Standort und Pflege der Kletterpflanzen

Die meisten Kletterpflanzen mögen einen Standort, an dem ihr Wurzelbereich im Schatten liegt und Blätter und Blüten genügend Sonnenlicht abbekommen. Allerdings ist vor der Pflanzenauswahl zu beachten, wo die Kletterpflanze zukünftig gedeihen soll:

Chinesischer Blauregen

Chinesischer Blauregen, (Wisteria sinensis)

Foto: 3268zauber, CC BY-SA 3.0

  • Empfindliche Kletterpflanzen gedeihen in der Stadt besser als auf dem Land. Der Grund: Auf dem Land sind die Durchschnittstemperaturen in der Regel ein paar Grade niedriger als in der Stadt.
  • Kletterpflanzen, die Wärme lieben, gedeihen freistehend nicht so gut wie an Mauern oder Gebäuden.
  • Bei hellen Wänden können jedoch vor allem im Sommer zu hohe Temperaturen entstehen, sodass es zur Schädigung von Trieben und Blättern kommen kann. Außerdem kann es zur Frosttrocknis kommen: Triebe und Blätter von immergrünen Kletterpflanzen werden durch die Sonne im Frühling oder Winter zur Verdunstung von Wasser angeregt. Ist der Boden dann noch gefroren, vertrocknet die Pflanze.

Bei der Auswahl von Kletterpflanzen sollte zudem auf die Größe und Wuchskraft geachtet werden. So benötigen beispielsweise Schlingknöterich und Blauregen viel Platz und sind für Balkons oder kleine Spaliere ungeeignet.

Pflanzung von Kletterpflanzen

Kletterpflanze einpflanzen

Die meisten Kletterpflanzen sind Tiefwurzler und benötigen deshalb genügend Bodentiefe. Mehrjährige Kletterpflanzen sollten dreißig bis sechzig Zentimeter tief gepflanzt werden und bei einjährigen Kletterpflanzen reicht eine Bodentiefe zwischen fünfzehn und dreißig Zentimeter aus.

Sollen die Pflanzen an Baumstämmen klettern, sollten nicht zu nah am Stamm gepflanzt werden. Der Grund: Wird die Kletterpflanze unmittelbar an einen Baumstamm gepflanzt, verläuft die Entwicklung der Kletterpflanze aufgrund der Wurzelkonkurrenz und der Trockenheit problematisch.

Das Gleiche gilt für Kletterpflanzen, die vor Wänden oder Fassaden gesetzt werden und wo Trockenzonen durch Dachüberstände entstehen. Auch hier pflanzt man die Kletterpflanze mit Abstand zur Fassade oder Wand. Ein weiteres Problem mit diesem Standort kann der Boden sein: Oft wurde dort der Boden mit Bauschutt oder ähnlichem versetzt. In dem Fall muss die Erde umgegraben und aufgelockert werden. Der Bauschutt muss entfernt werden.

Nach dem Einpflanzen ist es zu empfehlen, den Wurzelbereich mit einer dünnen Schicht aus Rindenkompost oder Laub abzudecken. Kletterpflanzen mit Haftwurzeln bekommen einen ersten Halt, indem man die Triebe mit einem Klebeband an der Mauer befestigt oder am Spalier anbindet.

Kletterpflanzen schneiden

Kletterpflanze schneiden

Kletterpflanzen sind im Allgemeinen pflegeleicht und müssen nicht geschnitten werden. Es reicht aus, dass im Frühling die Pflanzenteile entfernt werden, die erfroren oder abgestorben sind.

Bei manchen Arten wird durch einen Schnitt die Entwicklung der Blüten gefördert. Zum Beispiel bildet die Kletterrose weniger Blüten, je älter sie wird. Um Blütenreichtum zu fördern werden im Frühling alte Triebe herausgeschnitten und ansonsten verwelkte Blüten regelmäßig entfernt.

Kiwi, Wein oder andere fruchtenden Kletterpflanzen benötigen regelmäßig einen fachgerechten Rückschnitt und Fruchtschnitt.

Hopfen und andere staudigen Kletterpflanzen werden im Winter gepflanzt und bekommen erst dann einen Schnitt, wenn die Blätter und die Triebe vertrocknet und gelb gefärbt sind.

Alle großblumigen Hybrid-Waldreben sollten geschnitten werden. Sorten, die im Frühsommer oder im Frühling blühen, werden unmittelbar nach der Blütezeit geschnitten und Sorten, die im Spätsommer oder Herbst blühen bekommen ihren Schnitt nach dem Winter.

Einjährige oder mehrjährige Kletterpflanzen?

Im Garten lassen sich viele Kletterpflanzen kultivieren, wobei nur die wenigstens aus den hiesigen Breitengraden stammen. Waldgeißblatt, Hopfen und Efeu sind Kletterpflanzen, die bei uns heimisch sind. Im Handel sind jedoch überwiegend Kletterpflanzen zu bekommen, die aus tropischen oder subtropischen Ländern abstammen. Diese können in der Regel nur als einjährige Pflanzen im Garten kultiviert werden, da sie die Wintertemperaturen nicht vertragen.

Einjährige Kletterpflanzen

Einjährige Kletterpflanzen kommen überwiegend aus tropischen Ländern. Dort wachsen sie oft mehrjährig, doch für die Kultivierung in unseren Breitengraden werden sie als einjährige Pflanzen gezogen.

Eine weitere Gruppe sind die Einjährigen Kletterpflanzen aus unseren Breitengraden. Diese Pflanzen sind schnellwachsend, nicht winterhart und krautig, also nicht verholzend.

Sie eignen sich vor allem für die schnelle Begrünung und benötigen stets eine Rankhilfe. Zudem können sie in Kübel gepflanzt werden, wobei dann eine Überwinterung im Haus möglich wäre.

Schwarzäugige Susanne

Die einjährigen Kletterpflanzen können gut aus Samen gezogen werden. Je nach Art werden sie zwischen 100cm und 500cm hoch.

Der Standort muss sonnig sein. Bei manchen Arten kommt es jedoch zur Beeinträchtigung der Entwicklung, wenn der Sommer zu viel Regen mit sich bringt.

Der Boden muss nährstoffreich sein. Im Garten wird die Erde vor der Bepflanzung aufgelockert und mit Grunddünger und Komposterde angereichert. Im Kübel muss die Kletterpflanze jedes Jahr mit neuer Erde versorgt werden.

Der Nährstoffbedarf dieser schnellwachsenden Pflanzen ist hoch. Deshalb muss regelmäßig alle vier bis sechs Wochen gedüngt werden. Es darf jedoch nicht zu stark mit Stickstoff gedüngt werden, wenn man nicht auf üppige Blütenpracht verzichten möchten: Bei zu viel Stickstoff wird die Blattentwicklung mehr gefördert als die Entwicklung der Blüten.

Im Sommer müssen die Kletterpflanzen täglich gewässert werden, was bei der Pflanzung im Topf noch wichtiger ist. Die Pflanzgefäße müssen mit Abzugslöchern am Boden versehen sein, damit keine Staunässe entstehen kann.

Einjährige Kletterpflanzen können bereits zu Jahresanfang im Haus vorgezogen werden. Dann werden die Pflanzen in der Regel kräftiger, wenn sie im Mai ins Freiland umgepflanzt werden. Die meisten Arten können zwischen Mitte März bis April ausgesät werden. Dafür nutzt man ein humoses, lockeres Substrat, in das die Samen gelegt und mit wenig Erde abgedeckt werden.

Mehrjährige Kletterpflanzen

Mehrjährige Kletterpflanzen stammen zu einer kleinen Zahl aus hiesigen Breitengraden und überwiegend aus Asien oder Amerika. In der Natur wachsen diese Pflanzen am Waldrand. Somit können sie im Garten halbschattige Plätze begrünen. Als Faustregel gilt: Immergrüne Kletterpflanzen mögen einen schattigen bis halbschattigen Standort, während sommergrüne Kletterpflanzen einen sonnigen bis halbschattigen Platz bevorzugen. Dabei kann man noch folgende Regel anwenden: Je mehr Blüten eine Kletterpflanze bildet, desto sonniger muss der Standort sein.

Efeu

Die meisten mehrjährigen Kletterpflanzen brauchen eine Rankhilfe. Efeu ist eine der wenigen Rankpflanzen, die auch ohne Kletterhilfe zurechtkommt und gerne für die Begrünung von Fassaden verwendet wird.

Je nach Art werden mehrjährige Kletterpflanzen zwischen zwei Meter und zwanzig Meter hoch.

Die Bodenansprüche sind eher gering. Den meisten Mehrjährigen reicht ein guter Gartenboden aus.

Alle Arten werden im Frühling oder im Herbst gepflanzt. Wurden die Pflanzen im Container gezogen, können sie auch im Sommer gepflanzt werden.