Ingwer und Kurkuma dringen in deutsche Haushalte vor

Ingwer

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Vielfältige Anwendungsgebiete in Garten, Küche und Heilkunde

Beide sind verwandt und kommen aus Asien. Die Knollen sehen sich zum Verwechseln ähnlich! Während Ingwertee Erkältungen vorbeugt, gilt Kurkuma Latte als Kalorienfresser. In der Küche verfeinern sie viele Speisen. So sind beide Bestandteile des Currys, wobei Kurkuma für die milde Würze sorgt und Ingwer für die Schärfe. Laut Vitalute ist Fakt, dass beide schon seit Tausenden von Jahren in tropischen und subtropischen Regionen angebaut werden. Aufgrund ihrer ätherischen Öle sind sie aus chinesischen und indischen Lehren der Heilkunde nicht mehr wegzudenken.

Angesichts der zahlreichen Vorzüge, welche hier in ihrer Gänze nicht beschrieben werden können, ist es nicht verwunderlich, dass die Sprossknollen hierzulande gerade dabei sind, sich einen festen Platz in den Gewürzregalen zu erobern. In vielen Medizinschränkchen haben sie schon Einzug gehalten. Bei richtiger Pflege gedeihen sie durchaus als Topfpflanzen und ihre wunderschönen Blüten schmücken jedes Heim.

Kurkuma – der natürliche Jungbrunnen

Der aus der Kurkuma-Wurzel gewonnene Wirkstoff Kurkumin wird als Färbestoff in der Lebensmittelindustrie eingesetzt. Außerdem wirkt er entzündungshemmend, was den Ausbruch vieler altersbedingter Krankheiten wie Rheuma, Arthrose und Alzheimer verzögern kann. Zudem wird Kurkumin vorbeugend gegen einige Krebserkrankungen verabreicht.

Wer Kurkuma in heimischen Gefilden anbauen will, legt eine Knolle auf die Anzuchterde, sodass die Hälfte herausragt. Die Rhizome (Knollen) teilen sich selbstständig und wurzeln ohne weiteres Zutun. Dabei sollte der Boden nährstoff- und humusreich gehalten werden.

Bewährt hat sich eine Mischung aus zwei Dritteln Blumenerde und einem Drittel groben Sands, die stets feucht, aber nicht nass gehalten werden sollte. Alle 4 Wochen kann ein bisschen Flüssigdünger beigefügt werden. Optimal wächst Kurkuma im Wintergarten, kann aber auch problemlos auf der Fensterbank gedeihen. Die Pflanze liebt Temperaturen zwischen 18° und 22° Celsius, unter 12° Grad sterben die Blätter ab. Sobald die Pflanze die Höhe von einem Meter erreicht hat, werden die Blätter welk. Dann beginnt die Erntezeit, die meist auf den Winter fällt. Die Wurzeln können ausgegraben, von allen Erdresten befreit und getrocknet werden.

Ingwer – Aspirin aus der Erde

Die kleine Wurzel beheimatet eine Vielzahl von Vitaminen, Mineralien und ätherischen Ölen. So bewirkt der regelmäßige Verzehr von Ingwer als Naturprodukt oder in Form von Nahrungsergänzungsmitteln, dass die Stoffwechseltätigkeit angeregt wird. Vor allem sind seine schmerzlindernden Wirkungen bekannt. Deswegen wurde Ingwer 2018 zur Heilpflanze des Jahres erkoren.

Wie sein orangefarbener Bruder ist in unseren Breiten die Fensterbank der Ort, wo Ingwer am besten gedeiht. Gepflanzt wird er nach demselben Schema in humider Erde. Allerdings verträgt Ingwer weniger Sonne und sollte anfangs im Halbschatten gepflegt werden. Nachdem der Spross sich gebildet hat, kann er durchaus an einen helleren Ort umgesiedelt werden.

Ingwer ist regelmäßig mit kalkfreiem Wasser zu gießen, wobei die Wurzelballen feucht zu halten sind, ohne dass sich Staunässe bildet. Im Winter beendet er den Vegetationszyklus und zieht ein, wie man es von Tulpen und Zwiebeln kennt. Dann kann er an einem Ort mit 10° Celsius problemlos überwintern. Nur das Rhizom bleibt erhalten und ist erntereif. Man kann den Ingwer roh essen als Beigabe zu Tee, Salaten oder Säften. Als getrocknetes Pulver ist er ca. ein bis zwei Jahre haltbar.

Verdauungsfördernde Wirkung

Die beiden Geschwisterpflanzen haben erst vor relativ kurzer Zeit Einzug in die europäische Küche und Heilkunde gehalten. Deshalb sind viele wissenschaftliche Studien über die Erkenntnisse der Wunderwurzeln noch nicht in Gänze abgeschlossen. Das Wissen beruht aber auf profunden Erfahrungswerten. Als gesichert gilt die verdauungsfördernde Wirkung. Bestätigt wird das durch Überlieferungen der alten asiatischen Heilkundler ebenso wie von zeitgenössischen Fachärzten der Inneren Medizin und Gastroenterologie.