Autoflowering vs. photoperiodisches Cannabis: Was sind die Unterschiede?

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🌿 Autoflowering vs. photoperiodisches Cannabis – Auf einen Blick

  • Blüte bei Autoflowering: Beginnt nach einer bestimmten Entwicklungszeit, unabhängig von der Tageslänge
  • Blüte bei photoperiodischem Cannabis: Wird durch längere Dunkelphasen ausgelöst
  • Lebenszyklus: Cannabis ist einjährig; Autoflowering-Pflanzen haben meist einen kürzeren Lebenszyklus
  • Wuchsgröße: Photoperiodische Pflanzen können deutlich größer werden – entscheidend sind auch Genetik und Umgebungsbedingungen
  • Pflegeaufwand: Bei Autoflowering entfällt die Steuerung der Blüte über das Licht, die Grundbedürfnisse bleiben gleich
  • Mehrfache Blüte: Nur bei photoperiodischen Pflanzen unter kontrollierten Bedingungen möglich (Re-Vegetation)
Junge Cannabispflanze mit gezackten Fiederblättern auf dunkler Erde, von oben fotografiert

Eine junge Cannabispflanze im Beet – ob sie autoflowering oder photoperiodisch ist, bestimmt ihren späteren Lebenszyklus. Foto von Jonathan Cooper, Pexels

Cannabis ist nicht gleich Cannabis. Neben zahlreichen Sorten, die sich unter anderem hinsichtlich ihrer Größe und ihres Wirkstoffgehalts unterscheiden, gibt es auch Unterschiede beim Blühverhalten. Dabei wird grundsätzlich zwischen autoflowering und photoperiodischen Cannabispflanzen unterschieden.

Während die einen unabhängig von der Tageslänge zu blühen beginnen, benötigen die anderen dafür bestimmte Lichtverhältnisse. Diese Unterschiede wirken sich auf den gesamten Lebenszyklus der Pflanzen aus. Doch welche Eigenschaften zeichnen die beiden Varianten aus und welche Rolle spielt die Wahl der Cannabissamen?

Der Lebenszyklus einer Cannabispflanze beginnt mit dem Samen

Bereits bei der Wahl der Cannabissamen werden die Weichen für die spätere Entwicklung der Pflanze gestellt. Cannabis ist grundsätzlich einjährig. Die Pflanze durchläuft also innerhalb einer einzigen Vegetationsperiode ihren gesamten Lebenszyklus, von der Keimung über das Wachstum bis zur Blüte und schließlich zum Absterben.

In der Natur keimt Cannabis meist im Frühjahr, wenn die Temperaturen steigen. Über den Sommer entwickelt die Pflanze ihre charakteristischen gezackten Blätter und bildet zahlreiche Triebe aus. Später beginnt sie zu blühen.

Die Blütenstände enthalten Cannabinoide wie THC und CBD und sind deshalb für den Konsum von Cannabis von Bedeutung. Anders als häufig angenommen, werden dafür hauptsächlich die getrockneten Blüten und nicht die Blätter verwendet.

Allerdings beginnt die Blüte nicht bei jeder Cannabispflanze zum gleichen Zeitpunkt. Während manche Pflanzen auf Veränderungen der Tageslänge reagieren, setzt die Blüte bei anderen unabhängig davon ein. Entscheidend ist nämlich, ob es sich um autoflowering oder photoperiodisches Cannabis handelt.

Faktoren für eine erfolgreiche Blüte

Harzreicher Blütenstand einer weiblichen Cannabispflanze mit orangefarbenen Stempeln in Nahaufnahme

Die harzreichen Blütenstände der weiblichen Pflanzen. Foto von Cannabis Training University, CC BY-SA 3.0

Bei photoperiodischen Cannabispflanzen wird die Blüte durch längere Dunkelphasen ausgelöst. Autoflowering-Pflanzen hingegen beginnen nach einer bestimmten Entwicklungszeit zu blühen, unabhängig davon, wie viele Stunden Licht sie täglich erhalten. Neben dem Blühverhalten spielt aber auch das Geschlecht der Pflanzen eine wichtige Rolle.

Cannabis ist in der Regel zweihäusig, es gibt also männliche und weibliche Exemplare. Männliche Pflanzen produzieren Pollen, während weibliche Pflanzen die harzreichen Blütenstände entwickeln, die später geerntet werden. Kommt es zur Bestäubung, bilden sich in den weiblichen Blüten Samen für die nächste Generation.

Sollen die Blüten hingegen für den Konsum geerntet werden, ist eine Bestäubung und die damit verbundene Samenbildung unerwünscht. Aus diesem Grund werden für die Gewinnung samenarmer Blüten häufig feminisierte Cannabissamen verwendet, da diese mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit weibliche Pflanzen hervorbringen.

Sehr gefragt sind deshalb feminisierte und autoflowering Cannabissamen. Die Kombination beider Eigenschaften ermöglicht es, überwiegend weibliche Pflanzen zu erhalten, die außerdem unabhängig von der Tageslänge zu blühen beginnen.

Bedeuten autoflowering Cannabissamen weniger Pflegeaufwand?

Autoflowering Cannabis wird häufig als pflegeleichter beschrieben. Tatsächlich entfällt bei diesen Pflanzen die Notwendigkeit, die Blüte durch eine Veränderung der Lichtverhältnisse einzuleiten. Vor allem beim Anbau in Innenräumen kann das den Aufwand reduzieren, da keine Umstellung des täglichen Hell-Dunkel-Rhythmus erforderlich ist.

Ein weiterer Punkt ist der vergleichsweise kurze Lebenszyklus. Autoflowering-Pflanzen beginnen bereits nach wenigen Wochen zu blühen, unabhängig davon, wie weit sie bis dahin gewachsen sind.

Haben sie während dieser Zeit unter ungünstigen Bedingungen gelitten, bleibt ihnen nur wenig Gelegenheit, sich davon zu erholen. Wachstumsprobleme können sich deshalb stärker auf die spätere Entwicklung auswirken.

Der Pflegeaufwand fällt bei Autoflowering Cannabis also nicht zwangsläufig geringer aus. Vereinfacht wird vor allem die Steuerung der Blüte, während die grundlegenden Bedürfnisse der Pflanzen unverändert bleiben.

Photoperiodisches Cannabis: Größere Pflanzen und mehrfache Blüte?

Photoperiodische Cannabispflanzen können deutlich größer werden als Autoflowering-Pflanzen. Der Grund dafür liegt in ihrer Wachstumsphase, deren Dauer von den Lichtverhältnissen abhängt. In der Natur wachsen die Pflanzen während der langen Sommertage und beginnen zu blühen, wenn im Spätsommer die Nächte länger werden.

Beim Anbau in Innenräumen lassen sich diese jahreszeitlichen Veränderungen künstlich nachbilden. Durch die Steuerung der Beleuchtung kann die Wachstumsphase verlängert oder verkürzt werden. Damit lässt sich auch beeinflussen, wann die Blüte beginnt und zu welchem Zeitpunkt die Pflanzen geerntet werden können.

Eine längere Wachstumsphase gibt der Pflanze mehr Zeit, Blätter und Triebe auszubilden und an Größe zuzulegen. Dadurch können sich später mehr Blütenstände entwickeln, was sich positiv auf den Ertrag auswirken kann. Wird die Blüte hingegen früher eingeleitet, verkürzt sich der gesamte Lebenszyklus entsprechend.

Wie groß eine Pflanze tatsächlich wird, hängt allerdings auch von ihrer genetischen Veranlagung und den Umgebungsbedingungen ab. Photoperiodisches Cannabis ist deshalb nicht automatisch größer als Autoflowering Cannabis.

Unter kontrollierten Bedingungen ist sogar eine mehrfache Blüte möglich. Obwohl Cannabis von Natur aus einjährig ist, können photoperiodische Pflanzen nach einer Blütephase erneut in die Wachstumsphase übergehen.

Dieser Vorgang wird als Re-Vegetation bezeichnet. Anschließend können sie ein weiteres Mal blühen. Im Freien durchlaufen Cannabispflanzen dagegen normalerweise nur einen Blütezyklus pro Jahr.

Autoflowering und photoperiodisches Cannabis im direkten Vergleich

Junge Cannabispflanzen in schwarzen Pflanztöpfen mit Etiketten und einem Thermometer unter rosafarbenem Pflanzenlicht

Junge Cannabispflanzen unter Pflanzenlicht – beim Indoor-Anbau entfällt bei Autoflowering-Sorten die Umstellung des Hell-Dunkel-Rhythmus. Foto von Cannabis Pictures, CC BY 2.0

Die wichtigsten Eigenschaften beider Varianten lassen sich folgendermaßen zusammenfassen.

Autoflowering Cannabis

  • Beginnt unabhängig von der Tageslänge zu blühen
  • Meist kürzerer Lebenszyklus
  • Häufig kleinere, kompaktere Pflanzen
  • Keine künstliche Veränderung des Lichtzyklus notwendig
  • Weniger Einfluss auf den Beginn der Blüte und den Erntezeitpunkt
  • In der Regel nur eine Blütephase

Photoperiodisches Cannabis

  • Blüte wird durch längere Dunkelphasen ausgelöst
  • Wachstumsphase lässt sich durch die Lichtverhältnisse beeinflussen
  • Kann deutlich größer werden und mehr Blütenstände entwickeln
  • Beginn der Blüte und Erntezeitpunkt sind beim Indoor-Anbau besser steuerbar
  • Längere Wachstumsphase kann höhere Erträge ermöglichen
  • Erneute Blüte unter kontrollierten Bedingungen möglich

Welche Cannabissamen sind die richtige Wahl?

Sowohl autoflowering als auch photoperiodisches Cannabis hat seine Vorzüge. Welche Variante infrage kommt, hängt unter anderem davon ab, ob die Pflanzen im Freien oder in Innenräumen wachsen sollen.

Beim Indoor-Anbau lassen sich die Lichtverhältnisse gezielt steuern, während sich die Pflanzen draußen an den natürlichen Tageslängen und Jahreszeiten orientieren müssen. Ebenso wichtig sind die eigenen Erwartungen.

Wer einen möglichst kurzen Lebenszyklus bevorzugt und wenig Einfluss auf den Beginn der Blüte nehmen möchte, könnte mit Autoflowering Cannabis gut beraten sein. Photoperiodische Pflanzen bieten dagegen mehr Möglichkeiten, die Wachstumsphase zu beeinflussen.

Das kann von Vorteil sein, wenn größere Pflanzen und höhere Erträge im Vordergrund stehen. Grundsätzlich können beide Varianten gesunde Pflanzen und hochwertige Blüten hervorbringen.

Entscheidend ist deshalb weniger, welche Cannabissamen grundsätzlich besser sind, sondern welche Eigenschaften zu den eigenen Vorstellungen und den vorhandenen Bedingungen passen.

Häufige Fragen zu Autoflowering und photoperiodischem Cannabis

Was ist der Unterschied zwischen Autoflowering und photoperiodischem Cannabis?

Bei photoperiodischen Cannabispflanzen wird die Blüte durch längere Dunkelphasen ausgelöst. Autoflowering-Pflanzen beginnen dagegen nach einer bestimmten Entwicklungszeit zu blühen, unabhängig davon, wie viele Stunden Licht sie täglich erhalten.

Ist Autoflowering Cannabis pflegeleichter?

Nicht zwangsläufig. Bei Autoflowering-Pflanzen entfällt zwar die Steuerung der Blüte über den Lichtzyklus, die grundlegenden Bedürfnisse der Pflanzen bleiben aber unverändert. Wegen des kurzen Lebenszyklus können sich Wachstumsprobleme außerdem stärker auf die spätere Entwicklung auswirken.

Wird photoperiodisches Cannabis immer größer als Autoflowering Cannabis?

Nein. Photoperiodische Pflanzen können dank ihrer lichtabhängigen Wachstumsphase deutlich größer werden, wie groß eine Pflanze tatsächlich wird, hängt aber auch von ihrer genetischen Veranlagung und den Umgebungsbedingungen ab.

Was sind feminisierte Cannabissamen?

Feminisierte Cannabissamen bringen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit weibliche Pflanzen hervor. Sie werden häufig verwendet, wenn samenarme Blüten geerntet werden sollen, da eine Bestäubung und die damit verbundene Samenbildung dann unerwünscht ist.