Was ist mit meiner Palme los? :(

    • Das bei dem Baum (Drachenbaum, keine Palme) die unteren Blätter fallen, ist völlig normal.

      Bei der weißen Fliege (eigentlich ne Schildlaus) würde man iwann auch mal fliegende Tiere sehen.
      Bei (Deckel-/Napf) Schildläusen sieht man eigentlich auch die typischen erwachsenen Tiere mit ihren Gebilden.

      Ich würde hier auf Wolllausbefall tippen, aber da ein Befall auch nur ein Symptom darstellt, wäre zu klären, wie das gekommen ist. Also wird die Pflanze optimal gepflegt?

      Die Pflanze ist ein Drachenbaum der tropisch, sukkulenten Art. Sonnig, hohe Luftfeuchte, weniger Wasser (nicht dauerfeucht oder dauernass halten), durchlässiges Substrat, Trockenzeit erlauben.
      Wenn etwas wächst, gibt es auf der anderen Seite etwas anderes, das wächst auch...nur negativ.
    • Ja, Schildläuse eindeutig

      aber welche? Die klassisch so genannten Schildläuse, also Deckel- und Napf- würde ich auch ausschließen und wäre zwischen Weiße Fliege und Wolläusen eher bei Ersteren. Es können aber auch beide Spezies gleichzeitig auftreten. Wenn du Sicherheit willst, bitte noch ein paar Bilder hochladen, für die Bekämpfung spielt es keine große Rolle. Man kann mit abduschen beginnen, dabei sollte der Wurzelballen aber nicht klatschnass werden. Bekämpfen kann man mit Nützlingen, ‚Hausmitteln‘ und systemischer Mitteln. Und evtl. Auch mit Standortwechsel und veränderter Pflege, denn, wie Caleb schon schrieb, die Tierchen sind nur ein Symptom. Ein starker Befall hat Ursachen.
    • Ich danke Euch!!! :rock:

      Ich habe den Drachenbaum auf der Straße aufgegabelt - jemand wollte ihn wohl wegschmeißen - ich vermute wohl auch wegen des Befalls - den ich damals noch nicht gesehen habe!

      Sie steht sonnig - aber vielleicht gieße ich sie zu viel... Das könnte ich mal ausprobieren, anzupassen.

      Dann kaufe ich mir jetzt also chemisches Schildlaus-Bekämpfungsmittel? Chemisch deshalb, weil ich ehrlich gesagt wenig Geduld habe, mit wenig effektiven Mitteln da ewig dran rum zu laborieren und auch verhindern möchte, dass sich das evt noch auf meine anderen Pflanzen ausbreitet... Was denkt Ihr?

      Hier also auch noch ein paar weitere Fotos, wobei, so wie ich Euch verstanden habe, ist es ja relativ egal, welche Schildlausart es genau ist?!

      Vielen Dank noch mal und liebe Grüße

      Laura

    • Ach so, die Blätter sind gar nicht befallen, nur die Stämme, und erwachsene Tiere konnte ich nirgendwo ausmachen, obwohl diese weißen Stiftchen jetzt schon seit bestimmt zwei oder drei Wochen oder noch länger an der Pflanze sind...

      Und die Schädlingsbekämpfung ist natürlich nur Symptombehandlung... Also welche URSACHEN kann das ganze haben? Mein evt zu viel gießen? Oder soll ich noch etwas ändern?
    • Also der Befall ist schon reichlich. An den Blättern sind auch einige.

      Hier würde ein Abwischen der kompletten Pflanze anstehen. Danach kann man entscheiden, wie man weiter vorgeht. Celaflor Spray mit dem Wirkstoff Careo (Acetamiprid) bietet sich an. Hier aber unbedingt darauf achten, dass nichts von dem Mittel in das Abwasser gelangt, das ist leider hochtoxisch, und auch die Herstelleranweisungen befolgen.

      Welche Ursachen das nun konkret hier hat, kann ich nicht sagen. Üblicherweise werden geschwächte Pflanzen (Licht-, Wasser-, Düngerprobleme) befallen. Hier würde helfen der Pflanze etwas mehr Kalium anzubieten, damit die Zellwände stärker werden. Sollte die Pflanze in alter, verbrauchter Erde stehen, entweder düngen oder umtopfen. Als Dünger bietet sich einer an, der NPK+Mikronährstoffe mit mehr Anteilen KP (Kalium, Phopsphor) hat. N ist Stickstoff, der führt aber bei zu hoher Konzentration vor Allem im Winter zu weichen, schwachen Pflanzenteilen. Als Erde etwas lockeres, dass nicht so zum Vernässen neigt. Es gibt bereits fertige Erden (für Palmen), die kann man nehmen. Düngen und Umtopfen schließt sich beides aus, nur eines von beiden durchführen. Düngen dann nur aller 3/4 Wochen, nach dem Umtopfen erst ab ca März wieder düngen. Düngeangaben von Herstellern variieren stark. Je nach Konzentration der Inhaltsstoffe muss man hier eher die halbe Menge lt Herstellerangabe nehmen.
      Und dann halt nicht überwässern, die kommen mit Trockenheit besser zurecht als mit ständiger Nässe. Im Winter sollten die eh etwas trockener stehen. Aller 1-2 Wochen gießen sollte reichen. Die Pflanze braucht Sonne (Licht) im Winter. Der Standort sollte beibehalten werden.
      Wenn etwas wächst, gibt es auf der anderen Seite etwas anderes, das wächst auch...nur negativ.
    • Es gibt für die Schädlingsbekämpfung auch Stäbchen, welche ins Substrat gesteckt werden. Sie wirken systemisch, sprich der Wirkstoff wird von den Wurzeln aufgenommen und in der Pflanze verteilt. Saugende Schädlinge nehmen ihn dann mit auf. Bis der Wirkstoff in der Pflanze verteilt ist, dauert es ein paar Tage, aber dann ist er wirklich überall. Beim Besprühen triff man nicht immer alle Oberflächen und Verstecke.

      Die Ursachen bleiben unbekannt, da die Vorgeschichte ja nicht bekannt ist. Wenn man die Pflanze so übernommen hat, sollten Standort und Pflege jetzt artgerecht gewählt werden. Über die vorherigen Missstände kann man nur mutmaßen. Aber: was enden letzten beiden Fotos ein wenig Sorgen macht, ist, dass die Stämme etwas geriffelt aussehen (Längsfurchen). Das könnte auf einen Wurzelschaden durch Überwässerung hindeuten.
    • cicero schrieb:

      Aber: was enden letzten beiden Fotos ein wenig Sorgen macht, ist, dass die Stämme etwas geriffelt aussehen (Längsfurchen). Das könnte auf einen Wurzelschaden durch Überwässerung hindeuten.

      Das stimmt, ist mir nicht aufgefallen. Diese Veränderung am Stamm sollte überprüft werden. Er sollte fest sein und die "Rinde" nicht weich, verschiebbar/beweglich.
      Wenn etwas wächst, gibt es auf der anderen Seite etwas anderes, das wächst auch...nur negativ.