Düngen und Samen quellen lassen

    • Düngen und Samen quellen lassen

      Hallo,
      ich bin neu hier und habe ein paar Anfängerfragen. Also, ich züchte super gerne Pflanzen aus Samen, am liebsten Bäume, dafür sammle ich auch oft Bucheckern, Kastanien, Eicheln... und außerdem kaufe ich auch viele Samen im Internet, unter anderem auch Küstenmammutbaumsamen, Mimosensamen, Bergmammutsamen...
      Jetzt aber habe ich mal gesehen, dass die Pflanzen besser wachsen und das nicht so viele Pflanzen eingehen, wenn man sie düngt, vorher habe ich auf Dünger verzichtet, da einer mir mal meine drei Jahre alten Bergkiefern in einer Woche umgebracht hat. Also habe ich einen Dünger gekauft, der nicht so schädlich ist und der NPK-Bestandteile beinhalt. Jetzt kommt aber meine Frage: Ab welchem Alter darf ich meine Pflanzen düngen?
      Außerdem habe ich noch eine Frage zu quellen der Samen. Auf manchen Verpackungen steht, dass man die Samen vorher im Wasser vorquellen lassen soll, um die Keimgarantie zu verbessern. Kann ich auch alle anderen Samen vorquellen lassen oder ist das nicht gut für die Samen?
      Letzte Frage: Auf manchen Verpackungen von Pflanzensamen steht, dass man die Samen vor dem pflanzen einige Zeit, z.B. 8-10 Tage im Kühlschrank lagern soll, damit sie einen vorgespielten Winter haben. Aber ich verbrauche oft nicht alle Samen auf einmal und habe mich gefragt, was ich solange, bis ich das nächste mal die Samen brauche, damit machen soll. Kann ich die Samen länger als die z.B. 10 Tage im Kühlschrank lassen oder soll ich sie nach höchstens nach z.B. 10 Tagen aus dem Kühlschrank nehmen und die Samen, die ich brauche in die Erde legen und wenn ich neue Samen brauche lege ich sie wieder in den Kühlschrank? Oder soll ich die Samen nur einmal in den Kühlschrank legen und danach kann ich sie immer einpflanzen ohne sie nochmal in den Kühlschrank zu legen?
    • Grundsätzlich gilt, bis zur fertigen Ausbildung der Keimblätter versorgt sich die Jungpflanze aus dem Samen.

      Danach braucht es nicht unbedingt Dünger, es lässt sich ganz simpel mit handverlesenen Erdmischungen biologisch kultivieren. Soll heissen, ist ausreichend organische Substanz in der Mischung drin und wird permanent für Verrottung gesorgt, dann braucht es auch keinen zusätzlichen mineralischen Dünger.

      Im Wald wird auch nicht gedüngt, da gibt es auch nur den jährlichen Zyklus von Antrieb (Laub verrottet und wird zersetzt) bis zur Winterruhe (Laub fällt und schützt vor Kälte und Trockenheit).

      Pauschal einweichen oder auch nicht kann man nicht sagen. Verschiedene Samen keimen nur durch vorherige Hitze, sprich Feuer.

      Andere sind Dunkelkeimer, es gibt auch Lichtkeimer. Da muss eben der entsprechende Samen recherchiert und danach agiert werden.
    • Ich empfehle sich einzulesen in das Thema der Vermehrung durch Samen.

      Wie der Vorredner schon erwähnte, versorgen sich die Keimlinge mit den Fetten und Eiweißen etc aus dem Samendepot selbst und benötigen idR keine Düngung in der Anfangszeit. Es ist sogar nachteilig, je nach Pflanze, wenn zuviele Nährstoffe im Boden sind, da dann das Wurzelsystem nicht gut ausgebildet wird, es zu Wachstumsdeformationen etc kommt.

      Es gibt hinsichtlich Licht, Temperatur, Wasser verschiedene Anforderungen an die Bedingungen, die zu einer Keimung führen. Bei verschiedenen Mammutbäumen zB ist ein Feuer von Vorteil. Maiglöckchen benötigen Frost, sonst passiert da gar nichts.
      Es gibt online zu jeder Pflanze Übersichten, was die Vorraussetzungen betrifft.

      Die sogenannten Kaltkeimer kann man im Kühlschrank lagern und dann ausbringen, für Frostkeimer braucht es dann schon das Gefrierfach. Man sollte die Samen dann nicht dauerhaft im Kühlschrank lagern, sondern in normale Raumtemperatur bringen bzw ins Gefrierfach legen (wenn es die Pflanze verträgt), um Schäden zu vermeiden (die Samenbank in der Arktis lagert bei -18 Grad). Je nach Art überlebt der Samen so einige Jahre bis Jahrzehnte.
      Hier gibt es jedoch auch Besonderheiten und Ausnahmen, die man kennen sollte, sonst keimt schon nach einem Jahr Lagerung gar nichts mehr.
      Wenn etwas wächst, gibt es auf der anderen Seite etwas anderes, das wächst auch...nur negativ.
    • Caleb schrieb:

      Die sogenannten Kaltkeimer kann man im Kühlschrank lagern und dann ausbringen, für Frostkeimer braucht es dann schon das Gefrierfach. Man sollte die Samen dann nicht dauerhaft im Kühlschrank lagern, sondern in normale Raumtemperatur bringen bzw ins Gefrierfach legen (wenn es die Pflanze verträgt), um Schäden zu vermeiden (die Samenbank in der Arktis lagert bei -18 Grad).
      Soll ich die Samen dann jedes mal, bevor ich meine Pflanze pflanzen möchte, in den Kühlschrank legen, also, wenn es ein Kaltkeimer ist oder soll ich die Samen nur einmal in den Kühlschrank legen und danach nicht mehr?
    • Das ist eine ganz simple Geschichte. Der Winter dauert von bis. In der Zeit befindet sich der Kaltkeimer in Ruhe, weil er sonst keine Überlebensmöglichkeit hat.

      Bei steigenden Temperaturen im Frühjahr entwickelt sich die Keimfähigkeit.

      Es nutzt also nix, Samen 2 Tage kalt zu lagern. Sie brauchen zwingend eine entsprechende Zeit an Ruhe.

      Verschiedene Samen können jahrelang in der Kälte liegen, andere schaffen das nicht und verlieren ihre Fähigkeit zu keimen.

      Daher, wie gesagt, es kommt auf den Einzelfall an.
    • Ich meine eigentlich, wenn ich jetzt meine Samen so lange, wie sie in den Kühlschrank gehören, darin hatte, danach die Hälfte der Samen einpflanze und die andere Hälfte jetzt drei Monate gelagert habe. Nach diesen drei Monaten möchte ich die restlichen Samen einpflanzen, muss ich vorher noch einmal die Samen für die angegebene Zeit in den Kühlschrank legen oder muss ich es nicht noch einmal machen, da ich die Samen vor drei Monaten schon für die gewünschte Zeit im Kühlschrank hatte?
    • Wieso bleiben die überzähligen Samen nicht einfach in der Kühlung?

      Das hin und her zwischen kalt und warm kann einen Samen unbrauchbar machen, weil das Programm nicht gestartet wird und damit die Keimfähigkeit entfällt.

      Aussaaten im Frühjahr bei zunehmender Wärme. Jetzt macht das keinen Sinn mehr.

      Einfach die Vegetationsphasen mitnehmen. Frühjahr = gut, Herbst = nicht gut. Winter gleich zweimal nicht.

      Sind Samen im Spätsommer/Herbst reif, dann sollten sie im Herbst/Winter je nach Gattung/Art trocken, kühl, kalt, feucht gelagert werden und im Frühjahr dann verwendet werden.

      Je mehr da gebastelt wird, umso weniger kommt dabei raus.
    • Ok, ich dachte, man soll die Samen nicht zu lange im Kühlschrank lagern, da sie sonst Keimunfähig sind:

      Caleb schrieb:

      Die sogenannten Kaltkeimer kann man im Kühlschrank lagern und dann ausbringen, für Frostkeimer braucht es dann schon das Gefrierfach. Man sollte die Samen dann nicht dauerhaft im Kühlschrank lagern, sondern in normale Raumtemperatur bringen bzw ins Gefrierfach legen (wenn es die Pflanze verträgt), um Schäden zu vermeiden (die Samenbank in der Arktis lagert bei -18 Grad).
    • Also, falls ich das vllt zu missverständlich schrieb: Ein paar Tage in den Kühlschrank ist natürlich nicht optimal, hier gilt es dann wenigstens den natürlichen Zyklus halbwegs zu imitieren, indem man die Samen mehrere Wochen kühlt bzw frostet. Es gibt Samen, die überstehen Monate bzw Jahre kühle oder frostige Temperaturen, aber halt nicht alle. Manche kannst Du 10000 Jahre frosten und die keimen, bei anderen ist schon ein Jahr im Kühlschrank zuviel.

      Deswegen schrieb ich: Lies dich in das Thema ein. Die jeweiligen Arten haben sehr unterschiedliche Ansprüche und was die Lagerfähigkeit von Saatgut anbelangt, gibt es da einfach zu viele Unterschiede als das man hier pauschal sagen könnte, die kannst Du dann ohne Bedenken ein Jahr in den Froster legen.

      Es gibt viele Leute, die sich artabhängig oder gattungsabhängig mit Saatgut besschäftigen und Antworten auf deine Fragen geben können. Da gibt es sehr gute Seiten, die sehr informativ sind und dir spezifisch gut weiterhelfen können.

      Beispiel: Ich habe jetzt zB ausgesät, aber halt Sorten, die Kälte brauchen und im frühen Frühling bzw zum Winterende keimen bzw Sorten, die auch noch bis an den Frostpunkt wachsen.

      In der Natur gibt es verschiedene Mechanismen, wie die Pflanze den Samen bildet, wie der verpackt ist, wie der verschiedene Wetterbedingungen überdauert etc etc. Manche Pflanzen wirst du gar nicht zum Keimen bringen können, denn die brauchen bestimmte Tiere für die Keimung.
      Wenn etwas wächst, gibt es auf der anderen Seite etwas anderes, das wächst auch...nur negativ.