag!

      Kann man sagen, bei welchem pH das Eisen noch mobil und verfügbar bleibt? Evtl. könnte man dann gelegentlich die Erde testen und dann den pH mit Zitronensäure oder anderer runter drücken/halten. Andererseits: Ob ich jetzt Eisensulfat oder irgendwelche Säuren drauf gebe, das tut sich alles nix hinsichtlich zeitlichem Aufwand und Kosten.
    • Im Freiland giesst es sich doch eher mit Regenwasser, oder nicht?

      Wenns weiches Wasser ist, dann braucht es natürlich keine Mischung mit destilliertem Wasser.

      Dann stellt sich simpel die Frage, wird ausreichend gedüngt? Und wird ausreichend gegossen? Auch so ein Thema, bei dem verschiedene Pflanzen recht schnell Blattschäden entwickeln. Zusätzlich zur trockenen Raumluft noch dazu.
    • Dann bietet sich das Sammeln von Regenwasser an.
      Destilliertes Wasser ist ja auch nicht leicht sauer und im Verschnitt mit Leitungswasser bleibt das basisch. Man hat das Problem in die Zukunft geschoben, denn an das Veralkalisieren des Bodens ändert sich nichts, es dauert nur länger.

      Von Zitronensäure möchte ich zudem abraten. Die Dosierung ist schwierig und die Gefahr, dass man in zu saure Bereiche kippt bzw den Puffer gar nicht ausreizt und das basische Milieu bleibt, sind zu hoch. Hinzu kommen die Bildung unerwüschte Nebenverbindungen wenn schon viel Hydrogencarbonate zu sehr angereichert sind.
      Ein pH-Wertmessgerät würde ich jedoch empfehlen und im Zweifel aller zwei Jahre die Pflanzen neu zu topfen in entsprechend leicht saure Substrate, sofern die Pflanze die bevorzugt. Zur Unterstützung mal alten, kalten Kaffee ins Gießwasser beimengen. Ist leicht sauer und hat geringe Düngewirkung. Bitte kein Kaffeepulver in die Erde mischen, das schimmelt nur.

      Es gibt weiter die aufwändigere Möglichkeit das Wasser vollständig zu entsalzen und dann nur mit Dünger zu arbeiten, also die Werte (pH-Wert, Leitwert, Nährstoffbedarfe) einzustellen. Das ist am Anfang viel Arbeit, das für die Pflanzen zu kalibrieren. Wenn soviele Pflanzen vorhanden sind, wäre das jedoch eine Alternative. Die Anschaffungskosten für ein Osmose-Gerät sind um die 80€.

      Gemüsepflanzen würde ich, wenn das Wasser weich ist, ganz normal mit Leitungswasser weitergießen. Ich nehme an, die bekommen auch ab und an mal Regen ab.
      Bei den Kübel- und Zimmerpflanzen würde ich beobachten, wie sinnvoll das ist. Es gibt ja auch Pflanzen, die mögen es eher alkalisch/basisch (vor Allem Mittelmeerraumbewohner).

      Der optimale Bereich von Eisen ist bis 6 pH-Wert des Bodens, ab da nimmt die Aufnahme steig ab.
      Ab pH-Wert von 8,5 ist das Aufnahmevermögen praktisch vollständig gehemmt, weil das Eisen in nicht verfügbaren Verbindungen (meist Carbonate) gebunden ist.
      Wenn etwas wächst, gibt es auf der anderen Seite etwas anderes, das wächst auch...nur negativ.
    • „Freiland“ hab ich nicht. Ich habe Dachgarten in Form von Kisten/Kübeln wie ein Hochbeet (aber zum bücken). Kübelpflanzen rund ums Haus, Engelstrompeten, Geranien, Palmen, Ficus usw.
      Gegossen wird alles, inkl. meiner Zimmerpflanzen mittels Tropf-Blumat. D. h., die Erde ist konstant und stets ganz leicht feucht. Immer.
      Das Wasser ist das besagte weiche Leitungswasser aus dem Bergischen Land, Regenwasser habe ich aktuell nicht verfügbar.

      Im Frühsommer habe ich das Bewässerungssystem mal mit Düngerlösung 0,2%ig betrieben, das hat Die Pflanzen erfreut, allerdings hat das gegen die braunen Stellen der Maranta auch nichts geholfen und der Düngerverbrauch ist auch recht ordentlich…

      Ansonsten gebe ich zur normalen Bewässerung regelmäßig Dünger von Hand. Z. b. 8/8/6 plus Spurenelemente 14 tägig. Außerdem wird min. alle zwei Jahre, eher jährlich, in Kompost ein-/umgetopft. Da drunter kommen Hornspäne und gerne auch ne Priese Düngergranulat, sowas wie „Rasendünger“ mit viel Stickstoff. Da ist auch etwas Vogelmist drin, dem Geruch nach.
      Um Blüte zu provozieren gibts (bei den Engelstrompeten) auch mal Superphosphat, damits pünktlich an Ostern auch was zu gucken gibt.

      Nochmal zu den Maranten: Die kleinere von meinen beiden ist ein Ableger (Steckling) und steht in frischem Kompost. Eigentlich sollte die Nährstoffversorgung da doch von Beginn an top sein, und nein, ich hab natürlich nicht alles an Dünger, was ich oben aufgezählt habe, auf die kleine draufgeknallt. Übrigens: Die beiden haben praktisch zeitgleich die braunen Stellen bekommen, während die eine im frischen Kompost steht und die andere in ihrem „alten“ Substrat lebt. Ich meine, bei der war es gewöhnliche „Blumenerde“.

      Ich verdächtige weiterhin den pH oder die trockene Raumluft. Ich will es im Bad ja trocken haben.
    • Nja. Es ist ja so, dass je trockener, desto schlechter für die tropischen Pflanzen. Wenn dann noch nicht geeignetes Gießwasser, zu viel/wenig Nährstoffe bzw Licht/Sonne hinzukommt, dann ergeben sich diffuse Bilder.

      Die leuconeura brauchen nicht viele Nährstoffe. Es genügt monatlich mäßig zu düngen oder aller zwei Wochen in schwacher Konzentration. Die Anreicherung mit bestimmten Salzen im Substrat über die Zeit, die auch in weichem Wasser reichlich vorhanden sind, läßt das Milieu im Topf nach und nach kippen und es wird zu salzig im Topf. Dh der pH-Wert steigt und auch die Salzkonzentration steigt. Es werden bestimmte Nährstoffe schlechter verfügbare andere werden viel zu sehr verfügbar.
      Im schlimmsten Fall kommt es zu einem umgekehrten Effekt und der Pflanze werden Nährstoffe entzogen. Die Pflanzen erleiden Verbrennungen an Wurzeln, Blättern und verdorren.

      Um ein leicht saures Milieu im Substrat zu bewahren, ist Regenwasser zu nutzen halt optimal. Es hat einen pH-Wert von ca 4,5 bis 5,2 (je nachdem, was für Ionen in der Luft sind, in Industriegebieten eher niedriger, am Meer entsprechend höher) und sorgt hier für den Eintrag von Wasserstoff, CO2, Ammonium (Bildung Nitrate, Citrate, Chloride), Magnesium, Calcium etc in den Boden, Grundwasser, Flüsse und letztlich das Meer.
      Wenn du nun mit Wasser im pH-Bereich von über 7 dauerhaft gießt, wird das Puffersystem des Humus bzw des (bei dir nicht vorhandenen) Grundwassers auf Dauer nicht stand halten und in ein neues stabiles System kippen.
      Die Pufferung im schwach sauren Bereich bewirkt wenig Ca, Mg, Kund das Kationen-/Anionenverhältnis ist ausgeglichen. Darüber sorgt die Anreicherung mit Carbonaten (HCO3-) die Eisen-Fällung/Bindung, Ausfall von Phosphat und Ca, HCO3 Überschuss. Hier wird das Milieu kippen und zwischen 6,2 und 8,0 pH-Wert stabilisieren. wenn man sich nun Werte anschaut, wie bestimmte Makro-Elemente, etc für die Pflanze in diesem System verfügbar sind, wird deutlich, dass leicht saure Pflanzen hier schnell Defizite bekommen. Eine Dauer-Mangelernährung setzt ein.
      Hinzu kommen noch folgende Aspekte: Destiliertes Wasser zieht CO2 aus der Luft und wird schnell unter 5,0 pH liegen, weil ja keine Salze puffern könnten. Leitungswasser (vor Allem basische Kationen) wird auch CO2 aufnehmen, aber im pH-Wert kaum sinken, weil ja stabiles, gepuffertes System durch die Carbonat-Pufferung.

      Der Verschnitt mit entsalztem Wasser und Leitungswasser spaltet die Carbonatpufferung allerdings auf und so lässt sich der pH-Wert leichter senken.
      Und dann kann man mit einem pH-Messer mal schauen, wie hoch der Wert tatsächlich ist und mit zB. Oxalsäure, Essigsäure arbeiten,um den Wert zu senken. Hierbei ist es jedoch sehr schwierig das einzustellen. Da sind wenige Gramm entscheidend und das muss getestet werden, wann ein Kipppunkt erreicht ist, nicht dass das Gießwasser dann zu sauer wird, weil ja die Pufferung durch weniger Carbonathärte nicht mehr so gegeben ist.

      Lange Rede, kurzer Sinn: Ich mache das selten so ausführlich und Du kannst verschneiden (Leitungswasser/entsalztes Wasser), solltest jedoch messen und testen, wie das Ergebnis des Verschnitts aussieht. Pauschal kann hier keine Aussage getroffen werden. Dein Wasseranbieter hat eine amtliche Analyse des Leitungswassers öffentlich bekannt gegeben und dann kannst Du es entweder ausrechnen oder, ist einfacher, testest das mal. Üblicherweise wird zu einer 1:1 Mischung geraten bei weichem Wasser, die ich aber nicht so ganz unterschreiben möchte, weil die Verhältnisse der einzelnen Salze das Kriterium für Senkung der Härte und des pH-Wertes sind.
      Verschneiden, dann pH-Wert messen und dann evtl noch runterregulieren mit Zusätzen.
      Wenn etwas wächst, gibt es auf der anderen Seite etwas anderes, das wächst auch...nur negativ.
    • Das ganze System ist ein komplexes und lässt sich nicht an Eisen festnageln.

      Viel hilft nicht viel. Wo das eine im Übermaß, da das andere nicht in Betrieb. Phosphor ist x-fach überdosiert, Magnesium wird ausgewaschen. Stickstoff geht ins Wachstum, die Zellen schaffen das aber ohne Kalium für die Zellfestigkeit nicht.

      Nur mit den paar Beispielen tut sich da eine Ahnung von wie was mit wem auf.

      Auch Magnesium ist für Blattgrün zuständig.

      Wenn solche ausgetrockneten Blattränder entstehen, dann hat das gerne mit Wassermangel und geringer Luftfeuchte zu tun. Tropische Pflanzen dieser Art vertragen Trockenheit nicht. Wäsche kann man umsortieren und anderweitig lagern.

      Pflanzen umzuerziehen ist ungleich schwerer.
    • @Caleb und
      @kuerzlich
      Vielen Dank für eure Ausführungen!

      Ich hatte bisher stets gehofft, erstmal das meiste gut in Kompost pflanzen zu können und mit „unserem“ weichen Wasser gießen zu können und dass das dann erstmal „reicht“. Was dann offensichtlich fehlt bzw. was mutmaßlich fehlt, als Dünger/Salze zugeben zu können.
      Mit ist klar, dass dieses komplexe System im Kübel mit der Zeit kippt, was ich durch regelmäßiges umtopfen abmildere. In diesem Fall hier: Eisen reinkippen.

      Das alles zuvor exakt zu berechnen finde ich (auch) zu umständlich, wenngleich das sicher der beste Weg wäre.

      Mein Problem mit den braunen Rändern scheint ja vorerst gelöst bzw. abgemildert zu sein.

      Ich bin übrigens vorhin noch mal radikal mit der Schere durch die eine Maranta durch gegangen, ähnlich dem Heckenschnitt im Herbst. Da waren jetzt viele alte braune Blätter dazwischen und auch so ne Art braune Schalen (ich glaub, von den Knospen der Blüte, also nicht krankhaft, eher wie „Herbstlaub“). Insgesamt wuchert die ziemlich, daher war die jetzt auch etwas unförmig.

      Nach dem radikalen Schnitt hat sie noch etwas frischen Kompost und ein bisschen extra Eisensulfat bekommen. Mal sehen, was sie dazu sagt und ob sie jetzt kräftig neu austreibt.