Kalmus - Aronstabgewächse (Araceae) Der Kalmus wurde im 13. Jahrhundert aus Asien durch die Tataren, die diese Pflanze zur Desinfektion ihres Trinkwassers benutzten, nach Europa gebracht. Im Laufe der Zeit hat sich der Kalmus über weite Teile Europas verbreitet. Der Kalmus ist eine ausgesprochene Sumpfpflanze wie auch das allgemein bekannte Schilf.
Man findet den Kalmus an den Uferzonen von Gewässern, in Gräben und auf Sumpfwiesen. Der Kalmus wächst meist nur vereinzelt, deshalb steht er in manchen Ländern unter Naturschutz. Da im mitteleuropäischen Klima die Früchte des Kalmus nicht zur Reife gelangen, kann sich diese Pflanze in Europa nur mit Hilfe des im Schlamm wachsenden Wurzelstockes ausbreiten. Der sehr angenehme Geruch eines Kalmus erinnert an den Geruch der Mandarinen; sein Geschmack hingegen ist recht bitter. In einigen Gegenden verwendete man den Kalmus zur Aromatisierung von Bieren oder Branntweinen. Der gekochte Wurzelstock des Kalmus diente in einigen Gebieten als Nahrung Laut Überlieferung soll der Kalmus Wanzen vertreiben und Kleider vor Motten schützen.
Der ausdauernde Kalmus erreicht eine Wuchshöhe von 1,5 m. Die langen, schmalen und schwertförmigen Blätter eines Kalmus wachsen aufrecht stehend. Der untere Blattansatz ist meist rötlich gefärbt. Von mai bis August bildet der Kalmus kleine, grünlich gefärbte Blüten in langen Blütenkolben. Der Wurzelstock dieser Heilkräuter ist reichlich verzweigt, gegliedert und grünlichbraun.
Hier findet man den Kalmus Der ursprünglich aus Asien stammende Kalmus wächst als verwilderte Pflanze in großen Teilen Europas bis in Höhenlagen von etwa 1000 m. Die bevorzugten Standorte des Kalmus sind Sümpfe, Seeufer, entlang von Fluss- und Bachläufen, Sumpfwiesen.
Eigenschaften der Heilpflanze Der Kalmus wirkt appetitanregend, blutstillend, magenwirksam, schweißtreibend, sedativ und windtreibend.
Der Geschmack eines Kalmus ist pfefferartig, der Geruch dieser Heilpflanzen erinnert an Mandarinen.
Wirksame Pflanzenteile des Kalmus In der Naturheilkunde benutzt man von dem Kalmus den im September und Oktober gesammelten Wurzelstock. Dieser wird in etwa 1 cm große Stücke geschnitten und rasch getrocknet.
Inhaltsstoffe des Kalmus Ätherische Öle, Bitterstoffe, Gerbstoff, Schleim, Glykoside, Cholin, organische Basen, Harz, Stärke
Kalmus / Acorus calamus Foto: H. Zell, Lizenz: GFDL
Anwendung der Heilpflanze Der Kalmus wird in der Naturheilkunde innerlich und äußerlich angewendet.
Anwendungen mit Kalmus in der Naturheilkunde finden Sie unter folgenden Stichworten: Blähung, Erbrechen, Gicht, Insekten, Nervosität, Übelkeit, Verdauung, Zahnfleisch
Obwohl die Anwendung mit Heilkräutern oft eine positive Wirkung auf Beschwerden haben, sollte man vor der Heilpflanzenanwendung immer Rücksprache mit einem Arzt halten. Disclaimer
Wichtige Hinweise Die Kalmuswurzel enthält ätherische Öle. In diesen kommen, je nach Art des Kalmus, bis zu 80% beta-Asaron vor. Dieser Wirkstoff kann krebserzeugend sein.
Weitere Nebenwirkungen bei Anwendungen mit der Kalmuswurzel können Krampfanfälle und eine Schädigung der Nieren sein.
Anwendungen mit dem Kalmus sollten aus diesen Gründen besser nicht vorgenommen werden.
Verwendung und Verarbeitung der Heilpflanzen |