Obst aus dem eigenen Garten

Gemischtes Obst aus dem Garten

Gut Ding will Weile haben – das gilt für viele Dinge im Leben. Vor allem wenn jemand seinen Garten mit Gemüse oder Obst bepflanzen möchte. Denn die ersten Früchte sprießen nicht über Nacht und auch nicht in den nächsten Wochen. Es dauert bis Bäume und Sträucher die ersten Früchte tragen. Doch das lange Warten lohnt sich und bringt demjenigen eine reiche Ernte ein. Allerdings nur, wenn man die richtige Obstsorte wählt und sie fachgerecht heranzieht. Welche Früchte sich besonders für den Garten eignen und was es bei ihrer Pflege zu beachten gibt, wird hier geklärt.

Vorbereitung ist das A und O

Ein Garten bedeutet Zeit und Geduld. Deshalb sollten sich Naturfreunde vorher genau überlegen, ob sie über beides verfügen. Nichts frustriert mehr, als sehen zu müssen, wie die harte Arbeit – die am Anfang in das Projekt investiert wurde – am Ende wegen mangelnder Zuwendung eingeht. Wer sich dazu entscheidet Obst anzupflanzen, muss sich mit den Anforderungen der Sorte auseinandersetzen, da jede Frucht ihre Eigenart hat.

Aprikosen

Voraussetzungen: Ein Aprikosenbaum ist pflegeleicht und braucht keine anderen Bäume neben sich, da er sich durch seine eigenen Pollen bestäubt. Dafür benötigt das Gehölz viel Licht. Folgender Ratgeber auf T-Online rät zu einem sonnigen, warmen und vor allem windgeschützten Standort. Zu nasse und trockene Böden verträgt er nicht, heißt es weiter. Deshalb eignet sich überwiegend ein lehm- sowie lößhaltiger Boden. Berücksichtigen Hobbygärtner diese Tipps, steht einer reichhaltigen Ernte nichts entgegen.

Hinweise für den Kauf: Hier gilt es, auf einen kräftigen Jungbaum zu achten. Die Stammhöhe sollte an die 80 Zentimeter betragen sowie drei bis fünf Seitentriebe vorweisen.

Pflege: Die beste Zeit einen Aprikosenbaum einzupflanzen ist im Frühjahr. Bevor der Baum eingepflanzt wird, ist es ratsam, ihn über Nacht für einige Stunden ins Wasser zu stellen. So kann er sich mit genügend Flüssigkeit vollsaugen und später besser treiben – sobald der Baum wächst, braucht er kaum noch Wasser. Zu viel Flüssigkeit schadet ihm sogar. Im Anschluss wird eine Grube für die Jungpflanze ausgehoben: dabei reicht eine Tiefe von 60 Zentimetern bei einem Durchmesser von ungefähr 70 Zentimetern. Steht der Baum, ist eine konstante Beschneidung wichtig, damit die Wurzel es weiterhin schafft, die wachsenden Äste zu versorgen.

Blaubeere/Heidelbeere

Voraussetzungen: Blaubeeren (Vaccinium myrtillus) stellen an Boden und Standort spezielle Ansprüche. Sie wachsen nach Angaben dieses Beitrags auf blaubeere.net unter anderem in Deutschland auf „sauren, nährstoffarmen sowie humosen Böden“ auf lichten Gehölzrändern sowie Heide- und Moorlandschaften. Da die meisten Böden in Deutschland aber eher nährstoffreich und lehmig sind, gilt es, diese durch ein Gemisch aus Sand, Sägemehl und Rindenhumus zu ersetzen. Zum Gedeihen brauchen Heidelbeersträucher viel Sonne.

Besondere Hinweise: Blaubeeren lassen sich am besten im Frühjahr oder Herbst pflanzen. Doch Vorsicht: Ihre Wurzeln sind empfindlich und brauchen genügend Sauerstoff, weshalb es wichtig ist, sie nicht allzu tief in die Erde zu setzen. Obwohl sich die Beeren, genauso wie Aprikosen, selber befruchten können, ist es ratsam, mindestens zwei unterschiedliche Beerensorten daneben zu setzen. Das sorgt für einen höheren Fruchtertrag.

Pflege: Im Gegensatz zu anderen Obstsorten, ist der Einsatz einer Schere bei einem Heidelbeerstrauch nicht allzu oft nötig. Es reicht, wenn ein Verjüngungsschnitt alle vier bis fünf Jahre vorgenommen wird. Darüber hinaus ist darauf zu achten, dass der Strauch bzw. die Sträucher mit kalkarmen Wasser gegossen werden. Für die Flüssigkeitszufuhr hat sich laut vieler Hobby-Gärtner der Einsatz von Regenwasser bewährt. Daher ist eine regelmäßige sowie gleichmäßige Bewässerung notwendig.

Äpfel

Äpfel aus dem eigenen Garten

Voraussetzungen: Apfelbäume gehören zu den wurzelnackten Obstgehölzen. Die günstigste Zeit sie einzupflanzen ist im Oktober oder November. Die jungen Bäume können so noch vor dem Winter Wurzeln bilden und Feuchtigkeit speichern – allerdings nur bei milden Temperaturen. Gartenbau-Experten erklären die Wahl der Jahreszeit folgendermaßen: Wenn Gartenfreunde ihre Bäume erst im Frühjahr einsetzen, geraten die Gehölze in Stress, da sich Wurzeln, Triebe, Blätter und Blüten gleichzeitig bilden. Das sei im Herbst nicht der Fall und aus diesem Grund viel angenehmer für das Wachstum des Baumes.

Zusätzlich zu der passenden Jahreszeit, brauchen Bäume genügend Abstand zum nächsten Baum, Haus oder einer Mauer. Schließlich kann eine Krone einen Durchmesser von bis zu zehn Metern erreichen

 Hinweise für den Kauf: Wer einen Apfelbaum kaufen möchte, sollte auf einen geraden Stamm, auf eine Krone mit ausgeprägten Mitteltrieb sowie einem ausgewogenen Verhältnis zwischen kräftigen und feinen Wurzeln achten.

Pflege: Besonders am Anfang ist es dringend erforderlich den Baum ausreichend mit Wasser zu gießen, da der Pflanze die langen Wurzelausläufer fehlen. Im Herbst erübrigt sich das Düngen, erst im Frühjahr wird dem Baum eine Ladung Dünger verabreicht. Mineraldünger ist hierbei nicht empfehlenswert, denn die jungen Wurzeln vertragen das Salz nicht.

Fazit

Obst selbst anzubauen hat viele Vorteile. Je nach Sorte wertet es den Garten optisch auf, besitzt für viele einen besseren Geschmack als gekauftes, ist frei von Chemikalien und lässt sich relativ kostengünstig anlegen. Allerdings benötigen Hobbygärtner viel Zeit und das entsprechende Wissen, da jede Obstsorte spezielle Anforderungen mit sich bringt. Werden die nötigen Informationen im Vorfeld eingeholt, steht dem Projekt „Einpflanzen“ nichts mehr im Weg.

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