Umstieg auf mineralisches Substrat

    • Umstieg auf mineralisches Substrat

      Hallo zusammen,

      ich hatte in der Vergangenheit bereits ein paar Palmen, aber wirklich beschäftigen tue ich mich erst jetzt mit dem Thema.
      Aktuell habe ich einige Elefantenohren, Monsteras und einen riesen Elefantenfuß.
      Auf Youtube usw finden sich etliche Videos usw, die die Vorteile der Haltung (speziell bei Alocasien und Monstera) in mineralischem Substrat hervorheben. Im Regelfall wird von zwei Teilen Vulcatec und einem Teil Seramis gesprochen, die dann in Töpfen mit Docht Bewässerung gepflanzt werden - - dies hat wohl etliche Vorteile gegenüber Palmenerde oder Erde allgemein.
      Doch ich konnte bisher leider nirgends einen Artikel, Video o. Ä. finden, in dem alles abgehandelt wird....
      Sprich :
      1. Was ist zu beachten, wenn ich von Erde auf mineralisches Substrat umstelle?
      2. Muss anfangs von oben gegossen werden, oder zieht die Pflanze direkt über den Docht?
      3. Wie ist die Richtige Menge an Dünger zu bemessen? Mit dem Messgerät dies zu kontrollieren ist eins, aber woher weiß ich, wieviel die Pflanze brauch und wie komme ich auf den richtigen Wert?

      Falls mir jemand einen Link zu Threats hier im Forum schicken kann, oder besser noch, entsprechende Bücher benennen kann, wäre dies super.
      Vielen Dank vorab.

      Gruß Tobi
    • Es finden sich auf YouTube oder woanders viele Videos oder Artikel, die die Vorteile von mineralischen Substraten, spezielle Substrate für Aronstäbe (Aroid-Mix) oä hervorheben.

      Über den Sinn von Lechuza, Pon, Vulkatec etc, möchte ich hier jetzt nicht diskutieren.

      Was man beachten muss:

      - ältere Pflanzen schaffen die Umstellung nicht immer, weil sie ihrem Milieu angepasst sind, dazu gehört auch ihre Mikrofauna, die in rein mineralischem Substrat kaum noch lebensfähig ist
      - die Umstellung kann mit erheblichen Stress einhergehen und nicht jede Pflanze ist für diese Prozedur geschaffen, die Pflanze sollte dann wieder organisch ugesetzt werden, wenn sie es nicht schaffen sollte
      - nur Pflanzen umstellen, die auch vital sind und reichlich Wasserreservoir haben
      - nicht jede Pflanze muss/sollte angegossen werden (Kakteen, manche Sukkulenten, etc)
      - das Gießen muss erst von oben erfolgen, da das Wurzelsystem die erste Zeit gestört ist, Pflanzen können sich über das Dochtsystem kein Wasser ziehen, weil Feinwurzeln zerstört sind, ca 10 bis 16 Wochen
      - zu große Töpfe vermeiden, hier wird die Pflanze den Docht nie erreichen
      - große Pflanzen bzw Pflanzen mit großem Wurzelsystem sind für dieses System nicht geeignet, weil sie einfach nicht genügend versorgt werden können
      - empfindliche Pflanzen sollten in erhöhter Luftfeuchte gehalten werden für die nächsten Wochen/Monate, Pflanzen mit sehr empfindlichen Wurzeln sollten nicht ganz von der Erde befreit werden
      - es kann durchaus Jahre dauern, bis eine Pflanze ihre Wachstumsstörung abgestellt hat
      - idR wird die Erde komplett entfernt, aber bei manchen Pflanzen ist das nicht möglich, ohne den Ballen komplett zu sprengen, dh hier ist die Erde von Wurzeln umschlossen (hier muss man selbst entscheiden, ob man die Wurzeln dann aufbricht, alles einkürzt, von Erde befreit und neue Wurzeln zieht, geht natürlich viel Pflanzenmasse kaputt)
      - ob in den Komponenten von Vulkatec bereits Dünger enthalten ist (Düngerkügelchen oä), ist dem Hersteller zu entnehmen
      - üblicherweise wird das Wasser dann nach Verbrauch des Düngers gedüngt
      - es gibt Berichte wonach nicht jeder mineralische Dünger geeignet ist, weil es zu Reaktionen kommt im Wasserreservoir (Gerüche etc)
      - je nach Pflanze wird dann das Reservoir gedüngt, manchen bekommt auch eine Extradüngung von oben
      - es gibt Langzeitdünger, der dann pro Liter Wasser bemessen wird oder man experimentiert mit üblichem Dünger und muss dann messen (sehr aufwändig)
      - gedüngtes Wasser zieht Algen und Bakterien an, das Wasser sollte demnach zyklisch gewechselt werden
      - evtl mit einer Pumpe Sauerstoff angereichern, da die Wurzeln zT immer in sehr feuchtem Milieu stehen (kommt aufs System der Dochtbewässerung etc pp an)

      Das ist, was mir spontan einfällt.

      Der Elefantenfuss wird die Prozedur vermutlich nicht gutheißen und sich auch nicht versorgen können.
      Bei der Monstera bin ich auch skeptisch, dass die das auf Dauer mitmacht.
      Was ein Elefantenohr ist, weiß ich nicht, weil es ja viele Pflanzen mit diesem Namen gibt. Haemanthus, Alocasia, Colocasia oä?

      Insgesamt ist Dochtbewässerung ja eher was für die kleinen grünen Freunde. Bei großen Pflanzen braucht man dann DIY-Lösungen. Da gibt es nichts Fertiges zum Kaufen.

      Es gibt wenig Literatur und Erklärungen der Hersteller/Anwender, aus Gründen des Absatzes, Verkaufs, Unwissen, fehlender wissenschaftlicher Betrachtung, etc pp

      Hydrokultur : Link, der einiges erklärt usw.

      Ich kann noch Literatur raussuchen, wenn gewünscht.
      Wenn etwas wächst, gibt es auf der anderen Seite etwas anderes, das wächst auch...nur negativ.