Zitronenbäumchen braucht Hilfe

    • Zitronenbäumchen braucht Hilfe

      Hallo.
      Ich bin neu hier im Forum.

      Ich schreibe, weil ich hier viel Kummer mit meinem 10-jährigen Zitronenbäumchen habe.

      Es fing im Herbst/Winter letzten Jahres an. Er verlor nach und nach alle seine Blätter.
      Ich hielt das damals nicht für bedenklich, weil er in den Jahren zuvor dies im Winter auch getan hat.
      Irgendwann habe ich ihn dann umgetopft und dabei festgestellt, dass einige seiner Wurzeln abfielen und der Wurzelballen relativ feucht war.
      (Mir war schon einige Zeit vorher aufgefallen, dass seine Erde immer relativ feucht ist und nie richtig trocken. Aber es war jetzt nicht so, dass die Wurzeln im Wasser standen oder die Erde triefend nass war. )

      Deshalb hatte ich ihn dann in trockene, neue Erde umgetopft und einige Zeit trocken gehalten. Einige Zeit später habe ich nochmals seine Wurzeln kontrolliert. Es waren noch mehr Wurzeln abgefallen. Bei mehreren Wurzeln löste sich die "Hülle" ab. Alle seine Wurzeln waren wirklich klamm/feucht. ;(

      Nun steht er in wieder in neuer, trockener Erde und wird nicht gegossen. Dazu steht er auf einer Pflanzen-Heizmatte. (Weil ich gelesen hatte, dass die Wurzeln von Zitronenbäumen erst ab 22 Grad aktiviert werden). Soweit ich das sehe, sind seine Wurzeln nun trocken und faulen nicht mehr weiter ab.
      Allerdings ist mein Zitronenbäumchen noch immer kahl und Wurzelhaare (oder wie man die nennt) hat er gar nicht mehr. Für mich sehen die Wurzeln ehrlich gesagt auch eher nach trockenem , vielleicht sogar abgestorbenem Holz aus. ;(

      Meine Frage ist jetzt:

      *Glaubt ihr auch, dass die Wurzelfäule durch die damals oft feuchte Erde verursacht wurde? Oder könnte die Ursache der Wurzelfäule hier auch bei Bakterien liegen?

      * Wie gesagt, gieße ich ihn momentan nicht. Aber was kann ich tun, damit er nicht verdurstet? Wenn ich ihn gieße, habe ich Angst, dass die Wurzeln wieder feucht werden und weiter absterben. Aber gar nicht mehr zu gießen ist ja auch keine Lösung.

      *
      Bitte schreibt mir nicht, dass es aussichtslos aussieht. Das weiß ich selber. Aber ich habe ihn damals als Kind selbst aus einem Kern gezogen und er liegt mir wirklich sehr, sehr doll am Herzen. <3 <3
      Deshalb: Habt ihr Tipps/ Erfahrungen /Ratschläge, was ich tun kann, um ihn noch zu retten? Letzte Rettungsversuche?
      Was mache ich momentan vielleicht falsch?
      Was tut Zitronenbäumen gut?
      Was könnte vielleicht das letzte Tröpfchen Leben in ihm aktivieren?

      Bitte helft mir, ihr seid meine letzte Hoffnung. ;(

      Vielen Dank für eure Antworten und habt einen schönen Tag.
    • Hallo
      Hast du ein Foto von dem Bäumchen? Hat es gar keine Blätter mehr?
      Wo steht die Pflanze im Sommer und Winter?
      Eine Pflanze muss nicht im Wasser stehen, um Wurzelfäulnis zu bekommen. Bakterien sind nicht die Auslöser. Die Feuchtigkeit im Substrat muss im Zusammenspiel mit Standort (Helligkeit, Temperatur, Wind, …), Pflanze (Größe und Art) und dem Substrat selbst gesehen werden.

      Ich würde die Pflanze hell, aber absonnig und tabakfeucht im Substrat halten. Das Substrat sollte durchlässig sein. Man könnte zusätzlich für gespannte Luft sorgen (Minigewächshaus oder Klarsicht-Tüte).
    • Also ohne den Baum jetzt gesehen zu haben: Er wurde zu viel gegossen.

      Diese Umtopfaktionen mit nicht gießen etc haben vermutlich die Wurzeln noch zusätzlich geschädigt.
      Zitronen gehören nicht in normale Pflanzenerde aus dem Baumarkt oä - das ist wirklich meist nur aufgedüngter Schund. Die brauchen sauren Boden und regelmäßig moderat Regenwasser (tabakfeucht triffts da ganz gut). Man kann hier Erden mit pH-Wert 5 bis 6,5 nehmen, die dann noch aufgelockert werden können. Ich würde hier dann allerdings mal schauen, die Zitrone aus dem jetzigen Substrat noch mal rauszuholen.

      Es gibt gute Anzuchterden (kann ich gerne mal privat schicken), in die man den Baum reinsetzen kann, dann wird der angegossen und 3,4 Wochen an einem halbschattigen Platz gesetzt. IdR muss hier nicht (nach)gegossen werden. Nach 4 Wochen schauen, ob sich was tut, Topffeuchte kontrollieren. Das kann dauern.

      Auch wenns gerade nicht hilft: Zitronen sind relativ simpel - mit Sonne, Sonne, Sonne, wenig Wasser, saurer Erde gedeihen die ohne besondere Pflege.
      Wenn etwas wächst, gibt es auf der anderen Seite etwas anderes, das wächst auch...nur negativ.
    • Ich möchte hier jetzt noch mal unterscheiden: ich würde den ‚normalen‘ Wasserbedarf als moderat bis feucht benennen, je nach Bedingungen, in diesem Zustand ohne Feinwurzeln sollte es nur eine sehr geringe Grundfeuchte geben (aber nicht staubtrocken)

      Zum Thema Substrat, ph-Wert und Regenwasser: es wird seit einigen Jahren, zumindest in einigen Quellen, empfohlen, die Pflanzen nicht mit Regenwasser zu gießen, sondern mit hartem Leitungswasser, da die Pflanzen einen hohen Calciumbedarf haben bzw. haben sollen. Andere bestehen auf Regenwasser. Ich weiß es nicht.
    • Calcium braucht fast jede Pflanze mehr oder weniger. Im Boden ist es meist verfügbar. Leitungswasser enthält meist zu hohe (Hydrogen)Carbonatwerte von Calcium, Magnesium, Kalium etc. Hier kann man bei Regenwasser bzw gemischtem Wasser (Leitung/dest Wasser) eigentlich keine Unterversorgung erreichen, da ja die Erde auch regelmäßige gewechselt wird. In dem pH-Bereich, wo es zur Unterversorgung kommt, kann die Pflanze eh nicht lange überleben, weil es zu sauer wäre. Wenn man nur mit Regenwasser gießt, kann man dann auch einfach mal nen Schluck Leitungswasser aller paar Wochen zugeben.
      Wenn etwas wächst, gibt es auf der anderen Seite etwas anderes, das wächst auch...nur negativ.