Teufelszunge, Tränenbaum (Amorphophallus konjac)

    • Teufelszunge, Tränenbaum (Amorphophallus konjac)

      Vielleicht kennt man das Aronstabgewächs Titanwurz (Amorphophallus titanum), die größte Blume der Pflanzenwelt. In botanischen Gärten ist es ein Zuschauermagnet, wenn die oppulente Blüte erscheint.
      Die hier vorgestellte Pflanze ist nahe mit ihr verwandt und gehört ebenfalls der Gattung Amorphophallus an. Zu den Aronstabgewächsen gehören viele beliebte Zimmerpflanzen wie Philodendron, Monstera, Efeutute, Einblatt oder Glücksfeder.

      Im Volksmund Teufelszunge, Tränenbaum genannt, weil Teile der Blüte wie die Zunge des Teufels aussehen sollen bzw weil der Baum weint.
      Das Weinen ist eigentlich Guttation, für diese Pflanzen ein normaler Vorgang, hervorgerufen durch an den Blüten bzw Blättern austretendes Wasser, das die Versorgung der Pflanze mit Nährstoffen im feuchten Substrat gewährleistet bzw Duftstoffe absondert für die Bestäuber der Blüte. Es wird einfach Wasser durch die vollgesogenen Zellen gepresst.

      Ein Baum ist die Pflanze übrigens nicht und sie besitzt auch keine Blätter, sondern nur ein einziges Blatt, welches durch die starke Fiederung den Eindruck erweckt, es handle sich um mehrere Blätter.

      Die Pflanze ist ein Knollengewächs. Nach der Ruhezeit im Winter wird im Februar/März die Blüte gebildet. Die Blüte wird zwar nicht ganz so groß wie bei der Titanwurz, aber sie riecht genauso faulig nach Aas und soll so Bestäuber wie Fliegen anlocken. Nach ein paar Tagen zerfällt die Blüte jedoch und der Geruch endet. Zum Blühen benötigt die Knolle ein Mindestgewicht um die 500 g.
      Danach braucht die Knolle ein paar Wochen, um vollständig Wurzeln und das Blatt zu bilden. Meist erscheint im Mai/Juni ein kleiner Auswuchs an der Oberseite der Knolle und spätestens jetzt ist es höchste Zeit die Knolle in neues lockeres humoses Substrat zu topfen.
      Der kleine Blattrieb wächst am Anfang sehr langsam, aber nach drei, vier Wochen wächst das Blatt in einer hohen Geschwindigkeit und erreicht bis zu 5 cm am Tag. Das Blatt wird je nach Alter und Größe der Knolle bis zu 2 m hoch. In der Wachstumszeit sammelt die Knolle Kraft und Nährstoffe für die Überwinterung und Neubildung der Blüte im nächsten Jahr.
      Im Herbst beginnt die Pflanze zurück zu ziehen und nachdem das Blatt vollständig vertrocknet ist, bekommt die Knolle einen kühlen, dunklen Platz für den Winter. Wenn dann wieder der Blütenansatz zu sehen ist, wird es Zeit, die Pflanze langsam in wärmere, helle, sonnige Gefilde zu stellen.
      Die Knolle vermehrt sich durch Bildung von Tochterknollen, die im frühen Frühjahr separiert werden können. Wer mehrere Pflanzen besitzt, kann sich über einen Fruchtstand, wie er für die Aronstabgewächse typisch ist, freuen, weil die Blüten befruchtet worden sind und so auch per Samen vermehren.

      Die Pflanze gedeiht am Besten im Halbschatten bei warmen Temperaturen und benötigt mäßig Nährstoffe und mäßig Wasser. Im Zimmer sollte man sie in der prallen Sonne an einem Südfenster kultivieren, weil es dort im Halbschatten viel zu dunkel wäre.
      Als Bewohner der Tropen Ostasiens benötigt die Pflanze entsprechend eine hohe Luftfeuchte.
      Die Knolle wächst mit der Zeit zu oppulenter Größe heran und 2 kg sind keine Seltenheit. Je größer die Knolle desto größer das Blatt.
      Zum Überwintern kann die Pflanze im Topf belassen werden, manche legen sie in ein Torf-Sand-Gemisch, und zwischen 0 und 10 Grad sollte sie dunkel gelagert werden.
      In Japan wird die Knolle als Lebensmittel verarbeitet und als Konnyaku im Handel angeboten und als Suppeneinlage bzw in Eintöpfen verwendet.

      Im Handel findet man diese Pflanze wie auch die gesamte Gattung sehr selten und man sollte sich an Pflanzenbörsen wenden, wenn man eine solche Pflanze pflegen möchte. In Deutschland bekommt man meist kleine Tochterknollen in Netzwerken von Liebhabern angeboten. Online bekommt man auch Samen in speziellen Shops. Für eine Knolle wird man idR ab 50,- € bezahlen, je nach Gewicht der Knolle steigt der Preis schnell an.


      Der hier ist noch sehr klein und wird mit den Jahren aber sicherlich auch so groß wie seine Mutterknolle.



      de.wikipedia.org/wiki/Teufelszunge

      Wenn etwas wächst, gibt es auf der anderen Seite etwas anderes, das wächst auch...nur negativ.
    • Die Pflanze selbt riecht ja nicht unangenehm, sondern nur die Blüte. Das dauert ein paar Tage, dann zerfällt die und der Geruch endet.

      Ich ertrage das und störe mich weniger daran. Andere stellen die Pflanze in einen anderen Raum, wo man sich selten aufhält. Nach der Blüte kann die Pflanze dann wieder ins Wohnzimmer oder wo auch immer sie stehen soll.

      Gerüche nimmt jeder anders wahr. Ich finde zb den Geruch mancher Blüten, die nach Vanille riechen nicht sonderlich schön, ertrage das aber bei den Hoyas zb. Aber die stehen eh meist draußen rum und dann kümmert mich das dann weniger.
      Wenn etwas wächst, gibt es auf der anderen Seite etwas anderes, das wächst auch...nur negativ.