Angeschlagende Monstera braucht erfahrenen Blick

    • Angeschlagende Monstera braucht erfahrenen Blick

      Hallo Pflanzenfreunde,
      ich bin ganz neu hier und hoffe auf Hilfe mit unserer Monstera.
      Wir haben sie erst seit ein paar Monaten, aber ihr geht es leider gar nicht gut.

      Ich habe bereits mit dem Händler gesprochen, der hat die Symptome als Augenfleckenkrankheit identifiziert und uns geraten alle befallenen Blätter abzuschneiden.
      Trotzdem hat die Monstera nun (circa 2 Wochen später) neue gelbe Blattspitzen entwickelt. Wir haben wieder Blätter entfernt, um eine Ausbreitung zu verhindern.
      Gleichzeitig frage ich mich, ob die gelben Spitzen sicher der Augenfleckenkrankheit zuzuordnen sind oder ob gleichzeitig ein zweites Problem besteht und möchte verhindern, dass wir Blätter unnötigerweise abschneiden. Die Anzahl der Blätter ist mittlerweile bestimmt auf unter die Hälfte reduziert. :/
      Ich kenne mich leider wenig aus und habe keine Monstera-Erfahrung. Im Internet findet man viel, aber fast alle Probleme scheinen gelbe Spitzen oder Blätter als Symptom zu haben.

      Hier sind die Bilder der befallenen Blätter aus dem ersten "Krankheitsschwung". (alles bereits abgeschnitten)



      Hier ist ein Bild von den neuen gelben Spitzen.



      Auch aufgefallen ist mir, dass ein neues Blatt schon komplett schwarz zu sein scheint bevor es sich fertig entwickelt hat.




      Die Monstera steht bei uns im Flur. Es gibt kein direktes Fenster, aber es fällt Licht durch ein anderes Zimmer auf sie.
      Wir hatten zuerst an ein Lichtproblem gedacht, deswegen haben wir eine Pflanzenlampe gekauft.
      Jetzt bin ich mir unsicher, weil Monsteras ja keiner direkten Sonne ausgesetzt werden sollen. Ist die Lampe in dem Fall für sie eher schlecht?
      Ein frisches Blatt in der Nähe der Lampe wirkt weich oder "verknittert".



      Die Lampe ist eine: Sansi Grow 15w LED,
      Vollspektrum 4000K, CRI 90, 900lm.
      Red 37.43%, Blue 18.27%, Green 37.75%, FR 6.55%

      Steht so über der Pflanze:



      Ich habe auch gelesen, dass die Pflanze nicht zu kalt stehen darf und keine Zugluft abbekommen soll.
      Generell ist der Flur natürlich eher kühl. Ich würde sagen zur Zeit ungefähr bei 18°. Sie steht direkt auf dem Boden. Muss da eine Isolation drunter?
      Es zieht im Flur nicht, aber ab und zu lüften wir natürlich die Wohnung auch mal quer und dann zieht es logischerweise kurz. Ist das ein Problem für die Pflanze?

      Weil wir uns nicht sicher waren, ob wir zu wenig / zu viel gießen, haben wir die Plfanze die letzte Zeit, circa alle 1,5 - 2 Wochen in Wasser getaucht, beim ersten mal mit etwas Dünger versetzt und dann gut abtropfen lassen.
      Dabei ist mir aufgefallen dass es im Außentopf unten leicht schimmlig riecht. Ich schließe das auf die Pilzinfektion zurück?


      Wie ihr lest, bin ich leider insgesamt sehr ratlos, wie ich ihr am besten Gutes tun kann.

      Vielen Dank für eure Zeit und Mühe,
      Beste Grüße,
      ein Grünschnabel
    • Ok, nicht gut :(

      Das ist keine Augenfleckenkrankheit, das ist genaugenommen gar keine Krankheit, sondern nur eine unrunde Pflegegeschichte.

      Wenn sowas auftaucht, dann zückt man nicht sofort die Schere, auch nicht wenn ein Händler, der sich natürlich keiner Verantwortung bewusst ist, das so verkündet. Zuerst kommt die fundierte Diagnose, dann die OP.

      Hier ist das so: eine Monstera braucht Licht, nicht vom Nebenzimmer, sie braucht direktes Licht und das im Winter viel. Sie sollte direkt an ein Fenster und kann zusätzlich beleuchtet werden.

      Sie kann nicht Kälte und schon lange nicht winterlich kalte Zugluft. Das ist eine genetische Sache, das kann man mit ihr nicht üben oder trainieren. Das geht nicht. Sie verträgt nicht unter 15 Grad und (wenn auch nur kurzfristiges lüften im Zug) ist eine ungute Idee.

      Das ist eine tropische Pflanze, die Trockenheit nicht verträgt, Staunässe auch nicht und ansonsten warm und einigermaßen luftfeucht stehen will.

      Zusätzlich empfiehlt sich Regenwasser. Oder aber gemischtes Leitungswasser mit destilliertem Wasser und das bitte gerne
      warm gegossen. Hartes Giesswasser vorausgesetzt. Die Sache mit der Kälte gilt auch im Wurzelbereich.

      Solche Flecken haben einerseits mit Lichtmangel zu tun, mit Kälte, mit Düngung auf trockenes Substrat, mit untauglichem Giesswasser und dadurch bedingtem verrutschten pH-Wert.

      Steht sie stabil warm, dann wird sie Wasser verbrauchen. Steht sie zu dunkel/zu kalt, dann wird sie mit dem feuchten Ballen nochmal Probleme kriegen und sei es durch Schimmel. Der verursacht Fäulnis und damit droht das nahe Ende.

      Zusammengefasst muss einfach der Standort angepasst werden und durch eine Portion Respekt für die Pflanzenbedürfnisse hören die Erscheinungen auf.

      Gibts die Möglichkeit einen geschützten Bereich für die Monstera zu basteln und das tägliche Leben ringsrum nicht auszubremsen?
    • Was noch zu erwähnen oist: Auch Monsteras mögen Sonnenlicht. In der Natur wachsen sie auch in die Sonne hinein. Also sie wachsen an Bäumen empor, um dem dunklen Waldboden zu entkommen.
      Wenn es sehr sonnig ist, bleiben sie auch am Boden.

      Mal ein Beispiel aus Hawaii




      Die Pflanzenlampe scheint mir etwas zu wenig Kelvin zu haben. Es sollten evtl 5000 bis 5200K sein. Das ist tageslichtähnlich. Die Pflanzenlampe braucht auch keinen Schirm. Laut Hersteller streut das Licht selbst optimal im 60° Winkel. Der Flur ist ja tageslichtfrei, da braucht man eine geeignetere Lampe

      Hier mal ein schönes Podukt, welches mit die besten Werte Stromverbrauch-Leuchtkraft besitzt, um ohne Tageslicht genutzt zu werden. Klick

      Die Pflanzenlampe jedenfalls kann nur unterstützend genutzt werden, denn auf Dauer ist sie zu schwach für Räume wie Flur, Bad ohne Fenster etc. Sie sollte am Fenster oder in Fensternähe an bewölkten Tagen durchgängig 10 bis 12 Stunden laufen, ansonsten zugeschalten werden. Dh von 7 bis 10 Uhr und von 16 bis 20 Uhr. Die Tageslänge nimmt ab Januar wieder zu, dann muss das berücksichtigt werden und ab März/April braucht man die eigentlich nicht mehr. Die Pflanze sollte jedoch im Sommer nicht unbedingt den ganzen Tag Sonne bekomme. Ideal ist morgens und/oder abends.
      Wenn etwas wächst, gibt es auf der anderen Seite etwas anderes, das wächst auch...nur negativ.
    • Vielen Dank für eure ausführlichen Antworten und Tipps.

      kuerzlich schrieb:

      Wenn sowas auftaucht, dann zückt man nicht sofort die Schere, auch nicht wenn ein Händler, der sich natürlich keiner Verantwortung bewusst ist, das so verkündet. Zuerst kommt die fundierte Diagnose, dann die OP.
      Der Händler bietet auch einen "Pflanzendoktor-Service" und ich hatte ihm viele Bilder geschickt. Dadurch, dass ich leider keine Erfahrung habe, wirkt natürlich so eine konkrete Anweisung für mich sehr glaubwürdig und dringlich. Ärgern tue ich mich natürlich trotzdem, dass ich erst so spät eine zweite Meinung eingeholt habe. :(

      kuerzlich schrieb:

      Gibts die Möglichkeit einen geschützten Bereich für die Monstera zu basteln und das tägliche Leben ringsrum nicht auszubremsen?
      Meinst du so etwas wie ein Mini-Treibhaus quasi?

      Einen anderen Standort können wir ihr auf jeden Fall geben, auch mit besseren Lichtverhältnissen und die Lampe kann ja unterstützend mit umziehen.
      Um nicht komplett doof da zu stehen: die Monstera wurde uns empfohlen auf Nachfrage nach einer Pflanze die mit den eher schwachen Lichtbedingungen im Flur zurecht kommen kann. Leider wohl keine sehr gute Empfehlung. :/
      Wir haben allerdings kein Zimmer, in dem wir nicht irgendwann mal das Fenster aufmachen müssen. Unter 15° ist es glaube ich bei uns nie in der Wohnung, aber ich werde mal ein Thermometer kaufen.

      Gedüngt haben wir eher vorsichtig bisher. Ich habe auch einen Feuchtigkeitsmesser gekauft um zu prüfen ob die Erde zu nass oder zu trocken ist. Ein PH-Messgerät habe ich leider noch nicht, aber unser Leitungswasser ist definitv sehr hart d.h. ich werde mich wohl mit destilliertem Wasser zum Mischen ausstatten.

      Vielen Dank für eure Zeit und Ratschläge.
    • Gruenschnabel schrieb:

      Um nicht komplett doof da zu stehen: die Monstera wurde uns empfohlen auf Nachfrage nach einer Pflanze die mit den eher schwachen Lichtbedingungen im Flur zurecht kommen kann. Leider wohl keine sehr gute Empfehlung. :/
      Wir haben allerdings kein Zimmer, in dem wir nicht irgendwann mal das Fenster aufmachen müssen. Unter 15° ist es glaube ich bei uns nie in der Wohnung, aber ich werde mal ein Thermometer kaufen.


      Ich will hier nicht missverstanden werden. Das war kein Vorwurf an Euch.

      Eine Pflanze braucht Licht. Ohne Licht kein Leben. Grob gesehen geht ein Standort ohne direktes Licht nicht ohne massive Zusatzbeleuchtung. Die Cannabiszucht ist so eine Geschichte, wo im finsteren Kämmerlein ausschliesslich mit Beleuchtung gearbeitet wird.

      Deswegen ein Platz am Fenster, soll sie da bleiben, dann kein Südfenster. Die 15 Grad beziehen sich auf die eindringende Aussenluft. 0 Grad Kälte durch ein gekipptes Fenster geht bei einer Monstera nicht. Ist es draussen unter 15 Grad, dann bitte nicht. Es sollte dann in direkter Nähe eben kein Temperatursturz passieren. Lüften für den Fall im Kreis auf Zug, ohne der Pflanze zu nahe zu kommen. Das muss halt eingeplant werden ;)