Skandinaviens Flora und Fauna entdecken

Skandinavien ist weithin bekannt als das Land der malerischen Inseln, der schroffen Fjorde und der endlosen Weiten. Was eben dieser endlosen Weite ihren ganz besonderen Charme verleiht, ist die Farbe Grün, die – durch Flora und Fauna gesponsert – dem Land einen lebendigen Charakter gibt. Was typisch für die grüne Seite Skandinaviens ist und wo Fans der skandinavischen Flora und Fauna diese finden können, verrät dieser Beitrag.

See in Schweden

Es sind Ausblicke wie diese, die viele Wanderer regelmäßig nach Skandinavien locken, um dort die Landschaft zu erkunden. Wer genau hinsieht, erkennt, wie gut sich Flora und Fauna auf die klimatischen Bedingungen angepasst haben.

Im Norden Skandinaviens, auf Grönland und Island wachsen Tundrapflanzen

Mit Blick auf die Pflanzenwelt, die sich auf Grönland, Island und im Norden Skandinaviens niedergelassen hat, kann von einer nordeuropäisch-alpinen Flora und Fauna gesprochen werden. Die Weite des Landes ist geprägt von Tundrapflanzen und jenen Gewächsen, die auch in der Alpenregion zu finden sind. Die Pflanzenwelt dort hat sich gut angepasst und kommt mit der Vegetationsperiode zwischen zwei und vier Monaten und der Vegetationsgrenze, die zwischen 300 und 400 Metern liegt, gut klar.

Pilze und Beeren, Flechten und Kräuter, Moose, Gräser und Blumen wachsen in dieser Region. Moorbirke, Eberesche, Vogelwicke, Zwergbirke, Sumpfherzblatt, Gletscherhahnenfuß, Grasnelke und Wollgras sind häufig anzutreffende Pflanzen in dieser Region. Auch die Rundblättrige Glockenblume, die Arktische Grauweide, die Krähenbeere und die Rauchbeere lassen sich auf einem Streifzug durch Skandinavien erblicken. Dabei erzählen manche von ihnen auch eine kleine Geschichte.

Flechten schätzen ehemaligen Gletscher- und Lavaboden

Flechten beispielsweise wachsen oft dort, wo es in der Vergangenheit Gletscher gab. Diese Pflanzenart ist besonders genügsam, wurzelt nicht und braucht nur wenig Wasser, was vornehmlich über die eigene Pflanzenoberfläche aufgenommen wird. Ein Blick auf den Wachstumszyklus zeigt: Flechten wachsen früh, dafür aber nur langsam und sie werden sehr alt. Als Faustregel gilt: Pro Quadratzentimeter, den sie überwachsen, brauchen sie etwa 60 Jahre. Dafür werden Flechten aber auch über 4000 Jahre alt.

Blütenpflanzen haben sich äußerlich gut an das Klima angepasst

Was nur die wenigsten glauben, die Skandinavien noch nie selbst erlebt haben, wissen: Es gibt sogar Blütenpflanzen im Norden. Und eben diese sind sehr gut auf die besonderen Bedingungen dort angepasst. Ein Trick, den die Blütenpflanzen dort ausüben, ist der Polsterwuchs. Mit diesem dichten Bewuchs erschaffen sich die Blütenpflanzen selbst ein Klima, das wärmer ist als die Umgebung. Dieses können sie nur deswegen umsetzen, weil sie auf einiges verzichten: die Blattfläche ist kleiner, die Blatthäute sind hingegen dicker und auch Stängel und Blätter wirken mit einer Art Flaum fast schon behaart. Das alles hat den Effekt, dass die Blütenpflanzen des Nordens die wenige Wärme, die sie bekommen, sehr gut speichern können und sich gleichzeitig vor Austrocknung schützen.

Typische Blütenpflanzen, die zu dieser Beschreibung passen, sind das Stängellose oder das Aufgeblasene Leimkraut und die Silberwurz. Vor allem das Leimkraut schätzt den Boden, den junge Lavafelder zu bieten haben. Die Folge: Leimkraut finden Interessierte vor allem in der Hochland-Region. In feuchteren Regionen des Landes, an Seeufern oder Bachrändern, lassen sich sogenannten Doldengewächse ausmachen. Wer dort eine Wanderung unternimmt, findet beispielsweise den Engelwurz. In den Bergen Skandinaviens verbreitet sich das Alpenröschen und auf den unberührten Hofwiesen wächst der Löwenzahn.

Auf den Spuren von Flora und Fauna – diese Regionen laden zum Wandern ein

Skandinavien

Anders als beim klassischen Sightseeing, bei dem die Attraktionen eines Landes oder einer Stadt vornehmlich mit Bus und Bahn angesteuert werden, können Flora und Fauna Skandinaviens nur dort erlebt werden, wo sie auch ihren Lebensraum haben – nämlich in der Natur. Welche Besonderheiten in den Ländern Skandinaviens warten, verrät die folgende Auflistung:

  • Dänemark. Bornholm, die bekannte dänische Insel, ist nur ein Ziel im Land, das gerne von Wanderern und Radfahrern angesteuert wird. Wer die Insel auf zwei Rädern erkunden möchte, kann dies auf dem Nationalen Fahrradweg Nummer 10 tun. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Strecken im Land, um beim Wandern Dänemark erkunden zu können.
  • Finnland. Dieser Teil Skandinaviens ist geprägt von einer riesengroßen Wasserlandschaft. Die Finnische Seenplatte umfasst nämlich 100.000 Quadratkilometer. Wer Wasser und Land gleichermaßen intensiv erleben möchte, ist in der Region Savo gut aufgehoben. Allerdings kann die ganze Schönheit Finnlands dort auch vom Paddel aus erlebt werden – auf den Seen Naarajärvi und Puulajärvi sowie auf dem Fluss Naarajoki. Landschaftlich bunter wird es auf dem Bärenrundweg, der eigentlich eine Fernwanderstrecke bezeichnet, die entlang der finnisch-russischen Grenze verläuft. Moore und Hochrücken sowie Flüsse und Wasserfälle sind Teil dieser Strecke.
  • Norwegen. Wanderern empfohlen wird ein Besuch von Aurlandsdalen und dem Aurlandsfjord. Obwohl die Tour auf den ersten Blick recht holprig erscheint, führt die Route auch durch grüne Almlandschaften – mit Flora und Fauna soweit das Auge reicht. Zwischen dem Lysefjord und Preikestolen erwartet die Wanderer ein lichter Wald sowie ausgedehnte Moorflächen. Das Huse-Tal ist der Teil des Landes, der geprägt ist von Fjordarmen, Hochflächen und Wasserflächen. Karger ist hingegen die Hardangervidda-Route, die weite Teile über Geröll- und Schneefelder führt. Das Jotunheimen-Gebirge sowie der Rondane- und der Dovrefjell-Nationalpark sind geradezu prädestiniert dazu, das Land in seiner landschaftlichen Vielfalt zu erleben. Einen Mix aus Meer und Gebirge bietet die Lyngenhalbinsel. Darüber hinaus sind die Inselgruppen der Lofoten und der Vesteralen sowie die Insel Senja ein beliebtes Ziel für Outdoor-Fans.
  • Schweden. Ähnlich wie Finnland ist auch Schweden ein beliebtes Ziel für Wassersportler, denn auf dem Dalsland-Kanal sowie auf den Flüssen und Seen des Landes lässt sich Schweden im Kanu und im Paddelboot erkunden. Das Pendant zur Paddeltour inkl. Ausblick auf Wälder und Inseln ist eine Tour zu den Hochflächen des Landes, die beispielsweise im Padjelanta-Nationalpark zu besichtigen sind. Auch der Kungsleden, der entlang der Skanden verläuft, ist ein Wander-Klassiker des Landes. Wer gezielt nach mildem Klima im Land sucht, ist auf Gotland richtig: Dort gibt es schwedenweit die wenigsten Niederschläge und dafür die meisten Stunden Sonne.