Efeu pflegen

Hedera helix L.

Deutscher Name: Efeu
Wissenschaftl. Name: Hedera helix L.
Familie: Efeugewächse (Araliaceae)
Wuchshöhe: bis 20 m
Verwendung: Blattschmuckpflanze, Kletterpflanze
Schwierigkeit: pflegeleicht

In dichten Wäldern findet man den immergrünen Efeu oftmals kriechend am Boden entlangwachsen. In der Nähe von Sträuchern, Felsen und Bäumen beginnt die Kletterpflanze dann sich mit seinen Haftwurzeln emporzuranken, dabei kann ein Efeu eine Höhe von bis zu 20 m erklimmen. Der Efeu zählt jedoch nicht zu den schmarotzenden Pflanzen, er entzieht seiner Stütze also keine Nährstoffe. Mit Efeu bewachsene Büsche und Bäume können jedoch durch den Efeu einen Sekundärschaden nehmen, die sich weit ausbildende Krone eines Efeus nimmt dem Stützbaum einen großen Anteil des zur Verfügung stehenden Lichtes.

Der Efeu kann mit 500 Jahren recht alt werden, eine solche Pflanze entwickelt dicke, stabile Stämme. Ältere Efeupflanzen verändern, wenn sie in die Blühreife kommen, die Form ihrer Blätter. Diese sind dann lanzettlich bis zugespitzt eiförmig, ganzrandig und ungelappt. Anstatt wie bei den jungen Pflanzen zweireihig zu stehen, bilden sich die Blätter eines blühreifen Efeu ringartig um den Trieb.

Die kleine Gattung Hedera (Efeu) umfasst nur wenige Arten, jedoch zahlreiche Sorten verschiedenartiger Kletterpflanzen. Bei allen Arten und Sorten des Efeus sind die Blätter ledrig und oft gelappt. Die meisten dieser Pflanzen bilden Luftwurzeln aus, die auf feuchten Unterlagen haftenbleiben. Fast alle hier beschriebenen Formen und Sorten des Efeus verzweigen sich von Natur aus bereitwillig und wachsen recht dicht und buschig. Einige Efeu Sorten erreichen dieses buschige Wachstum jedoch nur, wenn man regelmäßig die Triebspitzen herausbricht. Der Efeu eignet sich gut für die Pflege in einem Badezimmer.

Steckbrief / Beschreibung

Hedera helix, der gewöhnliche Efeu, hat typischen bekannten Efeublätter mit drei bis fünf Lappen. Die Ursprungsart dieser Efeu ist jedoch durch zahlreiche Sorten verdrängt worden.

Hedera helix 'Chicago' hat 2 bis 3 cm lange und etwa 3 cm breite, mittelgrüne Blätter.

Hedera helix 'Chicago Variegata' hat cremefarben geränderte Blätter.

Hedera helix 'Golden Chicago' hat goldgelbe Flecken auf den Blättern.

Hedera helix 'Cristata' wächst mit 3 bis 5 cm langen und etwa 5 cm breiten, mittelgrüne Blättern, die an den Rändern stark gekräuselt sind.

Hedera helix 'Emerald Gern' hat etwa 2 cm lange und 3 cm breite, sehr spitz zulaufende, smaragdgrün gefärbte Blätter.

Hedera helix 'Glacier' hat etwa 3 cm lange und 2 cm breite, mittelgrün gefärbte Blätter mit großen, graugrünen Flecken, weißen Randflecken und rosaroten Rändern. Die Triebspitzen dieses Efeu müssen regelmäßig herausgebrochen werden, damit die Pflanze buschig wächst.

Hedera helix 'Jubilee' bildet etwa 3 cm lange und 2 bis 3 cm breite, dunkelgrüne Blätter mit grauer und weißer Zeichnung. Dieser Efeu wächst besonders dicht und buschig.

Hedera helix 'Little Diamond' hat fast rautenförmige, 3 cm lange und 2 cm breite, mittelgrün gefärbte Blätter mit einer schmalen, weißen Randzeichnung. Dieser Efeu kann man nur durch das Ausbrechen der Triebspitzen zu einem buschigen Wachstum bewegen.

Hedera helix 'Luzii' wächst mit etwa 3 cm langen und 2 cm breiten, hellgrün und gelb gefleckten Blättern auf dunkelgrünen Grund. Dieser Efeu verzweigt sich nicht selbständig und kann nur durch das Ausbrechen der Triebspitzen zu einem buschigen Wachstum bewegen.

Hedera helix. var. sagittaefolia wächst mit etwa 5 cm langen und 3 cm breiten, dunkelgrünen Blättern in Form einer Pfeilspitze.

Hedera helix. var. sagittaefolia 'Variegata' ist die buntblättrige Sorte. Sie ist eine sehr hübsche Ampelpflanze, die Triebspitzen dieses Efeus müssen jedoch regelmäßig ausgebrochen werden, wenn dieser Efeu buschig wachsen soll.

Hedera colchica, der Kaukasusefeu, ist sehr großwüchsig und bildet elliptische, dunkelgrüne Blätter mit 15 bis 20 cm Länge und etwa 20 cm Breite.

Hedera colchica 'Ravenholst' ist mit der obigen Sorte Wuchsgleich, die Blattstengel sind jedoch rot gefärbt.

Standort / Licht

Efeu bevorzugt einen hellen Standort mit sehr wenig direktem Sonnenlicht. Nur die buntblättrigen Formen des Efeus benötigen täglich 2 bis 3 Stunden Morgen- oder Abendsonne. Bei ausreichender Sonneneinstrahlung behält der buntblättrige Efeu seine hübsche kontrastreiche Färbung.

Den grünblättrigen Efeusorten ist jedoch die direkte Sonne, vor allem im Sommer und in den Mittagsstunden, nicht so zuträglich. Trotzdem sollte der Standort nicht zu dunkel sein, bei ungenügenden Lichtverhältnissen vergrößern sich die Abstände zwischen den Blättern, und die Pflanzen vergeilen, werden lang, dünn und sparrig.

Pflanzen bleiben nur gesund und vital, wenn ihre Lichtbedürfnisse erfüllt werden. Kenntnisse über die Lichtstärke, angegeben in Lux, geben Auskunft ob der Standort hell genug ist. Pflanzen mit geringem Lichtbedarf benötigen immer noch mindestens 500 bis 600 Lux. Zimmerpflanzen für sehr helle Standorte brauchen 1600 Lux und mehr.

Himmelsrichtung, Jahreszeit, Verglasung und vor der Wohnung stehende Bäume und Büsche reduzieren die Lichtstärke schnell um 30 bis 70%. Bereits 2 bis 3 Meter hinter einem hellen Fenster kann es bereits zu dunkel für die meisten Topfpflanzen sein. Auch zu viel Licht ist für zahlreiche Zimmerpflanzen schlecht, es muss abgeschattet werden oder man ändert den Standort.

Lichtmangel Symptome

  • Lange, helle zum Licht wachsende Triebe, weiter Blattabstand und bleiches, aufgehelltes Laub
  • Schlaffer, nicht stabiler Wuchs
  • Dünne, blassgrüne, durchscheinende Blätter
  • deutlich zu kleine Blätter, weiche Triebe
Standort finden

Sicherheit über die Lichtstärke erhält man nur mit einem Luxmeter. Dieses wichtige Hilfsmittel finden Sie hier:

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Lesetipp: So findet man den richtigen Standort
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Gießen / Wässern

In der Hauptwachstumszeit wässert man den Efeu gleichmäßig. Zwischen den Wassergaben lässt man die oberste Erdschicht leicht antrocknen.

Wann, wie viel und wie oft gegossen wird kann nicht generell beantwortet werden. Das sorgt, besonders bei unerfahrenen Pflanzenfreunden für Unsicherheit. Man sollte es sich aber auch nicht zu schwer machen.

Grundsatz beim Gießen

Wenn man sich nicht sicher ist, sollte man lieber etwas weniger als zu viel Gießen. Die wenigsten Zimmerpflanzen gehen an Trockenheit ein, meistens werden sie zu Tode gewässert.

Weshalb wird zu viel gewässert ?

Wenn eine Pflanze schlapp aussieht, greifen viele Hobbygärtner zuerst zur Gießkanne. Dies ist der mit Abstand häufigste Pflegefehler. Bei schlaffen Pflanzen sollte man nicht wässern ohne die Erde zu prüfen, denn sehr oft ist nicht der Wassermangel an einer siechenden Pflanzen schuld.

Zum Prüfen des Feuchtigkeitsgehalts fühlt man zuerst mit einem Finger oder dem Handrücken ob sich das Substrat feucht anfühlt. Besteht weiterhin Unsicherheit, so zerreibt man einige Erdkrümel zwischen den Fingern. Feuchte oder trockene Erde kann man so gut unterscheiden. Vor und nach dem Gießen sollten Sie das Pflanzgefäß kurz anheben, so bekommen sie ein Gefühl für das Gewicht und recht schnell auch für den Feuchtigkeitsgehalt des Topfballens.

Große Pflanzgefäße erfordern einen Feuchtigkeitsmesser. Damit kann man in der Topfmitte schnell und zuverlässig die Feuchtigkeit ermitteln. Das Messgerät ist preiswert zu erstehen und er gehört zu jeder Grundausrüstung eines Pflanzenliebhabers.

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Weshalb sterben Pflanzen bei zu viel Wasser?

Eine schlapp aussehende Pflanze kann oft kein Wasser aufnehmen, weil sie bereits über einen längeren Zeitraum hin zu stark vernässt war. Dadurch ist zu wenig Sauerstoff in der Erde und die Wurzeln werden faulig. Die zerstörten Wurzeln können kein Wasser mehr aufnehmen und die Pflanze wird schlapp. Ein Zeichen von Wassermangel, aber nicht durch zu wenig Gießen sondern wegen der verfaulten Wurzeln. Jetzt hilft nur noch schnelles Austopfen der Pflanze, alle Wurzeln von der vernässten Erde säubern, abgestorbene und verfaulte, schwarze Wurzeln abzupfen und abschneiden. Dann wird die Pflanze in frische Erde eingetopft und bis zur Bildung neuer Wurzeln, etwa 1 bis 2 Monate sparsam gegossen. Mit etwas Glück erholt sich die Pflanze.

So verhindert man das Wurzelsterben

Gießen Sie nie vorbeugend oder auf Verdacht. Erst die Erde auf Feuchtigkeit kontrollieren, dann Gießen. Alles nach dem Wässern im Untersetzer oder Übertopf stehenbleibende Wasser muss spätestens nach 5 Minuten abgegossen werden. Falls man dies verpasst, können empfindlichere Pflanzen bereits nach 10 Minuten nicht wieder gut zu machende Wurzelschäden erleiden.

Was tun bei Ballentrockenheit ?

Wenn der Ballen mal völlig abgetrocknet ist, reicht einfaches Gießen, besonders bei kleineren Pflanzgefäßen, nicht aus. Der gesamte Topf muss solange vollständig bis zu Erdoberfläche in Wasser getaucht werden, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.

Lesetipp: Pflanzen reichlich, mäßig, sparsam gießen & der richtige Zeitpunkt zum Wässern
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Überwintern / Ruheperiode

Von November bis Februar gießt man den Efeu sparsamer, vor dem jeweils nächsten Wässern lässt man den Ballen zur Hälfte abtrocknen. Ideal ist während dieser Zeit ein kühlerer Standort mit Temperaturen um die 10 bis 15 °C.

Temperatur

Ein Efeu kann sich unterschiedlichen Temperaturen in einem weiten Bereich anpassen, schnelle und starke Temperaturschwankungen verträgt ein Efeu jedoch nicht so gut. Bei Temperaturen über 18 °C sorgt man für eine hohe Luftfeuchtigkeit, indem man den Efeu täglich mit kalkfreiem, zimmerwarmem Wasser besprüht. In den Wintermonaten sollte ein Efeu eine kurze Ruheperiode bei Temperauren von etwa 10 °C bekommen.

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Efeu vermehren

Der Efeu ist ohne Probleme zu vermehren. Man stellt etwa 10 cm lange Kopfstecklinge in ein Glas mit Wasser und bringt sie an einen hellen Standort mit normaler Wohnungstemperatur. Sobald die Stecklinge 2 bis 3 cm lange Wurzeln gebildet haben, pflanzt man jeweils einige Stecklinge in eine kleines Pflanzgefäß mit dem für ausgewachsene Pflanzen empfohlenen Substrat.

Lesetipp: So vermehrt man Zimmerpflanzen erfolgreich
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Erde / Substrat

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Man verwendet eine übliche Blumen- oder Einheitserde aus der Gärtnerei, dem Pflanzen- oder Baumarkt.

Efeu umtopfen

Sobald Wurzeln aus dem Wasserabzugsloch treten, versetzt man die Pflanzen in etwas größere Töpfe. In Ampeln erzielt man die beste Wirkung, wenn man vier bis sechs kleine Exemplare zusammen pflanzt.

Lesetipp: Umtopfen der Zimmerpflanzen - Theorie & Praxis
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Düngen / Nährstoffbedarf

Vom Herbst bis zum Frühjahr düngt man alle 14 Tage mit Flüssigdünger in mäßiger Konzentration.

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Kürzen / Schneiden der Efeu

Die Triebe eines Efeus wachsen während der Wintermonate manchmal nur schwach. Diese schwachen Triebe werden im zeitigen Frühjahr zurückgeschnitten. Auch zu lange Triebe kürzt man ein.

Schädlinge, Pflegefehler & Hinweise

Der Dickmaulrüssler findet den Efeu recht schmackhaft, die typischen Fraßspuren des Dickmaulrüsslers sind jedoch leicht an den Blättern der Pflanzen zu erkennen. Die Larven des Dickmaulrüsslers sind schwerer zu entdecken, oft bemerkt man sie nur wenn die Pflanze bereits stark geschädigt ist, oder wenn sich die Käfer entwickeln und die Fraßspuren sichtbar werden.

Der Befall mit Schmier- und Wollläusen wird bei diesen Pflanzen öfter beobachtet. Das kleine, weiße, an Wattebäusche erinnernde Gespinst der Schmierläuse ist gut auf den Blättern der befallenen Pflanzen zu erkennen.

In warmen Räumen wird der Efeu häufig von der Roten Spinne befallen. Man besprüht die Blätter ein- oder zweimal in der Woche mit Wasser und hält das Laub mindestens einmal monatlich unter zimmerwarmes, fließendes Wasser, um die kleinen Milben abzuhalten und zu entfernen.

Die pharmazeutische und die kosmetische Industrie verwendet Inhaltsstoffe des Efeus.

Anwendung aus der Naturheilkunde mit dem Efeu finden Sie auf folgenden Seiten: Bäder, Bronchitis, Cellulitis, Hühnerauge, Keuchhusten, Luftröhrenentzündung, Ödem, Rheumatismus, Schwangerschaftsstreifen, Sonnenbrand, Verbrennung

Der Efeu als Heilpflanze in unserem Heilpflanzenlexikon


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Efeu Bilder 

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Hedera helix / Efeu

Efeu

Hedera helix
Foto: Uwe H. Friese
Lizenz: GFDL

Hedera helix / Efeu

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Hedera helix
Foto: Gerhard Elsner
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Efeu Hedera

Efeu

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Efeu Hedera canariensis cv. Variegata

Efeu

Hedera canariensis cv. Variegata
Foto: KENPEI
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