Gewächshaus Marke Eigenbau

    • Gewächshaus Marke Eigenbau

      Guten Tag zusammen!

      Ich bin neu im Pflanzengeschäft. Mir konnte bereits sehr gut geholfen werden und mir wurde inzuge dessen auch empfohlen, dass ich z.B Tomaten selber anbauen sollte, das würde meine Kinder freuen.

      Bedingungen für einen eigenen Anbau sind bei mir mäßig deswegen wollte ich mir ein kleines Gewächshaus selber bauen. Ja, es gibt bestimmt günstige zu kaufen, aber als Tischler den ganzen Tag im Büro - da möchte man ja dann doch nochmal selber anpacken.

      Meine Frage ist folgende:

      Ich habe viel über Beleuchtung gelesen, und das auch eine LED Beleuchtung gut ist. Gerne würde ich LED Streifen verwenden, da wir günstig Zugriff darauf haben. Jetzt ist die Frage ob auch auch normales RBG Tape verwenden kann? 1 Meter hat 800 Lux. Und kann alle Farben. Könnte drei dieser Streifen also einbauen? Dann hätte ich doch auch rein rechnerisch 1800 Lux .. oder?

      Danke für Rückmeldung! ^^
    • Ich weiß nicht, ob diese LED-Streifen geeignet sind, weil das nur am Lux nicht festmachbar ist.

      Ideal sind Leuchtmittel, die im kaltweißen bis blauweißen Temperaturbereich von 5500 bis 6500 K liegen.
      Das ist dann kaltes Tageslichtspektrum und evtl mit RBGW-LED-Stripes erreichbar. Ich kenne ja die tecnischen Daten nicht.
      Tomaten brauchen wenig Rot und viel mehr Blau am Anfang, später dann verschiebt sich das ins Rotspektrum. Das muss unter freiem Himmel nicht justiert werden. Wenn man jedenfalls keine langen, weichen Triebe möchte, dann sollte man das bei künstlicher Beleuchtung beachten.

      Ist jetzt die Frage, wo das Gewächshaus stehen soll? Wie lang ist die Sonnenscheindauer? Tomaten brauchen keine 12h am Tag pralle Sonne, die kommen auch mit Halbschatten zurecht, wobei ein paar Sonnenstunden schon dann die untere Grenze wäre, wenn man auch ein paar Früchte ernten möchte.
      Die LEDs sollten dann nicht permanent laufen, sondern nur zugeschalten werden. Hier reichen dann ein paar Stunden aus. Wichtiger ist, wie gesagt, jedoch die Zusammensetzung des Lichts, so dass die photorezeptorischen Vorgänge auch ablaufen können, falls der Standort generell zu dunkel dafür sein sollte.
      Man kann die Leuchtmittel nicht nur oben, sondern auch zwischen Pflanzen anbringen (in-lightning).
      Zu viel Licht sollte es jedoch nicht sein, weil Photsynthese gedeckelt ist. Mehr bringt nicht automatisch mehr.

      Ums mal grob zu sagen: 800 Lux sind im Tageslichtbereichsmittel auf den Meter echt nicht viel. Für eine Tomate zu wenig. Da kann es über den Tag verteilt schon mal bis 100.000 gehen oder auch mal nur bei 1000 sein.
      Die 800 Lux müssen sich jedoch nicht auf den für Pflanzen verwertbaren Bereich beziehen, weswegen ich hier einfach anrate, den Hersteller zu kontaktieren, was er noch so zu den Spektren der LEDs sagen kann, ob das Licht überhaupt geeignet ist.
      Vllt ist die Zusatzbeleuchtung einfach auch nicht nötig?
      Wenn etwas wächst, gibt es auf der anderen Seite etwas anderes, das wächst auch...nur negativ.
    • Vielen Dank erstmal für die ausführliche Antwort!

      Der Leuchtenhersteller ist eher für Ladenbau. Wäre ungewöhnlich wenn ich für Pflanzenwachstum frage, aber das kostet ja auch nichts.

      Alles sehr interessante Infos aufjedenfall. Ich dachte mir immer das ich besser optimale Bedingungen wie in einem Gewächshaus schaffe, anstatt „unberechenbare“ wie normales Tageslicht.

      Unser Süd Fenster ist leider schon voll und die anderen Fenster gehen zu einer Straße hin, die keine direkten Sonneneinstrahlung bieten. Leider.
      Deswegen dachte ich mir tu ich damit etwas gutes.

      Dann schau ich mal nach den Lampen mit den Anforderungen.
    • Bei Leuchtmittel für den Ladenbau wäre ich vorsichtig, weil die gerne ins Rote gehen, weil das wärmer für uns Menschen ist, aber für Pflanzen nicht viel verwertbares bietet.

      Ich würde dann einfach zu ein paar LEDs oder Leuchtröhren in kaltweiß mit ggfl regelbaren Vollspektrum und zwischen 5500 und 6500K raten und die sollten dann wenigstens 2000 Lux schaffen. Das reicht dann, um die Pflanzen in der Anzuchtphase (hier evtl mehr Blau) ausreichend zu versorgen und dann in der Wachstums- , Blüh- und Fruchtphase lichttechnisch zu begleiten.
      Die Lampen müssen auch nicht unbedingt den ganzen Tag 12 bis 16h laufen. Das nur, falls es wirklich ein sehr dunkler Fensterplatz ist. Aber dann braucht man kein Fenster und kann die Pflanzen auch irgendwo in der Wohnung platzieren. Ich möchte nur hinweisen, dass die LEDs/Rören keine 24h laufen sollten. Das führt zu Störungen der Pflanze auf Dauer.
      Die Keimung sollte auf jeden Fall unter reichlich Licht und Wärme geschehen. Hier bieten sich dann für größere Flächen tatsächlich Leuchtstoffröhren an.
      Bei Leuchtstoffröhren nicht verzweifeln, wenn man kein Lux finden, manche Hersteller geben Lumen/Watt und reine Wattleistung an. Das muss man dann ausrechnen, wie viel Lux hier ankommt.

      Was noch geklärt werden sollte, ist die Sache mit der Bestäubung in Wohnungshaltung. Die sind ja selbstbefruchtend, aber ohne Wind oder Insekten, kann es sein, dass da nichts passiert. Einfach mal ewas an den blühenden Pflanzen schütteln, damit der Pollen sich in der Blüte gut verteilt oder auch auf andere Blüten derselben oder anderen Pflanzen gelangt.
      Wenn etwas wächst, gibt es auf der anderen Seite etwas anderes, das wächst auch...nur negativ.
    • Für Gemüseanbau braucht es nicht zwingend ein Gewächshaus.

      Die Vorkultur kann man im Haus machen, nach den Eisheiligen dann ins Freie und fertig. Wenns um Tomaten geht, oder auch Kürbis für die spätere Saison, dann ist ein Komposthaufen eine sehr gute Variante.

      Einzig giessen muss man halt, ein solcher Haufen düngt sich selber.

      Tomatenpflanzen frieren zwar bei Frost ab, die Samenkörner sind aber im Frühjahr keimfähig. Eine solche Kultur geht ohne Probleme als Permakultur, in der sich ohne abernten und entfernen mit der Zeit ein eigenes System aufbaut.

      Es mag in der Anfangszeit vielleicht noch ein Thema von Zeit und Einsatz in einem Gewächshaus da sein, das wird aber regelmäßig schnell weniger. Ich würde als Testphase vorbeugend die Leichtfassung versuchen und eben im Freiland ein bisschen kultivieren.

      Damit hat man auch schon zu genug tun und trotzdem weniger. Weil nicht gelüftet und schattiert werden muss und im Hochsommer vergessene Pflanzen im Gewächshaus eben ganz simpel den Hitzetod durch stehende Luft und Wassermangel sterben.
    • So wie ich das verstanden habe, sollen hier in der Wohnung ein paar Tomatenpflanzen wachsen.


      Zur Permakultur kann ich noch sagen, dass das wirklich eine interessante Angelegenheit ist. Ich probiere das seit ein paar Jahren. Ich habe im letzten Jahr alles noch mal umgeworfen und baue das seit dem wieder auf.
      Leider sind Tomaten ein Ausbreitungstyp. Die hat man auf einmal überall. Selbst im Ficus wuchsen Keimlinge. Wenn man nicht nur noch rote Früchte will, muss man hier öfter jäten.
      Gießen kann man sich gut sparen, wenn man Unterwuchs mit Spinat, Radieschen, Klee etc hat, das ist auch gleich eine Gründüngung, Schneckenfutter und schützt vor Austrocknung. In den letzten Jahren war Wasser ja ein großes Thema. Dieses Jahr ist schon wieder zu trocken und ohne Zugießen würde jetzt schon einiges verdorren.
      Wenn etwas wächst, gibt es auf der anderen Seite etwas anderes, das wächst auch...nur negativ.
    • Caleb schrieb:

      So wie ich das verstanden habe, sollen hier in der Wohnung ein paar Tomatenpflanzen wachsen.


      Ja schon. Aber ins Wohnzimmer stellt man sich eher selten ein Gewächshaus hin.

      Solche Sets zur Anzucht sind keine Gewächshäuser. Deswegen bin ich von Freiland ausgegangen.

      Zur Permakultur, die bringt erst mit den Jahren was, weil sich erst eine verrottungsfähige Schicht etablieren muss. Dann geht das von selber .