Die richtige Pflege für Heckenpflanzen und Koniferen

Hainbuchenhecke (Carpinus betulus)

Hainbuchenhecke (Carpinus betulus)
AnRo, CC0

Heckenpflanzen und Koniferen schützen nicht nur vor neugierigen Blicken, sondern spendet im Sommer auch Schatten. Eine Hecke im Garten schirmt zudem vor Wind ab und bietet Vögeln einen sicheren Unterschlupf. In diesem Guide erfahren Leser, was sie über die Pflege von Heckenpflanzen und Koniferen wissen müssen.

Pflege von Hecken

1. Richtiger Schnitt

Der Schnitt von Heckenpflanzen wie der Eibe ist einer der wichtigsten Maßnahmen in der Heckenpflege. Durch den Schnitt wird das Pflanzenwachstum angeregt und die Hecke verzweigt sich weiter. Um einen dichten und gleichmäßigen Wuchs zu erzielen, ist der Heckenschnitt gerade in den ersten Jahren von Bedeutung. Die Hecke am besten einmal im Jahr beschneiden. Schnell wachsende Heckenpflanzen wie Feldahorn, Hainbuche oder Berberitze sollten sogar zweimal jährlich geschnitten werden.

2. Die richtige Pflege von Heckenpflanzen

Hecken und Skulpturen

Hecken und Skulpturen
Gordito1869, CC BY-SA 4.0

Abgesehen vom Schnitt benötigen Hecken meist nur wenig Pflege. Vor und während der Wachstumsphase sollten Heckenpflanzen ein bis zweimal jährlich gedüngt werden. Zum Düngen können sowohl Kompost als auch mineralischer Dünger verwendet werden. Das Düngen erfolgt zwischen März und August. Wirft die Heckenpflanze Laub ab, muss diese lediglich direkt nach dem Einpflanzen und in extremen Trockenzeiten gegossen werden. Handelt es sich hingegen um eine immergrüne Hecke, braucht diese Pflanze im Winter zusätzliches Wasser. Immergrüne Hecken freuen sich außerdem über eine Mulchdecke. Das schützt sie bestens vor Krankheitsbefall.

Tipp: Die Japanische Stechpalme ist eine hervorragende Alternative zu herkömmlichen Heckenpflanzen. Die Pflanze ist sehr pflegeleicht und übersteht sowohl Kälte und längere Trockenperioden ohne Schaden. Außerdem ist sie immun gegen Pilzbefall und sieht auch ohne Schnitt schön aus.

Benötigen Koniferen dieselbe Pflege?

Koniferen eignen sich ebenfalls wunderbar als Sichtschutz im Garten. Die kiefernartigen Nadelhölzer sind genau wie herkömmliche Heckenpflanzen sehr pflegeleicht. Dennoch gibt es in der Pflege von Koniferen auch ein paar Unterschiede zu beachten:

Kirschlorbeer-Hecke

Kirschlorbeer-Hecke
Triplec85, CC0

1. Richtiger Schnitt

Bei der Konifere ist der Formschnitt ebenfalls entscheidend. Schließlich zählen sie zu den schnell wachsenden Heckenpflanzen, die rasch einen halben Meter pro Jahr wachsen. Gerade die Seiten müssen regelmäßig geschnitten werden. Koniferen sollten zwei bis vier Mal pro Jahr zugeschnitten werden, damit ein gleichmäßiger, schöner Wuchs erzielt wird.

2. Richtige Pflege

Gut wüchsige Koniferen können zweimal jährlich gedüngt werden. Organischer, magnesiumhaltiger Dünger empfiehlt sich besonders und sorgt für ein leuchtendes Immergrün. Damit die Pflanzen den Dünger besser aufnehmen, empfiehlt es sich, die Koniferen zu gießen. Je älter die Koniferen bereits sind, desto weniger muss man gießen. Wenn der Gärtner in einer regenreichen Region lebt, brauchen Koniferen kaum zusätzliches Wasser.

Nur in langen und heißen Trockenperioden sollten Koniferen bei Bedarf gegossen werden. Wurden die Koniferen erst frisch eingepflanzt, benötigen sie ebenfalls noch etwas mehr Wasser, da sie sich noch verwurzeln müssen und noch nicht selbstständig genügend Wasser aufnehmen können.

Formhecken schneiden

Formschnitte für Hecken

Formschnitte für Hecken

Hecken und Sträucher bereichern mit ihren verschiedenen Blattformen, -farben, Blüten und Früchten nicht nur jeden Garten, sondern sind auch perfekt für den Sicht- und Windschutz geeignet. In der Regel sind Sträucher pflegeleicht, dennoch müssen viele von ihnen regelmäßig geschnitten werden, um ihre gewünschte Form zu bewahren. Neben strengen Formhecken und fantasievollen Figuren sollten auch frei wachsende Hecken einen regelmäßigen Pflegeschnitt bekommen.

Wer seinen Garten mit Formhecken verschönern will, sollte beim Schnitt auf eine rechteckige Blockform verzichten. Besser ist, die Hecke nach oben hin leicht zu verjüngen. Die unten breitere Hecke bekommt so auch im unteren Bereich ausreichend Licht, und schwere Schneelasten im Winter werden vermieden.

Wann darf man die Hecke schneiden?

Ein radikaler Rückschnitt von Hecken und Sträuchern ist in Deutschland gemäß § 39 BNatSchG vom 1. März bis 30. September verboten, denn dann nisten Vögel und andere Tiere in den Sträuchern. Folgen eines Verstoßes können im Bußgeldkatalog nachgelesen werden. Ein leichter Formschnitt ist jedoch erlaubt und im Falle vom Freihalten von Wegen sowie Einsichten an Kreuzungen ausdrücklich erforderlich. Dabei sollte man stets überprüfen, ob sich ein Vogelnest in der Hecke befindet.

Je nach Art der Hecke sollte dabei der passende Schnittzeitpunkt gewählt werden. Bei einigen Sträuchern ist zudem ein zweiter Schnitt im Winter empfehlenswert, da dann keine Tiere im Strauch leben. Beim immergrünen Buchs sollte beispielsweise nach einem Grobschnitt im Frühjahr am besten nach dem Triebabschluss gegen Ende des Sommers ein Feinschnitt stattfinden. So bleibt der Strauch dicht und bewahrt seine Form. Ab August sollte nicht mehr geschnitten werden, um neue Austriebe zu vermeiden. Diese könnten im Winter durch Frost geschädigt werden.

Welche Werkzeuge gibt es?

1. Handheckenschere

Kleine Hecken und Sträucher können leicht per Hand geschnitten werden. Sie sind besonders günstig und leicht zu handhaben. Bei größeren Flächen empfiehlt sich jedoch eine elektrische Heckenschere.

2. Elektrische Heckenschere mit Akku

Elektrische Heckenscheren gibt es mit Kabel oder Akku. Ein mit Akku betriebenes Werkzeug ist dabei besonders flexibel und auch an den entferntesten Ecken im Garten einsetzbar. Ist der Akku leer, muss die Arbeit allerdings unterbrochen werden. Bestenfalls hat man dann einen zweiten Akku zur Hand. Je nach Hersteller, Zubehör und geplantem Einsatz liegt das Preisniveau bei akkubetriebenen Heckenscheren zwischen 60 und 700 Euro.

3. Elektrische Heckenschere mit Kabel

Sie ist zwar weniger flexibel einsetzbar und manchmal stört das Kabel, aber sie trimmt ohne Pause leistungsstark auch die größten Hecken.

4. Teleskop-Heckenscheren (mit Akku oder Kabel)

Sie bieten zudem einige weitere Vorteile: Sie garantieren beim Beschneiden von höheren Hecken und Sträuchern eine viel gesündere Körperhaltung. Gleichzeitig vermindern sie das Verletzungsrisiko, da gefährliches Hantieren auf Leitern entfällt.

In jedem Fall sollte die Schere immer an die vorherrschende Situation im Garten angepasst sein, um somit das beste Ergebnis beim Heckenschneiden zu erhalten.

Fazit:

  • geeigneten Schnittzeitpunkt beachten, dabei starke Sonneneinstrahlung und Hitze vermeiden
  • nur gut geschärfte Schnittwerkzeuge verwenden
  • größere, gerade Flächen können leicht mit einem Elektrotrimmer bearbeitet werden, während zum Schneiden von kleinen Flächen und Figuren am besten Handheckenscheren verwendet werden.

Videotipp:

Gartentipps: Sträucher und Heckenschnitt, Professionelle Pflegetipps für ihren Garten

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